News-Ticker zur Pandemie

Corona in Baden-Württemberg: Daimler will Impfen selbst in die Hand nehmen - „Sobald es erlaubt ist“

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In Baden-Württemberg geht es beim Impfen gegen Corona schleppend voran. Mit den extra Impfdosen für das Klinikpersonal ist vorbei. Ein Stuttgarter Autobauer prescht vor. Der News-Ticker.

  • Coronavirus in Baden-Württemberg: Ab Montag, 8. März, gelten im Corona-Lockdown erste Lockerungen.
  • Das Bundesland im Südwesten stellt keine gesonderten Corona-Impfdosen mehr für Krankenhauspersonal zur Verfügung. (siehe Update vom 6. März, 19.55 Uhr).
  • Stuttgart plant laut Oberbürgermeister den Cannstatter Wasen 2021 (siehe Update vom 5. März, 10.30 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Pandemie in Baden-Württemberg ist beendet.

Update vom 9. März, 12.15 Uhr: Unterschiedliche Inzidenzen führen im harten Corona-Lockdown in Deutschland zu verschiedenen Öffnungen und Lockerungen des Einzelhandels. Tübingen in Baden-Württemberg setzt jetzt strenge Covid-19-Vorschriften für Einkaufstouristen auf.

Update vom 7. März, 9.12 Uhr: Daimler will seine Mitarbeiter:innen von Betriebsärzten gegen Corona impfen lassen. „Unsere Werksärzte sind vorbereitet und wir würden gerne die Impf-Kampagne unterstützen“, sagte der Vorstandsvorsitzende Ola Källenius der Bild am Sonntag. „Sobald es erlaubt ist, dass in Betrieben geimpft wird und die Mitarbeiter an der Reihe sind, können wir loslegen und all unseren Beschäftigten eine Impfung im Werk anbieten.“ Das Stuttgarter Unternehmen stehe dazu in enger Abstimmung mit den Gesundheitsbehörden.

In Baden-Württemberg sind binnen 24 Stunden 1.210 Corona-Neuinfektionen und 13 neue Todesfälle an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet worden. Die 7-Tage-Inzidenz liegt momentan bei 59,7.

Vier Kreise in Baden-Württemberg liegen unter einer 7-Tage-Inzidenz von 35: Landkreis Enzkreis (34,6), Heilbronn (32,4), Schwarzwald-Baar-Kreis (32) sowie Tübingen (29,7).

Update vom 6. März, 21.12 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch in einem Kindergarten in Geislingen an der Steige müssen etwa 200 Menschen in Quarantäne.  

Corona in Baden-Württemberg: Keine gesonderten Impfdosen für Klinikpersonal

Update vom 6. März, 19.55 Uhr: Aufgrund des weiterhin großen Mangels an Corona-Impfstoffen stellt die baden-württembergische Landesregierung den Krankenhäusern im Südwesten vorerst keine gesonderten Impfdosen mehr für das Personal zur Verfügung.

Man habe entschieden, „zum jetzigen Zeitpunkt keinen weiteren Impfstoff mehr exklusiv an die Krankenhäuser zu geben“, teilte das Landesgesundheitsministerium am Samstag in Stuttgart auf Anfrage mit. Stattdessen wolle man neue Impfdosen komplett an die Impfzentren liefern. „Noch immer ist der Impfstoff knapp und die dem Land zur Verfügung gestellten Impfdosen sind über Wochen in den Impfzentren verplant“, hieß es zur Begründung. Das Gesundheitsministerium im Land verwies darauf, dass das Krankenhaus-Personal mit der höchsten Priorität „bereits vollständig“ geimpft sei.

Klinik-Mitarbeiter, die noch keine Erstimpfung erhalten haben, müssen sich nun in Impfzentren um Termine bemühen. Der Chefvirologe des Universitätsklinikums Heidelberg, Hans-Georg Kräusslich, kritisiert dieses Vorgehen. „Wir sind darüber nicht glücklich, können es auch nicht wirklich nachvollziehen“, sagte er der Rhein-Neckar-Zeitung. „Wir würden zum Beispiel auch gerne die Studierenden im klinischen Semester impfen, ebenso weitere Mitarbeiter. Jetzt müssen sich wieder alle im Impfzentrum anmelden, wo die Belastung ohnehin schon hoch ist.“

Corona in Baden-Württemberg: Mannheimer Bürgermeister kritisiert Inzidenz als Maßstab

Update vom 5. März, 20.09 Uhr: Der Öffnungsplan der Bundesregierung ist teils strikt an Inzidenzwerte gekoppelt. Das sorgt nicht überall für Begeisterung. Mannheims Oberbürgermeister Peter Kurz (SPD) begrüßt zwar die neue Lockerungspolitik von Bund und Ländern, sieht die Grundlage dafür aber kritisch. „Wir haben einen monatelangen Lockdown hinter uns, der nicht wirklich konsequent und daher auch kein voller Erfolg war. Daher war ein Strategiewechsel richtig“, sagte der Rathauschef der zweitgrößten Stadt in Baden-Württemberg dem Mannheimer Morgen.

Dass es jetzt klare Wenn-Dann-Szenarien gibt, sei auf alle Fälle positiv. „Kritischer sehe ich, dass das sehr mechanisch angelegt ist und die Inzidenz der einzige Maßstab sein soll“, sagte Kurz. Wichtig sei die Situation in den Krankenhäusern und auch, inwieweit sich Infektionsketten nachverfolgen lassen. „Eine große Erleichterung könnte da die neue Luca-App sein“, sagte der Oberbürgermeister der Zeitung weiter. „Wenn sie in breitem Umfang eingesetzt und angenommen wird, macht das die Nachverfolgung sehr viel einfacher.“

Corona in BaWü: Landtagswahl in Pandemiezeiten - Kretschmann profiiert

Update vom 5. März, 16.15 Uhr: Schon jetzt deutet sich an, dass die Coronavirus-Pandemie in Deutschland erhebliche Auswirkungen auf den Ausgang der Landtagswahl am 14. März haben wird. So spricht derzeit vieles für einen Wahlsieg von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Die Grünen).

In der Corona-Krise profitiere Kretschmann laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) vom Bonus als Krisenmanager. Herausforderin Susanne Eisenmann von der CDU habe als Kultusministerin wegen des Covid-19-Lockdowns hingegen permanenten Ärger mit Lehrern, Eltern und Schülern.

Das hat offenbar Folgen: Am Donnerstagabend (4. März) meldete zunächst Infratest dimap für die ARD-Tagesthemen, dass die CDU bei 25 Prozent stehe - und damit weit abgeschlagen hinter den Grünen (33 Prozent). Am Freitag legte die Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer nach - und vermeldete nur noch 24 Prozent für die CDU sowie 35 Prozent für die Grünen.

Corona-Pandemie in Baden-Württemberg: Stuttgart plant den Cannstatter Wasen - für Millionen Gäste

Update vom 5. März, 10.30 Uhr: Spektakuläre Pläne inmitten des verlängerten Corona-Lockdowns in Baden-Württemberg: Stuttgarts neuer Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) will nicht nur ein großes Frühlingsfest veranstalten, sondern geht fest davon aus, dass es in der baden-württembergischen Landeshauptstadt noch in diesem Jahr wieder das zweitgrößte Volksfest der Welt geben wird: den Cannstatter Wasen.

„Wir sollten prüfen, ob Veranstaltungen wie das Frühlingsfest in einer Lightversion stattfinden können“, sagte der neue Rathauschef der Stuttgarter Zeitung und den Stuttgarter Nachrichten (hinter einer Bezahlschranke): „Ein klassisches Fest mit Festzelten wird im April nicht stattfinden können. Wenn es die Rechts- und die Infektionslage zulassen, kann ich mir eine Biergarten-Version vorstellen, also eine Außenbewirtschaftung auf dem Cannstatter Wasen mit Teststationen. Die Einhaltung der Hygieneregeln muss gewährleistet sein.“

Das Frühlingsfest findet normalerweise von Ende April bis Mitte Mai zwischen Neckar und dem Bundesliga-Stadion des VfB Stuttgart im Stadtteil Bad Cannstatt statt. Mehr noch: Geht es nach Nopper, soll der Cannstatter Wasen - wie vor Corona-Zeiten - zwischen Ende September und Mitte Oktober über die Bühne gehen. Mit im Schnitt vier Millionen Besuchern gilt der „Wasen“ als zweitgrößtes Volksfest der Welt nach dem Münchner Oktoberfest (6,3 Millionen Gäste 2019).

„Als Optimist rechne ich damit, dass im September dann wieder ein richtiges Cannstatter Volksfest stattfinden kann“, sagte Nopper - und versprach: „Um eine launige Eröffnungsrede werde ich mich nach Kräften bemühen.“

Menschenmagnet: das Volksfest Cannstatter Wasen in Stuttgart.

Corona-Pandemie in Baden-Württemberg: Susanne Eisenmann verteidigt unterschiedliche Lockerungen

Update vom 5. März, 10.10 Uhr: Unterschiedliche Lockerungen im Coronavirus-Lockdown je nach Landkreis sorgen in Baden-Württemberg für eifrig Diskussionen.

Die CDU-Spitzenkandidatin zur Landtagswahl am 14. März, Susanne Eisenmann, hat diese Entscheidung im Südwesten nach dem Bund-Länder-Gipfel nun verteidigt.

„Den Vorwurf, dass nun ein Flickenteppich entstehe, kann ich nachvollziehen“, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur (dpa) in Stuttgart. Aber die regionalen Inzidenzen gingen sehr weit auseinander, erklärte die 56-jährige Schwäbin: „In einem Flächenland wie Baden-Württemberg wäre es deshalb ungerecht, wenn ein Einzelhändler auf der Ostalb, in Böblingen oder in Freudenstadt bei sehr niedriger Inzidenz nicht öffnen darf, weil der Wert zum Beispiel im Landkreis Schwäbisch Hall momentan noch weit über 100 liegt.“

Corona-Pandemie in Baden-Württemberg: Mannheim verschärft die Maskenpflicht wegen hoher Inzidenz

Update vom 5. März, 9.50 Uhr: Deutschland lockert dezent im Corona-Lockdown, doch Mannheim verschärft seine Maskenpflicht im Stadtgebiet.

Konkret: Ab diesem Freitag müssen die Bürger den Mund-Nasen-Schutz laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) auch rund um den Mannheimer Wasserturm, im Szeneviertel Jungbusch sowie an der Rheinpromenade tragen. Bisher galt die Maskenpflicht bereits in der Innenstadt und an Haltestellen des ÖPNV.

Die drittgrößte Stadt Baden-Württembergs mit ihren rund 310.000 Einwohnern will damit die Ausbreitung des Coronavirus weiter eindämmen. Am Mittwoch, 3. März, hatte die 7-Tage-Inzidenz in der nordbadischen Stadt bei 84,7 gelegen.

Corona-Pandemie in Baden-Württemberg: Stärkere Lockerungen im Lockdown für Stadt- und Landkreise

Update vom 4. März, 22.07 Uhr: Baden-Württemberg will stärkere Lockerungen des Corona-Lockdowns für Stadt- und Landkreise erlauben, wenn diese stabil unter einer Inzidenz von 50 liegen. Auf diese Umsetzung des Bund-Länder-Beschlusses hätte sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) mit Kultusministerin und CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann am Donnerstagabend geeinigt. Das bestätigte Regierungssprecher Rudi Hoogvliet der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

In Kreisen, die unter 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegen, kann unter anderem der Einzelhandel schrittweise öffnen. Aktuell befinden sich unter anderem die Städte Heilbronn (32) Freiburg (37), Baden-Baden (40), Heidelberg (41) und Pforzheim (49) unter dieser kritischen Marke.

Corona in Baden-Württemberg: Diskussion um regionale Lockerungen läuft

Update vom 4. März, 17.01 Uhr: Corona-Regeln in Baden-Württemberg - was ändert sich jetzt eigentlich beim Einkaufen oder in der Gastronomie? Diese Frage lässt Regierungschef Winfried Kretschmann (Die Grünen) erstmal offen. Ab kommender Woche soll es in Baden-Württemberg weitere Öffnungsschritte - wie die Baumarktöffnung - geben. Doch, ob es regionale Lockerungen des Lockdowns auf Kreisebene geben wird oder nur landesweit, ist zunächst noch unklar.

Er werde bei der Sondersitzung im Landtag am Freitag darstellen, wie die Beschlüsse von Bund und Ländern für Baden-Württemberg umgesetzt werden, teilte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Donnerstag mit, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. „Dazu gehört dann auch die Frage, wie wir mit den Regionen umgehen und der drohenden Gefahr des Einkaufstourismus, wenn die eine Region öffnet und die Nachbarregionen noch zu haben.“

Der baden-württembergische Landkreistag hatte sich kritisch zu den regionalen Öffnungen geäußert. Man befürchte, dass ein „Ausweichverkehr“ einsetzen werde in Kreise mit größerer Lockerung. In Baden-Württemberg liegt die landesweite Inzidenz bei 54.

„Da habe ich laut gedacht“ - Kretschmann verteidigt Vorschlag zu gekürzten Sommerferien

Update vom 4. März, 16.53 Uhr: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Die Grünen) holte sich mit dem Vorstoß, die Sommerferien für das Aufholen von Wissenslücken zu verkürzen, eine Abfuhr bei Lehrkräften und Kultusministerium. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) sagte prompt: „Wir sollten nicht ein Problem lösen, indem wir neue Probleme schaffen.“

Gegen die Kritik verteidigte sich Baden-Württembergs Ministerpräsident. „Da habe ich laut gedacht“, sagte er dem SWR. „Das sollte man als Ministerpräsident übrigens nie machen.“ Die Verkürzung der Sommerferien sei nur eine Überlegung von vielen gewesen.

Corona in Baden-Württemberg: Ministerpräsident Winfried Kretschmann und die Landesregierung lockern stärker als auf Bundesebene.

Baden-Württemberg: Kostenlose Corona-Schnelltests bei dm

Update vom 4. März, 13.31 Uhr: Im Drogeriemarkt dm wird es künftig kostenlose Schnelltests geben. Das Karlsruher-Unternehmen baut in Zusammenarbeit mit Baden-Württemberg Corona-Testzentren in dm-Filialen auf. Geplant ist kostenfreien Corona-Antigen-Schnelltests von geschulten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anzubieten, teilte dm am Donnerstag mit. In Baden-Württemberg gibt es demnach 340 und bundesweit 2.040 dm-Märkte.

Corona: Baden-Württemberg plant weitere Öffnungen bei Schulen

Update vom 4. März, 13.23 Uhr: Am Montag, 15. März 2021, sollen die Klassen 5 und 6 in Baden-Württemberg wieder Präsenzunterricht bekommen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus Regierungskreisen in Stuttgart. Bis zu den Osterferien solle das gelten. Es sollen alle Schülerinnen und Schüler ins Schulgebäude kommen und dort auf mehrere Räume verteilt werden. Die Präsenzpflicht bleibt weiter ausgesetzt. Wann es für die Mittelstufe wieder losgeht, soll erst später entschieden werden. 

Corona in BaWü: Kretschmann denkt über kürzere Sommerferien nach

Update vom 4. März, 9.50 Uhr: In Baden-Württemberg wird vielleicht doch mehr gelockert als gedacht (siehe Update vom 4. März, 7.40 Uhr). Wie es nach dem Lockdown (bis zum 28. März) weiter geht, ist beim Thema Schule noch ungewiss. Jetzt bringt Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) kürzere Ferien ins Gespräch. Damit Wissenslücken nach den langen Schließungen der Schulen geschlossen werden könnten.

„Man könnte an den Ferien ein bisschen was abknapsen, um Unterrichtsstoff nachzuholen“, sagte der Grünen-Politiker dem Mannheimer Morgen. Auf die Frage, ob er dabei an die Sommerferien denke, sagte Kretschmann: „Darüber könnte man mal nachdenken.“

Corona in Baden-Württemberg: Kretschmann geht bei Öffnungsschritten mit - trotz steigender Infektionszahlen

Update vom 4. März, 7.40 Uhr: Baden-Württemberg trägt die Entscheidung der Bund-Länder-Runde für regionale Lockerungen des Corona-Lockdowns ab einer Inzidenz von 50 mit. So soll es auch im Südwesten regional eine schrittweise Öffnung des Einzelhandels geben, wenn die Zahl der Infektionen unter 50 je 100.000 Einwohner in sieben Tagen liegt. Der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wird aber angesichts weiter hoher Infektionszahlen grundsätzlich bis zum 28. März verlängert.

Die grün-schwarze Koalition im Südwesten muss die Beschlüsse aber noch für das Land umsetzen. Unklar ist bisher, ob schon vom kommenden Montag an auch die weiterführenden Schulen schrittweise wieder öffnen können, wie Kultusministerin Susanne Eisenmann dies gefordert hatte. Ministerpräsident Winfried Kretschmann wollte sich erst am Donnerstag zu den Beschlüssen äußern und mit Eisenmann die nächsten Schritte besprechen. Der Grüne hatte sich zuletzt skeptisch gezeigt, ob es so schnell gelingen kann, die Wiedereröffnung der Schulen mit genügend Schnelltests bei Schülerinnen und Schülern abzusichern.

Der Beschluss von Bund und Ländern sieht vor, dass vom kommenden Montag an bei einer 7-Tage-Inzidenz von unter 50 der Einzelhandel wieder öffnen kann - allerdings mit einer Begrenzung von einer Kundin oder einem Kunden pro 10 Quadratmeter beziehungsweise 20 Quadratmeter je nach Verkaufsfläche. Möglich sind dann auch die Öffnung von Museen, Galerien, Gedenkstätten, zoologischen und botanischen Gärten sowie auch kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen bis maximal zehn
Personen im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen.

Allerdings steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Virus pro 100.000 Einwohner in Baden-Württemberg weiter. Der Wert lag nach Angaben des Landesgesundheitsamts in Stuttgart vom Mittwoch bei landesweit 54,4 nach 52 am Vortag. Unter der Inzidenz von 50 lagen demnach 20 von 44 Stadt- und Landkreisen. Nach einer aufzehrenden Gipfelnacht haben sich Bund und Länder doch noch für einen einheitlichen Lockerungs-Plan entschieden. Die Regeln im Überblick.

Corona in Baden-Württemberg: Kretschmann will Baumärkte öffnen - kaum Hoffnung auf weitere Lockerungen

Update vom 3. März, 13.39 Uhr: Die Ergebnisse der Bund-Länder-Gespräche am Mittwochnachmittag werden auch in Baden-Württemberg mit Spannung erwartet. Gibt es einen weiteren Vorstoß beim Öffnen der Schulen? Wie sieht es mit den Schnelltests aus? Wie mit Lockerungen? Vieles ist noch offen. Beim Thema Kontaktbeschränkungen über Ostern bleibt es ziemlich ruhig. Dabei hatte Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) eine Lockerung in Aussicht gestellt (siehe Erstmeldung).

Corona in Baden-Württemberg - 30 von 38 Gesundheitsämtern in BaWü nutzten Sofware

Update vom 3. März, 13.35 Uhr: In Baden-Württemberg sind 30 von 38 Gesundheitsämtern aktuell an die Software Somas angeschlossen, berichtet die Bild. Soviel zur digitalen Nachverfolgung bei Corona-Infektionen. Die Software soll die Nachverfolgung in der Corona-Pandemie deutlich vereinfachen, ebenso das Dokumentieren von Symptomen sowie der Datenaustausch mit anderen zuständigen Behörden. Insgesamt seien laut dem Medienbericht 257 von 375 Ämtern in Deutschland bis zum vergangenen Wochenende damit ausgestattet worden.

Corona-Varianten breiten sich in Baden-Württemberg aus

Update vom 3. März, 10.55 Uhr: Das Infektionsgeschehen in Baden-Württemberg nimmt weiter an Fahrt auf. Der Anteil der Corona-Mutationen nimmt deutlich zu. Inzwischen liegt der Anteil der ansteckenderen Varianten bei den positiven Corona-Tests bei 50 Prozent. Allerdings seien die Zahlen verzerrt, weil gezielt auf solche Varianten getestet werde, teilt das Landesgesundheitsamt mit.

In den vergangenen 24 Stunden wurden 1.084 Corona-Neuinfektionen und 50 weitere Todesfälle in Baden-Württemberg verzeichnet. Das ist aus dem Covid-19-Dashboard des Robert-Koch-Instituts (RKI) abzulesen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt demnach aktuell bei 52,0. Seit Wochen weist das Land hier einen stabilen Wert vor.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) dämpft derweil Hoffnungen aus weiteren Schritten aus dem Lockdown. Das deutete sich schon vor dem Corona-Gipfel an diesem Mittwoch (3. März 2021) an. Durch breites Testen will Baden-Württemberg mehr Freiheiten zulassen. Doch massenhafte Schnell- und Selbsttests seien ein großer organisatorischer Aufwand. Erst müsse die Testkapazität ausgebaut werden. Was Schulen betrifft, scheint noch vieles unklar. Fest steht allerdings, dass Baumärkte in Baden-Württemberg wohl spätestens am Montag wieder öffnen werden. Das hatte Kretschmann auf der Regierungspressekonferenz am Dienstag angekündigt.

In den Schritten aus Baden-Württemberg steckt allerdings viel Wahlkampf drin. Die Landtagswahlen finden nämlich am 14. März statt, noch vor den Osterferien (vom 6. bis zum 10. April 2021). Grundsätzlich soll der Lockdown bis zum 28. März verlängert werden, heißt es.

  • Britische Coronavirus-Variante B.1.1.7 erstmals am 24. Dezember 2020 in Baden-Württemberg festgestellt.
  • Südafrikanische Coronavirus-Variante B.1.351 am 11. Januar bei einer Familie, die am 13. Dezember 2020 aus Südarfika eingereist war, nachgewiesen.
  • Seit Dezember 2020 wurden dem Landesgesundheitsamt 5.101 Virusvarianten mit besonderer Bedeutung (Variants of Concern - kurz VOC) gemeldet aus 44 Stadt und Landkreisen gemeldet. Den größten Anteil nimmt der zuerst in Großbritannien festgestellte Corona-Variante B.1.1.7 ein.

Corona in Baden-Württemberg: Infektionszahlen auf hohem Niveau - Kretschmann will Baumärkte öffnen

Erstmeldung vom 3. März 2021

Stuttgart - Noch gelten der Corona-Lockdown in Baden-Württemberg und die Corona-Regeln bis zum 7. März. Bei der 7-Tage-Inzidenz steht das Land mit 51,9 am besten in Deutschland (65,4) da. Vom Bund-Länder angestrebten 35er-Zielwert ist das zwar noch weit entfernt. Erst beim Erreichen der 35-Inzidenz sollte über regionale Öffnungsschritte beraten werden. Doch der Druck wächst.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) will mehr Lockerungen im Corona-Lockdown durchsetzen. Auch, wenn die Corona-Fallzahlen steigen. Seine Öffnungsstrategie basiert vor allem auf Corona-Schnelltests. Ein bemerkenswerter Kurswechsel. Lange war Kretschmann skeptisch. In seinem Impulspapier für den Corona-Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel setzt der Ministerpräsident auf das Testen in Bereichen, in denen das Infektionsrisiko überschaubar ist.

Antigen-Schnelltests, die zur Selbsttestung geeignet sind, würden in Zukunft zum Hygienekonzept dazugehören. Das betonte Baden-Württembergs Ministerpräsident (Grüne) auf der Regierungspressekonferenz der Landesregierung am Dienstag. Die neue Rolle, die er den Tests zuschreibt, sieht er jedoch nicht als Kurswechsel in der Corona-Politik. Massenhafte Schnell- und Selbsttests müssten jedoch verfügbar sein.

„Das ist ein großer organisatorischer Aufwand.“ Die Test-Infrastruktur müsse schon da sein, „damit man die Teststrategie mit der Öffnungsstrategie verbinden kann“, erklärte der Grünen-Politiker, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.

Corona in Baden-Württemberg - Baumärkte sollen öffnen

Selbst die Baumärkte in Baden-Württemberg sollen wieder öffnen. „Spätestens am Montag werden die Baumärkte wieder offen sein“, sagte Kretschmann Dienstagmittag auf der Regierungspressekonferenz, wie der SWR berichtet. In Bayern sind die Baumärkte bereits geöffnet. Shopping-Tourismus war befürchtet worden. Sonst seien aber keine weiteren Öffnungen geplant.

Bis Ostern ist es noch vier Wochen hin, doch für Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) ist der Feiertag Thema. „Das ist ein Familienfest, ähnlich wie Weihnachten“, sagte Strobl laut SWR. Es bräuchte eine Perspektive begleitet durch ein Testkonzept. Zuvor hatte er eine Lockerung bei den Kontaktbeschränkungen in Aussicht gestellt.

Corona-Mutation aus Südafrika in Baden-Württemberg - 150 Menschen in Quarantäne

Während über Lockerungen diskutiert wird, lässt ein Corona-Ausbruch in der Gemeinde Achberg im Kreis Ravensburg aufhorchen. 150 Menschen sind bereits in Quarantäne. An einer Grundschule hat es einen Infektionsfall mit der Corona-Variante aus Südafrika gegeben. Das berichtet der SWR. Die Schule sei geschlossen worden. Die Lehrkräfte und rund 70 Kinder sowie deren Kontaktpersonen wurden unter Quarantäne gestellt. Am vergangenen Freitag sei die südafrikanische Corona-Variante (B.1.351) bei einem Schulkind festgestellt worden. Auch eine Lehrerin ist infiziert. Ob es sich um die Mutation handle, sei noch unklar. Zum Thema Corona in Deutschland finden Sie hier unserem News-Ticker (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Arnulf Hettrich/imago

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