Rückständiges Deutschland

„Corona-Ansteckung, auch wenn man sich gar nicht begegnet“: Aerosol-Experte erklärt entscheidenden FFP2-Fehler

  • Patrick Huljina
    vonPatrick Huljina
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Im Zuge der Corona-Pandemie ist die Mund-Nasen-Maske zum alltäglichen Begleiter geworden. Ein Aerosol-Experte erklärt nun, dass Deutschland im Bezug auf Masken Fehler gemacht hat.

Köln - Vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie war es in Deutschland ein seltenes Bild, inzwischen gehört es zum Alltag: das Tragen von Mund-Nasen-Masken. Das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus soll dadurch gesenkt werden. Auch nach mittlerweile rund einem Jahr Corona-Pandemie in Deutschland haben laut dem Aerosol-Experten Gerhard Scheuch viele Menschen noch Nachholbedarf, was das richtige Tragen von Masken angeht.

Corona-Pandemie: Deutschland beim Masken-Tragen ein „Entwicklungsland“

Das Mitglied der Gesellschaft für Aerosolforschung (GAeF) erklärte bei einer digitalen Podiumsdiskussion am Mittwoch, dass Deutschland beim Tragen von Masken noch ein „Entwicklungsland“ sei. Ein Mund-Nasen-Schutz würde heute durch die Frage charakterisiert, wie gut das Material Viren zurückhalten könne, behauptete Scheuch. Das sei allerdings nur ein Parameter.

Denn: Der richtige Sitz der Maske ist laut dem Aerosol-Experten ebenfalls wichtig. Schließlich passe nicht jede Maske jedem, wie Scheuch klarstellte. „Weil jedes Gesicht ist ein bisschen anders und Kinder haben kleinere Gesichter als wir Erwachsene. Da kann man nicht einfach so einem kleinen Kind so eine FFP2-Maske für einen Erwachsenen aufs Gesicht drücken. Dann ist das Ganze undicht“, führte er weiter aus.

Im Vergleich zu Menschen in ostasiatischen Ländern, sei man in Deutschland zu Beginn der Corona-Pandemie noch nicht daran gewöhnt gewesen, mit Masken zu leben. „Da sind wir halt etwas rückständig“, betonte Scheuch. „Deswegen sind wir da sicherlich Entwicklungsland. Und wir haben da Fehler gemacht“, so Scheuch.

Aerosol-Experte Gerhard Scheuch bezeichnet Deutschland beim Tragen von Corona-Masken als „Entwicklungsland“. (Symbolbild)

Corona-Pandemie in Deutschland: „Wichtig, dass man die Masken richtig benutzt“

Es sei seiner Meinung nach unter anderem problematisch gewesen, die FFP2-Masken so zu bewerben, wie es teilweise geschehen sei, erklärte der Aerosol-Experte. Aus seiner Sicht hätte es zwingend auch Hinweise benötigt, wie eine solche Maske richtig zu nutzen ist. „Das ist ganz wichtig, dass man eben diese Masken richtig benutzt und nicht nur einfach die Masken ausgibt und den Leuten dann sagt: So, jetzt sieh mal zu, wie du damit zurechtkommst“, schilderte Scheuch das Versäumnis aus seiner Sicht.

Das Tragen von Masken soll in der Corona-Pandemie gegen die Übertragung von Aerosolen helfen. Die virushaltigen Tröpfchen in der Luft entstehen beim Husten, Niesen, Sprechen und sind ein Gemisch aus festen und flüssigen Schwebeteilchen. „Man kann sich auch anstecken, wenn man sich gar nicht begegnet. Das ist ja das Teuflische bei dieser Aerosol-Infektion“, stellte Scheuch klar. Das Lüften an viel frequentierten Orten sei daher wichtig, um das Risiko einer Corona-Infektion zu mindern. (ph/dpa)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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