1. Startseite
  2. Welt

Studie: Zahl der Covid-Todesopfer könnte weltweit dreimal höher sein, als registriert

Erstellt:

Kommentare

January 9, 2022, London, United Kingdom: A closer look to the red hearts painted on the national COVID memorial wall..Ov
Rote Herzen und Botschaften auf einer Wand vor dem St. Thomas Hospital in London erinnern an die Todesopfer der Corona-Pandemie. © Hesther Ng via/imago

Die Corona-Pandemie hat weltweit womöglich deutlich mehr Todesopfer gefordert als bisher angenommen. Die offiziellen Todeszahlen dürften laut Forschern deutlich darüber liegen.

Seattle – Die Zahl der Corona-Toten in den ersten beiden Jahren der Corona*-Pandemie schätzt eine Studie dreimal höher ein, als offizielle Daten zeigen. Weltweit starben etwa 18,2 Millionen Menschen zwischen Anfang 2020 und Ende 2021, laut der am Freitag im Fachmagazin The Lancet veröffentlichten Studie. Offiziell wurden nur 5,9 Millionen Corona-Todesopfer verzeichnet. Die offiziellen Statistiken gäben nur ein „unvollständiges Bild der wahren Bilanz der Todesfälle“ wider, schlussfolgerten die Autoren.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass die vollen Auswirkungen der Pandemie viel größer waren, als es die offiziellen Statistiken vermuten lassen“, schreibt das internationale Forscherteam um Haidong Wang vom Institute for Health Metrics and Evaluation (Seattle/USA) im Fachmagazin The Lancet.

Corona-Tote: Todeszahlen könnte laut Forschern höher sein als bisher angegeben

Covid-Erkrankungen seien demnach eine der wichtigsten Todesursachen der vergangenen beiden Jahre. Die Studie stützte sich auf Daten zur Übersterblichkeit. Dabei wird die Zahl der Gesamt-Todesfälle weltweit unabhängig von der Ursache mit einer aus Daten vergangener Jahre errechneten erwartbaren Todeszahl verglichen.

Staatliche Aufzeichnungen vermelden nur 5,94 Millionen Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion für den Untersuchungszeitraum. Die Forscher schätzten die tatsächliche Zahl jedoch um 12,3 Millionen Fälle höher. Die Differenz könnte demnach durch zu wenige Covid-Diagnosen sowie einen schlechteren Zugang der Menschen zu den überlasteten Gesundheitssystemen erklärt werden.

Corona: In diesen Weltregionen ist die Übersterblichkeit am höchsten

Nach Weltregionen betrachtet wiesen die lateinamerikanischen Andenstaaten, Ost- und Mitteleuropa und das südliche Subsahara-Afrika die höchsten Übersterblichkeitsraten für die vergangenen zwei Jahre auf. Die höchste Übersterblichkeit wurde im schwer von Covid getroffenen Bolivien verzeichnet. Australien und Neuseeland, die in dem Zeitraum kaum Fälle hatten, wiesen hingegen eine statistische Untersterblichkeit auf.

Die Ergebnisse der neuen Studie liegen im Rahmen früherer Schätzungen. So berechnete das Magazin The Economist Mitte November die Zahl der Pandemie-Toten auf 17 Millionen weltweit. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte angegeben, dass die tatsächliche Zahl der Todesfälle vermutlich zwei bis dreimal größer als die offiziellen Aufzeichnungen sein könnte.

Wie sieht die Corona-Pandemie im Vergleich zu anderen Epidemien und Pandemien im 20. und 21. Jahrhundert aus? Hier ein Blick auf die Zahlen vergangener Virenausbrüche. (afp, dpa)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare