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Corona in Deutschland: Inzidenz steigt - Umfrage zu Impfbereitschaft macht Hoffnung

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Von: Clara Marie Tietze

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Sets mit Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum
Sets mit Abstrichstäbchen liegen in einem Testzentrum für Corona-Verdachtsfälle. © Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Die Inzidenz steigt wieder an, die Todesfälle stagnieren. Das Impfen geht voran, aber langsamer, als es sich viele wünschen. Eine Umfrage macht ihnen Hoffnung.

Update vom 15. August, 21 Uhr: Einer Umfrage zufolge könnte der Anteil der vollständig gegen das Coronavirus geimpften Erwachsenen in Deutschland auf mehr als 80 Prozent steigen. In einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov sagten 75 Prozent, dass sie schon mindestens einmal geimpft seien. Weitere sechs Prozent gaben an, sich noch impfen lassen zu wollen - zusammen sind das 81 Prozent. Noch im Mai lag diese Quote in einer vergleichbaren Umfrage nur bei 74 Prozent. Kurz vor Beginn der Impfkampagne im Dezember 2020 hatten sich erst 65 Prozent für eine Impfung entschieden.

In der aktuellen Erhebung gaben nur noch 13 Prozent an, sich nicht impfen lassen zu wollen - im Mai waren es noch 15 Prozent. Sechs Prozent haben sich bis heute noch nicht entschieden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte am Montag (9. August) erklärt, sie hoffe auf eine Impfquote „deutlich über 70 Prozent und hin zu 80 Prozent“. Dabei bezog sie sich jedoch auf die Gesamtbevölkerung. Für Kinder unter zwölf Jahren ist noch kein Impfstoff zugelassen. Für Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren hat die Ständige Impfkommission (Stiko) noch keine generelle Impfempfehlung ausgesprochen.

Das sind die aktuellen offiziellen Impfzahlen laut Robert-Koch-Institut (Stand: 14. August):

Corona in Deutschland: Inzidenz steigt - Lindner kritisiert Regierung

Update vom 15. August, 15.30 Uhr: Bundestagsabgeordneter und FDP-Chef Christian Lindner fordert aktuell, die Maskenpflicht für Geimpfte und Genesene in Geschäften anzuschaffen. Da von dieser Gruppe keine Gefahr ausgehe, halte er die Maßnahme hier für überflüssig, sagte Lindner dem Tagesspiegel. Ausnahmen sollten laut dem FDP-Vorsitzenden nur im öffentlichen Verkehr gelten. Dort sei es aus praktischen Gründen nicht möglich, sich von jedem den Impfnachweis zeigen zu lassen.

Corona in Deutschland: Lindner für Abschaffung der Maskenpflicht bei Genesenen und Geimpften

Lindner kritisierte zudem die Union scharf: „Die Union findet nicht aus dem Ausnahmezustand heraus. Das Pandemiegeschehen hat sich in den letzten 18 Monaten deutlich verändert, die Pandemiepolitik indessen nicht.“ Durch die steigende Impfquoten und den bereits bestehenden Schutz besonders gefährdeter Gruppen, darf es für Geimpfte und Genesene „keine Freiheitsbeschränkungen mehr geben“, betonte der Politiker.

Update vom 15. August, 14.15 Uhr: Peter Altmaier (CDU) will nun zu einem besonders drastischen Mittel greifen, um der Öffentlichkeit die „grausame Realität“ einer Corona-Infektion deutlich zu machen. Er wolle dem Bundesgesundheitsminister keine Vorschläge machen, „aber ich denke, so ähnlich, wie dies auch auf Zigarettenpackungen schon heute der Fall ist, sollten wir deutlich die Risiken benennen“, sagte Altmaier im Interview mit tz-online.

Wirtschaftsminister Altmaier: „Corona tötet“ als drastischer Hinweis für Ungeimpfte

Als Beispiel führt der Bundeswirtschaftsminister hier den Hinweis „Corona tötet“ an, den man auf den Impfeinladungen verschicken könne. „Damit jedem die möglichen Konsequenzen klar sind, wenn er sich nicht impfen lässt.“ Denn, so Altmaier: „Wenn ich mich nicht impfen lasse, bin ich in Lebensgefahr.“ Hintergrund dieses Vorschlags ist scheinbar Altmaiers Sorge um die Kosten eines weiteren Lockdowns für Ungeimpfte - sollte einer kommen.

Update vom 15. August, 12.55 Uhr: In der weiteren Bekämpfung der Corona-Pandemie soll sich laut einiger Experten nicht wie bisher nur auf die Inzidenz gestützt werden. Immer mehr Bundesländer wollen auch an anderen Richtwerten orientieren. Die „Glücksformel“, von der der bayerische Ministerpräsident Markus Söder spricht, wird aktuell aber noch gesucht. „Klar ist, dass es neben der Inzidenz auch einen Blick in die Kontaktnachverfolgung und die Situation in den Krankenhäusern geben wird“, heißt es aus dem Bremer Gesundheitsressort.

Corona in Deutschland: Bundesländer für Einführung anderer Parameter als Inzidenz

Bei der Ministerpräsidenten-Konferenz am 10. August konnte man sich nicht über neue Richtwerte einig werden. Baden-Württemberg strich daraufhin die Sieben-Tage-Inzidenz kurzerhand aus seiner Verordnung, Niedersachsen wolle nun auch andere Parameter - wie etwa die Krankenhausauslastung - in künftige Entscheidungen mit einbeziehen. Auch in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin fließt dieser Parameter bereits in die Bewertungen mit ein. CSU-Chef Markus Söder wolle zudem die Schwellenwerte erhöhen, da er dank des Impffortschritts bei einer 50er Inzidenz keine Gefährdung mehr sieht.

Aus dem Bundesgesundheitsministerium heißt es dazu von einem Sprecher: „Dass einige Länder jetzt diese Komplexität in den Landesregeln abbilden wollen, begrüßen wir ausdrücklich.“ Warum es angesichts der großen Zustimmung für diesen Schritt zu keiner Einigung bei der letzten Ministerpräsidentenkonferenz gekommen ist, bleibt fraglich.

Erstmeldung: Vom geplanten entspannten Sommer 2021 ist nicht mehr viel übrig. Die Inzidenz steigt laut Robert-Koch-Institut (RKI)* konstant an, immer mehr Urlaubsländer stehen wieder auf der Liste der Hochrisikogebiete. Die Wiedereinreise nach Deutschland ist mit strengen Bedingungen verknüpft.

Coronavirus in Deutschland laut RKI: Die aktuellen Zahlen

Die deutschlandweite 7-Tage-Inzidenz steigt laut Angaben des Robert-Koch-Instituts zum heutigen Sonntag (15.8.) auf 35,0. Gestern lag sie noch bei 32,7 - ein Anstieg von 2,3 Punkten. Im Vergleich zur Vorwoche steigt die Inzidenz damit um 12,4 von 22,6 Punkten an. Innerhalb eines Tages wurden dem RKI-Dashboard 4728 Neuinfektionen gemeldet. Vor einer Woche waren es in Deutschland lediglich 3127 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Deutschlandweit wurden beim RKI drei neue Todesfälle binnen 24 Stunden gemeldet. Hier geht die Zahl leicht zurück: Vor einer Woche wurden noch vier neue Todesfälle verzeichnet.

Insgesamt gab es seit Beginn der Pandemie 3.821.013 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus. Hier gibt es jedoch eine wahrscheinlich sehr hohe Dunkelziffer, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Genesen sind deutschlandweit bisher laut RKI insgesamt 3.679.500 Menschen. Die Zahl der an oder unter Beteiligung einer Covid-Infektion Gestorbenen stieg zuletzt auf 91.867 Personen.

Coronavirus in Deutschland: Umfrage zu Ende der kostenlosen Corona-Tests

Das von Bund und Ländern beschlossene Ende der kostenlosen Corona-Tests für kommenden Oktober trifft bei der Bevölkerung größtenteils auf Zustimmung. Das Meinungsforschungsinstitut YouGov hat im Auftrag der Deutschen Presseagentur eine Umfrage durchgeführt. Hierbei gaben 66 Prozent der Befragten an, die Entscheidung von Bund und Ländern als richtig zu empfinden. 28 Prozent unterstützen die neue Maßnahme nicht, sechs Prozent der Menschen enthielten sich.

In Bezug auf die aktive Einschränkung von Ungeimpften ergibt sich hingegen ein ganz anderes Meinungsbild. Den Zugang von Ungeimpften in bestimmten Lebensbereichen einzuschränken und ihnen beispielsweise die Teilnahme an Veranstaltungen zu verwehren, befürworten nur 41 Prozent der Befragten. 52 Prozent sind dagegen, sieben Prozent enthielten sich bei dieser Frage. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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