Club, Diskothek, Tanzende Menschen
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Eine Öffnung von Clubs und Diskotheken in Bayern ist nicht in Sicht.

„Höchste Zeit wieder feiern zu können“

Clubs seit über 460 Tagen geschlossen: Bayerns Gesundheitsministerium gibt düstere Öffnungsperspektive

Seit dem 17. März 2020 sind Clubs und Diskotheken in Bayern wegen Corona geschlossen. Das Gesundheitsministerium spricht sich gegen eine baldige Öffnung aus. Doch nicht alle sind dieser Meinung.

München - Restaurants, Museen und Theater haben wieder geöffnet. Aber vor allem junge Menschen warten darauf, wieder feiern und tanzen gehen zu können. Doch Clubs und Diskotheken bleiben weiterhin geschlossen und es ist unwahrscheinlich, dass sich dies in Kürze ändert, wie die dpa berichtet. Das Risiko sei zu hoch, so das Gesundheitsministerium.

Seit mehr als 460 Tagen sind die Pforten von Clubs und Diskotheken in Bayern geschlossen. Trotz zahlreicher Diskussionen um weitere Öffnungen und sinkender Corona-Zahlen bleibt es unwahrscheinlich, dass in den seit dem 17. März 2020 geschlossenen Nachtclubs demnächst wieder getanzt, gefeiert und getrunken werden darf. Pläne, wie es konkret weiter gehen soll, gibt es nicht.

Gesundheitsministerium: Öffnung von bayerischen Clubs und Diskotheken zu gefährlich

Angesichts von Problemen mit wild feiernden Menschen auf Münchner Straßen sprach sich Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) jüngst gegen eine Öffnung von Clubs und Diskotheken aus. Eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums erklärte, dass es in Clubs und Diskotheken „besonders hohe Risiken von Infektionsübertragungen“ gebe.

Beim Tanzen entstünden „vermehrt Aerosole, die sich insbesondere in Innenräumen anreichern können“, hieß es weiter. Außerdem gehe es in Clubs und Diskotheken um Geselligkeit und Kommunikation. Und das stehe nun mal im Gegensatz zu Kontaktreduktion, Mindestabständen und Hygienevorgaben.

Aiwanger: Kontrollierte Öffnung von Diskotheken und Clubs „höchste Zeit“

Der bayerischen Hotel- und Gaststättenverband hingegen fordert eine „kontrollierte Öffnung von Clubs und Diskotheken mit Schutz- und Hygienekonzepten“. Ein Betrieb wäre für Geimpfte, Genesene und Getestete sicher und verantwortbar, erklärt Landesgeschäftsführer Thomas Geppert. Zunächst eventuell mit reduzierten Kapazitäten. Dass eine Öffnung des Nachtlebens funktioniert, „zeigen auch Beispiele aus anderen Ländern“.

Die Öffnung, so argumentiert er, sei „ein wichtiges Signal gerade an unsere jüngeren Menschen“. Die Erfahrung zeige: „Die Menschen treffen sich zum Feiern. Die Frage ist doch nur, will ich das irgendwo in einem ungeschützten Raum ohne jegliche Auflage und Nachverfolgbarkeit oder biete ich sichere Bereiche.“

Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) unterstützt die Forderungen des Hotel- und Gaststättenverbandes. Er hält Öffnungen für Getestete, Geimpfte und Genesene im Sommer für möglich. „Höchste Zeit, dass junge Menschen auch hierzulande wieder feiern können und dazu nicht in ausländische Partymeilen verreisen, die für uns nicht kontrollierbar sind.“

Clubbesitzer rechnet mit Öffnung frühestens im Herbst

Peter Fleming, Geschäftsführer des Münchner Clubs „Harry Klein“ hat dennoch Verständnis für die aktuellen Maßnahmen. Er sei Realist, sagt er. „Solange es nicht geht, kann man es nicht machen.“ Er selbst rechnet erst im Herbst mit Öffnungen - wenn nicht neue Virusvarianten einen Strich durch die Rechnung machen.

Man müsse etwas unternehmen, um sich bei den Leuten in Erinnerung zu halten, ist Fleming überzeugt. Zu Beginn des Lockdowns setzte der Club Harry Klein daher auf Livestreams, später auf Veranstaltungen unter freiem Himmel. Gerade hat Fleming auf der Münchner Theresienwiese das Projekt „Resls Kollektivgarten“ gestartet.

Zukunft von Clubs und Diskotheken nach Corona

Doch die Frage, wie es nach der Corona-Pandemie mit der Clubszene weiter geht, bleibt. Kommt das große Feiern, um alles Verpasste nachzuholen, oder bleiben die Menschen vor den Streamingportalen auf dem Sofa sitzen? Fleming ist zuversichtlich. Gerade die jungen Menschen säßen „auf Kohlen“ und auch die Älteren würden wieder in den Club kommen. „Da hat auch gewirkt, dass wir so viel gemacht haben.“ Teilweise hätten sich die Menschen schon in den Streams verabredet. „Wenn ihr wieder aufmacht: Wir kommen.“

Fleming ist überzeugt, dass sich die Art, wie gefeiert wird, nachhaltig ändern könnte. Die Menschen wollten gerade
im Sommer mehr draußen feiern. Auch das könnte von Corona bleiben. (dpa/jsch)

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