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Corona in Deutschland: Lauterbach wundert sich über Spahn-Vorstoß - „Kein Bundesland wäre so verrückt“

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 Karl Lauterbach (SPD, l), Gesundheitsexperte, spricht neben Jens Spahn (CDU, 2.v.r), Bundesminister für Gesundheit, und Lars Schaade (2.v.l), Vizepräsident des Robert Koch-Instituts (RKI), zur aktuellen Coronalage und dem weiteren Vorgehen bei den Impfungen.
SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach wundert sich über die Aussagen von Gesundheitsminister Jens Spahn mit Bezug auf die Corona-Notlage. © Michael Kappeler/dpa

Die Corona-Zahlen des RKI vom Montag lassen einen Trend erkennen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die „epidemische Lage“ dennoch beenden.

Update vom 21.00 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht davon aus, dass die zentralen Maßnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus auch über den November hinaus erhalten bleiben. „Kein Bundesland wäre so verrückt, bei den derzeitigen Fallzahlen auf Zugangsbeschränkungen für geschlossene Räume zu verzichten oder die Maskenpflicht in Bus und Bahn zu begraben“, teilte der Bundestagsabgeordnete dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mit.

Damit reagiert Lauterbach auf Berichte, wonach Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ein Ende der „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ für Ende November in Aussicht gestellt hat. Dieser Status bildet die rechtliche Grundlage für die Einschränkungen. Der 58-Jährige zeigte sich auch verwundert über den Zeitpunkt dieses Beschlusses. „Wir sind in einer Situation, in der die Fallzahlen zunehmen, der Impffortschritt stagniert und an Schulen in den kalten Monaten deutlich mehr Fälle zu erwarten sind. Niemand weiß aktuell so genau, was wir in den nächsten vier Wochen zu erwarten haben, wie hoch diese Welle noch wird“, so Lauterbach.

Corona in Deutschland: Spahn will „epidemische Lage“ beenden – Inzidenz steigt weiter

Update vom 18. Oktober, 16.50 Uhr: Neigen sich die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie einem baldigen Ende zu? Gesundheitsminister Jens Spahn hat nach Informationen von Bild in der Gesundheitsministerkonferenz der Länder am Montag angekündigt, die „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ nicht mehr verlängern zu wollen.

Spahn will Corona-Notstand beenden - Normalzustand im Frühjahr?

Dieser Status herrscht in der Bundesrepublik seit März 2020 und gilt als die rechtliche Grundlage der Corona-Beschränkungen. Ende November läuft die epidemische Lage von nationaler Tragweite aus und soll, zumindest wenn es nach Spahn geht, nicht mehr verlängert werden. Schlussendlich entscheidet jedoch der Bundestag über eine etwaige Verlängerung.

Der CDU-Politiker beruft sich in seiner Begründung auf das RKI, welches aktuell das Risiko für geimpfte Personen als moderat einstuft. Die Entscheidung sei jedoch kein Aufruf dazu, alle Vorsicht fallen zu lassen. „Wir kommen vom Ausnahmezustand also in einen Zustand besonderer Vorsicht. Der Normalzustand wird aus heutiger Sicht erst im Frühjahr nächsten Jahres möglich sein“, zitiert das Portal den Gesundheitsminister.

Am sechsten Tag in Folge: Corona-Inzidenz in Deutschland steigt weiter

Erstmeldung vom 18. Oktober:

Berlin - Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am sechsten Tag in Folge gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Corona*-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen (18. Oktober) mit 74,4 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 72,7 gelegen, vor einer Woche bei 66,5 (Vormonat: 72,0).

RKI-Zahlen am Montagmorgen: Pandemieverlauf im Überblick

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI* binnen eines Tages 4056 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.07 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 3111 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden zehn Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es sieben Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.377 .45 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona-Update für Deutschland: Aktuelle RKI-Zahlen

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Freitag mit 2,02 (Donnerstag 1,93) an. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4.155.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 94.628. (dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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