„Menschen müssen verantwortlich handeln“

Frühlingswetter und Corona: Erste deutsche Metropole reagiert mit „Verweilverbot“

  • Franziska Schwarz
    vonFranziska Schwarz
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Der Ansturm auf die Altstadt und das Rheinufer war bei den warmen Temperaturen riesig, trotz Pandemie. Politiker wollen nun vorbeugen.

Düsseldorf - Angesichts des Wetters gab es für viele Menschen am Wochenende kein Halten mehr: Sie begaben sich in Strömen ins Freie. In einer deutschen Stadt führt das jetzt zu einem höheren Polizeiaufkommen - zumindest am nächsten Wochenende. Die sich ausbreitenden Corona-Mutationen, tendenziell wieder steigenden Inzidenzen und den Bewegungsdrang der Einwohner halten die Düsseldorfer Stadtpolitiker für keine gute Mischung.

Nach „zahlreichen Verstößen gegen die Corona-Abstandsregeln“ kündigten sie nun unter anderem folgende Vorgaben an:

  • Ausweitung der Maskenpflicht auf weitere Teile der Altstadt
  • Kontrolle derselben auf einem bestimmten Abschnitt des Rheinufers 
  • Verweilverbot an bestimmten Teilen des Rheinufers
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Ordnungsdezernent Christian Zaum erläuterte Welt.de, es solle dort dann nicht mehr erlaubt sein, sich etwa für ein Picknick hinzusetzen oder ein Eis zu essen. Die Besucher müssten sich bewegen, sagte Zaum dem Bericht zufolge. Die genauen Regeln können die Düsseldorfer dieser Mitteilung vom Montag entnehmen.

Doch nicht nur in der NRW-Landeshauptstadt ist man alarmiert. Wie Welt.de weiter berichtet, wollen auch andere Städte in dem Bundesland - Bonn, Dortmund und Köln - beliebte Ausflugsorte stärker kontrollieren. Überhaupt ist das Ganze kein Exklusiv-Problem von Nordrhein-Westfalen unter Ministerpräsident Armin Laschet (CDU).

Deutschland-Wetter trotz Corona genießen? „Menschen müssen verantwortlich handeln“

Im ersten Corona-Lockdown im Frühjahr 2020 hatte ein Tweet der Münchner Polizei Aufsehen erregt. Ihr missfiel, wenn jemand auf einer Parkbank ein Buch las. Bayerns Strenge unter Laschets Amtskollege Markus Söder (CSU) wurde damals von manchen belächelt. Inzwischen hat das Virus - in den Worten von RKI-Chef Lothar Wieler - allerdings einen „Boost“ erhalten, während die Menschen gleichzeitig mürbe werden.

Der Deutsche Städtetag hat an diesem Dienstag verstärkte Kontrollen der Corona-Regeln angekündigt. Klar sei aber, dass nicht an jeder Ecke Mitarbeiter der Städte stehen könnten, schränkte Städtetag-Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy im Gespräch mit der Rheinischen Post ein.

Nach Corona-Verstößen: Polizei schreitet in mehreren Bundesländern ein

Dedy appellierte daher, sich weiter an Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen zu halten. „Die Menschen müssen verantwortlich handeln, dann können wir trotz Corona alle das gute Wetter genießen.“ Wohl nicht nur das Wetter, sondern eben auch die beliebten Ausflugsziele.

Vergangenes Wochenende schritt die Polizei an vielen von ihnen wegen Corona-Verstößen ein. Eine Auswahl: an der Gedenkstätte Walhalla (Bayern), am Ostseebad Boltenhagen (Mecklenburg-Vorpommern) und am Steinhuder Meer (Niedersachsen). (frs mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © Jonas Güttler/dpa

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