Corona in Deutschland: In Köln sitzen zwei junge Frauen am Wasser - Besonders bei jungen Menschen ist die Inzidenz gestiegen
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Sommer-Stimmung in Deutschland: Doch die Corona-Inzidenz steigt wieder.

RKI-Lagebericht

Corona in Deutschland: Inzidenz-Anstieg insbesondere in einer Altersgruppe

  • Veronika Silberg
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Die Corona-Inzidenz in Deutschland steigt Tag für Tag an. Der Lagebericht des RKIs zeigt: Besonders in einer Altersgruppe schießen die Zahlen in die Höhe.

Berlin - Die Meldungen zum Coronavirus wiederholen sich aktuell täglich in ihrem Wortlaut: Die Inzidenz steigt. Mehr Coronavirus-Fälle, ein Impf-Appell an Deutschland. Während der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery davor warnt, die vierte Welle in einen „Tsunami“ zu verwandeln, öffnet sich das Leben in Deutschland immer mehr: Bars, Veranstaltungen, Konzerte und Urlaubsmöglichkeiten sorgen für ein Gefühl der Normalität.

Dabei ist eine neue Altersgruppe zur Hauptinfiziertengruppe geworden: Laut dem am Freitag veröffentlichten Lagebericht des Robert-Koch-Instituts, sei vor allem bei 15- bis 34-Jährigen derzeit der Anstieg der Corona-Fälle zu beobachten. Die höchsten Werte erreichen für die vergangene Woche die 15- bis 24-Jährigen. Hier gab es laut RKI 32 Fälle pro 100 000 Einwohner. Bei Kindern bleibt die Inzidenz vergleichsweise niedrig. Hier rechneten Experten schon im Vorfeld mit weniger Ansteckungen durch die Sommerferien.

Corona in Deutschland: Inzidenz steigt bei jungen Menschen - Sind das gute Nachrichten?

Aber ist das nun eine gute Nachricht? Schließlich besteht bei jüngeren Menschen auch ein geringeres Risiko, schwer zu erkranken. Weniger Intensivpatienten und weniger Todesfälle könnten die Pandemie-Entwicklung erstmal in ein positives Licht rücken. Erneute Spitzenbelastungen ähnlich wie in vergangenen Corona-Wellen halten Fachleute aber je nach Entwicklung durchaus noch für möglich.

„Wir haben bei den bisherigen Wellen mit Sars-CoV-2 gesehen, dass die Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen nur zu einem sehr geringen Anteil schwere Verläufe entwickelt haben, die intensivmedizinisch versorgt werden mussten“, sagte der Präsident der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. „Das betraf weit unter ein Prozent der Infizierten. Zum Vergleich: Bei den Menschen über 60 sind es knapp 15 Prozent.“

RKI-Lagebericht zeigt hohe Inzidenzen bei Jüngeren - Lauterbach mahnt: Keine Disco ohne Impfung

Leider ist inzwischen ein weiterer Spieler zur Pandemie-Entwicklung hinzugekommen: die Delta-Variante. Der Blick gehe in Länder wie Großbritannien und Spanien, so Marx, die in der Entwicklung ein paar Wochen voraus seien. „Relativ gesehen, werden dank der Impfungen weniger Erkrankte mit der Delta-Variante einen schweren Verlauf nehmen - das sieht man schon in Großbritannien“, sagte Marx. „Was wir allerdings immer dabei bedenken müssen: Wir haben viele, viele Millionen Menschen noch nicht oder noch nicht komplett geimpft. Wenn dann die Rate an Neuinfektionen um ein Vielfaches höher ist, kann die Zahl der Patienten absolut genauso hoch werden wie in der zweiten und dritten Welle.“

Auch SPD-Politiker Karl Lauterbach rät zur Vorsicht: Die Herdenimmunität sei in Deutschland noch nicht erreicht „Discothekenbesuche nur für Menschen, die geimpft, genesen oder getestet sind und nur mit Maske“, forderte er beim Redaktionsnetzwerk Deutschland. (vs)

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