„Dynamisches Infektionsgeschehen“

Corona-Alarm bei Tönnies-Ableger: 81 Infizierte - Landkreis verschärft die Maßnahmen sofort

  • Andreas Schmid
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Deutschland hat einen neuen Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb. Betroffen ist ein Betrieb, der zur Tönnies-Gruppe gehört. Die Lage vor Ort hat Auswirkungen auf 325.000 Menschen.

  • In Deutschland gibt es einen neuen Corona-Ausbruch in einem Schlachtbetrieb.
  • 81 Menschen im Werk Weidemark in Sögel wurden positiv auf Covid-19* getestet.
  • Da die Inzidenz damit überschritten wird, ergreift der Landkreis Emsland strengere Maßnahmen.

Sögel - Sie sorgten aufgrund zahlreicher Corona-Fälle vor Ort für Aufregung und ein zumindest zeitweises Hinterfragen der teils katastrophalen Arbeitsbedingungen vor Ort - Schlachthöfe. Nachdem der Covid-19-Ausbruch in den Tönnies-Werken in Rheda-Wiedenbrück den traurigen Höhepunkt an Infektionszahlen markiert hatte, sich die Lage in den entsprechenden Betrieben daraufhin allerdings zu beruhigen schien, gibt es nun erneut einen Corona-Ausbruch in einem Schlachthof. Wieder ist Tönnies involviert.

Corona bei Tönnies: Ausbruch bei Schlachtbetrieb Weidemark - 81 Menschen infiziert

In Sögel im Emsland haben sich mindestens 81 Beschäftigte des Schlachtbetriebs Weidemark mit Covid-19 infiziert. Der Betrieb gehört zum Tönnies-Konzern. Alle im Schlachthof beschäftigten Corona-Patienten sowie ihre Kontaktpersonen, die zu einem Großteil in Sögel wohnen, befinden sich derzeit in Quarantäne. Die ersten Fälle hatten sich bei Tests durch den Betriebsarzt bestätigt.

Die neuen Fälle haben unterdessen auch Auswirkungen auf das gesamte Emsland. Im gesamten Kreisgebiet sei nun „ein dynamisches Infektionsgeschehen“ zu beobachten, „so dass wir bei derzeit 137 Fällen die kritische Marke von 35 Corona-Neufällen pro 100.000 Einwohner* innerhalb von sieben Tagen überschritten haben“ erklärte Landrat Marc-André Burgdorf in einer Mitteilung. Auffällig ist, dass der 325.000 Einwohner fassende Landkreis am Samstag (4. Oktober) laut Robert-Koch-Institut* noch eine Inzidenz von 25,2 vorzuweisen hatte.

Corona-Ausbruch in Schlachthof: Landkreis Emsland verschärft die Regeln.

Um eine weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen, gibt es eine neue Allgemeinverfügung für ganz Sögel, zu der sich der Landkreis Emsland „gezwungen sieht, damit die Ausbreitungsdynamik gezielt gebremst“ werden könne. Schüler und Lehrer der allgemeinbildenden Schulen müssen daher bis zu den Herbstferien auch während des Unterrichts in den Klassenräumen einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Untersagt seien darüber hinaus der Trainings- und Wettkampfbetrieb in Mannschafts- oder Kontaktsportarten sowie der Schulsport. Für Veranstaltungen in der Samtgemeinde Sögel gibt die Allgemeinverfügung eine maximale Teilnehmerzahl von 100 Personen vor. Es gilt dort ein Verbot des Ausschanks von Spirituosen ab 18 Uhr und von sonstigen alkoholischen Getränken ab 22 Uhr.

Corona-Ausbruch in Schlachthof: Emsland macht Ernst - Sorge wegen Nähe zu Niederlanden

Zusammenkünfte im öffentlichen wie privaten Raum sind ab sofort außerdem mit maximal sechs Personen gestattet. Wie der Landkreis weiter mitteilt, bezieht sich diese Kontaktbeschränkung nicht auf enge Familienangehörige oder ein Treffen von maximal zwei Hausständen. Ausnahmen seien auch Anlässe wie Hochzeits- oder Erstkommunionfeiern, Taufen oder Beerdigungen. Die neuen Maßnahmen sollen vorerst bis 19. Oktober 2020 gültig sein.

Die Lage vor Ort ist unterdessen auch aufgrund der Nähe zu den Niederlanden angespannt. Die unmittelbar ans Emsland grenzenden Provinz Drehnte wird vom Auswärtigen Amt im Moment als Risikogebiet geführt. (as) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

Rubriklistenbild: © Jan Woitas/dpa

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