Kaum jemand zu sehen: der Münchner Odeonsplatz während des Corona-Lockdowns.
+
Kaum jemand zu sehen: der Münchner Odeonsplatz während des Corona-Lockdowns.

Droht die vierte Welle?

Herdenimmunität und Herbst: RKI macht ganz bittere Corona-Prognose - „Nicht realistisch“

  • Patrick Mayer
    VonPatrick Mayer
    schließen

Kommt im Herbst und Winter eine vierte Corona-Welle auf Deutschland zu? Das RKI gibt eine klare Antwort und deutet neue Covid-19-Maßnahmen an.

München/Berlin - Es ist für viele Bürger in der Coronavirus-Pandemie sicher kein schöner Gedanke: eine vierte Welle im Herbst und Winter. Das Robert-Koch-Institut (RKI) aus Berlin hat an diesem Donnerstag (22. Juli) eine Einschätzung bekannt gegeben. Und diese macht mit Blick auf die kalten Monate keinen Mut, sondern neue Sorgen.

Corona-Pandemie in Deutschland: RKI erwartet offenbar vierte Welle im Herbst

Das RKI teilte mit, dass die Bevölkerung „frühzeitig darüber informiert werden, dass es im Winter wieder zu einer starken Belastung des Gesundheitswesens“ und möglicherweise einer regionalen oder lokalen Überlastung kommen könne, etwa bei der sogenannten ECMO-Kapazität (spezielle Maschinen für Patienten mit schwerem Lungenversagen). Das RKI betont: „Die Vorstellung des Erreichens einer Herdenimmunität im Sinne einer Elimination oder sogar Eradikation des Virus“ - also ein weitgehendes Zurückdrängen oder Ausrotten - sei nicht realistisch.

Im Video: Karl Lauterbach warnt - Delta-Variante ansteckender und auch tödlicher

Stattdessen erwartet das RKI einen Anstieg der Corona-Fälle im Herbst und Winter. Es müssten vorbeugende Maßnahmen in verschiedenen Bereichen getroffen werden, heißt es in einem Strategiepapier der Behörde weiter. Als Handlungsempfehlungen werden eine „erfolgreiche Impfkampagne“, „klassische Infektionsschutzmaßnahmen der Gesundheitsämter“ und der gezielte Einsatz von Maßnahmen genannt. Zum Beispiel die Begrenzung von Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen.

Durch vorbeugende Maßnahmen sollen schwere Krankheitsverläufe, Todesfälle und die Belastung für das Gesundheitswesen klein gehalten „und bevölkerungsbezogene Maßnahmen minimiert werden können“, schreibt das RKI weiter.

Corona-Pandemie in Deutschland: RKI rät zu Maßnahmen bei Anstieg der Infektionszahlen

Das Robert-Koch-Institut spricht sich schon länger dafür aus, die Grundregeln gegen Corona wie Abstand, Hygiene, Maske, Lüften und Corona-Warn-App weiter beizubehalten. Für den Pflegebereich, Krankenhäuser und Schulen etwa gibt das RKI noch weitergehende Hinweise. Von einem möglichen weiteren Lockdown ist aber konkret nicht die Rede. Schon länger deutete sich an, dass die Impfquote nicht für eine Herdenimmunität im Herbst reichen dürfte.

Stand Donnerstag, 22. Juli, waren in Deutschland laut Impfdashboard 39,89 Millionen Menschen gegen das Coronavirus vollimmunisiert. Das sind 48 % der Gesamtbevölkerung der Bundesrepublik. 50,26 Millionen Menschen - und damit 60,4 % der Gesamtbevölkerung - hatten zu diesem Zeitpunkt mindestens eine Impfdosis bekommen. (pm)

Auch interessant

Kommentare