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Die Corona-Inzidenz ist in Deutschland aktuell niedrig, steigt aber seit Tagen.

News-Ticker zur Pandemie

Corona-Inzidenz und R-Wert steigen nochmal an – Virologen rechnen mit neuen Mutanten

  • Franziska Schwarz
    VonFranziska Schwarz
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Die Corona-Inzidenz in Deutschland ist in der Tendenz steigend. In drei Viertel der Proben findet sich die Delta-Mutante. Sie wird wohl nicht die letzte bleiben. Der News-Ticker.

Berlin - Die 7-Tage-Inzidenz ist erneut sprunghaft gestiegen. Nach RKI-Angaben von Donnerstagmorgen (15. Juli) lag sie bundesweit bei 8,0 - am Vortag betrug der Wert 7,1, und davor 6,5. Beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli betrug der Wert noch 4,9. Zudem wurden 1642 Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Vor einer Woche hatte der Wert bei 970 Ansteckungen gelegen. Es gab binnen 24 Stunden 32 neue Todesfälle an oder mit Covid-19.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Neue RKI-Zahlen für Deutschland: R-Wert überschreitet kritische Marke

Die Reproduktionszahl (R-Wert) lag am Mittwoch (14. Juli) bei 1,18 und befindet sich damit seit mehr als einer Woche über dem Wert von 1. Der Wert ist für die Ausbreitung des Erregers entscheidend. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Der R-Wert lag zuvor rund zwei Monate lang deutlich unter 1.

Delta-Mutante war nicht die letzte: Virologen rechnen mit mehr Corona-Varianten

Das Coronavirus wird nach Einschätzung von Experten noch einige Male mutieren. Allerdings geht der Präsident der Gesellschaft für Virologie, Ralf Bartenschlager, davon aus, dass die Zahl der Varianten „überschaubar“ bleibt. „Man kann aber nicht seriös sagen, ob wir schon das Ende der Fahnenstange erreicht haben oder noch relevante Mutanten folgen.“

Je besser sich Viren an den Wirt anpassen, desto geringer sei in der Regel der Schaden für den Wirt, erklärte der Professor für Molekulare Virologie an der Uni Heidelberg. „Aber das kann man nicht immer sagen.“

Die Delta-Variante gilt als deutlich ansteckender als bisherige Virus-Variante. In mehreren anderen Ländern, zum Beispiel Großbritannien, hat sie die Infektionszahlen massiv steigen lassen. Der Anteil der Mutante beträgt laut RKI hierzulande bereits 74 Prozent an den untersuchten Proben. Laborexperimente deuteten jedoch darauf hin, dass Durchgeimpfte auch bei Delta einen hohen Schutz vor schweren Krankheitsverläufen haben.

Corona in Deutschland: Zahl der Corona-Impfungen pro Woche sinkt 

Die Zahl der Corona-Impfungen pro Woche ist in Deutschland indes weiter gesunken. Die Gesamtzahl der wöchentlichen verabreichten Impfdosen sei seit der dritten Juniwoche zurückgegangen, heißt es im aktuellen RKI-Lagebericht.

Aus RKI-Sicht sollten im Kampf gegen die Delta-Variante mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der Menschen ab 60 Jahren vollständig geimpft sein. Dann scheine eine ausgeprägte vierte Welle im Herbst oder Winter „unwahrscheinlich“. In Deutschland sind aktuell 43,7 Prozent der Menschen vollständig gegen Corona geimpft.

Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sind weniger als 2 Prozent vollständig geimpft. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat vorerst keine generelle Impfempfehlung für Kinder ab zwölf Jahren ausgesprochen. Für Kinder unter 12 Jahren gibt es bislang keinen zugelassenen Impfstoff. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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