Après-Ski: Auf einigen Hütten in den Skigebieten ist die Hölle los (Archivfoto).
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Après-Ski: Auf einigen Hütten in den Skigebieten ist die Hölle los (Archivfoto).

Corona-Lockdown-Alarm

Après-Ski nur für Geimpfte? Österreichs Minister will 1G-Regel deutlich ausbauen

  • Martina Lippl
    VonMartina Lippl
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In Österreich läuft das Impfen im Schnecken-Tempo. Die Corona-Fallzahlen steigen. Die Regierung hat jetzt die Ungeimpften im Visier - vor allem beim Après-Ski.

Wien - Die Corona-Fallzahlen in Österreich steigen. Die Impfquoten sind in der Alpenrepublik zu niedrig. Das Infektionsgeschehen dagegen dynamisch. Über einen „Plan für den Herbst“ verhandelt derzeit die Regierung. Österreichs Gesundheitsminister Wolfgang Mückenstein (Grüne) hat jetzt in einem Interview mit oe24.at weitere Verschärfungen der Corona-Maßnahmen angedeutet.

1G-Regel in Österreich: Corona-Risiko Après-Ski

In der Nacht-Gastro soll eine 1G-Regel (Geimpfte) für ganz Österreich kommen. Doch diese könnte auch auf andere Bereiche ausgedehnt werden. „Bei den Jugendlichen ist die Inzidenz von Ungeimpften zehn Mal so hoch wie die der Geimpften. Das bedeutet, dass wir jetzt die Ungeimpften schützen müssen – in Umgebungen, die besonders riskant sind“, erklärt Mückenstein im oe24.at-Interview. Die 1G-Regel halte er deswegen für sinnvoll.

Und: „Es gibt auch andere Bereiche, etwa Après-Ski, wo wir wissen, dass es leicht zu einer Übertragung kommt, weil viele Menschen auf engem Raum zusammen sind und vielleicht noch singen.“

Der Wintersportort Ischgl (Tirol) hatte als Corona-Hotspot in Europa negative Schlagzeilen gemacht. Hunderte Skiurlauber hatten sich dort mit Corona infiziert. So ein Debakel soll sich wohl auf keinen Fall wiederholen. Der Tourismus ist in Österreich von wirtschaftlicher Bedeutung. Der Sommer-Tourismus 2021 ist nach vorläufigen Statistiken recht gut gelaufen. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland liege aber noch weit unter Vor-Corona-Niveau, heißt es.

Droht Österreich der nächste Lockdown?

Einen Lockdown für Geimpfte schließt Mückenstein momentan aus. Im Interview deutet der Gesundheitsminister an, dass er sich nur Beschränkungen für Nicht-Geimpfte vorstellen kann.

Video: Tourismus-Branche fordert Klarheit

„So wie es keinen Sinn macht, dass wir Geimpfte, von denen ein sehr niedriges epidemiologisches Risiko ausgeht, irgendwo nicht hineinlassen, so wichtig ist es, dass wir jene schützen, die nicht geimpft sind. Das ist sachlich gut zu begründen. Wie weit das geht, das besprechen wir gerade.“

Österreich: Comeback der FFP2-Maske

Auch andere Maßnahmen müssten nach Ansicht von Mückenstein in Österreich wieder eingeführt werden. Unter den sogenannten „Basismaßnahmen“ nennt er „Maskenpflicht indoor“. FFP2-Masken wären da besonders sicher, argumentiert Mückenstein. Und vor dem Hintergrund der steigenden Zahlen bräuchte Österreich jetzt die sichersten Regeln.

Die FFP-Maskenpflicht und die 1G-Regel sind seit längerem für den Herbst im Gespräch. Zum Schulstart (am 7. September) kündigte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) bereits an, die Maskenpflicht in geschlossenen Räumen wieder einzuführen.

Corona-Tests: Gültigkeit soll verkürzt werden

Auch die Gültigkeit von Corona-Tests dürfte ähnlich wie in Wien eingeschränkt werden. Seit dem 1. September sind in Wien PCR-Tests nur noch 48 Stunden gültig. Zuvor galt eine Frist von 72 Stunden. Bei Antigen-Schnelltests, die in der Apotheke oder in einer Teststraße durchgeführt werden, verkürzt sich die Zeit auf 24 Stunden. Nur bei Kindern unter zwölf Jahren bleiben bei den beiden Varianten die bisherigen Zeitspannen bestehen. Die Testpflicht gilt in Wien für Personen ab 6 Jahren.

Über weitere Corona-Maßnahmen will die Regierung mit den Bundesländern am Mittwoch - (8. September) beraten. Die Zeit drängt. Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Österreich steigt momentan rasant. Virologin Dorothee Laer der MedUni Innsbruck forderte Gespräch mit dem ORF am Samstagabend Österreich zum Handeln auf. (ml)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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