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Neue Mutation „AY.3“ beunruhigt Wissenschaftler: Schon 37 Fälle in Deutschland - „Sollten uns vorbereiten“

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Von: Martina Lippl

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Corona-Viren docken an menschliche Zellen an: Bei Mutation verändert sich dieser Prozess.
Corona-Viren docken an menschliche Zellen an: Bei Mutation verändert sich dieser Prozess. © imago images/Science Photo Library

Eine weitere Delta-Mutation breitet sich im Süden der USA aus. Israel und Großbritannien melden Infektionen mit der neuen Mutation. Die Untervariante könnte „noch ansteckender als die Delta-Variante“ sein.

London - Die Delta-Variante dominiert das Infektionsgeschehen in Deutschland. Der Wildtyp Alpha (B.1.1.7) spielt inzwischen kaum mehr eine Rolle. In nur noch 1,2 Prozent der untersuchten Stichproben tauchte Alpha auf, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Wochenbericht mit. Zum Vergleich: Der Anteil positiver Corona-Tests mit der Delta-Variante liegt bei 98,5 Prozent. Die Behörde bezieht sich auf Daten der 31. Kalenderwoche (2. bis 8. August 2021).

Corona-Forscher in mehreren Ländern warnen jetzt vor weiteren Mutationen der Delta-Variante - der Untervariante namens „AY.3“. Noch sind die Fallzahlen gering. Doch die vorliegenden Daten sind beunruhigend. „AY.3“ scheint noch ansteckender als die eh schon hochansteckende Delta-Variante zu sein.

„Das sind definitiv die ersten klaren Zeichen einer potenziell besorgniserregenden Variante“, warnte etwa Christina Pagel, Professorin am University College London, auf Twitter. Die Zahl der Infektionen in einigen Teilen Großbritannien mit der Delta-Untervariante „AY.3“ steige deutlich an. Alles noch auf einem niedrigen Niveau, doch die Expertin ist alarmiert. Es sei denkbar, dass die Variante die ursprüngliche Delta-Mutation verdrängen werde.

Delta AY.3: „Sollten anfangen uns vorzubereiten“

„Es gibt vieles, was wir über AY.3 nicht wissen“, räumt Pagel auf Twitter ein. „Es könnte übertragbarer sein als Delta, es könnte immun-ausweichender sein.“ In den USA besonders in den südlichen Bundesstaaten Missouri und Mississippi liegt der Anteil von „AY.3“ bereits bei knapp 50 Prozent. Das sei zwar kein Nachweis, dass die neue Delta-Variante eine erhöhte Ansteckungsgefahr mit sich bringe, „aber wir haben dies schon einmal gesehen und sollten anfangen uns vorzubereiten“, schreibt Pagel.

Variants of Concern - VOCNameVOC-Sublinien
AlphaB.1.1.7Mutation E484K oder E484Q
BetaB.1.351B.1.351.1, B.1.351.2 und B.1.351.3
GammaP.1P.1.1 und P.1.2
DeltaB.1.617.2AY.1, AY.2 und AY.3.

Neue Delta-Mutation „AY.3“: Lauterbach mahnt schnellen Impferfolg an

Karl Lauterbach twittert, dass die neue Coronavirus-Variante noch ansteckender als die Delta-Variante zu sein scheint. „Das erinnert daran, wie wichtig der schnelle Impferfolg ist“, schreibt der SPD-Gesundheitsexperte weiter. Und warnt: „Es wird auf jeden Fall noch gefährlichere Varianten als Delta geben.“

Ist Delta AY.3 für Deutschland gefährlich?

Das RKI hat die neuen Unterlinien von Delta bei den Sichtproben in der 31. Kalenderwoche (2. bis 8. August) gefunden. „AY.1“ wurde demnach zweimal und „AY.3“ 37-mal nachgewiesen - „was in Summe 3,6 Prozent der Stichprobe entspricht“, heißt es im RKI-Wochenbericht. (ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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