Im Fokus: der Corona-Impfstoff von Astrazeneca.
+
Im Fokus: der Corona-Impfstoff von Astrazeneca.

Thrombose-„Komplikationen“

Corona: Junger Mann aus NRW stirbt kurz nach Astrazeneca-Impfung - Zusammenhang wird geprüft

  • Patrick Mayer
    vonPatrick Mayer
    schließen

Die Todesfälle im zeitlichen Zusammenhang mit Corona-Impfungen in Deutschland mehren sich. Auch ein junger Mann aus NRW verstirbt kurz nach dem Impfen gegen das Coronavirus.

München/Essen - Es gibt weitere Todesfälle in Deutschland im zeitlichen Zusammenhang mit Astrazeneca-Impfungen. Nachdem kürzlich eine 47-Jährige aus dem Kreis Euskirchen (NRW) kurz nach einer Impfung mit dem Wirkstoff des britisch-schwedischen Herstellers verstorben war, vermeldete nun das Essener Uniklinikum den Tod eines 36-jährigen Mannes, der im Kreis Kleve mit dem Astrazeneca-Wirkstoff gegen das heimtückische Coronavirus geimpft worden ist. Das berichtet die WAZ.

Corona-Impfungen mit Astrazeneca in Deutschland - weiterer Todesfall nach Impfen in NRW

Demnach verstarb der Mann am 24. März „an den Folgen thromboembolischer Komplikationen“. Ein Zusammenhang zwischen dem Tod und dem Impfen ist nicht nachgewiesen, wird aber aktuell geprüft.

Laut WAZ erklärte Prof. Dr. Christoph Kleinschnitz, Direktor der Klinik für Neurologie am Uniklinikum Essen, dass der Mann am 7. März gegen Corona geimpft worden sei. Fakt ist: Das Thema nimmt in der öffentlichen Corona-Impf-Diskussion in Deutschland wieder Fahrt auf. Stand Montag, 29. März, berichtete das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) von bislang 31 Verdachtsfällen einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca.

Hirnvenenthrombosen nach Astrazeneca-Impfungen gegen Corona - Berlin stoppt Impfen mit Wirkstoff

Das bleibt nicht folgenlos: Nach weiteren Fällen von Hirnvenenthrombosen explizit bei Frauen hat an diesem Dienstag nun Berlin reagiert und Astrazeneca-Impfungen für Frauen und Männer unter 60 Jahren gestoppt. Kurz vor dieser Entscheidung hatten die Berliner Universitätsklinik Charité und der ebenfalls landeseigene Klinikbetreiber Vivantes bis auf Weiteres alle Impfungen ihrer Mitarbeiterinnen unter 55 Jahren mit dem Präparat eingestellt.

„Dieser Schritt ist aus Sicht der Charité notwendig, da in der Zwischenzeit weitere Hirnvenenthrombosen bei Frauen in Deutschland bekannt geworden sind“, sagte die Sprecherin der Charité, Manuela Zingl, an diesem Dienstag. Es ist kein Einzelfall. Schon am 26. März hatte die Uniklinik Rostock reagiert, und die Impfungen ihrer Mitarbeiter:innen mit Astrazeneca gestoppt, nachdem eine 49-jährige Krankenschwester kurz nach einer Impfung gestorben war. Die Lage ist verzwickt.

Zuletzt bezweifelten wissenschaftliche und medizinische Experten wie auch SPD-Politiker Karl Lauterbach einen Zusammenhang von Komplikationen bei Astrazeneca-Impfungen mit Verhütung durch die Anti-Baby-Pille. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte dennoch mögliche Impf-Privilegien für diese Personengruppe bei der Auswahl der Impfstoffe ins Spiel gebracht.

Astrazeneca-Impfstoff gegen Corona: NRW-Kliniken fordern vorläufigen Impf-Stopp damit in Deutschland

Sowohl Lauterbach als auch die Experten der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) erklärten indes, dass es keine stichhaltigen Hinweise für höhere Risiken bei verhütenden Frauen gebe und der Nutzen der Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff für die Gesamtheit etwaige Gefahren für Einzelne überwiege.

Im Verlauf des Dienstags schlugen jedoch weitere Mediziner Alarm und mahnten zur Vorsicht. So forderten die Leiter von fünf von sechs Uni-Kliniken in Nordrhein-Westfalen einen vorläufigen Impfstopp mit dem Mittel. Das Risiko von weiteren Todesfällen sei zu hoch, heißt es in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt. Deutschland und der Astrazeneca-Impfstoff - es gibt neue Todesfälle und neue Bedenken. (pm)

Auch interessant

Kommentare