Gesundheitsminister Jens Spahn spricht vor seinem Besuch in einer Berliner Praxis zu Medienvertretern über den offiziellen Start der Corona-Impfungen in Arztpraxen.
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet „frühestens im April“ für Deutschland mit Chargen des Corona-Impfstoffs von Johnson & Johnson.

News-Ticker zur Pandemie

Corona in Deutschland: Spahn überrascht mit nächstem Impf-Versprechen - aber dämpft bei Johnson & Johnson-Lieferung

  • Patrick Mayer
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Corona bestimmt das Leben in Deutschland. Die aktuellen Infektionszahlen sind ein Dämpfer. Alle wichtigen Informationen zur Coronavirus-Pandemie finden Sie hier in unserem News-Ticker.

  • Corona-Pandemie* in Deutschland: Die 7-Tage-Inzidenz ist in einem Bundesland in die Höhe geschnellt.
  • RKI-Chef Lothar Wieler warnt: „In Deutschland hat die dritte Welle schon begonnen.“ (Erstmeldung vom 11. März)
  • Jens Spahn macht das nächste große Impf-Versprechen (siehe Update vom 11. März, 19.55 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 12. März finden Sie hier.

Update vom 12. März, 6.24 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson ist jetzt in der EU zugelassen. Erhöht sich nun das Impftempo in Deutschland? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU*) will offenbar nicht zu hohe Erwartungen wecken. „Die Wahrheit ist, dass nach Angaben von Johnson & Johnson frühestens, und ich sage jetzt ausdrücklich frühestens, Mitte, Ende April mit Lieferungen zu rechnen ist“, sagte Spahn am Donnerstagabend in den „Tagesthemen“ der ARD.

Er habe die EU-Kommission gebeten, „sehr klar“ mit Johnson & Johnson über die Bereitstellung der zugesagten Impfstoff-Mengen zu sprechen, fuhr er fort. Man wolle „genau wissen“, warum die Impfstoffe nicht vor Mitte April in die EU geliefert werden könnten und warum andere Länder schon beliefert würden.

Verzögert sich auch die Impfstoff-Lieferung von Johnson & Johnson? Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) deutet das an.

Pünktlich zu den Osterferien in Deutschland: Mallorca lockert Corona-Regeln

Update vom 11. März, 22.10 Uhr: Die beliebte Ferieninsel Mallorca senkt die Corona-Zahlen mit drastischen Covid-19-Regeln*. Jetzt will die Balearen-Destination weitreichende Lockerungen beschließen - pünktlich zu den Osterferien in Deutschland.

Update vom 11. März, 21.45 Uhr: Hoffnungen im Sommer, mögliches Worst-Case-Szenario im Herbst: Virologe Hendrik Streeck blickt im Interview mit Merkur.de* auf das Corona-Jahr 2021 voraus und äußert Unverständnis, was die aktuellen Schritte der Politik in Deutschland angeht.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Das nächste große Impf-Versprechen von Jens Spahn

Update vom 11. März, 19.55 Uhr: Jens Spahn (CDU) hat in der Corona-Krise das nächste große Impf-Versprechen gemacht.

Bis zum dritten Quartal werde man allen Menschen nicht nur eine Impfung anbieten können, sondern sie auch dazu auffordern können, sagte Spahn am Donnerstag laut dpa in Berlin-Prenzlauer Berg bei einem der ersten Impftermine eines Pilotprojekts mit knapp 150 Arztpraxen in der Hauptstadt. „Da bin ich sehr sicher, da werden wir spätestens im Sommer sein.“

Bis Ende Sommer sollen laut dem Gesundheitsminister mit Hilfe der Arztpraxen große Teile der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft sein.

Update vom 11. März, 19.30 Uhr: Die Hygiene-Regeln wegen des Coronavirus zeigen auch an anderer Stelle Wirkung: So bleibt die im Frühjahr übliche Grippewelle in Deutschland 2021 komplett aus*.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Erstmals mehr als 250.000 Corona-Impfungen an einem Tag

Update vom 11. März, 19.10 Uhr: Erstmals wurden dem Robert-Koch-Institut (RKI) an diesem Donnerstag mehr als 250.000 Impfungen gegen das Coronavirus in Deutschland gemeldet.

Demnach wurden in der Bundesrepublik am Vortag (10. März) 257.671 Impfdosen verabreicht. Wie das heute Journal des ZDF berichtet, gibt es aber weiter Kritik. So sollen viele Hausärzte fordern, dass sie nicht erst Mitte April in die Impfungen integriert werden - sondern früher.

Logistiker monierten derweil, dass nicht alle möglichen räumlichen Kapazitäten für die Impfkampagne ausgeschöpft seien. Sie verwiesen etwa auf Apotheken oder sogar auf Rathäuser.

Update vom 11. März, 16.33 Uhr: Die Schweiz stuft Thüringen als Risikogebiet ein - als einziges Bundesland in Deutschland. Der Freistaat steht jetzt auf der Liste der Corona-Risikogebiete, des Schweizer Bundesamtes für Gesundheit. Ab dem 22. März müssen demnach für Einreisende aus Thüringen ein negatives Testergebnis vorweisen. Es gibt aber auch Ausnahmen.

Corona in Deutschland: Gesundheitsministerium äußert sich zum Impfstopp von AstraZeneca

Update vom 11. März, 14.44 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium hat sich zu dem Impfstopp von AstraZeneca in Dänemark geäußert. „Nach jetzigem Stand gibt es noch keine Hinweise darauf, dass der Todesfall in Dänemark mit einer Corona-Impfung ursächlich in Verbindung steht“, erklärte ein Ministeriumssprecher am Donnerstag, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. „Aktuell untersuchen die europäischen Arzneimittelbehörden den Fall.“

Dänemark hat die Corona-Impfungen am Donnerstag mit AstraZeneca vorsichtshalber gestoppt und mit möglichen Nebenwirkungen begründet. Die dänische Gesundheitsbehörde verwies auf Berichte über „schwere Fälle der Bildung von Blutgerinnseln“ bei Geimpften. Bisher sei allerdings noch nicht abschließend geklärt, ob es einen Zusammenhang zwischen den Impfungen und den Gerinnungsstörungen gibt, hieß es in Kopenhagen.

Update vom 11. März, 14.29 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für die Zulassung des Corona-Impfstoffs des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson in der EU gegeben.

Corona in Deutschland - Zieht das Impftempo jetzt an?

Update vom 11. März, 12.47 Uhr: Mehr Tempo beim Impfen gegen Corona sollte eigentlich das Motto sein. Die deutschen Hausärzte machen Druck. Doch die Corona-Impfungen in den Arztpraxen können wohl erst Mitte April starten. Das hatten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Mittwoch beschlossen. Über den genauen Zeitplan beim Impfbeginn soll auf dem nächsten Corona-Gipfel am 22. März beraten werden.

Offenbar gibt es schlicht noch zu wenig Impfstoff. Die Impfzentren sollen zuerst mit dem Impfstoff versorgt werden, dann erst die Praxen. Ein vierter Corona-Impfstoff könnte Schwung in die Impfaktion bringen. Über die Zulassung des Vakzins von Johnson & Johnson will die Europäische Arzneimittelbehörde EMA an diesem Freitag entscheiden.

3,2 Prozent der Einwohner in Deutschland sind bereits vollständig geimpft, wie aus dem Impfdashboard.de hervorgeht. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung (93,1 Prozent) verfügt zweieinhalb Monate (75 Tage) nach dem Impfstart noch immer über keinen Impfschutz.

Corona: Verfügbare Impfstoffe in Deutschland

  • BioNTech seit 26. Dezember 2020
  • Moderna seit 14. Januar 2021
  • AstraZeneca seit 8. Februar 2021
  • Johnson & Johnson - die europäische Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt am 11. März die Zulassung.

Corona in Deutschland: RKI-Zahlen schießen in die Höhe - Wieler wird deutlich - „Die dritte Welle hat begonnen“

Erstmeldung vom 11. März 2021

Berlin - Ist es nur ein Ausreißer? Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland sind an diesem Donnerstag (11. März) enorm hoch. Das Robert-Koch-Institut* (RKI) verzeichnet 14.356 Neuinfektionen in den vergangenen 24 Stunden. Vor einer Woche waren es nach den RKI-Daten 2.444 weniger - 11.912 neue Corona-Fälle. Zudem wurden 321 Todesfälle gemeldet (Vorwoche: 359).

Die 7-Tage-Inzidenz* ist auf 69,1 (Vortag: 65,4) gestiegen. In Thüringen liegt der Wochenwert allerdings bei 138,3. Unter 50 liegen nur Rheinland-Pfalz (48,5) und Schleswig-Holstein (46,6).

Den 7-Tage-R-Wert* schätzt das RKI laut dem Lagebericht vom Mittwochabend auf 0,96 (Vortag: 0,97). Der Wert spiegelt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen wider. Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 96 weitere Menschen anstecken.

In den letzten Wochen warnten verschiedene Experten vor einer dritten Corona-Welle*. Corona-Mutationen tauchten auf der ganzen Welt auf. Mit ihnen stieg die Zahl der Neuinfektionen rasant an. In Deutschland nimmt die britische Corona-Mutation B.1.1.7* deutlich zu. „Es ist mit einer weiteren Erhöhung des Anteils auf über 50% der Virusvariante B.1.1.7 zu rechnen, wie dies in den letzten Wochen bereits aus anderen europäischen Ländern berichtet wurde“, teilt das RKI in seinem aktuellen Covid-19-Lagebericht mit.

„Das ist besorgniserregend, weil B.1.1.7 nach bisherigen Erkenntnissen ansteckender ist und vermutlich etwas schwere Krankheitsverläufe verursacht als andere Varianten“, so das RKI.

RKI-Chef Wieler: „In Deutschland hat die dritte Welle schon begonnen“

„Wir haben ganz klare Anzeichen dafür: In Deutschland hat die dritte Welle schon begonnen“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler im Gespräch mit der UN-Journalistenvereinigung (ACANU) in Genf. „Ich bin sehr besorgt.“

Die strikte Anwendung von Schutzmaßnahmen wie Maske tragen und Abstand halten sei trotz Impfungen weiter dringend nötig. 

Corona in Deutschland - Wettlauf gegen das mutierende Virus

Die Impfkampagne sei ein Wettlauf gegen das mutierende Virus. Die Ziellinie sei aber in Sicht: Wenn es keine Unterbrechungen wegen Produktionsausfällen oder aus anderen Gründen gebe, könnten bis Herbst 80 Prozent der Bevölkerung immun gegen das Virus seien. „Wenn das der Fall ist, können alle Maßnahmen aufgehoben werden“, sagte Wieler. Er geht davon aus, dass nach den ersten Impfrunden Auffrischungen nötig sind - in welchen Abständen, sei bislang unklar.

Besorgniserregende Coronavirus Variante (variants of concern - kurz VOCs)Mutmaßliche Eigenschaft
Britische Variante B.1.1.7.Erhöhte Übertragbarkeit/ schwere Krankheitsverläufe/ bislang kein Hinweis auf - substantiell verringerte Wirksamkeit der zugelassenen Impfstoffe
Südafrika-Variante B.1.351Reduzierte Wirksamkeit der Immunantwort nach Infektion/ Impfung
Manaus (Brasilien)-Variante B.1.1.28 Linie P.1Hinweis auf mögliche Wiederansteckung /

Exakt vor einem Jahr am 11. März 2020 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Infektionen mit dem damals neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 als Pandemie ein. Zu dem Zeitpunkt waren weltweit 118 000 Infektionen gemeldet und knapp 4300 Menschen nach einer Infektion gestorben. Ein Jahr später sind es nach der WHO-Statistik fast 120 Millionen gemeldete Infektionen weltweit und gut 2,6 Millionen Todesfälle. (ml/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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