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Corona-Krise in Großbritannien: Boris Johnson nicht mehr auf der Intensivstation

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In Großbritannien breitet sich das Coronavirus weiter aus. Die Ausgangsbeschränkungen dürften noch eine Weile beibehalten werden.

  • Das Vereinigte Königreich (UK) kämpft gegen das Coronavirus Sars CoV-2*
  • Großbritanniens Premierminister Boris Johnson ist im Krankenhaus, Abgeordnete in Selbstisolation
  • Die Zahl der Corona-Tests soll deutlich erhöht werden

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+++ 20.40 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson muss wegen seiner Covid-19-Erkrankung nicht mehr auf der Intensivstation behandelt werden. Er sei auf eine normale Station verlegt worden, teilte eine Regierungssprecherin am Donnerstagabend mit.

Mehr als 7000 Corona-Tote

+++ 16.35 Uhr: Das Vereinigte Königreich verzeichnet weiterhin einen rasanten Anstieg bei den 
Coronavirus-Infektionen. Mehr als 60.000 Menschen haben sich landesweit angesteckt, mehr als 7000 Corona-Patienten starben. Am Mittwoch meldete Großrbitannien eine Rekordzahl von 938 weiteren Todesfällen binnen eines Tages.

Unterdessen diskutierte das verbliebene Kabinett unter Johnsons Vertreter, Außenminister Dominic Raab, die Verlängerung der am 23. März verhängten drastischen Maßnahmen zur Eindämmung der Gesundheitskrise. Diese laufen am Montag aus.

„Sie sollten nicht erwarten, dass heute eine Entscheidung über die Beschränkungen getroffen wird“, sagte Kulturminister Oliver Dowden der BBC. Die Überprüfung werde wohl erst nächste Woche stattfinden. „Im Moment konzentrieren wir uns darauf, sicherzustellen, dass die Schritte, die wir bereits eingeleitet haben, ordnungsgemäß durchgesetzt werden“, fügte Dowden hinzu.

Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon wurde am Donnerstag deutlicher: Die Ausgangsbeschränkungen werden wahrscheinlich „noch einige Wochen dauer", sagte sie bei einer Pressekonferenz. Ihr zufolge gibt es „keine Aussicht“, dass die Maßnahmen in den kommenden Tagen aufgehoben werden.

 

Corona-Krise in Großbritannien: Johnson soll es besser gehen 

+++ 12.05 Uhr: In Abwesenheit des Premierministers Boris Johnson berät die Regierung von Großbritannien am heutigen Donnerstag über eine Verlängerung der seit dem 23. März geltenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Hintergrund ist der anhaltende Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus. Eine definitive Entscheidung sei aber noch nicht zu erwarten, sagte Kulturminister Oliver Dowden der BBC. Derzeit werde beobachtet, ob die Maßnahmen wirkten. Wenn die Regierung die Möglichkeit habe, mit einer Verlängerung der Maßnahmen den weiteren Verlauf der Coronavirus-Pandemie mitzubestimmen, werde sie dies tun. 

Mehrere Minister erklärten bereits, dass eine mögliche Verlängerung der Maßnahmen frühestens am Montag bekannt gegeben werden solle. Laut britischen Medienberichten kommen am Freitag die wissenschaftlichen Berater der Regierung zu einer Lagebeurteilung zusammen. 

Britische Medien rechneten am Donnerstag mit einer Verlängerung der Maßnahmen bis mindestens in den Mai hinein. Großbritannien hatte zunächst auf eine Strategie der sogenannten Herdenimmunisierung gesetzt und später als viele andere europäische Länder drastische Maßnahmen wie Schulschließungen und Ausgangsbeschränkungen verhängt, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen.

Dowden bekräftigte, dass Premier Boris Johnson auf dem Weg der Besserung sei. „Ich denke, die Dinge wenden sich für ihn zum Besseren“, sagte der Minister.

Corona-Krise in Großbritannien: Boris Johnson stabil

+++ 9.4.2020, 7.05 Uhr: Der Gesundheitszustand des mit einer Coronavirus-Infektion kämpfenden britischen Premierministers Boris Johnson hat sich offenbar verbessert. Er befinde sich immer noch auf der Intensivstation, könne sich aber „im Bett aufsetzen“ und mit den Pflegern reden, sagte Finanzminister Rishi Sunak auf einer Pressekonferenz am Mittwoch. 

Die Zeitungen des Landes forderten die Briten auf, an ihren erkrankten Regierungschef zu denken. „Er blieb für Euch bei der Arbeit, nun betet zu Hause für ihn“, titelte das Boulevardblatt „Sun“. „Boris wird das durchziehen“, schrieb der "Daily Express".

Die britischen Behörden verzeichneten derweil einen traurigen Höchstwert bei den neuen Todesfällen in der Corona-Krise. Nach offiziellen Angaben wurden am Mittwoch 938 weitere Todesfälle durch das Coronavirus registriert - dies ist der bislang stärkste Anstieg binnen 24 Stunden. 

Insgesamt starben damit 7097 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19, wie das Gesundheitsministerium im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Auch bei den Neuinfektionen gab es am Mittwoch wieder einen starken Anstieg, nachdem sich die Lage in den Tagen zuvor zunächst etwas entspannt hatte. Insgesamt haben sich nun 60.733 Menschen in Großbritannien mit dem Virus infiziert.

Corona-Krise in Großbritannien: Boris Johnson bleibt im Krankenhaus

+++ 14:35 Uhr: Die Behandlung des mit dem Coronavirus infizierten britischen Premierministers Boris Johnson zeigt laut einer Mitteilung der Downing Street Wirkung. „Der Premierminister ist klinisch stabil und die Behandlung schlägt an“, hieß es in der Mitteilung. Er werde weiterhin auf der Intensivstation des St. Thomas's Hospital in London behandelt und sei gut gelaunt.

Ein Regierungssprecher sagte Journalisten zudem, Johnson erhalte eine reguläre Sauerstoffbehandlung, könne aber selbstständig atmen. Er arbeite nicht, sei aber in der Lage, die für ihn notwendigen Kontakte zu pflegen.

Vertreten wird Johnson inzwischen teilweise von Außenminister Dominic Raab. Die Regelungen, wer im schlimmsten Fall die Amtsgeschäfte des Regierungschefs auch über eine längere Zeit übernehmen könnte, sind unklar. Großbritannien hat keine geschriebene Verfassung.

Vier Schutzmasken geklaut - 12 Wochen Gefängnis

+++ 14.30 Uhr: In Großbritannien greift man jetzt zu drakonischen Strafen. Ein Mann ist zu zwölf Wochen Gefängnis verurteilt worden, weil er vier Schutzmasken aus einem Krankenhaus in London gestohlen hatte. 

Das teilte die Staatsanwaltschaft (Crown Prosecution Service) per Kurznachrichtendienst Twitter am Dienstag mit. Der 34 Jahre alte Mann war demnach vom Sicherheitsdienst des King's College Hospital zur Rede gestellt worden, als er die Klinik verlassen wollte, und gab den Diebstahl zu. Der Vorfall hatte sich bereits am Sonntag zugetragen. Schutzmasken sind in britischen Krankenhäusern, wie in vielen anderen europäischen Ländern auch, sehr knapp. 

+++ 10.52 Uhr: Dem britischen Premierminister Boris Johnson soll es etwas besser gehen. Sein durch das Coronavirus ausgelöstes hohes Fieber ist zurückgegangen, wie die „Times“ berichtete. Johnson wird nach einem Bericht des „Telegraph“ im Krankenhaus von Richard Leach behandelt, der als führender Lungenfacharzt Großbritanniens gelte. Eine Regierungssprecherin wollte die Berichte am Mittwoch nicht kommentieren.

Wegen der krankheitsbedingten Abwesenheit von Boris Johnson häufen sich in London die Fragen nach der Funktionsfähigkeit der konservativen Regierung.

Corona-Krise: Boris Johnson bleibt auf Intensivstation

+++ 8.4.2020, 7.45 Uhr: Der wegen seiner Coronavirus-Infektion auf die Intensivstation verlegte britische Regierungschef Boris Johnson ist nach Angaben seines Sprechers in stabiler Verfassung. „Der Gesundheitszustand des Premierministers ist stabil und er bleibt zur genauen Beobachtung auf der Intensivstation“, erklärte sein Sprecher am Dienstagabend. Johnson sei „in guter Stimmung“. 

Zuvor hatte der Sprecher mitgeteilt, dass Johnson wegen seiner Covid-19-Erkrankung mit Sauerstoff versorgt werde. Er benötige aber kein Beatmungsgerät, sondern bekomme eine „Standard-Sauerstoffbehandlung“. Johnson atme „ohne weitere Unterstützung“.

Corona-Krise in Großbritannien: Dramatischer Anstieg der Todesfälle

+++ 18.40 Uhr: Inzwischen gilt im ganzen Vereinigten Königreich eine Ausgangssperre. Bislang wurden in Großbritannien mehr als 55.000 Corona-Infektionen nachgewiesen. Am Dienstag vermeldete das Gesundheitsministerium einen Rekordanstieg der Todesfälle: Binnen 24 Stunden seien 786 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-29 gestorben.

In den beiden Tagen war die Zahl der neu gemeldeten Corona-Toten noch rückläufig gewesen. Insgesamt starben in Großbritannien bislang 6159 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion.

Studie geht von 66.000 Opfern aus

+++ 15.25 Uhr: In Großbritannien könnte es einer Studie zufolge europaweit die meisten Todesopfer während der ersten Welle der Corona-Pandemie geben. Wie eine Untersuchung des IHME-Instituts der University of Washington am Dienstag zeigte, könnte es in Großbritannien bis Juli 66.000 Tote geben. Das wären weit mehr als in Italien, das den Berechnungen zufolge bis dahin 20.000 Tote zu verzeichnen hätte. Europaweit rechnen die Forscher mit 151.680 Toten.

In Großbritannien waren erst deutlich später als in anderen europäischen Ländern Maßnahmen ergriffen worden. Das Vereinigte Königreich liegt bei der Entwicklung einige Tage hinter dem Rest des Kontinents zurück, wobei die Kurve der Todeszahlen schon jetzt weitaus steiler als in anderen Ländern verläuft.

Boris Johnsons Gesundheitszustand „stabil“

+++ 14.33 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson leide nicht unter einer Lungenentzündung, wie der „Guardian“ mit Berufung auf das Büro des Premierministers berichtet. Der Sprecher des Büros sagte, dass der Zustand von Boris Johnson „stabil“ sei. Er bekäme eine Sauerstoffbehandlung und könne ohne jede weitere Hilfe atmen. Zuletzt war Boris Johnson auf die Intensivstation verlegt worden und hatte eine Sauerstoffzufuhr erhalten, da seine Covid-19-Erkrankung noch nicht abgeklungen war.  

+++ 09.30 Uhr: Der am Coronavirus leidende und auf der Intensivstation liegende britische Premierminister Boris Johnson hat eine Sauerstoffzufuhr bekommen, wurde bislang aber nicht an ein Beatmungsgerät angeschlossen. Dieses stehe aber bereit, sollte es notwendig werden, sagte der Staatssekretär für Kabinettsangelegenheiten, Michael Gove, am Dienstag im Radiosender LBC.

Die Spitzen der EU-Institutionen haben dem auf die Intensivstation verlegten britischen Premierminister Boris Johnson gute Besserung gewünscht. „Meine Gedanken sind heute Abend bei Premierminister Boris Johnson und seiner Familie“, schrieb EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am späten Montagabend auf Twitter. Sie wünsche dem an Covid-19 erkrankten Politiker schnelle und vollständige Genesung.

Ähnlich äußerte sich EU-Ratschef Charles Michel: „Unsere Gedanken sind in dieser schwierigen Zeit bei seiner Familie und dem britischen Volk“, schrieb der Belgier. „Gute Besserung, Boris.“ Auch der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli, wünschte Johnson eine schnelle und vollständige Genesung. Der britische Premier war am Montag wegen seiner Covid-19-Erkrankung auf die Intensivstation verlegt worden.

Corona-Krise: Boris Johnson auf Intensivstation – Trump bietet Hilfe an

+++ 7.4.2020, 06.05 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson wird wegen seiner Covid-19-Erkrankung jetzt auf der Intensivstation eines Londoner Krankenhauses behandelt. Politiker aus aller Welt wünschten ihm noch in der Nacht zum Dienstag eine schnelle Genesung. Über den genauen Zustand des 55-Jährigen informierte Downing Street nicht. Nach Medienberichten ist Johnson bei Bewusstsein. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel wünschte dem Premierminister viel Kraft und gute Besserung. Sie hoffe, dass Johnson das Krankenhaus bald wieder verlassen könne, schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert im Kurznachrichtendienst Twitter. 

US-Präsident Donald Trump zeigte sich bestürzt über die Nachrichten aus London. „Es war einfach so schockierend zu sehen“, sagte Trump bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. „Sie wissen, was das bedeutet, Intensivpflege ist eine große Sache in Bezug auf das, worüber wir sprechen. Das ist eine sehr große Sache, eine sehr beängstigende Sache.“ 

Donald Trump sagte auch, man habe Johnsons Ärzten Unterstützung angeboten. „Wir werden sehen, ob wir helfen können.“ Er deutete an, dass es um die Behandlung mit Medikamenten geht, die noch nicht für die Behandlung einer Erkrankung mit dem Coronavirus zugelassen sind.

Corona-Krise: Boris Johnson auf Intensivstation verlegt

+++ 22.10 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson wurde nach einer Verschlechterung seines Zustands auf eine Intensivstation verlegt, wie ein Regierungssprecher bestätigte. Sein Zustand habe sich im Laufe des Nachmittags verschlechtert.

Der 55-Jährige war am Sonntag in das St. Thomas' Hospital gebracht worden. Er hatte seine Infektion mit dem neuartigen Erreger bereits am 27. März öffentlich gemacht.

Johnson habe Außenminister Dominic Raab damit beauftragt, ihn zu vertreten, wo es notwendig sei, hieß es in einer offiziellen Mitteilung der Downing Street. „Der Premierminister ist in hervorragenden Händen und dankt allen Mitarbeitern des (Gesundheitsdiensts) NHS für ihre harte Arbeit und ihr Engagement.“ Medienberichten zufolge ist Johnson bei Bewusstsein.

+++ 18.55 Uhr: In Großbritannien sind mittlerweile mehr als 5000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörden wurden bis Montag 5373 Todesfälle registriert. In den vergangenen 24 Stunden seien 439 Patienten gestorben. Damit verzeichnete Großbritannien den zweiten Tag in Folge einen Rückgang bei der Zahl der neuen Corona-Todesfälle. Landesweit haben sich nach Behördenangaben mehr als 51.600 Menschen mit dem Erreger angesteckt.

Charles und Camilla wieder vereint

+++ 15.55 Uhr: Wenige Tage vor ihrem 15. Hochzeitstag sind der britische Thronfolger Prinz Charles und Herzogin Camilla wieder vereint. Charles (71) hatte vor einer Woche eine Corona-Infektion mit milden Symptomen überstanden. Camilla (72) musste bis Montag vorsichtshalber 14 Tage in Selbstisolation, um ganz sicher zu gehen, dass sie nicht infiziert ist. Die beiden halten sich zwar im schottischen Landsitz Birkhall in der Grafschaft Aberdeenshire auf, sie waren die letzte Zeit aber dort voneinander getrennt. Am Donnerstag haben die beiden ihren 15. Hochzeitstag.

Boris Johnson verbreitet gute Laune

+++ 15.10 Uhr: Boris Johnson ist trotz seiner Corona-Erkrankung in „guter Stimmung“. Wegen seiner anhaltenden Symptome habe er sich auf Anraten seines Arztes „für einige Routinetests“ ins Krankenhaus einweisen lassen, schrieb Johnson am Montag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er stehe weiterhin in Kontakt mit seinem Team, mit dem er an einer Eindämmung der Pandemie arbeite.

Johnson dankte den „brillanten Mitarbeitern“ des britischen Gesundheitssystems, „die sich in dieser schwierigen Zeit um mich und andere kümmern“. 

Boris Johnson wird Bericht zufolge mit Sauerstoff behandelt

+++ 14.23 Uhr:Der britische Premierminister Boris Johnson bleibt vorerst im Krankenhaus. Das berichten britische Medien. Nach den Angaben der „Times“ wird er dort mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt. Die britische Regierung widerspricht der Meldung nicht, macht aber keine näheren Angaben zu Johnsons Gesundheitszustand, wie der „Guardian“ berichtet. Johnsons Büro hatte die Krankenhauseinweisung zuvor als „Vorsichtsmaßnahme“ bezeichnet.

Johnson wird sich im Laufe des Tages Untersuchungen im Krankenhaus unterziehen. „Die Ärzte werden die wichtigen Vitalwerte wie die Sauerstoffsättigung überwachen“, sagte der Biomediziner Rupert Beale am Francis-Crick-Institut. Darüber hinaus würden Blutuntersuchungen an Johnson vorgenommen sowie seine Leber- und Nierenfunktionen geprüft.

Corona-Krise: Boris Johnson soll Regierungsaarbeit weiterführen

+++ 10.25 Uhr: Der britische Regierungschef Boris Johnson kann nach Angaben eines Kabinettskollegen trotz des Klinikaufenthalts wegen seiner Coronavirus-Erkrankung seine Regierungsarbeit fortsetzen. Johnson werde auch im Krankenhaus laufend über die aktuelle Entwicklung informiert und leite weiterhin die Regierungsgeschäfte, sagte Wohnungsbauminister Robert Jenrick am Montag in der BBC.

Boris Johnson hatte wegen seiner Covid-19-Erkrankung die Nacht zum Montag in einem Londoner Krankenhaus verbracht. Der 55-Jährige sollte dort genau untersucht werden. Johnson hatte trotz seiner Erkrankung in den vergangenen Tagen die Amtsgeschäfte in Isolation weiter geführt. Er wirkte aber auf Videos erschöpft und schien abgenommen zu haben. Am Freitag hatte der Regierungschef noch mitgeteilt, dass er sich besser fühle, aber noch Fieber habe. 

Erwartet wird, dass nun seine Lungen mit verschiedenen Methoden untersucht werden. Auch Herz-, Leber- und Nierenfunktion werden sehr wahrscheinlich überprüft und ein Blutbild vorgenommen, wie britische Medien berichteten. 

Unterdessen erklärt eine preisgekrönte Chemikerin, warum die Corona-Krise in Deutschland erst richtig los geht und wann sie vermutlich endet.

Corona-Krise in Großbritannien: Boris Johnson im Krankenhaus

+++ 6.4.2020, 6.40 Uhr: Die Einweisung des britischen Premierministers Boris Johnson ins Krankenhaus hat Zweifel an seiner Fähigkeit geweckt, die Amtsgeschäfte trotzCovid-19-Erkrankung fortzuführen. Johnson war am Sonntagabend für Tests vorsorglich in ein Londoner Krankenhaus gebracht worden. „Es handelt sich um einen vorsorglichen Schritt, da der Premierminister noch zehn Tage, nachdem er positiv auf das Coronavirus getestet wurde, Symptome hat“, hieß es in der Mitteilung der Regierung. 

Johnson führe die Regierung weiterhin, sagte ein Sprecher am Abend. Dennoch wurde damit gerechnet, dass sein Stellvertreter, Außenminister Dominic Raab, für die Leitung einer Sitzung am Montag einspringen sollte.

Unterdessen hat US-Präsident Donald Trump seinem Kollegen Boris Johnson nach dessen Einlieferung ins Krankenhaus eine rasche Genesung gewünscht. „Ich bin voller Hoffnung und sicher, dass er in Ordnung sein wird“, sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) im Weißen Haus. „Er ist ein starker Mann.“ Trump fügte hinzu: „Alle Amerikaner beten für ihn.“

Corona-Krise in Großbritannien: Boris Johnson im Krankenhaus

+++ 22.21 Uhr:  Boris Johnson ist nach Angaben mehrere britischer Medien im Krankenhaus, er habe anhaltende Corona-Symptome. Das berichtet unter anderem die „BBC“. Es soll sich um eine Vorsichtsmaßnahme handeln, ein Notfall bestehe nicht. In der Klinik soll er getestet werden. Weitere Informationen liegen noch nicht vor.

+++ 5.4.2020, 18.35 Uhr: Catherine Calderwood ist die oberste Gesundheitsexpertin der schottischen Regierung. Calderwood verteidigt die wegen der Coronavirus-Pandemie angeordneten Auflagen immer wieder auch vor laufender Kamera und ruft zu deren Einhaltung auf. Nun musste sie selbst aber zugeben: Sie hat sich an zwei aufeinanderfolgenden Wochendenden selbst nicht an die Ausgangsbeschränkungen gehalten - sondern ist zum Landhaus ihrer Familie gefahren. Die Zeitung „Scottish Sun“ hatte Fotos der Expertin an einem beliebten Ausflugsziel an der Küste veröffentlicht. „Ich habe den Ratschlag nicht befolgt, den ich anderen gegeben habe“, so Calderwood bei einer Pressekonferenz. „Es tut mir sehr leid“.

Die schottische Polizei teilte mit, Calderwood sei von Beamten ermahnt worden, die Auflagen einzuhalten. Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon sprach sich trotzdem gegen einen Rücktritt Calderwoods als Chief Medical Adviser aus. Calderwood habe angeboten, zu tun, was auch immer im Interesse des Landes sei, sagte Sturgeon. „Das wäre aus meiner Sicht nicht ihr Rücktritt“, sagte die Politikern.

Coronavirus in Großbritannien: Queen Elizabeth II. ruft zu Selbstdisziplin auf

+++ 5.4.2020, 9.15 Uhr: Die Zahl der am neuartigen Coronavirus Sars-Cov-2 Infizierten steigt im Vereinigten Königreich (UK) weiter rapide an. Queen Elizabeth II. ruft die Briten dazu auf, der Corona-Krise mit Selbstdisziplin und stiller Entschlossenheit zu begegnen. Am Sonntagabend (21 Uhr MESZ) wird eine Rede der Queen ausgestrahlt. Zuvor wurden vom Buckingham-Palast Auszüge aus der Rede veröffentlicht. 

Darin heißt es unter anderem: „Ich hoffe, dass in den kommenden Jahren alle stolz darauf sein können, wie sie mit dieser Herausforderung umgegangen sind.“ Die Regierung in UK ist zunehmend über die schnell wachsende Zahl der Todesfälle durch die Lungenkrankheit Covid-19 beunruhigt. 

Corona UK: Über 700 Tote an einem Tag

+++ 15.25 Uhr: Im Vereinigten Königreich (UK) sind innerhalb eines Tages 708 Corona-Patienten gestorben. Die Gesamtzahl der Toten ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums auf 4.313 gestiegen. In dem Land wurden bis Samstag (04.04.2020) 183.190 Menschen auf das Coronavirus Sars-CoV-2 gestestet, bei 41.903 war das Ergebnis positiv.

+++ 16.33 Uhr: Der britische Regierungschef Boris Johnson bleibt wegen seiner Corona-Erkrankung länger in Quarantäne. Er habe die empfohlenen sieben Tage Selbstisolation hinter sich und fühle sich auch schon besser, sagte der Premierminister am Freitag in einer Videobotschaft von Downing Street aus, wo er in einer Wohnung über seinem Amtssitz in Quarantäne ist. Er habe allerdings immer noch Fieber. 

Eigentlich war erwartet worden, dass Johnson am Freitag die Selbstisolation beendet und wieder öffentliche Termine wahrnimmt. "Ich habe aber noch eines der milden Symptome, Fieber", sagte der 55-Jährige in der Videobotschaft. "Also muss ich entsprechend der Leitlinien der Regierung meine Selbstisolation fortsetzen, bis dieses Symptom weg ist."

Corona: London will Zahl der Tests erhöhen – Erstes provisorisches Krankenhaus eröffnet

+++ 14.01 Uhr: In London ist ein erstes provisorisches Krankenhaus für Coronavirus-Patienten eröffnet worden. Der britische Thronfolger Prinz Charles weihte das 4000 Betten beinhaltende „Nightingale Hospital“ ein, das in nur neun Tagen in einer Messehalle errichtet wurde. Betrieben wird es von der staatlichen Gesundheitsbehörde NHS. 

Das Krankenaus sei "ein helles Licht in diesen dunklen Zeiten", sagte Prinz Charles zur Eröffnung. Der älteste Sohn von Queen Elizabeth II. war im März selbst positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Er hatte allerdings nur leichte Symptome und durfte seine Selbst-Isolation am Dienstag beenden. In Großbritannien sind bereits mehr als 2900 Menschen an der durch das Virus ausgelösten Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Es gibt zudem mehr als 33.700 nachgewiesene Infektionen.

Corona: London will Zahl der Tests auf 100 000 pro Tag erhöhen

+++ 11.49 Uhr: Die Londoner Medien zeigen sich von Boris Johnsons Ankündigung*, mehr Tests durchzuführen, unbeeindruckt. „Daily Mail“ titelte am Donnerstagmorgen: „550.000 NHS-Mitarbeiterm nur 2000 getestet“. „Testpläne im Chaos“, beschrieb „The Times“. 

Am Mittwoch verzeichnete Großbritannien 563 Covid-19-Tote, den bisher höchsten Wert innerhalb eines Tages. Die Gesamtzahl stieg damit auf 2352 Verstorbene. Neben dem Mangel an Beatmungsgeräten stellte sich auch die geringe Anzahl von zuverlässigen Tests als Problem heraus. 

+++ 3.4.2020, 6.45 Uhr:Die britische Regierung will bis Ende des Monats ihre Kapazitäten für Coronavirus-Tests auf 100 000 am Tag erhöhen. Das sagte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock bei einer Pressekonferenz in London. 

Die Ankündigung traf bei Journalisten jedoch auf Skepsis, weil die Bemühungen, mehr Tests durchzuführen, bisher nur schleppend anliefen. 

Bislang liegt Großbritannien mit der Zahl der Tests weit hinter anderen Ländern. Bis Donnerstag wurden in dem Land insgesamt rund 163 000 Menschen auf den Erreger getestet. Zum Vergleich: In Deutschland wurden bis vergangene Woche ungefähr 918 000 Tests durchgeführt.

Boris Johnson immer noch erkrankt – und heftig kritisiert

+++ 17.10 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich noch nicht ganz von seiner Corona-Infektion erholt. Seine siebentägige Selbstisolation, während der er gearbeitet hat, endet am Freitag. Es ist unklar, ob er dann schon wieder offizielle Termine wahrnehmen kann, wie ein Regierungssprecher am Donnerstag berichtete. Johnson leide noch unter milden Symptomen. 

Bis Mittwochnachmittag sind in Großbritannien mehr als 2900 Menschen an der Covid-19-Lungenkrankheit gestorben. Johnson steht stark in der Kritik, zu spät und mit einem Schlingerkurs auf die Pandemie reagiert zu haben.

Corona-Krise: Kritik an der britischen Regierung

+++ 15.42 Uhr: In Großbritannien wächst die Frustration über die Diskrepanz zwischen den Ankündigungen der Regierung im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie und die tatsächlichen Fortschritte. Einer BBC-Nachrichtensprecherin stand die Verwunderung in dieser Woche ins Gesicht geschrieben, als sie eine Mitteilung der Regierung zur Beschaffung von Beatmungsgeräten verlas. 

Ein erster Posten an Geräten, der von einem Konsortium von Firmen hergestellt worden sei, umfasse 30 Geräte, zitierte die Nachrichtensprecherin mit ungläubigem Gesichtsausdruck aus der Mitteilung. 

„Wir haben nachgehakt, aber es scheint wirklich 30 zu heißen“, sagte sie mit Falten auf der Stirn. Ein Videomitschnitt der Szene vom Mittwoch kursierte im Internet und wurde in verschiedenen Versionen bis Donnerstag allein auf Twitter Hunderttausende Male angeschaut.

Corona-Krise: Britische Medien mit harter Kritik an Boris Johnson

+++ 13.25 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson gerät wegen Mängeln bei der Bekämpfung des Corona-Ausbruchs zunehmend unter Druck. Kritiker werfen der britischen Regierung unter anderem vor, dass viel zu wenig Corona-Tests vorgenommen werden und nach wie vor Tausende Beatmungsgeräte für die Covid-19-Lungenkranken fehlen. 

Klinikärzte haben inzwischen auch Anweisungen erhalten, angesichts der knappen Ressourcen künftig zu entscheiden, bei welchen Patienten sich der Einsatz eines Beatmungsgerätes lohnt - und wer nicht beatmet werden kann. Der Chef der Ethik-Kommission der Ärzteorganisation British Medical Association (BMA), John Chisholm, sagte: „Niemand will solche Entscheidungen machen, aber wenn die Ressourcen erdrückend sind, müssen diese Entscheidungen getroffen werden.“ 

Britische Medien - auch konservative - bemängelten auf ihren Titelseiten am Donnerstag einheitlich Strategie-Mängel der Regierung. Die Zeitung „The Independent“ titelte etwa „Fragen, aber keine Antworten“, die „Times“ schrieb über das „Chaos bei Plänen für Virus-Tests“ und die „Daily Mail“ von einem „Test-Skandal“.

Demnach sind beispielsweise von 550.000 Angestellten des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS (National Health Service) gerade einmal 2000 auf den Corona-Erreger getestet worden. Die Statistiken zu den Tests seien eine Demütigung für die Regierungsmitglieder, kommentierten Medien.

Coronavirus in Großbritannien: Marathon im eigenen Garten

+++ 2.4.2020, 12.20 Uhr:Marathon im eigenen Garten: Der britische Speerwerfer James Campbell hat mit einer ungewöhnlichen Aktion an seinem 32. Geburtstag Spenden für den britischen Gesundheitsdienst NHS gesammelt. Mehr als 20.000 Pfund (ca. 23.000 Euro) für den Kampf gegen Covid-19 kamen dabei zusammen. 

Campbell, der sich wegen der Coronavirus-Pandemie zuhause in Isolation befindet, hatte am Montag bei Twitter angekündigt, er werde einen Marathon in seinem kleinen Garten laufen, wenn sein Beitrag online 10.000 Mal geteilt wird. Am Mittwoch löste der Schotte sein Versprechen ein. Sein Beitrag hatte bis dahin mehr als 23.000 Retweets. 

Rund fünf Stunden lang lief Campbell auf seiner Terrasse und der kleinen Rasenfläche hin und her, während er sich von Nachbarn und von Zuschauern im Livestream anfeuern ließ. Online schaute unter anderem der frühere englische Fußball-Weltmeister Sir Geoff Hurst zu.

Corona-Krise in Großbritannien: Wimbledon abgesagt

+++ 17.10 Uhr: Nun ist es amtlich: Das Tennisturnier in Wimbledon wurde wegen der Corona-Krise abgesagt. Die nächste Auflage soll vom 28. Juni bis 11. Juli 2021 stattfinden.  

+++ 15.30 Uhr: Großbritannien hat erstmals mehr als 500 Todesfälle in einem Zeitraum von 24 Stunden durch das neuartige Coronavirus verzeichnet. Wie das Gesundheitsministerium in London  mitteilte, starben seit dem Vortag 563 Menschen an der Lungenkrankheit Covid-19. Die Zahl der Toten im Vereinigten Königreich stieg damit auf 2352 an. fast 30.000 Menschen waren nachweislich mit dem Virus infiziert. 

Die tatsächliche Zahl der Infizierten dürfte allerdings sehr viel höher sein. Großbritannien hat bislang im Vergleich zu Deutschland nur wenige Tests durchgeführt und lange mit der Einführung drastischer Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gezögert.

Großbritannien: Prinz Charles spricht den Menschen in einer Videobotschaft Mut zu

+++ 14.50 Uhr: Zum ersten Mal nach seiner nach seiner überstandenen Covid-19-Erkrankung hat sich der britische Thronfolger Prinz Charles an die Öffentlichkeit gewandt. Seine Phase der Selbstisolation sei nun beendet, sagte er in einem auf Twitter geposteten Video.

„Niemand von uns kann sagen, wann das endet. Aber es wird zu Ende gehen“, sagte Charles. „Bis dahin lasst uns versuchen, hoffnungsvoll zu sein, Vertrauen in uns selbst und andere zu haben und uns auf bessere Zeiten zu freuen.“ 

Soziale Distanz zu halten sei eine „seltsame, frustrierende und oft belastende“ Erfahrung, sagte der Prinz, der sich nach seiner Ansteckung mit dem Virus in Selbstisolation begeben musste, die erst an diesem Dienstag endete. 

Seine Frau und er würden in dieser beispiellosen Zeit besonders an all diejenigen denken, „die ihre Lieben unter so schwierigen und abnormalen Umständen verloren haben, und an diejenigen, die Krankheit, Isolation und Einsamkeit ertragen müssen“.

Zahl der Tests auf das Coronavirus soll in Großbritannien deutlich erhöht werden

+++ 11.15 Uhr: Die britische Regierung hat das Coronavirus lange Zeit unterschätzt. Inzwischen aber weiß aufgrund der immer weiter steigenden Fallzahlen auch auf der Insel jeder, was die Stunde geschlagen hat. Die nächsten Wochen würden „kritisch“ sein, sagte nun der Minister für Wohnungswesen, Gemeinden und Kommunalverwaltung gegenüber der Sendung Today von BBC Radio 4. Robert Jenrick stellte die Menschen schon mal auf eine deutliche Erhöhung der Todesfälle ein: „Es ist wahrscheinlich, dass sich die Zahlen in den kommenden Tagen verschlechtern werden.“

In Bezug auf Schutzausrüstung sagte Jenrick, es sei eine „Militäroperation“ im Gange, um Lagerbestände im ganzen Land zu organisieren. Zudem würden Vertriebsunternehmen eingesetzt, um „die Lagerbestände organisierter und nachhaltiger herauszuholen“.

Kritik an fehlenden Coronavirus-Tests in Großbritannien wird lauter

Der Minister reagierte auch auf die zunehmende Kritik an den fehlenden Tests auf das neuartige Coronavirus Sars-CoV-2. Die britische Regierung werde innerhalb von 14 Tagen 25.000 Menschen pro Tag testen, sagte Jenrick zu Sky-Moderatorin Kay Burley. Bisher wurden nur 143.186 Tests durchgeführt. 

Großbritannien: 13-Jähriger an Corona gestorben - Keine Vorerkrankungen

+++ 1.4.2020, 6.35 Uhr: In Großbritannien ist ein 13 Jahre alter Junge nach einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Das Krankenhaus und die Familie des Jungen teilten mit, über eine Vorerkrankung des Jungen sei nichts bekannt gewesen. 

Nach Angaben seiner Familie wurde der 13-jährige Ismail am Donnerstag mit den für eine Infektion mit dem Erreger typischen Symptomen und Atemnot in das Londoner King's College-Krankenhaus eingeliefert und einen Tag später positiv auf das Coronavirus getestet. 

Er wurde künstlich beatmet und in ein künstliches Koma versetzt. Der Junge verstarb dann am Montag. Der Fall des Jungen zeige, „wie wichtig es ist, dass wir alle nur möglichen Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, um die Verbreitung der Infektion zu verringern“, sagte Nathalie MacDermott, Dozentin am King's College.

Bürgermeister von London bittet Fußballklubs im Kampf gegen Corona um Hilfe  

+++ 19.40 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Großbritannien hat Londons Bürgermeister Sadiq Khan die Fußballklubs der britischen Hauptstadt um Hilfe gebeten. Wie ein Sprecher, schrieb Khan einen Brief an mehrere Premier-League-Klubs, darunter der FC Chelsea und der FC Arsenal, sowie an einige Vereine der Zweiten Fußball-Liga. Darin bat er die Vereine, dem nationalen Gesundheitsdienst NHS ihre Teamärzte und ihr medizinisches Personal zur Verfügung stellen. 

Weiter bat Khan darum, dass der NHS die Stadien, Trainingsanlagen und Parkplätze für die Einrichtung voraussichtlich notwendiger Feldkrankenhäuser zur Behandlung von Corona-Patienten aus Großbritannien nutzen darf. Zudem bat er um Unterbringungsmöglichkeiten für NHS-Mitarbeiter.

In Großbritannien sind binnen 24 Stunden weitere 381 Menschen an dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. Damit erhöhte sich die Zahl der Todesopfer auf insgesamt 1789, wie das britische Gesundheitsministerium am Dienstag im Onlinedienst Twitter mitteilte. Die bislang mit Abstand höchste Opferzahl für einen Tag weist auf eine beschleunigte Ausbreitung des Erregers hin.

Corona in Großbritannien: Johnson will Quarantäne nach einer Woche beenden – und erntet Kritik

+++ 17.19 Uhr: Der Premierminister von Großbritannien Boris Johnson plant, trotz seiner Infektion mit dem Coronavirus Sars-Cov-2 bereits am kommenden Freitag (03.04.2020) seine Selbstisolation zu beenden – nur eine Woche nachdem er positiv getestet worden war. Das berichten britische Medien übereinstimmend und beziehen sich auf einen Sprecher Johnsons. Die Labour-Politikern Rosena Allin-Khan kritisiert die Entscheidung und verweist auf die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wonach Infizierte die Maßnahmen gegen Covid-19 bis zu zwei Wochen, nachdem sie sich nicht mehr krank fühlen, aufrechterhalten sollen. Das gab die WHO bereits Mitte März bekannt. Auch Johnsons Leibarzt habe dem Premier empfohlen, länger in Selbstisolation zu bleiben, berichtet der „Daily Mirror“.

Das staatliche Gesundheitssystem in Großbritannien (NHS) gibt auf seiner Webseite einen anderen Hinweis. Dort heißt es, Corona-Infizierte müssten sich lediglich sieben Tage in Selbstisolation begeben. Danach könne man diese beenden, wenn man keine Symptome mehr verspüre. Die Labour-Politikerin Allin-Khan fordert nach der Ankündigung von Boris Johnson nun, dass diese Richtlinie im Kampf gegen die Corona-Pandemie in Großbritannien geändert wird. Laut Johnsons Sprecher zeige der Premierminister weiterhin nur „milde Symptome“.

Corona in Großbritannien: Mehr als 1400 Tote - Ärzte schlagen Alarm 

+++ 13.10 Uhr: British Airways stellt alle Flüge von und nach London-Gatwick ein, da die Nachfrage aufgrund der Coronavirus-Pandemie zurückgegangen ist. Auch andere Fluggesellschaften haben den Großteil ihrer Flüge wegen des Virus abgesagt.

+++ 11.55 Uhr: Die nationale Gesundheitsbehörde veröffentlicht weitere Statistiken zu den Todesfällen in Großbritannien.  Von den 108 Todesfällen (Stand 20. März), bei denen Covid-19 auf der Sterbeurkunde erwähnt wurde, waren 45 (oder 42%) älter als 85 Jahre, während 34 (31%) Personen 75 bis 85 Jahre alt waren. Insgesamt 21 Todesfälle (19%) waren zwischen 65 und 74 Jahre alt, sieben (6%) waren zwischen 45 und 64 Jahre und ein Todesfall war zwischen 15 und 44 Jahre alt.

Corona in Großbritannien: Druck auf Johnson wächst

+++ 10.35 Uhr: Immer mehr Kritik an der Krisenpolitik von Premierminister Boris Johnson. Nach Angaben der britischen Ärztegewerkschaft British Medical Association fehlt es in Kliniken und bei Hausärzten an Ausrüstungen wie Masken und Einmal-Handschuhen. Immer mehr Pflegepersonal  berichtet davon, dass völlig ohne Schutz Patienten versorgt werden müssen.

Wie die Ärzteorganisation Royal College of Physicians mitteilte, ist jeder vierte Mediziner des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS (National Health Service) inzwischen „krank oder in Isolation“. Besonders schlimm seien die Zustände in London und Birmingham.

Die Regierung steht auch unter starkem Druck, weil sie nach Ansicht vieler Kritiker zu spät und zu lasch auf den Ausbruch reagiert habe. Ein großes Problem in Großbritannien ist zudem, dass viel zu wenig Beatmungsgeräte bereitstehen. Der NHS ist chronisch unterfinanziert.

Corona in Großbritannien: Mehr als 1400 Tote in Großbritannien

+++ 31.03.2020, 08.45 Uhr: Mehr als eine Woche nach der Einführung von Sperrmaßnahmen in Großbritannien gab Sir Patrick Vallance,  wissenschaftlicher Berater der Regierung, bekannt, es gebe erste Anzeichen dafür, dass die ergriffenen Maßnahmen Wirkung zeigen.

Die Zahl der Todesfälle stieg am Montag weiter an. Inzwischen zählt Großbritannien1.408 Todesopfer,  die Anzahl der zusätzlichen Patienten, die täglich vom nationalen Gesundheitsdienst erfasst würden, sei aber „stabil“.

Großbritannien startet Rückholaktion

+++ 20.00 Uhr: Auch Großbritannien wird Staatsbürger aus dem Ausland zurückholen: Die Regierung kündigte am Montag (30.03.2020) an, für rund 75 Millionen Pfund (84 Millionen Euro) gestrandete Briten zurück ins Königreich zu fliegen. 

In ganz Großbritannien stieg die Zahl der an Covid-19 gestorbenen Menschen derweil auf 1408. Täglich werden rund 1000 Menschen in die Krankenhäuser des Königreichs eingeliefert, wie der britische „Guardian“ berichtet. Experten erwarten, dass die Zahl in den kommenden Wochen steigen wird.

London ist nach Angaben des Bürgermeisters Sadiq Khan rund „zwei bis vier Wochen“ vom Höhepunkt der Coronavirus-Pandemie entfernt. Eine Einschätzung, welche Ausmaße die Pandemie in der Millionenmetropole annehmen werde, wollte Khan nicht abgeben.

Coronavirus: Formel1-Team hilf bei Produktion von Beamtungsgeräten

+++ 16.24 Uhr: In England ist die Zahl der Menschen, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben sind, auf 1284 gestiegen. Das seien 159 mehr als am Sonntag, berichtet der britische „Guardian“ mit Bezug auf britische Gesundheitsbehörden. Die Verstorbenen seien alle zwischen 32 und 98 Jahre alt gewesen und alle bis auf vier hätten Vorerkrankungen gehabt.

Unterdessen hat sich das Formel-1-Team von Mercedes mit britischen Wissenschaftlern zusammengetan, um dringend benötigte Beatmungsgeräte für Coronavirus-Patienten zu bauen. Wie das University College in London mitteilte, haben die britischen Gesundheitsbehörden bereits grünes Licht für die Produktion von sogenannten CPAP-Beatmungsgeräten gegeben. 

Solche Geräte, die Patienten mit Atemproblemen mit einer Maske statt einem Schlauch beim Atmen helfen, wurden bereits bei Coronavirus-Patienten mit schweren Lungenentzündungen in Italien und China genutzt. 

Das University College London und Mercedes haben nun ein eigenes Modell entwickelt, von dem sie nach eigenen Angaben kurzfristig mehrere tausend Exemplare produzieren können. Diese sollen demnach an Krankenhäuser in ganz Großbritannien geliefert werde.

Coronavirus in Großbritannien: Prinz Charles nicht mehr isoliert

+++ 13.55 Uhr: Der Prinz von Wales ist in seinem Haus in Birkhall in Schottland nicht mehr isoliert. Prinz Charles war in der vergangenen Woche positiv auf Coronavirus getestet wurde.

Ein Sprecher von Clarence House sagte: „Wir können bestätigen, dass sich der Prinz von Wales nach Rücksprache mit seinem Arzt nicht mehr in Quarantäne befindet."

Johnson-Berater in Isolation

+++ 11.40 Uhr: Ein weiteres Mitglied der Regierung scheint infiziert: Nach Angaben des „Daily Mail“ hat sich der leitende Berater des Ministerpräsidenten, Dominic Cummings, mit Corona-Symptomen in Selbstisolierung begeben. 

Zahl der Neuaufnahmen in Krankenhäusern leicht rückläufig

+++ 09.15 Uhr: Laut Professor Neil Ferguson vom Imperial College London könnte sich die Coronavirus-Epidemie in Großbritannien derzeit „etwas“ verlangsamen. Der Experte führt an, dass die Zahl der Neuaufnahmen in Krankenhäusern etwas zurückgeht.

„Der Höhepunkt ist noch nicht erreicht, aber die Rate hat sich verlangsamt", sagte Ferguson gegenüber in BBC Radio 4. Dies sei ein Trend, der auch in anderen europäischen Staaten zu beobachten sei.

Zahl der Todesopfer in Großbritannien steigt weiter

Update 30.03.2020, 08.45 Uhr: Seit nunmehr einer Woche gilt in Großbritannien die vollständige Ausgangssperre. Jetzt hat ein hochrangiger britischer Mediziner auf einer Pressekonferenz in der Downing Street gefordert, dass die Maßnahmen für die Dauer von sechs Monate oder länger durchgeführt werden müssten um das Virus in den Griff zu bekommen.

Unterdessen ist die Zahl der Todesopfer in Großbritannien durch das Virus am Wochenende auf 1.228 angestiegen.

Corona in Großbritannien: Ausgangssperre wegen Coronavirus könnte über drei Wochen andauern

+++ 29.03., 17.33 Uhr: Nach Angaben der Regierung wird die wegen des Coronavirus verhängte Ausgangssperre in Großbritannien länger als drei Wochen dauern. „Ich kann keine genaue Vorhersage treffen. Aber ich denke, jeder muss sich darauf einstellen, dass diese Maßnahme noch geraume Zeit in Kraft bleiben wird“, sagte Michael Gove, Staatssekretär für Kabinettsangelegenheiten, am Sonntag dem Sender BBC. Laut eines Experten könnte die Ausgangssperre sogar noch bis Juni bestehen bleiben. 

Premierminister Boris Johnson, der selbst am Corona erkrankt ist, hatte vor rund einer Woche erklärt, die Ausgangssperre werde drei Wochen andauern. Großbritannien hatte die Maßnahme zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie deutlich später als die meisten europäischen Länder verhängt.

Corona in Großbritannien: Tennis-Klassiker in Wimbledon wegen Coronavirus kurz vor Absage

+++ 29.03., 15.02 Uhr: Wegen Corona steht der Tennis-Klassiker in Wimbledon kurz vor der Absage. „Da gibt es keinen Zweifel dran. Das ist notwendig in der jetzigen Situation“, sagte der Vize-Chef des Deutschen Tennis Bundes am Sonntag im TV-Sender Sky. Die Entscheidung soll am Mittwoch bekannt gegeben werden. 

Eigentlich soll das Turnier am 29.06.2020 in London starten. Doch auch mit einer Verschiebung von Wimbledon wegen des Coronavirus rechnet Hordoff nicht. „Wimbledon hat durch den Rasen und die besonderen Lichtverhältnisse eigene Gesetze“, sagte der Funktionär. Deshalb sei eine Austragung im September oder Oktober undenkbar. 

Coronavirus in Großbritannien: Regierung möchte Kapazitäten für Corona-Tests erweitern

+++ 29.03., 12.02 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus werden in London, Manchester und Birmingham Konferenzzentren zu temporären Krankenhäusern umgebaut. Allein im Excel-Centre der Hauptstadt sollen 4000 Patienten behandelt werden können. Die britische Regierung kündigte zudem an, die Kapazitäten für Tests erheblich zu erweitern.

Bislang wurden erst 114.000 Menschen auf das Coronavirus getestet - weit weniger als in Deutschland. Vor allem Krankenhausmitarbeiter sollen nun großflächig mit einem neu entwickelten Verfahren auf Antigene getestet werden.

Coronakrise in Großbritannien: Boris Johnson warnt vor schweren Zeiten

+++ 29.03., 09.09 Uhr: Mit einem emotionalen Brief stimmt der an Covid-19 erkrankte britische Premierminister Boris Johnson seine Landsleute auf schwere Zeiten ein und schließt auch noch schärfere Maßnahmen im Kampf gegen die Lungenkrankheit nicht mehr aus. 

„Es ist wichtig für mich, offen und ehrlich mit Ihnen zu reden - wir wissen, dass die Lage sich verschlechtert, bevor sie besser wird“, heißt es in dem Schreiben, das Downing Street am Samstag in London veröffentlichte und das in der kommenden Woche an 30 Millionen Haushalte geschickt werden soll. Die Regierung treffe die richtigen Vorbereitungen und je stärker diese Regeln befolgt würden, desto weniger Leben würden verloren und desto eher könne man in ein normales Leben zurückkehren. 

Boris Johnson schloss aber auch eine weitere Verschärfung der Maßnahmen nicht aus: „Wir werden nicht zögern, weiterzugehen, wenn uns der wissenschaftliche und medizinische Ratschlag sagt, dass wir das tun müssen.“

Coronakrise: Großbritannien zählt mehr als 1000 Tote

+++ 28.03., 16.27 Uhr: Die Zahl der an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorbenen Menschen in Großbritannien ist auf über 1000 gestiegen. Das teilte die Regierung des Vereinigten Königreichs mit, Stand der Meldung war Freitagabend. 

Am Vortag lag die Zahl der Toten durch die vom Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöste Krankheit noch bei 759. In den Tagen zuvor war die Zahl der Infizierten bereits stark angestiegen. Nach Angaben der Johns Hopkins Universität sind in Großbritannien 14.754 Menschen am Coronavirus erkrankt.

Sorge um erkrankten Regierungsmitgliedern in Großbritannien

+++ 28.03., 12.00 Uhr: Die britische Regierung hat im Kampf gegen das Coronavirus lange auf eine andere Strategie gesetzt als andere Länder. Herdenimmunität war das Schlagwort, von Kontaktverboten und Ausgangssperren wollte Premier Boris Johnson zunächst nichts wissen. Doch nachdem nun auch Johnson selbst sowie Gesundheitsminister Matt Hancock erkrankt sind, wächst die Kritik am Umgang der britischen Regierung mit dem Coronavirus-Ausbruch. John Ashton, ein ehemaliger Regionaldirektor des Nationalen Gesundheitsdiensts NHS, warf der Regierung Trägheit vor. Das gelte sowohl für die Maßnahmen im Land als auch für deren persönliches Verhalten, beide seien „zu langsam“ gewesen.

Am Montag (23.03.) hatte der Premierminister eine Ausgangssperre verhängt und die Briten dazu aufgerufen, nur noch das Haus zu verlassen, wenn unbedingt notwendig. Doch noch am Mittwoch (25.03.) stellte sich Johnson im beengten Parlament den Fragen von Abgeordneten. „Ich war überrascht, dass die Fragestunde abgehalten wurde - es war eindeutig unnötig“, sagte Ashton dem „Guardian“. 

Die „Financial Times“ zitierte ein Kabinettsmitglied mit dem Vorwurf, einige Minister seien „sehr zögerlich“ gewesen, die eigenen Ratschläge zur sozialen Distanz in die Praxis umzusetzen. Ein anderes Regierungsmitglied beschwerte sich der Zeitung zufolge, der Nationale Sicherheitsrat Cobra habe noch bis vor wenigen Tagen „zusammengepfercht“ in einem abhörsicheren Sitzungsraum getagt.

In London geht nun die Sorge um, dass die Entscheidungsfähigkeit der Regierung beeinträchtigt sein könnte, sollten noch weitere Kabinettsmitglieder infiziert sein. Vorsorgliche Tests soll es aber zunächst nicht geben. „Alle folgen den Ratschlägen der Gesundheitsbehörde“, sagte ein Downing-Street-Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Demnach solle man sich in Selbstisolation begeben, sobald Symptome aufträten.

Zahl der Todesfälle in Großbritannien steigt um 181 auf 759

+++ 15.20 Uhr: In Großbritannien wurden die aktuellen Zahlen veröffentlicht. Bis zum 27. März um 9 Uhr wurden in Großbritannien insgesamt 113.777 Personen getestet: 99.198 negativ, 14.579 positiv. Stand 26. März 17 Uhr sind 759 der in Großbritannien infizierten Personen verstorben. Das ist ein Anstieg von 181 Todesfällen gegenüber dem Vortag.

Queen Elizabeth II sah Johnson zuletzt am 11. März

+++ 14.30 Uhr: Immerhin, die Queen scheint noch wohlauf zu sein. Wie der Palast mitteilt, hat Königin Elizabeth II. (93) den mit dem Coronavirus infizierten britischen Premierminister Boris Johnson zuletzt vor mehr als zwei Wochen persönlich getroffen. Das teilte der Buckingham-Palast am Freitag in London mit. Sie sei weiterhin bei guter Gesundheit. 

„Die Queen hat den Premierminister zuletzt am 11. März gesehen und und befolgt die entsprechenden Ratschläge hinsichtlich ihres Wohlergehens“, hieß es in der Mitteilung. Elizabeth II. und Prinz Philip (98) hatten sich bereits vergangene Woche zu einem vorgezogenen Osteraufenthalt auf Schloss Windsor zurückgezogen. 

Unterdessen droht in Deutschland der Notstand. Hunderttausende unterstützen eine Petition von Pflegekräften in der Coronakrise.

Auch der Gesundheitsminister positiv getestet

+++ 14.05 Uhr: Und schon wieder ist ein Vertreter der britischen Regierung positiv auf das Coronavirus getestet worden. Nach Premierminister Boris Johnson ist nun auch Gesundheitsminister Matt Hancock positiv getestet worden. Auch er befindet sich mit milden Symptome in Selbstisolation.

+++ 13.30 Uhr: In Großbritannien stellt sich nun die Frage, mit wem der positiv auf das Coronavirus getestete Premierminister Boris Johnson zuletzt Kontakt hatte. Denn spätestens jetzt steht der gesamte Stadtteil Westminster im Brennpunkt der Corona-Erkrankungen. Schon am 11. März war die Staatsekreträrin Nadine Dorries positiv getestet worden, viele Abgeordnete und Beamte aus Whitehall haben sich mittlerweile selbst isoliert.

Dazu gehört seit heute auch Angela Rayner, die Bildungssprecherin der oppositionellen Labour-Partei, die als Kandidatin für den Posten der nächsten stellvertretenden Vorsitzende der Partei gilt. Auf Twitter teilte sie mit, dass sie sich über Nacht unwohl gefühlt habe und ihr Zustand allmählich schlechter geworden sei. 

Boris Johnson positiv

+++ 12.22 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson ist positiv auf das Coronavirus Sars CoV-2 getestet worden. Johnson habe leichte Symptome und werde sich in der Downing Street selbst isolieren, hieß es in einer Erklärung. „Er wurde auf persönlichen Rat des obersten medizinischen Beraters Chris Whitty auf Coronavirus getestet.“ 

Boris Johnson selbst meldete sich mit einem Video auf Twitter zu Wort. Dort sprach er davon, er habe in den vergangenen 24 Stunden leichte Symptome entwickelt und sei daraufhin positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er werde sich nun selbst isolieren und per Videokonferenz weiter die Regierungsarbeit im Kampf gegen das Virus leiten. „Ich bedanke mich bei allen Beteiligten und natürlich bei unseren hervorragenden NHS-Mitarbeitern.“ Außenminister Dominic Raab würde im Notfall die Amtsgeschäfte von Johnson übernehmen.  

Hunde sollen Coronavirus erschnüffeln 

+++ 27.03., 09.15 Uhr: Großbritannien geht im Kampf gegen das Coronavirus neue Wege. Nun sollen nämlich Hunde dafür trainiert werden, mit ihrem extrem ausgeprägten Geruchssinn möglicherweise Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus zu erschnüffeln.  

Die Wohlfahrtsorganisation Medical Detection Dogs (etwa: Hunde in der medizinischen Diagnose) ging für dieses Projekt eine Partnerschaft mit Wissenschaftlern ein, wie sie heute (27.03.) mitteilte. Den Plänen zufolge sollen die Nasen der Vierbeiner innerhalb von sechs Wochen derart für den von der Lungenkrankheit Covid-19 ausgehenden Geruch sensibilisiert werden, dass sie zur Diagnose eingesetzt werden können. 

„Grundsätzlich sind wir uns sicher, dass Hunde Covid-19 entdecken könnten“, erklärte die Vorsitzende von Medical Detection Dogs, Claire Guest. Derzeit würden noch Methoden geprüft, wie der von Corona-Patienten ausgehende Geruch eingefangen werden könne, um ihn den Hundenasen zu präsentieren. 

Hunde werden bereits zur Entdeckung anderer Krankheiten wie Krebs oder Diabetes eingesetzt. Medical Detection Dogs hat schon diverse derartige Trainingsprogramme für die Vierbeiner ausgeführt.

In Großbritannien sollen jetzt Hunde der Wohlfahrtsorganisation Medical Detection Dogs im Kampf gegen das Coronavirus eingesetzt werden. (Archivbild)

Coronakrise: Großbritannien will Selbstständige unterstützen

+++ 19.17 Uhr: Der britische Finanzminister Rishi Sunak hat angekündigt, Selbstständige, die durch das Coronavirus in ihrer Existenz bedroht sind, zu unterstützen. Wie schon bei Angestellten wolle der Staat für 80 Prozent des Einkommens aufkommen. 

Bis zu 2500 Pfund (rund 2750 Euro) sollen Selbstständige monatlich erhalten. Voraussetzung ist eine maximaler Gewinn von jährlich 50.000 Pfund. Rund 95 Prozent aller Selbstständigen sollen so abgesichert werden. Allerdings: „Wir können nicht jeden einzelnen Job und jedes einzelne Unternehmen schützen“, erklärte Sunak. Manche würden durch das Raster fallen.

Noch zu wenige Cotonavirurs-Test in Großbritannien

+++ 14.55 Uhr: Großbritannien tut sich bislang schwer, seine Testkapazitäten zu erhöhen. Insgesamt wurden dort bis Mittwoch rund 97 000 Menschen getestet. Damit liegt das Land weit hinter Deutschland, wo inzwischen etwa 410 000 Tests durchgeführt wurden. Premierminister Boris Johnson hatte angekündigt, die Kapazitäten von täglich 5000 auf 25 000 Tests steigern zu wollen. Doch bislang ist nicht klar, bis wann dieses Ziel erreicht werden kann. Am Mittwoch wurden offiziellen Angaben zufolge gerade einmal 6600 Tests durchgeführt.

Die britische Regierung teilte aber mit, sie habe sich 3,5 Millionen Sets für Antikörper-Tests gesichert, noch sei aber unklar, ob diese wie gewünscht funktionieren. Diese könnten sich aber als spielentscheidend erweisen, wenn es darum gehe, Krankenhausmitarbeiter nach einer Infektion wieder in den Einsatz zu schicken. Mit Antikörper-Tests kann eine bereits überwundene Infektion nachgewiesen werden.

Coronavirus-Pandemie: UK-Krankenhäuser vor dem Kollaps

+++ 12.05 Uhr: Großbritanniens staatlicher Gesundheitsdienst NHS beklagt eine zunehmende Überlastung der Londoner Krankenhäuser wegen der Coronavirus-Pandemie. Die Kliniken der britischen Hauptstadt seien mit einem „ständigen Tsunami“ schwer erkrankter Corona-Patienten konfrontiert, sagte der hochrangige NHS-Vertreter Chris Hopson am Donnerstag.

Nachdem die Krankenhäuser in den vergangenen Wochen ihre Kapazitäten für die intensivmedizinische Behandlung von Patienten „massiv“ ausgebaut hätten, gebe es nun eine „Explosion“ der Zahl schwerkranker Patienten. Die Lage werde zusätzlich dadurch verschärft, dass viele Krankenhausmitarbeiter derzeit selbst krank seien und deshalb fehlten. Der Krankenstand beim Klinikpersonal liege bei „30 Prozent, 40 Prozent und an manchen Orten sogar 50 Prozent“, sagte Hopson. Dieses Ausmaß sei „beispiellos“.

Nach Angaben vom Mittwoch wurden im Vereinigten Königreich bislang 9529 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus nachgewiesen, 463 Infizierte starben. Vorige Woche kündigte die Regierung die Einrichtung eines provisorischen Krankenhauses mit 4000 Betten in einem Londoner Konferenzzentrum an.

Bürgermeister von London ist machtlos

+++10.40 Uhr: Sadiq Khan, der Bürgermeister von London, wurde in den letzten Tagen von den Ministern dafür kritisiert, dass er in seiner Stadt nicht mehr Dienste der U-Bahn anbietet. Dies führte dazu, dass einige Wagen überfüllt waren, was das Risiko einer Übertragung von Coronaviren erhöhe. Heute Morgen hat Khan darauf hingewiesen, dass er nicht mehr Kapazitäten anbieten kann, weil jeder Dritte der Bediensteten in Isolation ist oder krank sei.

Gleichzeitig forderte er die Bevölkerung dazu auf, die Hauptverkehrszeiten möglichst zu meiden.

Keine Vorzugsbehandlung für Prinz Charles

Update 26.03.2020, 08.55 Uhr:  Die britische Regierung hat darauf hingewiesen, dass Prinz Charles keine Vorzugsbehandlung erhielt, als er noch vor vielen NHS-Arbeitern einen Coronavirus-Test erhielt.

Im Gespräch mit Sky News sagte Gesundheitsminister Edward Argar, der Prinz habe keine Sonderbehandlung erfahren, als er positiv auf das Virus getestet wurde .

Auf die Frage, warum der Prinz einen Test erhalten habe, während viele Mitarbeiter der Gesundheitsbehörde noch immer darauf warten, sagte Argar: „Mein Verständnis ist, dass seine Symptome und sein Zustand die Kriterien für einen Test erfüllten.“

Corona-Notstandsgesetz verabschiedet

+++ 19.54 Uhr: Das britische Parlament in London hat ein Corona-Notstandsgesetz verabschiedet. Das Gesetz bevollmächtigt die Regierung und Behörden unter anderem, die Ausgangsbeschränkungen und Schließungen von Geschäften notfalls mit Zwangsmaßnahmen durchzusetzen. 

Außerdem könne durch das Gesetz leichter auf private Daten der Bürger zugegriffen werden. Die Behörden erhalten auch das Recht, Corona-Infizierte und Verdachtsfälle zwangsweise in Quarantäne zu schicken. Das Unterhaus hat sich wegen der Coronavirus-Pandemie bereits am Mittwoch (25.03.2020) vorzeitig in die Osterpause verbaschiedet.

400.000 Briten wollen dem NHS helfen

Zudem teilte Großbritanniens Premierminister Boris Johnson am Mittwoch vor Journalisten mit, dass sich mehr als 400.000 Freiwillige gemeldet haben, um den staatlichen Gesundheitsdienst NHS in der Coronakrise zu unterstützen. 

Sie waren einem entsprechenden Aufruf der Regierung vom Vortag gefolgt. Außerdem hätten sich 12.000 ehemalige NHS-Mitarbeiter bereiterklärt, vorübergehend wieder ihren Beruf aufzunehmen.

21-Jährige stirbt ohne Vorerkrankung an Covid-19

+++ 14.20 Uhr:Wie „Sky News“ berichtet, ist eine 21-jährige Frau ohne diagnostizierten Vorerkrankung nach der Ansteckung mit Sars-CoV-2 an der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Man geht davon aus, dass sie die jüngste Person ist, die nach der Ansteckung mit Coronavirus in Großbritannien stirbt.

Paare sollen ihre „Gefühle prüfen“ 

+++ 14.10 Uhr:Die britische Regierung hat Paare mit getrennten Haushalten aufgefordert, ihre Beziehung wegen der Ausgangsbeschränkungen durch die Coronavirus-Epidemie auf Belastbarkeit zu testen. Die Paare sollten sich entscheiden, ob sie gemeinsam einen Haushalt bilden, oder Abstand voneinander halten wollten, sagte Jenny Harries, die stellvertretende Gesundheitsbeauftragte der britischen Regierung am Mittwoch vor Journalisten.

Verhindert werden solle aber, dass Personen zwischen verschiedenen Haushalten hin- und her wechseln. „Prüfen Sie die Stärke ihrer Gefühle sorgfältig und bleiben Sie in einem Haushalt, entweder zusammen oder getrennt, aber bleiben Sie dabei (...)“, so Harries.

Corona bei Prinz Charles: Gleiches Recht für alle?

+++ 12.40 Uhr: Auf Twitter sind einige Kommentatoren nicht erfreut über die Möglichkeit, dass Prinz Charles eventuell eine Sonderbehandlung erhält, die anderen Menschen mit Coronavirus-Symptomen nicht zur Verfügung steht. James Cook von der BBC schreibt: „Die Aussage, dass Prinz Charles vom NHS in Aberdeenshire ‚die für Tests erforderlichen Kriterien erfüllt hat‘, ist verwunderlich. Auf der Website von NHS Scotland heißt es, dass Tests auf Covid-19 im Allgemeinen nur durchgeführt werden, ‚wenn man an einer schweren Krankheit leidet, für die eine Krankenhauseinweisung erforderlich ist“.

Prinz Charles positiv getestet 

+++ 12.10 Uhr: Wie das britische Königshaus vermeldet, ist Charles, Prinz von Wales, positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Der Thronfolger „zeige milde Symptome, sei aber aber ansonsten bei guter Gesundheit", teilte ein Sprecher des ältesten Sohnes der Königin mit.

Herzogin Camilla ebenfalls getestet

Seine Frau, Herzogin Camilla (72), sei ebenfalls getestet worden, bei ihr wurde aber den Angaben zufolge keine Infektion festgestellt. Das Paar sei nun in häuslicher Isolation auf Schloss Balmoral in Schottland. Wo sich der Prince of Wales das Virus eingefangen haben könnte, war zunächst unklar. Charles habe in den vergangenen Wochen eine Vielzahl von Terminen wahrgenommen. Er arbeite nun von zuhause aus, hieß es in der Mitteilung.

Ob auch Königin Elizabeth II. (93) und ihr Mann, Prinz Philip (98), getestet wurden, war zunächst unklar. Die beiden hatten sich bereits in der vergangenen Woche nach Schloss Windsor, westlich von London, zurückgezogen. Sie gelten wegen ihres hohen Alters als besonders gefährdet.

+++ 11.20 Uhr: Nach der Ankündigung der Regierung, das ExCel-Centre in London in ein Notfallkrankenhaus umzuwandeln, werden jetzt auch große Konferenzhallen in anderen britischen Städten diesem Beispiel folgen.

In Birmingham sagten die Betreiber des „NEC“, in dem Anfang dieses Monats noch eine Hundeausstellung stattfand, dass sie „bereit“ und „gut ausgestattet“ seien, wenn die Halle als geeigneter Ort für ein provisorisches Krankenhaus angesehen würde.

Unterhaus geht früher in Osterpause

+++ 10.45 Uhr: Der „Lockdown“ trifft jetzt auch das britische Parlament. Die Abgeordneten beginnen die Osterpause eine Woche früher als geplant. Jacob Rees-Mogg, der Vorsitzende des Unterhauses, hat einen entsprechenden Antrag eingereicht. 

Die Pause soll jedoch erst beginnen, wenn das Coronavirus-Gesetz verabschiedet wurde. Die Entscheidung, vorzeitig in die Pause zu gehen, ist keine große Überraschung - aber ein weiteres Zeichen dafür, wie der Ausbruch des Coronavirus alle Aspekte des normalen Lebens in Großbritannien verändert hat.

Coronakrise in Großbritannien - Lockdown beispiellos 

Update vom Mittwoch, 25.03.2020, 10.29 Uhr: Die britische Tageszeitung „The Independent“ nennt den von Premierminister Boris Johnson verfügten teilweise Lockdown beispiellos, selbst verglichen mit Kriegszeiten. Doch meldet die Zeitung auch Zweifel an, ob die Maßnahmen tatsächlich ausreichen. Es sei unklar, ob die Verfügung eine „furchtbare Krise in den Krankenhäusern“ verhindern könne. 

Die in den vergangenen Wochen schrittweise verkündeten Einschränkungen der Bewegungsfreiheit werden zwar einen günstigen Effekt haben und den Druck auf das staatliche Gesundheitswesen verringern, dennoch könnte Großbritannien schwer unter Covid-19 leiden. „Hätten wir schon vor einem Monat eine Ausgangssperre verhängt, wären wir heute besser in der Lage, mit dem Höhepunkt der Epidemie fertig zu werden. Aus diesem Grund wird es nötig sein, den Lockdown in den kommenden Tagen zu intensivieren“, schreibt das Blatt.

Corona-Pandemie im Vereinigten Königreich (UK): Mehr als 8000 Menschen mit Corona infiziert

Update, Dienstag, 24. März, 19.50 Uhr: Die Zahl der Corona-Toten in Großbritannien stieg bis zum Abend um 87 auf jetzt 422. Die Zahl der bestätigten Infektionen liegt inzwischen bei mehr als 8000. 

Die tatsächliche Zahl dürfte sogar noch erheblich höher sein. Im Vereinigten Königreich (UK) wurden nämlich bislang nur rund 82.000 Menschen getestet, weit weniger als beispielsweise in Deutschland. Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock beteuerte, die Regierung sei im Begriff, Millionen von Test-Sets zu kaufen.

Menschen in London ignorieren die Warnungen vor Corona: Bürgermeister Khan fassungslos

Erstmeldung, Dienstag, 24. März, 14.26 Uhr: London - Sadiq Khan war fassungslos. „Wir müssen mit allen nicht notwendigen Fahrten aufhören“, teilte der Bürgermeister von London mit. „Diese Regeln zu ignorieren, bedeutet mehr Menschenleben zu verlieren.“  Mehr Arbeitgeber müssten den Mitarbeitern während der Corona-Krise anbieten, zu Hause zu arbeiten.

Grund für seine Aufregung waren Bilder aus den U-Bahnen der britischen Hauptstadt. Denn auch am Dienstag (24.03.) waren in London viele Bahnen noch immer völlig überfüllt, in vielen Abteilen standen die Fahrgäste gedrängt nebeneinander - und das, obwohl die Regierung im Kampf gegen das Coronavirus Sars CoV-2 gerade erst  schärfere Ausgangsbeschränkungen erlassen hatte. 

Corona im UK: Menschen ignorieren Empfehlungen der Regierung

Eine Krankenschwester hatte denn auch kein Interesse, sich auf ihrem Weg in die Klinik  in die U-Bahn zu setzen. Sie gehe vorsichtshalber lieber 40 Minuten zu Fuß, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Sie wolle nicht sich und die Patienten gefährden. 

Das ist eine Stimme der Vernunft, die sonst im Vereinigten Königreich (UK) überraschend häufig noch fehlt. So ignorierten die meisten Briten am Wochenende die Empfehlungen der Regierung einfach. In den Parks von London tankten die Menschen bei schönstem Frühlingswetter mal so richtig Sonne, und auch im Snowdonia-Gebirge in Wales, in den schottischen Highlands und in Cornwall im Südwesten von England tummelten sich viele Ausflügler.

Kampf gegen Corona-Pandemie im Vereinigten Königreich: Briten irritiert durch neue Ausgangsbeschränkungen

Doch offenbar sind die neuesten Ausgangsbeschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie nicht klar formuliert. Premierminister Boris Johnson* hatte seine Landsleute am Montag (23.03.) in einer Rede an die Nation angewiesen, die eigenen vier Wände nur noch so wenig wie möglich zu verlassen. Versammlungen von mehr als zwei Personen seien verboten. Das Haus dürfe nur für den Einkauf wesentlicher Dinge wie Lebensmittel und Medikamente, für den Weg zur Arbeit und einmal am Tag für Sport verlassen werden. Läden, die nicht zur Grundversorgung dienen, mussten sofort schließen. 

Polizeichefs berichteten nun am Dienstag (24.03.), dass sie eine Flut von Nachfragen bekämen, die sie nicht beantworten könnten. Der Chef der Oppositionspartei Labour, Jeremy Corbyn, forderte eine Klarstellung, welche Arbeitsstätten denn nun genau geschlossen werden müssen. Zuvor hatte sich ein Unternehmen für Sportartikel vergeblich gegen die Schließung mit der Begründung gewehrt, seine Ausrüstungen seien entscheidend für den Kampf gegen den neuartigen Erreger. 

Corona im Vereinigten Königreich (UK): Lage spitzt sich zu

Dabei spitzt sich die Situation im Vereinigten Königreich (UK) seit Tagen immer mehr zu. Vor allem Boris Johnson steht in der Kritik, viel zu spät auf die Coronavirus- Pandemie reagiert zu haben. Das Zögern könnte sich als fatal herausstellen, warnen Wissenschaftler. Schon jetzt sind auf der Insel mehr als 335 Menschen an der Infektion gestorben, die Kurve der Fallzahlen entwickelt sich ganz ähnlich wie die in Italien - mit einem Unterschied von zwei Wochen.

In der Tat hat Johnson zunächst sehr zögerlich auf die Corona-Pandemie reagiert. Der Premier setzte auf Anraten seiner Berater zu Beginn auf eine gänzlich andere Strategie als die meisten anderen Länder. Da das Coronavirus nicht aufzuhalten sei, sollten drastische Maßnahmen so lange wie möglich hinausgezögert werden. Am sinnvollsten sei es, wenn sich ein Teil der Bevölkerung anstecke und danach immunisiert sei. Mit dieser„Herdenimmunität“ wollte das Vereinigte Königreich (UK) eine zweite Ansteckungswelle im Herbst vermeiden.  Die Weltgesundheitsbehörde WHO war kein Freund dieser Strategie, auch zahlreiche Wissenschaftler warfen Johnson vor, eine irrige Linie zu verfolgen.

Corona-Pandemie im Vereinigten Königreich (UK): Gesundheitsdienst vor dem Kollaps

Inzwischen ist Johnson umgeschwenkt. Doch das Vereinigte Königreich (UK) kämpft auch mit dem Problem, dass der nationale Gesundheitsdienst NHS auf die Coronavirus-Krise denkbar schlecht vorbereitet* ist. Schon bei Grippewellen steht das aus Steuermitteln finanzierte System ständig am Rande des Zusammenbruchs, doch nun könnte es angesichts von Corona* zum Kollaps kommen. 

Nun machen sich die jahrelangen Sparmaßnahmen negativ bemerkbar. So standen im Vereinigten Königreich (UK) vor dem Ausbruch der Krise auf Intensivstationen lediglich 6,6 Betten pro 100.000 Einwohner zur Verfügung. Es fehlt an Personal und Material, Schutzmasken und Beatmungsgeräte sind Mangelware.

Von Christian Stör

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Rubriklistenbild: © picture alliance/Victoria Jones/PA Wire/dpa

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