Virus-Ausbruch in Niedersachsen

Corona-Ausbruch in Göttinger Shisha-Bar hat Folgen für hunderte Schüler

Nach einem Corona-Ausbruch in Göttingen (Niedersachsen) versuchen die Behörden die Infektionskette zu unterbrechen, Kontaktpersonen ausfindig zu machen. Das hat Folgen für hunderte Schülerinnen und Schüler.

  • In Göttingen (Niedersachsen) ist es zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen - eine Shisha-Bar hatte illegal geöffnet
  • Mindestens 68 Menschen sind bisher positiv auf das Coronavirus Sars-CoV-2 getestet worden.
  • Der Ausbruch hat auch Folgen für 13 Schulen.

Göttingen - Ein Corona-Ausbruch in Göttingen hat auch weitreichende Folgen für mehrere hundert Schüler. Unter den Kontaktpersonen ersten Grades befänden sich auch 57 Kinder und Jugendlichen, teilte die Stadt am Montagabend mit. In 13 Schulen müssten die Sicherheitsvorkehrungen, laut HNA.de*, daher angepasst werden.

Nach Corona-Ausbruch in Göttingen - Schulen in Alarmbereitschaft

Dazu zähle unter anderem die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes auf dem Schulgelände und in den Gebäuden, ausgenommen sind Klassenräume, hieß es. Zudem würden die Schulen verstärkt auf Krankheitsanzeichen achten. Sollte ein Schüler positiv auf das Coronavirus getestet werden, erhielten alle Mitschüler sowie deren Lehrkräfte als Kontaktpersonen ersten Grades eine Quarantäneverfügung.

Nach mehreren privaten Familienfeiern waren in Göttingen* berichtet, mindestens 68 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Am Pfingstwochenende seien 131 Menschen getestet worden, teilte die Stadt mit. Einige Ergebnisse dieser Tests stünden noch aus. Eine erkrankte Person werde weiterhin stationärer behandelt.

Corona-Ausbruch in Göttingen: Shisha-Bar illegal geöffnet 

Nach Hinweisen, dass das Infektionsgeschehen unter anderem in einer Shisha-Bar erfolgt sein könnte, wurden am Pfingstsonntag alle sechs Shisha-Bars in Göttingen kontrolliert, eine wurde geschlossen. Sie war entgegen den Corona-Vorschriften des Landes geöffnet. Mehrere Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten, waren zuvor in der Shisha-Bar. 

Ob sie dort gemeinsam aus einer Wasserpfeife rauchten, wie es in Shisha-Bars üblich ist, ist noch offen. „Die Bar wurde geschlossen, nun wird ein Bußgeldverfahren geprüft“, sagte Stadtsprecherin Cordula Dankert.

Die Behörden in Göttingen arbeiten mit Hochdruck daran, alle Personen ausfindig zu machen, die mit den Infizierten Kontakt hatten. 203 Kontaktpersonen ersten Grades seien in Stadt und Landkreis Göttingen identifiziert worden, hieß es. Alle hätten eine Quarantäneverfügung erhalten und seien aufgefordert, sich testen zu lassen. Weitere Kontakte hätten sich etwa in Salzgitter, Osnabrück oder dem Eichsfeld Kreis gefunden. Diese seien informiert worden.

Viele der Betroffenen, die sich ansteckten, leben in einem eher tristen Hochhauskomplex in der Unistadt, dem Iduna-Zentrum in der Nähe des Schützenplatzes. Die Leiterin des Göttinger Krisenstabes, Petra Broistedt, sagte dem „Göttinger Tageblatt“: „Wir wissen von 60 Kontaktpersonen, die im Iduna-Zentrum leben.“ Wird nun das ganze Hochhaus mit allen rund 700 Bewohnern unter Quarantäne gestellt, wie es bei einem Fall vor einigen Wochen in Nordrhein-Westfalen passierte? „Es wäre unangemessen, deswegen das komplette Haus zu isolieren“, sagte Broistedt der Zeitung.

dpa

*Merkur.de und HNA.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Swen Pförtner/dpa

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