Fälle steigen trotz Lockdown

Corona in Deutschland: RKI-Grafik zeigt, wo sich die meisten Menschen anstecken

Derzeit steigen die Corona-Fallzahlen wieder so stark, dass beimCorona-Gipfel der Lockdown verlängert wird. Doch bei welchen Kontakten ist das Risiko besonders hoch?

Berlin - Friseure durften wieder Öffnen, viele Schüler sind in den Unterricht zurückgekehrt. Dass die Coronavirus*-Fallzahlen so schnell steigen, ist dennoch überraschend. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt davor, dass Lockerungsschritte, gepaart mit noch niedrigen Impfraten und Corona-Müdigkeit viele Neuinfektionen in Europa verursachen. Der globale Anstieg werde in Europa zusätzlich durch ansteckendere Virusvarianten befeuert, sagte Maria Van Kerkhove, die oberste Corona-Expertin der
UN-Behörde. „Das ist eine sehr gefährliche Kombination“, sagte sie.

Noch immer ist unklar, welche Lockerungen und Beschränkungen besonders wirksame Hebel darstellen - möglicherweise ein Grund, warum der Corona-Gipfel am Montagabend erneut so lange dauerte. Das Robert-Koch-Institut hat in einer Grafik dargestellt, wo besonders häufig Ansteckungen stattfinden.

Der allergrößte Anteil in der Grafik fällt demnach auf die Fälle, die keinem Ausbruch zugeordnet werden konnten. Dies ist einerseits interessant, zeigt es doch, wie viele Fälle nicht nachverfolgbar sind. Andererseits, warnt das RKI, seien die Daten aus diesem Grund auch nicht repräsentativ und „mit Zurückhaltung zu interpretieren“, wie das Institut erklärt.

Beispielsweise seien gehäufte Fälle in anonymen Situationen wie etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im Kino viel schwerer zu erfassen als beispielsweise bei Familienfeiern oder im Schulunterricht.

Die einzelnen Farben stehen für verschiedene Situationen, in denen sich Menschen mit dem Coronavirus anstecken.

Besonders viele Ansteckungen* geschehen der Grafik zufolge in Privathaushalten, am Arbeitsplatz sowie in Kindertagesstätten und Horten. Der Anteil der Ansteckungen in Krankenhäusern ist zurückgegangen, jener im Arbeitsumfeld ist gestiegen. Ein ähnlicher Trend zeichnet sich bei den Schulen ab.

Um in Schulen und Kindertagesstätten einen „möglichst kontinuierlichen Betrieb“ ermöglichen zu können, seien alle möglichen Maßnahmen zur Vorbeugung von Ansteckungen nötig, betont das RKI*. Zudem sei wichtig zu verhindern, dass das Virus in die Einrichtungen geschleppt werde. Bei Erkrankungen in einer oder mehreren Gruppen empfiehlt das RKI, „eine frühzeitige reaktive Schließung der Einrichtung“ zu erwägen.

Die Experten geben zu bedenken, dass die neuen Mutationen ansteckender sind. Eine weitere Ausbreitung in der Kita, am Arbeitsplatz oder in Familien müsse deshalb verhindert werden. Sie bitten um Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln, bei Krankheitsanzeichen solle man fünf bis sieben Tage zu Hause bleiben. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Philipp von Ditfurth/dpa

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