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Corona in Deutschland: SPD-Frau klagt über „lebensfremde“ Lockdown-Idee - Mega-Event kurz vor Absage

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Die Corona-Lage in Deutschland bleibt angespannt. Der Lockdown zeigt in der Coronavirus-Pandemie bisher keine Wirkung - gemessen an den Neuinfektionen. Der News-Ticker.

Update vom 22. November, 13.11 Uhr: Schon der Karneval musste in diesem Jahr klein ausfallen. Nun scheint es auch die Silvester-Party am Brandenburger Tor zu erwischen. Jährlich feiern dort hunderttausende Menschen den Start des neuen Jahres. Doch in diesem Jahr wird es „keine Riesenpartys und Familientreffen geben können. Sonst droht uns die nächste Infektionswelle im Februar“, gab Berlins Wirtschaftssenatorin gegenüber der Berliner Morgenpost (hinter Bezahlschranke) bekannt. Fest abgesagt ist die Party bislang jedoch noch nicht. Auf der Seite des Veranstalters heißt es weiterhin: „Corona verändert auch die Silvesterfeier am Brandenburger Tor. Das vom Veranstalter, der Silvester in Berlin GmbH, geplante Konzept verlangt eine Anmeldung zur Party.“

Corona in Deutschland: Entlastung für Gesundheitsämter? - Neuerung könnte Erleichterungen für ältere Menschen bringen

Update vom 22. November, 11.38 Uhr: Die Infektionszahlen in Deutschland sind weiterhin hoch (Update 22. November, 7.23 Uhr). Ein Mediziner hat nun auch bereits für das Jahr 2021 eine düstere Prognose und mahnt die Bevölkerung stärker auf Kontaktbeschränkungen zu achten.

Update vom 22. November, 11.12 Uhr: Entlastung für die Gesundheitsämter und Durchbruch in der Kontaktnachverfolgung? Während die Bundesregierung am Mittwoch (25.11) über neue oder verlängerte Maßnahmen beraten will, gibt es aus Kiel Aussichten auf eine verbesserte Infektionsnachverfolgung. Die Corona-Warnapp ist seit dem Frühjahr in Gebrauch und soll Infektionsketten leichter nachvollziehbar machen. Doch was ist mit Menschen, die kein oder nur ein altes Smartphone besitzen? Forscher aus Kiel haben nun ein Armband entwickelt, das die Funktion der App ersetzen soll. Es ermittelt Kontakte ebenfalls über Bluetooth. Besonders in ambulanten Pflegediensten sowie in Senioreneinrichtungen soll die Neuerung zum Einsatz kommen. Ein erster Testdurchlauf an 1000 Probanden ist noch in diesem Jahr geplant, so Welt am Sonntag.

Corona in Deutschland: Verlängerte oder verschärfte Maßnahmen? - SPD-Frau klagt über „lebensfremde“ Lockdown-Idee

Update vom 22. November, 8.58 Uhr: „Alles spricht dafür, dass die aktuellen Beschränkungen über den 30. November hinaus noch eine Zeit lang fortgesetzt werden müssen.“ Das gab nun Olaf Scholz gegenüber der Bild am Sonntag bekannt. Drei Tage vor der Sitzung im Bundestag, in der Angela Merkel mit den Länder-Chefs über das weitere Vorgehen beraten will. Ein weiterer Teil-Lockdown oder verschärfte Maßnahmen? Besonders die Verlängerung halten zahlreiche Experten derzeit für sinnvoll (Update 21. November, 10.30 Uhr). Der Teil-Lockdown, der ursprünglich bis zum 30. November geplant war, scheint bislang nicht wie gewünscht anzuschlagen.

Für Olaf Scholz scheint eine Verlängerung ebenfalls bereits festzustehen - jedoch keine Verschärfung. Die Ein-Freund-Regel, die die Einschränkung der Kontakte auf eine bestimmte Person bedeuten würde, hält SPD-Abgeordnete Dreyer für „lebensfremd“. Freunde sollen sich im eng begrenzten Rahmen weiterhin sehen dürfen. Und auch „Weihnachten und Silvester sollen die Menschen ihre Liebsten treffen können“, gab Malu Dreyer gegenüber der Zeitung bekannt. Bis Ende Dezember will sich die SPD jedoch zunächst für eine Ausweitung der Maskenpflicht, zum Beispiel für Innenstädte, aussprechen. Einrichtungen wie Museen oder Theater könnten mit einer Permanent-Maskenpflicht schneller wieder öffnen.

Corona-Pandemie in Deutschland: 15.741 Neuinfektionen am Sonntag - R-Wert gestiegen

Update vom 22. November, 7.23 Uhr: Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut (RKI) mit 15.741 neuen Corona-Infektionen innerhalb eines Tages vergleichsweise wenig Fälle gemeldet. Im Vergleich zum Wert vor einer Woche sind das 1206 Infektionen weniger. Das geht aus RKI-Daten vom Sonntagmorgen hervor. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl bei 16.947 gelegen. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird. Der Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstag bei 1,07 (Vortag: 1,05).

Corona-Pandemie in Deutschland: Merkel und Länderchefs entscheiden über weiteres Vorgehen

Update vom 21. November, 22.25 Uhr: Am Mittwoch (25. November) entscheiden Kanzlerin Angela Merkel und die Länder-Chefs über das weitere Vorgehen hinsichtlich der Corona-Pandemie in Deutschland. Zuvor sind offenbar, einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge, Details der Pläne der Unions-Bundesländer an die Öffentlichkeit gelangt.

Update vom 21. November, 18 Uhr: Vor einem „Endlos-Lockdown“ haben die Freien Wähler gewarnt und eine wissenschaftliche Überprüfung der Infektionsschutzmaßnahmen zur Corona-Bekämpfung gefordert. Statt den Teil-Lockdown über den 30. November hinaus „ohne Perspektive nur basierend auf der 50er-Inzidenz endlos zu verlängern“, sollte es bald eine „Öffnung nach Augenmaß“ geben, forderten sie bei ihrer Bundesvorstandssitzung in Koblenz.

„An Weihnachten sollen Familien zum Essen gehen können“, sagte Parteichef und bayerischer Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger am Samstag. Wenn der Gastronomie das Dezembergeschäft entzogen würde, müssten die Steuerzahler wieder zweistellige Milliardensummen als Hilfen bezahlen, sagte er weiter. Das müssten Kanzlerin Angela Merkel* und die Ministerpräsidenten auch abwägen, wenn am Mittwoch (25. Dezember) über das weitere Vorgehen beraten.

Coronavirus in Deutschland: Merz trifft Aussagen zu Weihnachten und Silvester

Update vom 21. November, 14.05 Uhr: „Man kann doch wohl Mitte November schon sagen, dass Weihnachten in den Familien stattfinden kann. Das sollte nicht in Frage gestellt werden“, sagte Friedrich Merz in einem Gespräch mit dem Tagesspiegel. Der Kandidat für den CDU-Vorsitz hat Bund und Länder eindringlich davor gewarnt, die Corona-Beschränkungen über Weihnachten aufrechtzuerhalten. „Ich persönlich sage: Es geht den Staat auch nichts an, wie ich mit meiner Familie Weihnachten feiere.“

Skeptisch zeigte sich Merz mit Blick auf Menschenansammlungen bei Silvesterpartys. „Auch was den Jahreswechsel betrifft, kann man doch jetzt auch einmal schon einen Ausblick geben: Silvesterpartys können wohl nicht stattfinden. Auch das könnte man Mitte November schon einmal sagen, so viel wird sich bis Ende des Jahres nicht ändern.“ Er würde sich als Staatsbürger dieses Landes „ein bisschen mehr Horizont in der zeitlichen Planung“ wünschen, betonte Merz.

Corona in Deutschland: Mehrere Experten für Verlängerung des Teil-Lockdowns

Update vom 21. November, 10.30 Uhr: Mehrere Virologen und Mediziner halten angesichts der weiterhin hohen Corona-Infektionszahlen eine Verlängerung oder gar Verschärfung der bisherigen Beschränkungen für angemessen.

„Zielsetzung war es, einen deutlichen Rückgang der Neuinfektionen zu erreichen. Fast drei Wochen nach Beginn der Maßnahmen sehen wir aber keinen deutlichen Abfall, sondern eine Seitwärtsbewegung“, erklärte Hans-Georg Kräusslich, Chefvirologe der Universität Heidelberg, der Rhein-Neckar-Zeitung. Das eigentliche Ziel sei nicht erreicht worden.

Hans-Georg Kräusslich, Chefvirologe an der Universität Heidelberg, erklärt, dass das Ziel des Teil-Lockdowns bislang nicht erreicht wurde. (Archivbild)

„Beim nächsten Bund-Länder-Treffen am Mittwoch braucht es unbedingt neue Anti-Corona-Beschlüsse“, fordert der Virologe Alexander Kekulé. In einem Gespräch mit der Neuen Osnabrücker Zeitung sprach er sich Teilung der Klassen an allen weiterführenden Schulen, sowie die Umstellung auf Wechselunterricht aus. Kitas und Grundschulen sollen weiter offen bleiben.

Zudem fordert er eine bundesweite Verlegung des Beginns der Weihnachtsferien auf den 17. Dezember. „Dadurch würde man auch die außerschulischen Kontakte deutlich reduzieren“, erklärte Kekulé. Das könne einen wertvollen Puffer schaffen, um bis zum Jahreswechsel zurück in den grünen Bereich zu kommen.

„Man muss davon ausgehen, dass der Lockdown light im Dezember fortgesetzt wird. Das ist auch angesichts der Lage auf den Intensivstationen geboten“, sagte Klaus Reinhardt, der Präsident der Bundesärztekammer, der Passauer Neuen Presse. Er warnte allerdings vor zu strengen Verschärfungen. „Wir sollten genau auf die konkrete Ausgestaltung der Maßnahmen achten.“

Corona in Deutschland: Weihnachten ohne Großeltern für Kanzleramtschef Braun „nicht vorstellbar“

Update vom 21. November, 8.40 Uhr: „Es ist für mich nicht vorstellbar, dass die Großeltern an Weihnachten nicht mitfeiern“, erklärte Kanzleramtschef Helge Braun gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er setzt darauf, dass das Weihnachtsfest trotz der hohen Corona-Infektionszahlen im Kreise der Familie gefeiert werden kann. Zugleich appellierte Braun an die Menschen, dafür Sorgfalt walten zu lassen.

„Wichtiger als die Anzahl der Menschen, die zusammenkommen, ist, dass man vorher seine Kontakte reduziert und darauf achtet, dass niemand Symptome hat“, erklärte er. Der Wunsch des Kanzleramts, dass jede Familie privat nur noch mit einer Person aus einem weiteren Haushalt Kontakt haben soll, sei keine Verpflichtung. „Es handelt sich nicht um eine Vorschrift, sondern um einen Verhaltenshinweis. Es ist eine Art Winter-Knigge“, sagte Braun.

Corona in Deutschland: 22.461 Neuinfektionen gemeldet

Update vom 21. November, 7.32 Uhr: In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut (RKI) 22.964 neue Corona-Infektionen binnen eines Tages gemeldet. Im Vergleich zum Wert vor einer Woche wurden gut 500 Fälle mehr gemeldet. Am vergangenen Samstag lag die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen bei 22.461.

Seit Beginn der Corona-Pandemie zählt das RKI insgesamt 902.528 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand 21. November, 0 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg um 254 auf 13.884. Nach RKI-Schätzungen sind rund 593.100 Menschen inzwischen genesen. Der Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitag bei 1,05 (Vortag: 0,99)

Coronavirus in Deutschland: Höchstwert an Neuinfektionen am Freitag

Update vom 20. November, 21.36 Uhr: Deutschland vermeldet am Freitag einen neuen Höchstwert an Neuinfektionen. 23.856 Menschen haben sich laut Angaben der Gesundheitsämter der Bundesländer binnen eines Tages angesteckt. Damit steigt die Zahl der Erkrankten seit Pandemiebeginn auf insgesamt 891.371. Auch am Vortag hatten sich bereits 23.648 Personen infiziert.

Die Zahl der Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen, stieg um 273 auf 13.779. Das Robert Koch-Institut (RKI) schätzt, dass es bundesweit momentan rund 300.000 aktive Fälle gibt.

Corona-Maßnahmen in Deutschland: SPD-Politiker fordert Klarheit „bis ins nächste Jahr“

Update vom 20. November, 18.54 Uhr: „Wir brauchen Klarheit bis ins nächste Jahr hinein“, fordert Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und meint damit die Corona-Regeln in Deutschland. Mit einem baldigen Ende des Lockdowns rechnet der Politiker aber nicht. „Erleichterungen sind erst dann realistisch, wenn die Zahlen sich nachhaltig verändern“, sagte Weil dem Handelsblatt. „Ziel des bevorstehenden Treffens der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin sollte es daher sein, verlässliche Regelungen zu treffen, die über Weihnachten und Neujahr hinaus reichen“, sagte der Regierungschef.

Corona-Regeln in Deutschland: Schulen werden wohl weiter regional entscheiden

Update vom 20. November, 16.22 Uhr: Schulen werden im Kampf gegen die Corona-Pandemie wohl auch weiterhin regional vorgehen. Das sagte Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Freitag in Berlin und warb um Verständnis. Anlass für die Stellungnahme waren die kommenden Corona-Beratungen der Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.

„Es wird von der Länderseite nichts vorgestellt werden können, was einmal für alle in ganz Deutschland gilt, sondern man muss immer auf die regionalen Gegebenheiten Rücksicht nehmen“, erklärte die Ministerin. Zuvor hatte sich am Freitag bereits Regierungssprecher Steffen Seibert zu den anstehenden Besprechungen geäußert und vor viel zu hohen Infektionszahlen gewarnt.

Corona in Deutschland: Regierungssprecher Steffen Seibert warnt vor hohen Infektionszahlen

Update vom 20. November, 14.30 Uhr: „Die Zahlen müssen stabil auf ein deutlich niedrigeres Niveau sinken“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in der Bundespressekonferenz in Berlin. „Wir haben im Grunde nur den ersten Schritt bisher geschafft, also den starken, steilen, exponentiellen Anstieg zu stoppen und eine Stabilisierung zu erreichen.“ Die Infektionszahlen seien aber noch „weit, weit zu hoch“, erklärte Seibert. Die Bundesregierung macht den Bürgern daher wenig Hoffnung auf eine rasche Lockerung der aktuellen Beschränkungen.

Seibert erinnerte daran, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits bei den Beratungen mit den Ministerpräsidenten am vergangenen Montag „mehr gewünscht hätte“. Nun werde es am Mittwoch weitere Beratungen geben. Man müsse die pandemische Entwicklung genau betrachten, „um dann zu sehen, welche Schlüsse daraus zu ziehen sind“, erklärte der Regierungssprecher.

Die Zahl der belegten Betten in den Intensivstationen und die Zahl der Patienten, die künstlich beatmet werden müssten, sei schon jetzt deutlich höher als im Frühjahr. Zeit sei eine ganz wichtige Größe in dieser Corona-Pandemie, betonte Seibert. „Wenn wir zu spät reagieren, dann laufen wir Gefahr, dass die Krankenhäuser, die Intensivstationen sich weiter mit Patienten füllen.“

Corona in Deutschland: Untersuchung von Bussen, Bahnen, Bahnhöfen und Haltestellen

Update vom 20. November, 11.19 Uhr: Türgriffe, Haltestangen und Armlehnen sind Oberflächen, die viele ÖPNV-Kunden in der Corona-Pandemie* meiden. Zu Recht? Das Bundesverkehrsministerium unter Andreas Scheuer (CSU*) will nun mögliche Ausbreitungswege des Erregers noch tiefgehender untersuchen lassen - und zwar auf breiter Basis.

Ein Forscherteam vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik soll in Bussen und Bahnen, an Bahnhöfen und an Haltestellen Proben von Viren und Mikroorganismen in der Luft nehmen und auswerten, sowohl im Nah-, als auch im Fernverkehr. Das Projekt soll bis Frühjahr 2021 laufen.

„Fahrgäste und Personal sind in Bus und Bahn sicher unterwegs“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU*) am Freitag. Viele wissenschaftliche Studien hätten gezeigt, dass es im ÖPNV kein erhöhtes Infektionsrisiko gebe, und verwies auf das seit Ende April geltende Hygiene- und Schutzmaßnahmen mit Maskenpflicht, Lüftungskonzepten und stärkerer Reinigung und Desinfektion von Fahrzeugen und Haltestellen.

Auch im ÖPNV in der Corona-Pandemie Pflicht: ein Mund-Nasen-Schutz

Update vom 20. November, 10.45 Uhr: Laut RKI sind die Corona-Infektionszahlen in Deutschland weiterhin „viel zu hoch“. Eine Münchnerin war an Covid-19 erkrankt, und hat der tz* jetzt von ihren Erfahrungen mit Langzeitfolgen berichtet*.

Trotz Corona-Lockdown keine Trendumkehr: RKI meldet neuen Rekordwert für Deutschland

Update vom 20. November, 6.42 Uhr: Wie befürchtet, haben die täglichen Corona-Neuinfektionen während des Teil-Lockdowns (siehe vorheriges Update) in Deutschland mit 23.648 Fällen einen neuen Rekordstand erreicht. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Freitagmorgen mehr als tausend Fälle mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle stieg den Angaben zufolge um 260 auf insgesamt 13.630.

Insgesamt wurden seit dem Beginn der Pandemie in Deutschland laut den jüngsten Zahlen des RKI 879.564 Infektionen registriert. Die Zahl der Genesenen lag bei etwa 579.100. Bei den Bund-Länder-Beratungen mit Kanzlerin Merkel am 25. November soll es auch um eine mögliche Verlängerung des Teil-Lockdowns gehen.

RKI-Präsident Lothar Wieler beim jüngsten Pressebriefing zur Corona-Lage in Deutschland.

Trotz Corona-Lockdown: Neu-Infektionen in Deutschland erreichen offenbar fast wieder Höchststand

Update vom 19. November, 21.30 Uhr: Der neuerliche Lockdown zeigt in Deutschland gemessen an den Corona-Neuinfektionen bisher keine Wirkung. Die Politik und das Robert-Koch-Institut (RKI) mahnen zu Geduld, erklären, dass sich der Effekt erst zeitversetzt messen lasse.

Medienberichte: Corona Neu-Infektionen in Deutschland fast wieder auf Höchststand

Doch die Zahlen vom Donnerstag sind ernüchternd. Wie FOCUS Online und n-tv.de übereinstimmend berichten, wurden von den Gesundheitsämtern bundesweit 23.151 neue Covid-19-Infektionen registriert. Beide Nachrichtenportale berechnen die Zahlen aus Angaben der Behörden. Die offiziellen Zahlen des Berliner RKI werden für Freitagmorgen erwartet.

Der bisherige Höchststand an Corona-Neuinfektionen war am vergangenen Freitag (13. November) gemessen worden. Damals wurden 23.542 neue Covid-19-Fälle binnen 24 Stunden registriert. Jetzt gehen die Zahlen wieder hoch - trotz Lockdowns. Zum Beispiel auch im Nachbarland Österreich hat dieser bislang kaum Wirkung entfaltet.

Lesen Sie auch: Kupfer wirkt antiviral – angebracht an Türklinken oder Fenstergriffen inaktiviert Kupfertape auch Coronaviren (werblicher Link)

Corona-Pandemie in Deutschland: Krankenschwester teilt gegen Querdenker und Covid-19-Leugner aus

Update vom 19. November, 21 Uhr: Deutschland in der Corona-Pandemie: Eine Krankenschwester erzählt jetzt vom dramatischen Kampf gegen das Coronavirus auf deutschen Intensivstationen*. An Querdenker und Corona-Leugner hat sie eine eindeutige Botschaft (siehe Link).

Woanders hat sich in der Coronavirus-Pandemie derweil ein regelrechtes Wunder* zugetragen: Eine schwangere Frau wurde im Covid-19-Koma Mutter - und zwar nicht nur von einem Kind (siehe Link).

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Baden-Württemberg macht wegen der Corona-Zahlen Sorgen

Update vom 19. November, 19.50 Uhr: Baden-Württemberg macht in der Coronavirus-Pandemie weiter Sorgen.

In dem südwestdeutschen Bundesland sind innerhalb eines Tages nach Angaben des Landesgesundheitsamtes 3168 neue Corona-Infektionen registriert worden. Mehr als 3000 neu registrierte Covid-19-Fälle - das gab es in BaWü letztmals vor zwei Wochen.

Binnen 24 Stunden registrierte die Gesundheitsbehörde in Stuttgart, Stand Donnerstagnachmittag 16 Uhr, 36 weitere Coronavirus-Todesfälle.

Corona in Baden-Württemberg
Covid-19-Fälle insgesamt seit Ausbruch der Pandemie127.091
Corona-Tote im Bundesland2404
Corona-Patienten auf Intensivstationen409
7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg133,5

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Leipzig will bei Querdenken-Demo Corona-Regeln hart durchsetzen

Update vom 19. November, 18.45 Uhr: Sie gehören in der Coronavirus-Pandemie in Deutschland mittlerweile zum Bild dazu: Die Corona-Leugner und Covid-19-Skeptiker, die sich unter anderem in der Initiative „Querdenken“ zusammengeschlossen haben.

Zwei Wochen nach der zeitweise völlig außer Kontrolle geratenen „Querdenken“-Demo in Leipzig rüstet sich die Stadt
jetzt für neue Kundgebungen. Stadt und Polizei kündigten ein hartes Durchgreifen bei Verstößen gegen die Corona-Regeln an.

Corona-Pandemie in Deutschland: Bayern nennt Termine für Lockdown-Ende

Update vom 19. November, 17.48 Uhr: Am Montag ließen die 16 Ministerpräsidenten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit ihrem Corona-Papier eiskalt auflaufen. Aus Bayern kommen nach exklusiven Informationen des Münchner Merkur nun erste Vorschläge für die Beschlussvorlage der Länder für den Merkel-Gipfel am Mittwoch*.

Update vom 19. November, 14.48 Uhr: Auf den Intensivstationen in Deutschland steigt die Zahl der Covid-19-Patienten immens. Momentan müssen 3.592 Corona-Fälle (Vortag: 3.561) intensivmedizinisch behandelt werden, davon werden 2.084 (Vortag: 2.024) künstlich beatmet, wie aus den Daten der Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hervorgeht. Experten rechnen mit weiteren Überweisungen von schwerkranken Corona-Patienten.

Update vom 19. November, 14.18 Uhr: In Nordrhein-Westfalen (NRW) machen immer mehr Kitas wegen Corona dicht. Ein Trend der sich deutlich an Zahlen ablesen lässt.

Corona in Deutschland: Steigt jetzt die Dunkelziffer?

Update vom 19. November, 11.35 Uhr: Steigt womöglich die Dunkelziffer, wenn nun neue Kriterien für Corona-Tests gelten? Das Robert-Koch Institut (RKI) nimmt an: in eher geringem Maße. Die Untererfassung von Infizierten sei nicht deutlich höher sei als vor einigen Wochen, sagte RKI-Chef Lothar Wieler am Donnerstag. Das könne man aus den verfügbaren Daten schließen.

Kürzlich sind die RKI-Empfehlungen an Ärzte, wer auf Sars-CoV-2 getestet werden soll, geändert worden (siehe Erstmeldung vom 19. November). Dies wurde auch mit der Zunahme von banalen Erkältungskrankheiten im Herbst und Winter begründet - es könne angesichts begrenzter Kapazitäten in den Laboren nun nicht jeder Patient mit Schnupfen getestet werden. Nun liegt ein besonderer Fokus auf Patienten mit Symptomen wie etwa Lungenentzündung oder Geruchs- und Geschmacksverlust.

RKI-PK zur Corona-Lage in Deutschland: Das Wichtigste in Kürze

Update vom 19. November, 11.09 Uhr: Das RKI-Pressebriefing von diesem Donnerstag (siehe heutige Updates) ist beendet. Im Folgenden die wichtigsten Aussagen von RKI-Präsident Lothar Wieler und RKI-Lagezentrum-Leiterin Ute Rexroth:

  • Die Corona-Lage in Deutschland sei nach wie vor „sehr ernst“ und die Fallzahlen „viel zu hoch“.
  • Positiv sei, dass sich die Fallzahlen auf einem „hohen Niveau“ stabilisiert haben.
  • Das RKI wisse aktuell allerdings nicht, ob es sich dabei um eine Trendwende handelt.
  • Die Zahlen der schweren Verläufe mit Covid-19 und der Intensivpatienten ist gestiegen.
  • Die Zahl der Todesfälle ist weiterhin sehr hoch.

Update vom 19. November, 10.59 Uhr: Viele Menschen überlegen, ob sie ihre Familie an Weihnachten wegen Pandemie überhaupt besuchen sollen. Könnte aber eine „Vorab-Quarantäne“ mehr Sicherheit geben, das Virus nicht zu verbreiten? „Natürlich ist das eine Möglichkeit“, beurteilt RKI-Chef Wieler diesen Vorschlag auf der PK in Berlin. Dass RKI appelliere grundsätzlich, sich selbst bei Verdacht vorsorglich zu isolieren. „Hohe Sicherheit“, kein Träger von Sars-CoV-2 zu sein, sei nach 14 Tagen ohne Risikokontakt gegeben: „Das ist nach jetzigen Stand ohne Testung der Zeitraum.“

Update vom 10.53 Uhr: Befeuern Corona-Demos das Infektionsgeschehen, möchte ein Journalist bei der PK wissen und hat dabei offenbar die Vorfälle in Berlin vom Wochenende im Kopf. Das RKI könne „solche Ereignisse“ nicht zuordnen, antwortet Lothar Wieler. Im Freien sei das Ansteckungsrisiko zwar geringer als in geschlossenen Räumen - konkrete Zahlen kann er dem Fragenden aber nicht geben.

RKI-Präsident Lothar Wieler (hier bei der entsprechenden PK in Berlin) möchte angesichts der Corona-Fallzahlen noch nicht von einer Trendwende sprechen.

RKI zur Corona-Lage: Fallzahlen-Stabilisierung deutet auf wirksame Maßnahmen hin

Update vom 19. November, 10.42 Uhr: Als es bei der Corona-PK um mögliche Lockerungen geht, macht RKI-Chef Wieler keine falschen Hoffnungen: „Wie lange die Maßnahmen gelten, vermögen wir nicht zu sagen“, antwortet er auf Nachfrage. Bis zur Zulassung eines Impfstoffs blieben die „Mindestmaßnahmen“ - und zwar „für die nächsten Monate“ - das Einhalten der „AHA+L“-Regel.

Update vom 19, November, 10.33 Uhr: Warum ist sich das RKI sicher, dass Corona-Maßnahmen wirken? Präsident Wieler lässt sich bei der PK in Berlin von einer Journalisten-Nachfrage nicht beirren: „Das sehen wir daran, dass seit etwa zwei, drei Wochen die Fallzahlen nicht steigen, sie befinden sich auf einer Art Plateau“. Seit dem 2. November gilt in Deutschland der „Lockdown Light“. „Wir sind optimistisch, dass, wenn wir nächste Woche hier sitzen, dass die Fallzahlen dann heruntergegangen sind“, so Wieler.

Corona in Deutschland: RKI-Chef überrascht mit Quarantäne-Aussage

Update vom 19. November, 10.28 Uhr: „Die Zahlen sind immer noch viel zu hoch“, warnt Lothar Wieler angesichts des aktuellen Trends bei den Neuinfektionen (siehe Update von 10.08 Uhr) - und ist sich sicher: „Wir haben in Deutschland eine klare, gute Strategie.“ Besonders Risikogruppen müssten dabei geschützt werden. Das RKI habe im Ende Oktober ein Strategie-Update auf seiner Webseite publiziert, auf das Wieler nun ausdrücklich verweist.

Corona in Deutschland: RKI-Chef ändert Quarantäne-Strategie

Update vom 19. November, 10.15 Uhr: Jetzt übernimmt RKI-Präsident Lothar Wieler das Wort, und liefert schon bald etwas überraschend Klingendes zum Thema Corona-Quarantäne: „Menschen mit einer überstandenen, laborbestätigten Corona-Infektion müssen nicht mehr in Quarantäne, sobald sie einen Risikokontakt hatten“ - sie müssen sich aber selbst beobachten und testen lassen! Eine Quarantäne ist für Personen vorgesehen, bei denen ein hohes Risiko besteht, dass sie sich angesteckt haben. Beispielsweise nach einem engen Kontakt mit einem nachweislich bestätigten Corona-Infizierten. Überraschend kommt das schon. Bislang gingen Experten häufig davon aus, dass man auch als einstmals Infizierter erneut zum Träger werden kann.

Corona-Pressekonferenz: RKI sieht Wirksamkeit der AHA+L-Regel

Update vom 19. November, 10.08 Uhr: RKI-Lagezentrum-Leiterin Ute Rexroth eröffnet die PK mit der aktuellen Corona-Statistik für Deutschland: „Die Neuinfektionszahlen haben sich auf hohem Niveau stabilisiert“, resümiert sie - und geht bald auf den aktuell geltenden „Lockdown Light“ ein: „Wir denken, dass diese Zahlen ein Hinweis darauf sind, dass die Maßnahmen greifen. Das ist eine sehr gute Nachricht und zeigt uns, dass die Menschen sich an sie halten.“

Update vom 19. November, 9.57 Uhr: In wenigen Minuten beginnnt eine Pressekonferenz mit RKI-Leiter Lothar Wieler in Berlin. Wir berichten an dieser Stelle fortlaufend von der Online-Veranstaltung.

Corona in Deutschland: Neuinfektionszahl wieder gestiegen - Besonders eine Altersgruppe betroffen

Erstmeldung vom 19. November: Berlin - Eigentlich macht der Trend Hoffnung: Drei Tag in Folge waren die Corona-Neuinfektionen in Deutschland (im Vergleich zur Vorwoche) gesunken. Für den Mittwoch allerdings verzeichnete des Robert-Koch-Institut (RKI) wieder mehr als 20.000 Ansteckungen binnen 24 Stunden (konkret: 22.609 Fälle) - rund 5000 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle mit Covid-19 beläuft sich laut RKI nun auf 13.370.

Was bei den jüngsten Zahlen aufhorchen lässt: Es gab zuletzt in Deutschland auch weniger Corona-Tests - eine Strategieänderung. Erst am Dienstag hatte der Virologe Hendrick Streeck vermutet, alleine dadurch „würde man wahrscheinlich bereits einen Rückgang der Neuinfektionszahlen erwarten“.

Anfang November wurden die Testkriterien verändert - es sollen nun insbesondere Menschen mit Symptomen untersucht werden. Zur Veranschaulichung: In der Woche vom 9. bis 15. November machten die Labore nach eigenen Angaben rund 1,26 Millionen PCR-Tests. In den beiden Kalenderwochen davor waren es jeweils mehr als 1,44 Millionen Tests gewesen.

Corona in Deutschland: Inzidenz steigt bei zwei Altersgruppen

Vergleicht man die Woche vom 9. bis 15. November mit der Vorwoche, so ist die Sieben-Tagen-Inzidenz laut RKI vor allem in den mittleren Altersgruppen zurückgegangen. Bei den über 70-Jährigen und bei den unter 20-Jährigen ist sie dagegen gestiegen.

Ob nun die Dunkelziffer steigt, ist nicht sicher. „Dies ist nicht zwingend der Fall. Es kann auch sein, dass inzwischen gezielter getestet wird“, vermutete der Epidemiologe Gérard Krause vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung. „Das wäre zu begrüßen.“

Lage auf den deutschen Intensivstationen: Rund 2000 Patienten werden aktuell beatmet

Auf den Intensivstationen, wo sich das Infektionsgeschehen erst zeitverzögert bemerkbar macht, ist nach Daten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) von einer Entspannung nichts zu sehen. Die Zahl der Patienten stieg auf 3561 Patienten (Stand Mittwochmittag, Vortag: 3517), davon wurden 57 Prozent beatmet. (AFP/dpa/frs) *Merkur.de und tz.de gehören zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Rubriklistenbild: © dpa / Britta Pedersen

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