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Corona-Studie zu Booster-Impfung stellt fest: Vier Kombinationen sind besonders wirkungsvoll

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Von: Marcus Giebel

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Für die Booster-Impfung bieten sich diverse Vakzine an - in Deutschland vor allem die von Biontech und Moderna. Doch welche sind am wirkungsvollsten? Diese Frage wollten Wissenschaftler beantworten.

München - In der Corona-Pandemie kann der Laie angesichts der vielen Entwicklungen schnell die Übersicht verlieren. Aktuell steckt Deutschland nicht nur in der vierten Virus-Welle, sondern wie viele Industriestaaten auch in der Booster-Phase.

Die immer neuen Mutationen von Sars-CoV-2 machen die Auffrischungsimpfungen nötig. Dass der dritte Pieks wirkt, wird derzeit mehr als deutlich. In Großbritannien sind Forscher aber bereits im Sommer der Frage auf den Grund gegangen, welche Vakzine sich besonders gut als Booster einigen.

Wirkung von Booster-Impfung: Studie nimmt knapp 3000 Probanden unter die Lupe

Dafür wurden im Juni 3498 Menschen unter die Lupe genommen, von denen letztlich 2878 als Probanden die komplette Studie begleitet haben. Alle Teilnehmer hatten ihren 30. Geburtstag schon hinter sich, die Hälfte war sogar schon älter als 70 Jahre. Das hat einen einfachen Grund: Voraussetzung war die Zweifachimpfung, die zum damaligen Zeitpunkt in erster Linie die Risikogruppen hinter sich hatten.

Daher waren auch zahlreiche Mitarbeiter des Gesundheits- und Sozialwesens sowie Pflegeheim-Bewohner Teil der Studie. Berücksichtigt wurden nur Personen, die zweimal mit Astrazeneca oder zweimal mit Biontech geimpft worden waren. Und niemand durfte zuvor bereits wissentlich mit Corona infiziert gewesen sein.

Studie zu Booster-Impfungen: Zweiter Pieks lag mindestens zehn Wochen zurück

So gab es einen ungefähren Vergleichswert. Denn die Wissenschaftler weisen auch darauf hin, dass die Antwort der T-Zellen, die die infizierten Zellen beseitigen, bei Kreuzimpfungen effektiver ausfällt. Besonders, wenn neben einem mRNA-Impfstoff wie Biontech ein Vektorimpfstoff wie Astrazeneca verabreicht wurde.

Zudem gelte, dass erstere deutlich mehr Antikörper erzeugen - dennoch seien hinsichtlich des Schutzes nach der Impfung zwischen beiden Präparaten kaum Unterschiede festzustellen gewesen. Bei den Probanden lag die Zweitimpfung mindestens 70 Tage - im Fall von Astrazeneca - respektive mindestens 84 Tage - im Fall von Biontech - zurück.

Ein Polizeiauto steht neben einem Schild, das den Weg zur Impfung weist
Da geht‘s zur Spritze: Deutschland ist zurück im Impf-Modus. (Symbolbild) © Julian Stratenschulte/dpa

Forschung zur Booster-Impfung: Trotz 21 positiven Tests landet kein Proband im Krankenhaus

Für die Studie wurde an 18 verschiedenen Standorten in Großbritannien geforscht. Die Teilnehmer verteilten sich auf sechs Gruppen, wobei jeweils zwei sich nur hinsichtlich des zuvor doppelt verimpften Vakzins unterschieden. Sieben verschiedene Booster-Impfstoffe kamen zur Anwendung, darunter alle in Deutschland geläufigen Wirkstoffe.

Zu Beginn standen für jeden Probanden eine Vorsorgeuntersuchung sowie die Impfung auf dem Tagesplan. Dann wurde an Tag 28, 84 und 365 Blut entnommen. Bei 21 der Teilnehmer schlug im Laufe der Studie ein PCR-Test an, doch keiner von ihnen musste im Krankenhaus behandelt werden.

Vier Impfstoff-Kombinationen beim Boostern besonders wirkungsvoll

Damit aber zum wichtigsten Ergebnis der Studie: Als wirkungsvollste Booster-Wahl erwiesen sich Moderna - unabhängig vom vorher verimpften Präparat - sowie Astrazeneca und Johnson&Johnson nach vorherigen Biontech-Impfungen. Drei dieser vier Kombinationen greifen also sowohl auf einen mRNA- als auch einen Vektorimpfstoff zurück, letztere werden in Deutschland aktuell kaum noch verimpft. Die einzige Ausnahme stellt die Biontech-Moderna-Kombo dar.

Bemerkenswert war auch, dass bei einer halben Dosis des Totimpfstoffes von Novavax auf Biontech-Impfung im Mittel keine signifikant höhere T-Zellen-Antwort gemessen wurde als bei der Kontrollgruppe.

Wichtig: Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin The Lancet vorgestellt. Doch über die Langzeitwirkung sagt die Studie noch nichts aus. Denn die letzte Blutentnahme steht wie erwähnt erst nach einem Jahr an. (mg)

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