Corona-Impfungen für Kinder

Sorge vor Delta: Lauterbach stellt Forderung an Stiko - Kinderarzt widerspricht

  • Veronika Silberg
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Sollten Kinder gegen das Coronavirus geimpft werden? Die Angst vor der Delta-Variante hat die Diskussion neu entfacht. Karl Lauterbach wird deutlich.

München/Berlin - Nicht zum ersten Mal verwandelt die Corona-Krise die sozialen Medien in einen Ring heftigen schriftlichen Schlagabtauschs: Erneut wird über Kinder-Impfungen gestritten. Denn Sorge bereitet aktuell die aggressive Corona-Variante Delta. Sie könne Kinder und Jugendliche gefährden, warnt SPD-Politiker und Mediziner Karl Lauterbach.

Am Montag forderte Lauterbach die Ständige Impfkommission (Stiko) in einem Interview auf, ihre eingeschränkte Empfehlung für die Corona-Impfung von Kindern zu überdenken. „In Großbritannien sind bereits viele Kinder mit Covid in der Klinik. Die Ständige Impfkommission argumentiert, dass Covid für Kinder harmlos sei. Für die Delta-Variante gilt dies meiner Ansicht nach aber nicht“, sagte er der Rheinischen Post.

Kinder-Impfungen: Für Karl Lauterbach ein wichtiges Mittel gegen die Ausbreitung der Delta-Variante

Bereits seit Wochen setzt sich der SPD-Politiker für mehr Impf-Angebote an Kinder ab 12 Jahren ein. „Ich glaube, dass die Delta-Variante die Kinder mehr gefährdet als die Impfung“, warnte er am Donnerstag im Podcast der Apothekenumschau.

Stiko-Empfehlung als „Momentaufnahme“ - sind Kinder-Impfungen noch nicht notwendig?

Nicht alle sind dieser Meinung. Der Infektiologe und Kinderarzt Johannes Hübner vom Uniklinikum München etwa hält die aktuelle Einschätzung der Stiko für richtig.

Bisher empfiehlt die Kommission Corona-Impfungen nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen wie Adipositas, Diabetes und chronischen Lungenerkrankungen. Das Gremium begründete seine Empfehlung vor knapp drei Wochen unter anderem damit, dass das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung für diese Altersgruppe gering sei.

Alles andere sei verfrüht, findet Hübner. Er betont auf Twitter aber auch, die Einschätzung sei eine „Momentaufnahme, die sicherlich in den nächsten Monaten aufgrund von aktuellen Informationen und Studienergebnissen überprüft und gegebenenfalls modifiziert werden wird“. (vs)

Rubriklistenbild: © dpa / Michael Kappeler

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