Lockerungen hier, Verschärfungen da

Corona in Deutschland: Polizei warnt vor Spaziergang in beliebter Urlaubsregion

  • Martina Lippl
    vonMartina Lippl
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Corona nimmt wieder Fahrt auf. Ausgerechnet jetzt, da Lockerungen anstehen, steigt die Inzidenz. Die Zahl der Neuinfektionen nimmt im Vergleich zum vergangenen Donnerstag zu. Unser News-Ticker.

  • Das Corona-Infektionsgeschehen in Deutschland ist sehr dynamisch - trotz Lockdown* bis zum 7. März.
  • Die Corona-Mutationen breiten sich immer mehr aus. Ein Bundesland verschärft die Quarantäne-Regeln (siehe Erstemeldung).
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 25. Februar, 15.02 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Öffnungsschritte aus dem Lockdown nicht nur am Inzidenzwert 35 festmachen, sondern auch an lokalen Entwicklungen.

„Es ist falsch, diese Pandemie oder die Infektionsdynamik pauschal auf eine Zahl zu reduzieren, weder auf den R-Wert noch auf die Infiziertenzahlen allein“, sagte Spahn im Interview mit Zeit Online. „Bei der Inzidenz etwa sollten wir genauer und auch regionaler schauen: Sinken die Zahlen gerade oder steigen sie?“

Und weiter führt der Minister aus: „Sind die Zahlen auf einen konkret definierbaren Infektionsausbruch zurückzuführen, den wir klar abgrenzen und bekämpfen können, oder handelt es sich um ein diffuses Infektionsgeschehen, bei dem Menschen nicht mehr wissen, wo sie sich infiziert haben? Sind vor allem Ältere oder eher Jüngere infiziert? Danach sollten wir unser Handeln ausrichten.“

Allerdings ist Spahn weiter dafür die 35er-Inzidenz bundesweit als Richtwert zu nehmen - „aber zusätzliche Variablen zu betrachten.“ In den Kommunen sei das Infektionsgeschehen inzwischen sehr unterschiedlich, deshalb solle laut Spahn unterschiedlich vorgegangen werden.

Update vom 25. Februar, 14.10 Uhr: Die Inzidenz muss unter 35 - auf dieses Ziel haben sich Bund und Länder auf dem Corona-Gipfel geeinigt. Erst dann sind Lockerungen - langsame Öffnungsschritte - für Geschäfte, Museen oder körpernahe Dienstleistungsbetriebe überhaupt drin.

Von diesem Ziel ist Deutschland insgesamt bisher noch weit entfernt. Einziges Bundesland unter der 50er-Marke ist momentan Baden-Württemberg mit einer 7-Tage-Inzidenz von 47,7 (siehe auch Erstmeldung).

Corona: Polizei warnt Berliner:innen vor Ostsee-Spaziergang

In anderen Regionen ist das Infektionsgeschehen dagegen extrem hoch. Vor Tagesausflügen an die Ostsee warnt die Berliner Polizei ausdrücklich via Twitter. Landkreis Vorpommern-Greifswald, Usedom wie auch Ueckermünde und Lubim, gelten momentan als Hochrisikogebiet. Einreisen sind nach der Infektionsschutzverordnung grundsätzlich untersagt.

„Wir kontrollieren weiter“, twittert die Polizei Vorpommern-Greifswald am Donnerstag. „Sofern kein triftiger Grund vorliegt, müsst Ihr umdrehen. Unter Umständen kann auch ein Bußgeldverfahren eingeleitet werden“, kündigt die Polizei auf Facebook an. Einreisende aus Polen müssen sich im Landkreis Vorpommern-Greifswald nach ihrer Rückkehr beim Gesundheitsamt melden und in Quarantäne, teilt der Kreis am Donnerstag mit. Die Meldepflicht wurde in der neuesten Fassung der Quarantäne-Verordnung geändert.

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Corona in Deutschland: Bundesland hat niedrigste Inzidenz - und verschärft dennoch Regeln

Erstmeldung vom 25. Februar 2021

München - Die Corona-Fallzahlen entwickeln sich momentan in Deutschland völlig unterschiedlich. Beim Blick auf die täglichen Corona-Neuinfektionen fällt jedoch eine Sache auf: am Mittwoch meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) erfahrungsgemäß die höchsten Fallzahlen der Woche.

Warum das so ist? Das Phänomen erklärte RKI-Chef Lothar Wieler schon vor Wochen auf einer Pressekonferenz auf Nachfrage mit Testabläufen, Meldesystemen und der elektronischen Erfassung der Corona-Fallzahlen. Diese Erklärung mag für einige unbefriedigend sein - nichtsdestotrotz sind die Corona-Fallzahlen ausgerechnet am Mittwoch immer auf dem höchsten Stand der Woche. Insofern ist ein Vergleich der Corona-Fallzahlen an diesem Tag schon recht interessant. Auch wenn Nachmeldungen immer noch möglich sind, wie das RKI betont.

Corona in Deutschland: RKI meldet 11.869 Corona-Neuinfektionen

11.869 Corona*-Neuinfektionen (Vortag - Mittwoch: 11.800 Neuinfektionen) haben die Gesundheitsämter binnen 24 Stunden an der RKI gemeldet. Das geht aus den Daten des RKI-Covid-19-Dashboards am Donnerstagmorgen hervor. Die Corona-Fallzahlen liegen also höher - als am Mittwoch.

Donnerstag 25. Februar 2021 Donnerstag 18. Februar 2021Höchstwert in Deutschland
Corona-Neuinfektionen 11.869 Corona-Neuinfektionen10.207 Corona-Neuinfektionen33.777* Neuinfektionen am 18. Dezember 2020
Corona-Todesopfer385 weitere Todesfälle534 weitere Todesfälle1244 weitere Todesfällen war am 14. Januar 2021
7-Tage-Inzidenz 61,7 57197,6 am 22. Dezember 2020

*enthielt jedoch 3.500 Nachmeldungen

Coronavirus: 7-Tage-Inzidenz in Deutschland zieht wieder an

Beim Infektionsgeschehen ist neben dem Corona-Fallzahlen die 7-Tage-Inzidenz* derzeit ein wichtiger Wert. Doch auch hier sind in Deutschland die Kontraste teils enorm. Die 7-Tage-Inzidenz liegt am Donnerstag bei 61,7. Baden-Württemberg ist als einziges Bundesland in Deutschland unter der 50er-Inzidenz. Das Land verschärft trotzdem jetzt die Quarantäne-Regeln (siehe mehr dazu im Text weiter unten). Thüringen weist einen Wert von 119,4 - die höchste Inzidenz aus.

Bund und Länder wollen die 7-Tage-Inzidenz unter 35 drücken, dann erst soll es weitere Lockerungen in den Bundesländern geben. So jedenfalls der Plan - mit vielen Wenns und Abers. Auch die Größen von 10 ist bei den Öffnungskonzepten im Gespräch. Am kommenden Mittwoch (3. März) steht der nächste Bund-Länder-Corona-Gipfel an. Im Vorfeld bringen sich die Länder-Chefinnen und Chefs in Stellung. In einigen Bundesländern beispielsweise Bayern werden die Baumärkte geöffnet*, beim Nachbarn Baden-Württemberg sollen sie dagegen geschlossen bleiben.

Corona in Deutschland zwischen Lockdown oder Lockerungen?

In einzelnen Städten und Regionen ist das Coronavirus auf dem Vormarsch. Düsseldorf (NRW) hat die Maskenpflicht wieder eingeführt, nachdem die Inzidenz auf 56,1 geschnellt ist.

Hessen plant weitere Schritte zur Lockerung der Corona-Maßnahmen. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) kündigte auf einer digitalen CDU-Veranstaltung einen Vier-Stufen-Plan dafür an. Die Beurteilung der Corona-Handlungsspielräume werde in Hessen künftig nicht mehr von den Inzidenzen abhängen, erklärte der CDU-Landeschef. Es müsse zwar weiter vorsichtig in der Corona-Pandemie vorgegangen werden. „Wir können aber auch nicht so weitermachen.“

Corona in Deutschland: Lockerungen oder Lockdown? Das ist die Frage.

Corona-Mutationen in Deutschland - Bundesland verschärft Quarantäneregeln

Baden-Württemberg verschärft die Quarantäneregeln. Damit will das Land die Ausbreitung der ansteckenderen Varianten bremsen. Kontaktpersonen der Kategorie 1 müssen ab sofort 14 statt wie bislang zehn Tage in Isolation, teilte das Staatsministerium am Donnerstag, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Das gelte ebenso für Haushaltsangehörige der infizierten Person sowie Haushaltsangehörige von Kontaktpersonen von Infizierten mit einer Virusmutation. Schüler und Schülerinnen können sich erst ab dem fünften Tag freitesten lassen - sobald feststeht, dass sich die positiv getestete Person nicht mit einer neuartigen Virusvariante angesteckt hat.

Auch die Regeln für die Einreise-Quarantäne werden verschärft: Wer aus einem Hochinzidenzgebiet einreist, kann sich künftig nicht mehr freitesten lassen. Wer aus einem Gebiet mit Virusvarianten einreist, muss 14 Tage lang in Quarantäne bleiben und kann sich ebenfalls nicht freitesten lassen. Bislang waren von einer Infektion Genesene für sechs Monate von der Quarantänepflicht befreit - aufgrund der Virusmutanten wird diese Befreiung auf drei Monate reduziert. (ml mit Material der dpa)*Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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