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„2G reicht nicht“: Drosten schlägt nun Corona-Alarm - Virologe nennt aber auch Lockdown-Alternative

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Von: Julia Volkenand

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2G, 3G, Boosterimpfungen, Tests - doch was hilft wirklich gegen den explosionsartigen der Corona-Infektionszahlen. Der Charité-Virologe Christian Drosten zeichnet ein wenig optimistisches Bild.

Hamburg/Berlin - Der Virologe der Berliner Charité-Klinik Christian Drosten stellt eine düstere Prognose für den Corona-Winter 2021. Kein Wunder, wenn man die stetig steigenden Corona-Infektionszahlen und immer volleren Krankenhäuser bedenkt. Sogar neue Kontaktbeschränkungen hält Drosten für nicht ausgeschlossen. Er vermute, dass ein „sehr anstrengender Winter“ auf die Deutschen zukomme. „Wir haben jetzt im Moment eine echte Notfallsituation“, sagte der Leiter der Virologie in der Berliner Charité angesichts der Lage auf den Intensivstationen im NDR-Podcast „Das Coronavirus-Update“. „Wir müssen jetzt sofort etwas machen.“

Booster-Impfung als Heilsbringer?

Man müsse jetzt auch über Maßnahmen nachdenken, zu denen man eigentlich gehofft hatte, nicht mehr greifen zu müssen. „Wir müssen also jetzt die Infektionstätigkeit durch Kontaktmaßnahmen wahrscheinlich wieder kontrollieren - nicht wahrscheinlich, sondern sicher.“ Allerdings räumte Drosten ein, dass es juristisch schwierig werden könnte, breite Corona-Kontaktmaßnahmen durchzusetzen.

„Man könnte statt auf Kontaktbegrenzungen auf die Boosterimpfungen setzen“, sagte Drosten. „Das ist etwas woran ich auch wirklich glaube.“ Das brauche allerdings Zeit und gute Planung. Zuerst müsse man die Ältesten zum dritten Mal impfen. Damit könne man schon viele Todesfälle verhindern. Bei jungen Menschen sei die Booster-Impfung „ein Rettungsanker für den
Übertragungsschutz“. Langfristig müsse das „ideelle Ziel“ sein: „eine dreifach komplett durchgeimpfte Bevölkerung“.

Andere europäische Länder erreichen laut dem Virologen allmählich eine endemische Situation. So liege die Durchimpfungsrate in Spanien etwa bei 80 Prozent. Das mache sich bemerkbar, das Land verzeichnet ungefähr 6000 Neuinfektionen am Tag. Das ist gerade mal ein Zehntel der Höchstwerte in der dritten Welle. In Deutschland stehe man derzeit schlechter da, als vor einem Jahr.

Drosten zu Corona-Maßnahmen: 3G reicht nicht aus

Christian Drosten warnt vor dem Corona-Winter.
Christian Drosten warnt vor dem Corona-Winter. © Michael Kappeler/dpa

Selbst 3G - also Zugang für Geimpfte, Genesene und Getestete - reicht nach Drostens Einschätzung nicht aus, um die vierte Welle in den Griff zu bekommen. Denn: „Testung schützt vor Ansteckung nicht-“ Ungeimpfte können sich, wenn sie negativ getestet auf eine Veranstaltung gehen, dann dort anstecken, weil auch geimpfte den Virus weitergeben können.

Die 2G-Regel schließe zwar die „Hintertür“ der Testmöglichkeit, habe aber den Nachteil, dass sich die Kontakte ins Private verlagerten. Nachdem eben Geimpfte den Virus weitergeben können, werde der Virus einfach Einzug in die privaten Haushalte halten.

Drosten: Politische Vorschläge setzen an falschen Stellen an

Christian Drosten gibt außerdem zu bedenken, dass die Vorschläge, die in der Politik unterbreitet werden „genau da nicht wirken, wo unsere Sorgenzonen in der Gesellschaft sind.“ So seien die Beschlüsse aus Bayern und Sachsen keine Garantie, dass der Inzidenzanstieg gebremst werden könne.

Geimpfte wie Ungeimpfte regelmäßig zu testen, sei „logistisch gar nicht zu bewerkstelligen“. Tests wieder kostenlos
anzubieten sei prinzipiell nicht falsch, es werde aber „als Notbremse hingestellt, und das wird es in keinem Fall sein“.

Wichtig sei jetzt, der Bevölkerung klarzumachen, „dass es sehr ernst ist im Moment“, sagte Drosten. „Wir sind in einer schlechten Situation: Wir haben 15 Millionen Leute, die eigentlich hätten, geimpft sein könnten und die geimpft sein müssten.“ Der Weg aus der Pandemie sei klar: „Wir müssen die Impflücken schließen.“ (jv mit dpa)

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