Neue Corona-Regeln

Corona in Deutschland: BaWü verschärft Regeln für Ungeimpfte

Die Corona-Inzidenz in Deutschland bleibt auf einem Niveau. Doch die speziellen Zahlen für Kinder und Jugendliche sind teilweise besonders hoch.

  • Die 7-Tage-Inzidenz steigt leicht an. (siehe Erstmeldung).
  • Das RKI registiert teils sehr hohe Inzidenzen bei Kindern. (siehe Erstmeldung).
  • In Baden-Württemberg ist die neue Corona-Verordnung in Kraft getreten. (siehe Update vom 15. Oktober, 12.10 Uhr).
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 15. Oktober 2021, 12.10 Uhr: In Baden-Württemberg sind am Freitag (15. Oktober) neue Corona-Regeln in Kraft getreten. Die neue Corona-Verordnung sieht eine verschärfte Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte in Unternehmen mit Publikumsverkehr vor. Mitarbeiter etwa in der Gastronomie oder in Friseursalons müssen sich künftig zweimal die Woche auf das Coronavirus testen lassen. Geimpfte und genesene Beschäftigte sind von dieser Pflicht befreit. Bisher galt eine solche Testpflicht für ungeimpfte Beschäftigte mit Außenkontakt nur dann, wenn sich die Corona-Lage im Südwesten deutlich verschärft.

Zudem tritt nun das sogenannte 2G-Optionsmodell in Kraft, das es in einigen Bundesländern schon länger gibt. Dadurch fallen bei größeren Veranstaltungen die Maskenpflicht und Abstandsregeln weg, wenn nur Geimpfte und Genesene zugelassen sind. Auch volle Säle und Fußballstadien kann es so wieder geben. Bisher galt eine Obergrenze für Großveranstaltungen von maximal 25 000 Besuchern unter 3G-Bedingungen.

Eine weitere Änderung betrifft die Kontaktnachverfolgung mit Smartphone-Apps. Wer im Restaurant oder Freizeitpark seine Daten hinterlegt, kann das ab sofort nicht nur mit der sogenannten Luca-App tun, sondern darf auch auf die Corona-Warn-App oder vergleichbare Anwendungen zurückgreifen, wie die Landesregierung zur neuen Verordnung erklärte.

Corona-Virus in Deutschland: Sieben-Tage-Inzidenz steigt leicht

Erstmeldung vom 15. Oktober 2021, 7.27 Uhr: Berlin - Es sind erst einmal gute Nachrichten, wenn es bei der Sieben-Tage-Inzidenz* in Deutschland wenig Dynamik gibt. Doch nach unten zeigt der Trend damit auch nicht: Das Robert Koch-Institut* (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 68,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 67,0 gelegen, vor einer Woche bei 63,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 11.518 Corona-Neuinfektionen (RKI-Dashboard, Stand: 4.21 Uhr). Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 65 Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - dem für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Donnerstag mit 1,93 (Mittwoch 1,90) an. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Corona in Deutschland: RKI registriert in einzelnen Regionen viele Corona-Ansteckungen bei Kindern und Jugendlichen

Besorgniserregend scheint die Situation teils unter Kindern und Jugendlichen: Das Robert Koch-Institut (RKI) registriert in einzelnen Regionen Deutschlands besonders viele Corona*-Ansteckungen bei ihnen. In acht Landkreisen liege die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei den 10- bis 19-Jährigen bei mehr als 500, twitterte das RKI am Donnerstagabend zu einer Auswertung im neuen Corona Wochenbericht. Nähere Angaben zu den Landkreisen und deren jeweiligen Zahlen wurden nicht gemacht, auf einer Karte waren Kreise aber entsprechend eingefärbt. Auch zu möglichen Hintergründen für die regional hohen Zahlen machte das RKI keine Angaben.

Corona in Deutschland: Ein Kind geht mit Maske in eine Schule. (Archivbild)

Bundesweit sei die Sieben-Tage-Inzidenz vergangene Woche in den Altersgruppen unter 20 Jahren allerdings im Vergleich zur Woche zuvor leicht gesunken, hieß es zusammenfassend. Die Werte bei Menschen über 20 hingegen stiegen leicht an. Das RKI sprach zudem bundesweit von 636 übermittelten Schulausbrüchen für die vergangenen vier Wochen - wegen möglicher Nachmeldungen seien insbesondere die vergangenen zwei Wochen aber noch nicht zu bewerten.

Bereits seit einiger Zeit werden zahlreiche Corona-Infektionen insbesondere bei Kindern ab dem Schulalter und bei Jugendlichen festgestellt. An Kitas und Schulen wird regelmäßig auf das Virus getestet. Die Covid-19-Impfstoffe sind bislang ab 12 Jahren zugelassen. Die Impfquote bei 12- bis 17-Jährigen ist noch wesentlich niedriger als bei Erwachsenen. Kinder und Jugendliche erkranken zwar deutlich seltener schwer an Covid-19 als ältere Menschen, es gibt aber noch offene Fragen rund um Langzeitfolgen (Stichwort „Long Covid“*).

Stagnierende Lage bei Infektionszahlen in Deutschland - doch regionale Unterschiede erkennbar

Insgesamt bewertet das RKI die Lage bei den Infektionszahlen derzeit als stagnierend. Die Entwicklungen in den einzelnen Bundesländern unterscheiden sich. Deutliche Anstiege verzeichneten im Vergleich der beiden vergangenen Wochen Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und das Saarland, heißt es im Wochenbericht. (dpa/cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Jens Büttner/dpa

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