Covid-19-News-Ticker

RKI-Chef Wieler warnt: Können dritte Welle nicht ohne Lockdown stoppen - und das Saarland kündigt Ausstieg an

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  • Fabian Müller
    Fabian Müller
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Ein Ende der Corona-Pandemie ist nicht in Sicht. Die dritte Corona-Welle nimmt an Tempo auf. Experten halten einen Lockdown für alternativlos. Alle Infos im News-Ticker.

  • In Deutschland hat die dritte Corona*-Welle begonnen. Lange haben Experten davor gewarnt. RKI-Chef Wieler wird deutlich.
  • Die Zahl der Corona-Neuinfektionen und die 7-Tage-Inzidenz nehmen deutlich zu (Update vom 25. März, 6.35 Uhr).
  • Erstes Bundesland plant Ende des Lockdowns nach Ostern (siehe Update vom 25. März, 9.31 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 25. März finden Sie hier.

Update vom 25. März, 9.31 Uhr: Das Saarland steigt nach Ostern aus dem Lockdown aus. Ab dem 6. April sollen unter anderem Kinos, Fitnessstudios und die Außengastronomie wieder öffnen. Voraussetzung sei ein tagesaktueller negativer Schnelltest, sagte Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Donnerstag (siehe auch Update vom 24. März, 21.33 Uhr).

Corona in Deutschland: RKI meldet 22.657 Corona-Neuinfektionen

Update vom 25. März, 6.16 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen hat die 20.000 am Donnerstag überschritten. In den vergangenen 24 Stunden wurden 22.657 Corona-Neuinfektionen an das Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet. Weitere 228 Menschen starben in Verbindung mit einer Sars-CoV-2-Infektion.

  • Die 7-Tage-Inzidenz liegt nach RKI-Angaben deutschlandweit bei 113,3 (Vortag: 108,1).
  • Das 7-Tage-R gibt das RKI mit 1,00 an (Vortag: 1,04). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 100 weitere Menschen anstecken. Der Wert spiegelt jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt das 7-Tage-R für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona in Deutschland: RKI meldet über 20.000 Neuinfektionen

Corona in Deutschland25. März 202118. März 2021zum Vergleich 14. Januar
Corona-Neuinfektionen22.657 neue Corona-Fälle 17.504 neue Corona-Fälle25.164 Corona-Fälle
Todesfälle in Verbindung mit Sars-CoV-2228 Todesfälle227 Todesfälle1.244 Todesfälle

Impftempo stagniert deutlich unter 300.000 Impfungen pro Tag

In Deutschland sind 3.516.966 Personen bereits vollständig geimpft. 7.930.580 Personen haben laut dem Impfdashboard eine Erstimpfung erhalten. Am 23. März 2021 wurden 187.901 Erstimpfungen und 80.394 Zweitimpfungen verabreicht - also rund 268.000 Impfdosen am Tag.

RKI hält Lockdown für alternativlos

Update, 25. März, 5.05 Uhr: Nur mithilfe eines Lockdowns kann die dritte Corona-Welle* gestoppt werden. Bis ein Großteil der Bevölkerung gegen das Coronavirus immun sei, gebe es keine andere Lösung, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler in einer Online-Veranstaltung der deutschen Botschaft in Washington.

Monatelange Jo-Jo-Dauerlockdown zermürbt die Menschen

Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt

Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt fordert dagegen, auch andere Möglichkeiten als den Lockdown in den Blick zu nehmen. „Der monatelange Jo-Jo-Dauerlockdown zermürbt die Menschen. Er darf nicht unsere einzige Antwort auf die dritte Corona-Welle sein“, sagte Reinhardt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Städte wie Tübingen oder Rostock, zeigten wie es gehe. „Sie kombinieren kostenlose Schnelltests mit lokalen Lockerungen.“ 

Corona in Deutschland - Saarland plant Ende aus dem Lockdown

Update vom 24. März, 21.33 Uhr: Das Saarland plant offenbar das Ende des Lockdowns. Laut ntv sollen nach den Ostertagen viele Corona-Maßnahmen gelockert werden. Zudem will Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) dem Bericht zufolge auch Öffnungen von Außengastronomie, Kinos und Fitnessstudios genehmigen.

Die Kontaktbeschränkungen sollen ebenfalls angepasst werden. Nach Ostern könnte es wieder erlaubt sein, sich in Gruppen von bis zu zehn Personen aus beliebig vielen Haushalten zu treffen. Die Lockerungen soll Saarlands Landeschef am Donnerstag bekannt geben.

Corona in Deutschland: RKI-Heatmap zeigt dramatische Entwicklung in einer Altersgruppe

Update vom 24. März, 12.41 Uhr: Einmal eine richtige Vollbremsung um das dynamische Infektionsgeschehen in Deutschland abzubremsen. Das war die Idee hinter den Ruhetagen an Ostern. Für Experten eine Möglichkeit Zeit zu gewinnen und die dritte Welle zu durchbrechen. Jetzt stoppte Merkel die Osterruhe.

Aktuell infizieren sich vermehrt jüngere Menschen unter 30 Jahren, sagte der Direktor für Intensivmedizin am Klinikum Aachen, Gernot Marx, im Deutschlandfunk (Dlf). Auch Ausbrüche in Kitas seien zu beobachten, was in der ersten und zweiten Welle kaum vorgekommen sei.

Das geht auch aus dem Lagebericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Dienstagabend hervor. Die 7-Tage-Inzidenz steigt, laut RKI, wieder sehr deutlich: „Der stärkste Anstieg ist bei Kindern zwischen 0-14 Jahren zu beobachten, wo sich die 7-Tage-Inzidenzen in den letzten vier Wochen mehr als verdoppelt haben.“

Mit einer sogenannten Heatmap hat das RKI die 7-Tage-Inzidenz nach Altersgruppe und Meldewoche dargestellt.

Corona in Deutschland: Kanzlerin Merkel beruft Sondersitzung ein

Update vom 24. März, 11.12 Uhr: Bei der Schalte der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten geht es offenbar um die geplante Osterruhe. Wie mehrere Medien berichten, soll die geplante Osterruhe gestoppt werden.

Update vom 24. März, 10.18 Uhr: Nach der massiven Kritik an Oster-Beschlüssen will Kanzlerin Merkel kurzfristig erneut mit den MinisterpräsidentInnen der Länder beraten. Um 11 Uhr soll es eine Schalte der Kanzlerin mit den Regierungschefs geben. 

Corona in Deutschland - RKI meldet mehr als 75.000 Todesfälle seit Beginn der Pandemie

Update vom 24. März, 6.08 Uhr: Viele Experten hatten einen sprunghaften Anstieg der Corona-Fallzahlen am Mittwoch erwartet. Und jetzt meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) 15.813 neue Corona-Infektionen und 248 weitere Todesfälle binnen 24 Stunden. Nachträgliche Änderungen sind allerdings immer noch möglich. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 13.435 Neuinfektionen und 249 Todesfälle verzeichnet.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt am Mittwochfrüh laut RKI bei 108,1 (Vortag: 107,3).

Todesfälle in Verbindung mit einer Sars-CoV2-Infektion75.212 Menschen starben in Deutschland seit Beginn der Corona-Pandemie
Corona-Infektionen2.690.523 Menschen haben sich bisher nachweislich mit Corona infiziert
aktive Corona-Fälleetwa 170.000 schätzt das RKI

Corona in Deutschland: RKI-Experte mit klarer Prognose zu Oster-Lockdown - Mutanten-Zahlen zeigen deutliches Bild

Update vom 23. März, 22.28 Uhr: Die Corona-Varianten* verdrängen das ursprüngliche Virus immer rasanter. In Baden-Württemberg lag ihr Anteil in der vergangenen Kalenderwoche beispielsweise bereits bei 82 Prozent. In der Vorwoche noch bei 68 Prozent. Wie das Landesgesundheitsamt am Dienstag in Stuttgart weiter mitteilte, entspricht das einer Steigerung von 14 Punkten im Vergleich zur Vorwoche. Diese Werte stammen vom ALM, dem Verband der akkreditierten Labore in der Medizin.

Für Deutschland offenbaren die Zahlen des RKI ebenfalls einen deutlichen Trend. In Kalenderwoche 10 lag der Anteil der Variante B.1.1.7 bei ca. 64 Prozent. In der Vorwoche lag ihr Anteil bei 55 Prozent. Die Analyse der Sieben-Tages-Inzidenz der letzten Wochen zeigt laut RKI einen exponentiell ansteigenden Trend seit Kalenderwoche zwei. Derweil steigt auch die Positiv-Quote der Tests auf mittlerweile rund 6,8 Prozent. Das entspricht einem leichten Anstieg im Vergleich zu beiden Vorwochen, damals lag der Anteil bei ca. 6,1 Prozent.

Auf diese Zahlen hatte sich Angela Merkel wohl auch bezogen, als sie beim nächtlichen Corona-Gipfel von einer „neuen Pandemie“ sprach. Denn vor allem die britische Mutation stufen Experten und auch Angela Merkel als deutlich gefährlicher ein.

Corona in Deutschland: RKI-Epidemiologe mit klarer Prognose zu Oster-Lockdown

Erstmeldung vom 23. März: Berlin - Der Epidemiologe Dirk Brockmann vom Robert Koch-Institut* (RKI) hält die Verschärfung der Corona-Maßnahmen über Ostern für wirksam. „Das könnte nach meiner Ansicht einen sehr positiven Effekt haben, weil eine ganze Reihe von Tagen dann quasi Ruhetage sind, also Sonntage“, sagte Brockmann am Dienstagmorgen im Deutschlandfunk. Schon beim „Wellenbrecher“ im Frühjahr habe sich gezeigt, dass viele Menschen ihre Aktivitäten runtergefahren hätten. „Und das hatte dann (...) ein, zwei Wochen später einen sehr starken Effekt auf die Fallzahlen, weil sehr viel weniger Kontakte stattfinden“. 

Laut Beschluss von Bund und Ländern soll von Gründonnerstag bis Ostermontag - also vom 1. bis 5. April - deutschlandweit das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben weitgehend heruntergefahren werden, um die dritte Welle der Corona-Pandemie* zu brechen. Nur am Karsamstag (3. April) soll demnach der Lebensmittelhandel geöffnet bleiben. 

Corona in Deutschland: Gesamtes Land erlebe „exponentiellen Anstieg“ - Infektionen steigen erneut stark an

„Natürlich werden sich diese Maßnahmen positiv darauf auswirken, aber wie stark, das lässt sich nur sehr, sehr schwer berechnen“, sagte Brockmann. In Deutschland erlebe man gerade einen „exponentiellen Anstieg“ der Infektionszahlen, „bei dem sich die Fallzahlen alle zwei Wochen etwa, vielleicht sogar noch auf einer kürzeren Skala verdoppeln“, betonte Brockmann. Ohne weitere Maßnahmen zu Ostern könne es unter diesen Voraussetzungen in Deutschland bis zu 60.000 Neuinfektionen jeden Tag geben. 

Nach Zahlen des RKI vom Dienstag haben die Gesundheitsämter in Deutschland binnen eines Tages 7485 Neuinfektionen gemeldet, rund 2000 mehr als vor einer Woche. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 250 neue Todesfälle verzeichnet, auch das waren nun mehr als vor einer Woche, nämlich ein Plus von 12. Der Inzidenzwert* der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner stieg weiter und lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 108,1 - etwas höher als am Vortag (107,3). 

Coronavirus in Deutschland: RKI-Epidemiologe fordert systematische Teststrategien

„Alles was Kontakte reduziert bringt ja was“, sagte Brockmann auf die Frage nach der Wirksamkeit von den unter anderem in dem Beschluss genannten Ausgangsbeschränkungen* und verschärften Kontaktbeschränkungen im Rahmen der „Notbremse“. „Ganz wichtig sind aber in meinen Augen, dass gerade in den Betrieben systematische Teststrategien* gemacht werden“, betonte der Epidemiologe. (dpa/fmü) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld

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