Pandemie im News-Ticker

Corona in Deutschland: Inzidenz steigt weiter an - R-Wert über kritischer Marke

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  • Franziska Schwarz
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Die Corona-Fallzahlen sind zu hoch. Die 7-Tage-Inzidenz steigt weiter, teilt das Robert-Koch-Institut mit. Vor Ostern ist die Lage ernst. Der News-Ticker zur Pandemie.

  • Corona-Pandemie in Deutschland: Die Lage verschärft sich vor Ostern.
  • Die 7-Tage-Inzidenz steigt weiter und liegt Montagfrüh über 130. Das geht aus den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. (Update vom 29. März, 6.21 Uhr).
  • Sachsen-Anhalt setzt künftig auf die Luca-App (Update vom 28. März, 17.56 Uhr).
  • Bundesland lockert Regeln für private Treffen in Hotspots (Update vom 28. März, 13.07 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zum Thema Corona in Deutschland ist beendet. Hier finden Sie ab dem 29. März 2021 die Fortsetzung.

Update vom 29. März, 7.35 Uhr: Beim Impftempo ist in Deutschland noch Luft nach oben. Tierärzte wollen jetzt mitimpfen*.

Corona in Deutschland - Inzidenz-Wert steigt weiter an

Update vom 29. März, 6.11 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist am Montag erfahrungsgemäß niedrig. Trotzdem haben die Gesundheitsämter binnen 24 Stunden 9.872 Corona-Fälle an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet. Zudem wurden 43 Todesfälle registriert. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 7.709 Neuinfektionen und 50 neue Todesfälle verzeichnet (Datenstand: 29. März, 6.15 Uhr).

Die 7-Tage-Inzidenz ist weiter gestiegen und liegt deutschlandweit bei 134,4 (Vortag: 129,7). Das RKI schätzt den 7-Tage-R-Wert auf 1,17 (Vortag 1,19). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 117 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.  

Update vom 28. März, 20.18 Uhr: Die Knappheit an Corona-Impfdosen bereitet innerhalb der EU Probleme. Der Impfstoffbeauftragte der Bundesregierung forderte nun, sich einen riesigen Vorrat an Impfstoff aufzubauen. In jedem Jahr sollten knapp zwei Milliarden Impfdosen hergestellt werden, empfahl Christoph Krupp gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Nur mit einem deutlichen Produktionsausbau könnte jeder Europäer zukünftig ein Mal geimpft werden. „Das wären 500 Millionen Impfdosen in einem Quartal, also zwei Milliarden Impfdosen im Jahr“, erläuterte der Leiter der Taskforce Impfstoffproduktion.

Handlungsbedarf gebe es auch durch das Auftreten der Corona-Mutationen. Schon jetzt befinde man sich in Verhandlungsgesprächen mit den Impfstoff-Herstellern. Dabei soll Deutschland als Produktionsstandort eine Vorreiterrolle spielen und „einen überproportionalen Anteil“ der Gesamtkapazitäten stemmen. Aktuell sei man nicht ausreichend aufgestellt, meinte Krupp. Zwar sei das kürzlich eröffnete Werk von Impfstoff-Hersteller Biontech in Marburg in der Lage, jährlich 750 Millionen Impfdosen zu produzieren. Doch das reicht nicht. „Rein rechnerisch brauchen wir ungefähr drei solcher Werke zusätzlich in Europa“, sah Krupp Nachholbedarf.

Corona in Deutschland: Sachsen-Anhalt will künftig mit der Luca-App arbeiten

Update vom 28. März, 17.56 Uhr: Ein Bundesland baut offenbar künftig auf die Luca-App. Sachsen-Anhalt will das Programm künftig zur Kontaktverfolgung von Corona-Infizierten nutzen. Eine Sprecherin des Landesgesundheitsministeriums gab an, man befinde sich in weit fortgeschrittenen Vertragsverhandlungen mit dem Betreiber der App. Für die Kosten will das Bundesland aufkommen.

Geplant ist, alle Gesundheitsämter in Sachsen-Anhalt innerhalb von vier Wochen mit der Luca-App zu vernetzen. Zudem hat das ostdeutsche Bundesland die Möglichkeit, schon zuvor sechs Landkreise oder kreisfreie Städte an die App anzuschließen. Interessierte Regionen können bis Montag ihre Bewerbung einreichen.

Corona in Deutschland: Intensivmediziner warnt - „Rennen sehenden Auges ins Verderben“

Update vom 28. März, 15.20 Uhr: Intensivmediziner fordern einen harten Lockdown für zwei oder drei Wochen. „Das wird zahlreiche Menschenleben retten und noch viel mehr vor lebenslangen Langzeitfolgen durch Covid bewahren“, erklärte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, am Sonntag. Er warnte: „Wir rennen sehenden Auges ins Verderben.“

Laut DIVI-Intensivregister sind deutschlandweit noch 1644 Betten auf Intensivstationen für Corona-Patienten frei. Seit dem 10. März sei die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten von 2727 auf 3448 hochgeschnellt, teilte die Vereinigung mit.

„Diese Zahl wird die kommenden zweieinhalb Wochen weiter exponentiell wachsen, egal was wir jetzt tun“, erklärte Christian Karagiannidis, der medizinisch-wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters. Bei mehr als 5.000 COVID-19-Patienten werde es wirklich langsam kritisch. „Das heißt, es muss jetzt etwas passieren.“ Mit einem Prognose-Modell warnten die Intensivmediziner schon Anfang März* vor einem schlimmen Szenario.

Corona in Deutschland - Bundesland lockert Corona-Regeln in Hotspots

Update vom 28. März, 13.07 Uhr: Kehrtwende in Baden-Württemberg! Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wollte die „Notbremse“ konsequent und automatisch in seinem Land durchsetzen. Jetzt lockert die Landesregierung die Regeln für private Zusammenkünfte in Gebieten mit hohen Infektionszahlen.

Corona in Deutschland: Baden-Württemberg lockert Regeln für private Treffen - auch in Hotspots

Treffen von zwei Haushalten mit bis zu fünf Personen sind von diesem Montag an auch in Gegenden mit mehr als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner binnen einer Woche erlaubt. „Dabei zählen Kinder bis einschließlich 14 Jahre nicht mit. Paare, die nicht zusammenleben, gelten als ein Haushalt“, heißt es in der Mitteilung des Staatsministeriums vom Sonntag zur neuen Corona-Verordnung.

Eigentlich sieht die sogenannte Notbremse vor, dass sich in Hotspot-Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 nur ein Haushalt mit einer zusätzlichen Person treffen darf. Zuletzt hatte es geheißen, die Lockerung sei eine Sonderregelung für die Osterfeiertage.

Neu in Baden-Württemberg ab Montag (29. März) ist eine Maskenpflicht für alle Insassen in einem Auto, wenn „haushaltsfremde Personen“ mitfahren.

Update vom 28. März, 9.38 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) warnt vor dem Auftauchen impfresistenter Mutationen in der derzeitigen dritten Corona-Welle. „Wir sind in der gefährlichsten Phase der Pandemie“, sagte Braun der Bild am Sonntag. Die kommenden Wochen würden entscheiden, ob Deutschland die Pandemie absehbar in den Griff bekäme. „Wenn jetzt parallel zum Impfen die Infektionszahlen wieder rasant steigen, wächst die Gefahr, dass die nächste Virus-Mutation immun wird gegen den Impfstoff.“  Im Falle einer solchen Mutation „stünden wir wieder mit leeren Händen da“, so Braun weiter. Dann bräuchte es neue Impfstoffe. Er forderte unter anderem regionale Ausgangsbeschränkungen.

„Wir müssen deutlich unter 100.000 Toten bleiben“, sagte Lauterbach im Tagesspiegel. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert eine mindestens zweiwöchige nächtliche Ausgangssperre, die im gesamten Bundesgebiet gelten sollte. Zudem müssten alle Modellprojekte der Kommunen gestoppt werden, bei denen die „Notbremse“ unter bestimmten Bedingungen gelockert werden könnten.

Corona in Deutschland - RKI meldet mehr als 17.000 Neuinfektionen

Update vom 28. März, 8.18 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Deutschland am Sonntagfrüh bei 129,7 (Vortag: 124,9). Das geht aus den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervor. Binnen 24 Stunden wurden demnach 17.176 Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Das sind rund 3.400 mehr als am Sonntag vor einer Woche. Laut RKI starben 90 weitere Menschen in Verbindung mit Covid-19. Derzeit gibt es etwa 211.900 aktive Corona-Fälle in Deutschland.

  • Seit Beginn der Pandemie haben sich in Deutschland 2.772.401 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert.
  • 75.870 Menschen starben bislang in Verbindung mit einer Corona-Infektion.

Corona in Deutschland: Christian Drosten liefert neue Erkenntnis zum Impfen - diese betrifft Geimpfte

Update vom 27. März, 20.45 Uhr: Neuigkeiten von der Berliner Charité: Die Wissenschaftler um den Virologen Prof. Christian Drosten gehen davon aus, dass die Impfungen gegen das Coronavirus vermutlich ein Mal im Jahr aufgefrischt werden müssen.

Das geht aus einer Studie von Drosten und seinen Kollegen hervor, wie die Bild schreibt. Die Forscher rechnen demnach damit, dass die Coronaviren permanent ihre Oberflächenstrukturen verändern, um dem menschlichen Immunsystem wieder zu entfliehen. Drosten und sein wissenschaftliches Team hätten jedoch herausgefunden, dass sich die Coronaviren viermal langsamer als Grippeviren entwickeln. Dies ist laut dem Virologen ein gutes Zeichen.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Mecklenburg-Vorpommern verschärft Corona-Regeln

Update vom 27. März, 20.15 Uhr: Die Inzidenzen steigen deutschlandweit. Mecklenburg-Vorpommern reagiert nun auf das teils stark anziehende Infektionsgeschehen - und verschärft die Kontaktbeschränkungen wieder.

So sind ab Mittwoch (31. März) Friseurbesuche nur noch mit negativen Corona-Schnelltests möglich. Nach Ostern darf zudem nur noch mit negativem Schnelltest geshoppt werden. Vier von acht Stadt- und Landkreisen haben aktuell eine höhere Inzidenz als 100.

Ein Hoffnungsträger in der Corona-Pandemie: der Impfstoff von US-Hersteller Moderna.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Impfstoff-Hersteller Moderna plant ein Werk im Osten

Update vom 27. März, 18.20 Uhr: Der US-amerikanische Impfstoff-Hersteller Moderna plant ein Werk für Impfstoffe in Ostdeutschland. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.).

Dem Bericht zufolge koppelt die Bundesregierung mögliche Subventionen an eine Ausweitung der Vakzin-Lieferungen in Deutschland. Dies könne der Pharma-Konzern demnach aber nicht zusichern.

Bislang produziert Moderna seinen Corona-Impfstoff* in der Schweiz. Mit Blick auf ein neues Impfstoffwerk in Ostdeutschland gibt es wohl einen großen Haken. Laut F.A.Z. soll dieses erst in zwei Jahren seine Produktion aufnehmen.

Update vom 27. März, 18 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz soll schon bald nicht mehr alleiniger Corona-Maßstab für Lockdown-Regeln in Deutschland sein. Einem Bericht zufolge prüft Bayern ein anderes Vorgehen.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Karl Lauterbach fordert erneute Ausgangsbeschränkungen

Update vom 27. März, 12.07 Uhr: „Ausgangsbeschränkungen ab 20 Uhr für zwei Wochen würden wirken“, glaubt Karl Lauterbach im Gespräch mit dem Berliner Tagesspiegel (Samstagsausgabe) über die Corona-Lage in Deutschland. Das habe man in Frankreich, Großbritannien und Portugal gesehen, erläuterte der SPD-Gesundheitsexperte. Mögliche Ausgangssperren zur Eindämmung der Pandemie sind in Deutschland höchst umstritten.

Lauterbach fordert angesichts stark steigender Neuinfektionszahlen zeitnah erneute Corona-Beratungen. „Wir müssen rasch nochmal neu verhandeln“, sagte der Politiker. „Ohne einen scharfen Lockdown wird es nicht gehen“, betonte er - und kritisierte: „Es wird allgemein im politischen Berlin zu wenig über die Gefahren gesprochen. Es wird viel zu wenig über die Stärke der dritten Welle gesprochen, welche Altersgruppen das betrifft und wie gefährlich die Mutationen für die mittleren Altersgruppen sind.“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach gilt als Mahner in der Corona-Pandemie.

Corona in Deutschland: Hotspot reißt 500er-Inzidenz-Marke

Update vom 27. März, 11.17 Uhr: Eine Inzidenz von 514,2: Der thüringische Saale-Orla-Kreis ist bundesweit der Corona-Hotspot Nummer eins unter den Landkreisen. Der 7-Tage-Wert bei Neuinfektionen je 100.000 Einwohner lag hier am Samstag (Stand 0.00 Uhr) laut RKI bei dieser Zahl.

Es folgten der Kreis Schwäbisch-Hall in Baden-Württemberg (438,6) sowie der Thüringer Wartburgkreis (434,5) und der Kreis Greiz (421).

Corona in Deutschland: Intensivmediziner finden Lockerungen „völlig unpassend“ - Ministerpräsident verteidigt Modellprojekt

Update vom 27. März, 10.14 Uhr: „Die Beschlüsse für Modellprojekte nach Ostern sind völlig unpassend und müssen von Bund und Ländern sofort zurückgenommen werden“: Angesichts weiter steigender Infektionszahlen in Deutschland (siehe vorheriges Update) fordern die deutschen Intensivmediziner einen Verzicht auf geplante Lockdown-Lockerungen nach Ostern wie etwa im Saarland.

Deutschland stehe „erst am Anfang eines massiven Anstiegs von Intensivpatienten“, sagte Christian Karagiannidis der Rheinischen Post vom Samstag. Er ist wissenschaftlicher Leiter des Divi-Intensivregisters und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN).

Die saarländische Regierung will ab dem 6. April mit einer entsprechenden Rechtsverordnung landesweit die Corona-Restriktionen für Gastronomie, Sport und Kultur sowie private Treffen lockern. Mit einem negativen Corona-Test soll auch der Besuch von Theatern, Kinos, Konzerthäusern und Fitnessstudios wieder möglich sein. Wenn sich das Vorgehen als erfolgreich erweist, sollen ab dem 18. April weitere Öffnungsschritte folgen.

In von anderen Bundesländern geplanten Modellkommunen sollen vergleichbare regionale Testläufe für eine sichere Öffnung von Einzelhandel, Gastronomie und Veranstaltungsstätten stattfinden.

Saarland lockert trotz Corona: „Unsere Testinfrastruktur ist gut aufgestellt“

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) verteidigte indes sein Vorhaben, „das beim letzten Corona-Gipfel von Bund und Ländern alle gemeinsam beschlossen“ hätten. „Wir sind ein kleines Land, unsere Testinfrastruktur ist gut aufgestellt, und aktuell das Infektionsgeschehen moderat - also gute Voraussetzungen um dies saarlandweit zu tun“, sagte Hans der Bild-Zeitung vom Samstag.

Kontaktbeschränkungen seien zwar „nach wie vor wichtig“, „aber nicht der alleinige Königsweg“. Sollten die Infektionszahlen exponentiell steigen, werde seine Regierung „rechtzeitig die Notbremse ziehen“.

Szene aus einem Biergarten im saarländischen Mettlach, kurz bevor das Corona-Modellprojekt in dem Bundesland starten soll.

Corona in Deutschland: RKI meldet mehr als 20.000 Neuinfektionen an einem Tag - Inzidenz steigt weiter deutlich

Update vom 27. März, 7.08 Uhr: Die Infektionslage in Deutschland verschärft sich weiter. Laut Robert-Koch-Institut lag die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt bei 124,9. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor. Damit ist der Wert so hoch wie seit dem 19. Januar nicht mehr, damals hatte er bei 131,5 gelegen. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Am Freitag hatte das RKI die Inzidenz noch mit 119,1 angegeben, vor zwei Wochen lag sie bei 76,1.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI im Laufe des Freitags 20.472 neue Corona-Infektionen, wie es am Samstagmorgen hieß. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 157 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 16.033 Neuinfektionen und 207 neue Todesfälle verzeichnet.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.755.225 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 2.477.500 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 75.780.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 1,14 (Vortag 1,08). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 114 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona: Bundesland kündigt Ausgangsbeschränkung zu Ostern an - danach Lockerungen für Tourismus möglich

Update vom 26. März, 20.48 Uhr: Brandenburg will die Corona-Regeln im privaten Umfeld. Während der Osterzeit soll es vom 1. bis 6. April eine Ausgangsbeschränkung von 22.00 Uhr bis 5.00 Uhr ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 an drei Tagen in Folge geben. Das teilte die Staatskanzlei in Potsdam mit. Ausnahmen aus triftigem Grund seien möglich. Darauf habe sich das Kabinett am Freitag verständigt, der Beschluss soll aber erst am Dienstag fallen.

Liegt die Inzidenz länger erheblich über 100, sollen Kreise und kreisfreie Städte weitere Schritte ergreifen. Lockerungen für Kultur und Tourismus sollten regional ab Mitte April über Modellprojekte möglich sein. Geplant ist eine App zur Nachverfolgung von Kontakten.

In Potsdam könnte bald eine nächtliche Ausgangsbeschränkung gelten.

„Völlig abwegig“: Lauterbach hält Modellprojekte für das falsche Signal - Warnung vor extrem hohen Infektions-Zahlen

Update vom 26. März, 15.01 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (58) hat kein Verständnis für die Öffnungsstrategien und Modellprojekte in einigen Bundesländern.

„Wir sind gerade in einem exponentiellen Wachstum. Das wird drastisch zunehmen“, sagte Lauterbach n-tv. Es sei für ihn nicht nachvollziehbar. „Wir müssen die Zahlen erstmal in den Griff bekommen.“

Modellprojekte geben seiner Ansicht nach das falsche Signal. „Sie geben das Signal, das wir Fallzahlen runterbekommen, indem wir lockern. Das ist vollkommen abwegig“, bekräftigt der SPD-Politiker. Arbeitgeber sollten verpflichtet werden zweimal pro Woche zu testen, daneben sollte Homeoffice Pflicht werden. Zudem fordert der Epidemiologe eine Ausgangssperre für zwei Wochen. Es ginge darum sehr hohe Fallzahlen in den nächsten Wochen und damit Tod und schwerwiegende Krankheiten zu verhindern. „Es hilft nicht den Kopf in den Sand zu stecken.“

Vor bis zu 100.000 Neuinfektionen täglich warnte RKI-Chef Lothar Wieler an diesem Freitag. Wenn, es jetzt nicht gelänge die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Auch Lauterbach schließt 100.000 Neuinfektionen in den nächsten Wochen nicht aus. Es sei die Größenordnung die kommen kann. Lauterbach bleibt angesichts der Lage optimistisch: „Wenn wir schnell reagieren, können wir das abwenden.“

RKI warnt vor 100.000 Neuinfektionen. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält das für möglich.

Corona in Deutschland - 4,4 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft

Update vom 26. März, 13.46 Uhr: Deutschland hinkt beim Impfen noch hinterher. Bisher sind etwa 12 Millionen Corona-Impfdosen verabreicht worden. Laut dem sogenannten Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums sind 4,4 Prozent der Bevölkerung (3.683.034 Personen) vollständig geimpft. 8.357.237 Personen mindestens eine Impf­dosis erhalten. Am Donnerstag (25. März) 279.064 Impfdosen verimpft. Bitter jedoch: Traumhafte Urlaubsziele hängen Deutschland bei den Corona-Impfungen hoffnungslos ab, berichtet Merkur.de*. 

Corona in Deutschland: Mehr Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen

Update vom 26. März, 13.21 Uhr: Die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten in Deutschland steigt weiter an. Derzeit müssen 3.322 Corona-Patienten auf einer Intensivstation behandelt werden, davon werden 1.818 künstlich beatmet. Das geht aus den Daten des Divi-Registers hervor (Stand: 26. März, 13.27 Uhr). Aktuell sind demnach noch 3.288 Intensivbetten frei. Am Vortag waren, laut dem Lagebericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) noch 3.260 Menschen mit einer Coronainfektion in intensivmedizinischer Behandlung.

„Mutiger Versuch“ - Virologe sieht Modellversuch wie im Saarland skeptisch

Erstmeldung vom 26. März 2021

Saarbrücken - Der Virologe Martin Stürmer hat sich skeptisch über die geplanten Corona-Lockerungen im Saarland geäußert. Der Versuch sei sehr mutig, sagte Stürmer am Freitag im RBB-Inforadio. Auch die Grundidee, sich Alternativen zum Lockdown* zu überlegen, sei nicht schlecht. Stürmer riet allerdings davon ab, die Regelung gleich für das ganze Bundesland zu beschließen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Deutschland momentan bei 119.

„Ich finde, man sollte jetzt erstmal versuchen, das Infektionsgeschehen insgesamt wieder in den Griff zu bekommen“, gab der Virologe zu bedenken. „Auch wenn jetzt das Saarland eine niedrige Inzidenz* hat, heißt es ja nicht, dass das so bleiben muss.“

Stürmer fügte hinzu: „Und deswegen würde ich erstmal runterfahren und gleichzeitig ebensolche Modelle nicht aus den Augen verlieren - aber ich würde sie kleiner und gezielter machen.“

Virologe Martin Stürmer sieht Lockerungen wie im Saarland skeptisch.

Saarland will ab dem 6. April aus dem Lockdown

Die saarländische Landesregierung will ab dem 6. April mit einer entsprechenden Rechtsverordnung die Corona-Restriktionen für Gastronomie, Sport und Kultur sowie private Treffen lockern. Mit einem negativen Corona-Test* soll auch der Besuch von Theatern, Kinos, Konzerthäusern und Fitnessstudios wieder möglich sein. Wenn sich das Vorgehen als erfolgreich erweist, sollen ab dem 18. April weitere Öffnungsschritte folgen. Momentan liegt die 7-Tage-Inzidenz laut RKI-Angaben im Saarland bei 61,1. Das sieht gut aus - vor Ostern.

Doch die Entwicklung ist dynamisch. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler haben sich an diesem Freitag bei der obligatorischen Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage geäußert. Wieler warnte dabei: „Wir befinden uns am Anfang der dritten Welle. Es gibt deutliche Signale, dass diese Welle noch schlimmer werden kann, als die anderen beiden.“

Corona in Deutschland: Modellprojekte in ausgewählten Regionen

Der Deutsche Städtetag appellierte derweil an die Länder, rasch die Einzelheiten der geplanten Modellprojekte für Öffnungsschritte in der Corona-Krise festzulegen. Der Präsident des kommunalen Spitzenverbandes und Leipziger Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) sagte dem Portal t-online, die Städte begrüßten Modellprojekte, um Öffnungsschritte für einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens zu untersuchen.

„Es ist gut, dass Bund und Länder diese Woche solche Modellprojekte in einigen ausgewählten Regionen grundsätzlich verabredet haben“, sagte Jung. „In den Ländern müssen nun rasch die Einzelheiten dafür festgelegt werden. Erst dann können Städte Modellprojekte starten. Es ist unglücklich, wenn der Eindruck entsteht, die Städte seien nicht kreativ und entschlossen genug.“

Corona in Deutschland: NRW will Modellstadt

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen soll einem Zeitungsbericht zufolge unter anderem in der Millionenstadt Köln modellhaft erprobt werden, wie Einzelhandel, Gastronomie und Veranstaltungsstätten sicher geöffnet werden könnten. Am Beispiel der größten Stadt in NRW solle erprobt werden, wie entsprechende Maßnahmen in einer Metropole greifen, berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger am Freitag. (afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Britta Pedersen/dpa

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