News-Ticker zur Pandemie

Corona-Inzidenz sinkt weiter - nach Oktoberfest auch Absage für zweitgrößtes Volksfest Deutschlands

  • Martina Lippl
    VonMartina Lippl
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Die Coronavirus-Fallzahlen in Deutschland gehen weiter runter. Bei der Inzidenz setzt sich ein Trend fort. Virologe Drosten hat Hoffnung und warnt zugleich. Alle Infos im News-Ticker.

Update vom 9. Juni, 18.43 Uhr: Nach dem Münchner Oktoberfest fällt auch der Cannstatter Wasen in Stuttgart erneut aus. Die Stadt teilte am Mittwoch mit, dass man wegen der Corona-Pandemie 2021 auf das zweitgrößte deutsche Volksfest verzichten werde. Der Wasen sollte eigentlich vom 24. September bis zum 10. Oktober stattfinden. Um den Schaustellern und Marktkaufleuten den finanziellen Ausfall etwas zu mildern, dürfen diese Stände und Fahrgeschäfte in der Innenstadt aufbauen. Zudem soll der Weihnachtsmarkt in Stuttgart verlängert werden.

Update vom 9. Juni, 16.34 Uhr: Der digitale Impfausweis kommt mehrere Tage früher als ursprünglich geplant*. Schon am Donnerstag (10. Juni) wird er nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in Deutschland eingeführt.

Update vom 9. Juni, 15.20 Uhr: Woran hakt es beim Tübinger Impfstoffentwickler Curevac? Der Plan, eine Zulassung bis Ende Juni zu beantragen, ist nun ad acta gelegt. Der Grund überrascht.

Corona-Inzidenz sinkt weiter - nach Wegfall der Prio: Eltern organisieren Impf-Aktion für Schüler

Update vom 9. Juni, 14 Uhr: Seit Montag, 7. Juni 2021, ist es nun also soweit: die Impfpriorisierungsgruppen wurden aufgehoben. Seitdem kann jeder Impffreiwillige einen Termin für die Immunisierung vereinbaren. Das haben sich nun Eltern zu Nutzen gemacht, sie haben in Böblingen eine Corona-Impfaktion für Schüler organisiert.

Rund 200 Schülerinnen und Schüler über zwölf Jahre des Albert-Einstein-Gymnasiums sollen im Juni in einer Arztpraxis eine Corona-Impfung erhalten, wie der Vorsitzende des Elternbeirats, Oliver Guhl, am Mittwoch sagte. Der Elternbeirat habe Anfang Juni die Idee zu dieser Impfaktion gehabt und dann mit dem Schulträger abgeklärt. Über die Elternschaft sind demnach rund 200 Impfdosen angeboten worden, diese seien bis zum Montag bereits alle vergeben worden, sagte Guhl. Ein Arzt aus der Elternschaft werde die Schüler nun impfen. Dazu müsse jeder privat in die Praxis kommen, sagte der Elternvertreter.

Den genauen Termin der Impfaktion möchte der Elternbeirat nicht nennen. Sie fürchteten negative Reaktionen, insbesondere gegenüber der Praxis, sagte Guhl. Eine weitere Verknappung des Impfstoffs sei durch die Aktion nicht gegeben. So habe es etwa bei Impfaktionen mit dem Impfstoff von Astrazeneca in der Region zuletzt nicht genügend Abnehmer gegeben, sagte der Elternvertreter.

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist in der EU seit Ende Mai für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen. Die Ständige
Impfkommission (Stiko) hat zu dieser Frage bislang keine Empfehlung abgegeben. Laut einem vorläufigen Entwurf empfiehlt die Stiko, dass nur Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren geimpft werden sollen, die bestimmte Vorerkrankungen haben. Die endgültige Empfehlung wird noch in dieser Woche erwartet.

Corona in Deutschland: Mehr als 46 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft

Update vom 9. Juni, 12.50 Uhr: Das Coronavirus verbreitet sich von Tag zu Tag immer langsamer in Deutschland, gleichzeitig steigt die Zahl gegen das Virus immunisierter Menschen. In Deutschland sind inzwischen 46,5 Prozent der Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Mittwoch haben somit rund 38,6 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten. 18,9 Millionen Menschen (22,8 Prozent) sind sogar bereits vollständig geimpft.

War die Impfung bislang den einzelnen Priorisierungs-Gruppen vorbehalten, können sich seit diesem Montag, 7. Juni 2021, Impfwillige unabhängig von der Prioritätenliste gegen das Coronavirus impfen lassen. Gleichzeitig stiegen Tausende Betriebsärztinnen und -ärzte in die Impfungen ein.

Corona-Inzidenz sinkt: Landkreis-Bestwert beträgt 0,84 - Drosten nennt „nächste große Aufgabe“

Update vom 9. Juni, 11.10 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz gilt als ausschlaggebend für Corona-Lockerungen oder eben auch wieder für das Verhängen von strengen Maßnahmen. Seit Wochen scheint sich die Lage in Deutschland diesbezüglich zu entspannen, der wichtige Wert sinkt stetig (siehe Ursprungsmeldung). Bundesweit liegt der Wert am Mittwoch bei 20,8, doch eine Region hat bereits die Null geknackt.

So verzeichnet der Landkreis Uckermark, laut RKI-Angaben, einen Wert von 0,84, der Landkreis Südwestpfalz einen Wert von 1,05. Doch auch Brandenburg an der Havel, der Landkreis Goslar, der Landkreis Vorpommern-Rügen und der Landkreis Ostholstein verzeichnen Werte zwischen 1,0 und 1,99.

Update vom 9. Juni, 10.20 Uhr: Der geplante digitale Impfnachweis in Deutschland kann künftig auch in der offiziellen Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts angezeigt werden. Die Macher der Tracing-App veröffentlichten in der Nacht zum Mittwoch die aktuelle Version 2.3.2 in den App-Stores von Apple und Google. Es kann jedoch einige Stunden dauern, bis das Update für alle Anwenderinnen und Anwender sichtbar ist. Die Ausgabe der digitalen Impfnachweise in Deutschland soll noch im Juni starten.

Menschen in Deutschland, die keine Tracing-App für die Anzeige eines digitalen Impfnachweises verwenden möchten, können auf die Smartphone-App „CovPass“ ausweichen, die keine Kontaktverfolgungsfunktion hat. Außerdem wird der Impfnachweis auch
ausgedruckt auf Papier ausgegeben. Der „CovPass“ soll zudem negative Testergebnisse und überstandene Infektionen dokumentieren und so das Reisen innerhalb der EU einfacher machen.

Corona-Inzidenz sinkt - doch Drosten warnt vor Sommer-Rückschlägen und nennt „nächste große Aufgabe“

Ursprungsmeldung vom 9. Juni 2021: Der bundesweite 7-Tage-R-Wert* liegt laut RKI-Lagebericht von Dienstagabend bei 0,71 (Vortag: 0,76). Der R-Wert spiegelt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Rein rechnerisch stecken demnach 100 Infizierte 71 weitere Menschen an. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Berlin - Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Mittwoch früh 3.254 Corona-Neuinfektionen und 107 weitere Todesfälle in Deutschland. Die 7-Tage-Inzidenz* liegt bundesweit bei 20,8 (Vortag: 22,9; Vorwoche: 36,8)

Corona in Deutschland: Drosten erwartet steigende Fallzahlen nach dem Sommer

Der Virologe Christian Drosten erwartet, dass die Corona-Fallzahlen nach dem Sommer wieder hochgehen.

„Natürlich wird die Fallzahl gen Winter wieder hochgehen. Das kann auch schon im Herbst passieren. Aber das wird ab jetzt jeden Winter passieren“, sagte Drosten am Dienstag im Podcast „Coronavirus-Update“ (NDR-Info). Die Situation sei dann durch den erwarteten Effekt der Impfungen auf Krankheitsverläufe aber verändert: Würde man strikt nur Labornachweise messen, sähe man wohl eine Art vierte Welle. Aber es sei dann keine pandemische Welle mehr. Drosten hatte zuvor schon mehrfach erklärt, dass er langfristig damit rechnet, dass sich Sars-CoV-2 wie die altbekannten Coronaviren verhalten werde, die Erkältungen auslösen.

Gleichzeitig warnt der Leiter der Virologie der Berliner Charité vor Rückschlägen bei der Corona-Impfkampagne. Man müsse aufpassen, dass die Menschen künftig nicht nachlässig würden und sich zum Beispiel die Zweitimpfung nicht mehr abholten, weil sie keine Lust mehr hätten oder es zu kompliziert sei. „Solche Dinge dürfen einfach nicht eintreten. Das wird, glaube ich, die nächste große Aufgabe sein.“

Corona in Deutschland: RKI meldet 7-Tage-Inzidenz

Bundesland7-Tage-Inzidenz (RKI Stand: 9. Juni, 6.26 Uhr)
Baden-Württemberg26,9 (Vortag: 28,0)
Bayern22,0 (Vortag: 23,6)
Berlin22,6 (Vortag: 24,2)
Brandenburg11,1 (Vortag: 12,9)
Bremen21,6 (Vortag: 23,3)
Hamburg16,0 (Vortag: 16,7)
Hessen23,8 (Vortag: 26,3)
Mecklenburg-Vorpommern6,2 (Vortag: 8,7)
Niedersachsen13,9 (Vortag: 15,7)
Nordrhein-Westfalen23,2 (Vortag: 26,0)
Rheinland-Pfalz22,2 (Vortag: 24,2)
Saarland22,8 (Vortag: 28,5)
Sachsen17,9 (Vortag: 21,9)
Sachsen-Anhalt13,8 (Vortag: 17,3)
Schleswig-Holstein10,5 (Vortag: 11,0)
Thüringen24,0 (Vortag: 27,3)

(ml/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow

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