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Kinder-Inzidenz weit jenseits der 1000 - doch BaWü will Schulen erst bei 2000 schließen

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Von: Kai Hartwig

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Die Corona-Inzidenz ist wiederholt leicht gesunken. Das könnte laut Experten aber trügerisch sein. Im Raum steht weiterhin eine Impfpflicht. Der News-Ticker.

Update vom 5. Dezember, 18.21 Uhr:  Am Wochenende des Inkrafttretens schärferer Corona-Regeln in Hessen haben Gegner der Pandemie-Politik gleich mehrfach in Frankfurt protestiert. Am Samstag löste die Polizei nach erheblichen Verstößen gegen die Versammlungsauflagen zwei Demonstrationen von Impfgegnern auf. Die Teilnehmer hätten die Abstandsregeln missachtet und keine Masken getragen, berichtete die Polizei am Samstag über den Kurznachrichtendienst Twitter. 

Update vom 5. Dezember, 10.42 Uhr: Die Inzidenz liegt in Baden-Württemberg aktuell bei knapp über 523. Unter jungen Menschen ist sie dort allerdings viel höher, merkt spiegel.de dazu unter Berufung auf das RKI an: Bei den Fünf- bis Neunjährigen lag sie am Novemberende bei fast 1100, bei den 10- bis 14-Jährigen bei etwas mehr als 1300.

Dennoch: Schulen würden in dem Bundesland erst geschlossen, „wenn gar nichts anderes mehr geht, bei Inzidenzen wie wir sie in Sachsen haben, bei etwa 2000“, sagte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Samstag am Rande des Grünen-Landesparteitags in Heidenheim.

Landesparteitag der Grünen Baden-Württemberg
BaWü-Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) beim jüngsten Landesparteitag © Marijan Murat/dpa

Update vom 5. Dezember, 8.44 Uhr: Deutschland hat die Zahl von sechs Millionen registrierten Corona-Infektionen bereits überschritten. Aber die bundesweite 7-Tage-Inzidenz ist erneut leicht gesunken und lag am Sonntagmorgen bei 439,2. Binnen 24 Stunden kamen weitere 42.055 Ansteckungen, sowie 94 neue Covid-19-Tote hinzu.

Bei der Bewertung dieser Zahlen ist aber zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen in einzelnen Regionen mit der Fall-Meldung nicht mehr hinterher. Auch dem RKI fällt die Beurteilung der Lage schwer.

Anti-Impfpflicht-Demos in Nachbarland – Wortmeldung von Röttgen

Im deutschsprachigen Nachbarland Österreich, das sich aktuell im Teil-Lockdown befindet, gab es am Samstag erneut Demos gegen die Corona-Maßnahmen. Gut 40.000 Menschen war in der Wien auf der Straße, vor allem wegen der geplanten allgemeinen Impfpflicht vom 1. Februar an. Hierzulande ringt die Politik noch um die Maßnahme.

Mit Norbert Röttgen, der für den CDU-Vorsitz kandidiert, hat sich ein weitere Konservativer zu dem Thema positioniert. Er bezeichnetet Impfgegner als größere Herausforderung für den Zusammenhalt der Gesellschaft als eine Impfpflicht. „Die Spaltung dadurch, dass man es immer noch einer Minderheit überlässt, eine riesige Infektionswelle auszulösen, die die gesamte Bevölkerung trifft und einschränkt, wiegt deutlich schwerer“, sagte Röttgen den RND-Zeitungen vom Sonntag.

Corona-Impfpflicht inzwischen breit akzeptiert? Ja, glaubt Röttgen

Die geplante allgemeine Corona-Impfpflicht bezeichnete Röttgen als rechtlich haltbar. Er selber werde bei der Bundestag-Abstimmung für sie stimmen, sagte Röttgen. Die Impfquote sei zu niedrig und die gesellschaftliche Akzeptanz für eine Impfpflicht gestiegen. „Das hat auch bei mir zu einem Umdenken geführt.“ Außerdem gebe es „durch die gigantische Zahl der Impfungen weltweit ausreichend Daten, die die Sicherheit der Impfung belegen“.

Norbert Röttgen im November 2021 bei einer Pressekonferenz in Berlin.
Norbert Röttgen (Archivbild) hat nach eigenen Angaben bei der Corona-Impfpflicht umgedacht. © Jens Schicke/Imago

Corona: Zahl der Intensivpatienten wächst weiter an - Mehrere Festnahmen bei zahlreichen Demos 

Update vom 4. Dezember, 19.54 Uhr: Ob Hamburg, Berlin, Potsdam, Hannover, Frankfurt am Main oder Trier: Mehrere tausend Menschen haben – teils illegal – gegen die aktuellen Corona-Regeln demonstriert. Allein in Hamburg waren etwa 5.000 sogenannte Querdenker und Impfskeptiker unterwegs. Im Berliner Bezirk Friedrichshain demonstrierte am Samstag (4. Dezember) trotz eines Verbots eine untere dreistellige Zahl Menschen. Hier wie dort kam es zu einigen Verstößen: In Berlin gab es mehreren Festnahmen wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln und Widerstands gegen die Beamten. Auch ein Journalist wurde angegriffen.

In Frankfurt löste die Polizei zwei Demonstrationen nach erheblichen Verstößen gegen die Versammlungsauflagen auf. Aus Trier berichtete die Polizei von einer aufgeheizten Stimmung unter den insgesamt rund 400 Teilnehmern einer Demonstration und einer Gegenveranstaltung. Es sei dem zeitweise „sehr bestimmten“ Vorgehen der Polizei zu verdanken, dass es nicht zu Übergriffen gekommen sei.

Corona-Lage in Deutschland: Intensivbetten so knapp wie seit Mai nicht mehr

Update vom 4. Dezember, 17.19 Uhr: 4.805 Corona-Infizierte müssen in Deutschland derzeit auf Intensivstationen behandelt werden. Das geht aus dem Tagesreport (Samstag, 4. Dezember) der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervor. Mit acht neuen Intensivpatienten binnen eines Tages stieg die Zahl zum ersten Mal seit 213 Tagen wieder über 4800. Zuletzt war das am 5. Mai der Fall.

Intensivstation Corona Beatmung.
Die Betten auf den Intensivstationen werden in manchen Regionen Deutschlands immer weniger. © Pixsell/imago

2560 der 4805 Patienten müssen laut Divi invasiv beamtet werden. Insgesamt sind derzeit 87,4 Prozent der Intensivbetten in Deutschland belegt. 3113 Betten stehen noch zur Verfügung – allerdings sind sie nicht gleichmäßig über die Republik verteilt, sodass in einigen Regionen weiterhin Intensivbetten-Notstand herrscht.

Corona in Deutschland: Baden-Württemberg will Schulen offen halten „bis nichts mehr geht“

Update vom 4. Dezember, 15.39 Uhr: Trotz der dramatischen Corona-Lage will Baden-Württemberg seine Schulen geöffnet lassen bis „gar nichts anderes anderes mehr geht“. „Bei Inzidenzen, wie wir sie in Sachsen haben, bei etwa 2000“, werde man die Schulen schließen, erklärte der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann am Samstag (4. Dezember) am Rande des Grünen-Landesparteitags in Heidenheim.

Derzeit liegt die landesweite Inzidenz bei 525,3 (Stand Freitag, 16.00 Uhr). Zwei Kommunen liegen laut Landesgesundheitsamt nur knapp unter der Inzidenz-Marke von 1000: der Schwarzwald-Baar-Kreis (975,7) und der Landkreis Tuttlingen (987,4).

Corona-Lage in Deutschland „dramatisch“: Merkel wendet sich zum letzten Mal an Bürger

Update vom 4. Dezember, 12.36 Uhr: Die scheidende Kanzlerin Angela Merkel hat sich letztmals während ihrer Amtszeit in ihrem Podcast an die Bürgerinnen und Bürger gewandt. „Wir sind mitten in dieser vierten Pandemiewelle in einer sehr ernsten Lage, in manchen Teilen unseres Landes kann man sie nur dramatisch nennen“, sagte Merkel. Die Regierungschefin bat im Kampf gegen das Coronavirus eindringlich: „Nehmen Sie das tückische Virus ernst.“

Merkel warb um Erst- und Auffrischimpfungen, außerdem verwies die CDU-Politikerin auf „übervolle Intensivstationen“, Schwerkranke, die quer durch Deutschland geflogen werden müssten, und die derzeit „so schrecklich hohe Zahl“ an Menschen, die in Verbindung mit dem Coronavirus zu Tode kommen. „Jeder von ihnen hinterlässt Familien oder Freunde, fassungslos, ratlos, hilflos. Das ist so bitter, weil es vermeidbar wäre“, meinte Merkel. „Mit den wirksamen und sicheren Impfstoffen haben wir den Schlüssel dazu in der Hand.“

Corona in Deutschland: Kanzlerin Merkel dankt der „großen Mehrheit in unserem Land“

Die Bundeskanzlerin dankte zugleich allen Menschen, „die in dieser schweren Zeit vernünftig und verständnisvoll sind“ und sich aus Selbstschutz und Fürsorge für andere an die Regeln hielten. „Sie machen die große Mehrheit in unserem Land aus. Sie zeigen täglich den Bürgersinn, der so wunderbar an unserem Land ist - und ohne den kein Bundeskanzler und keine Regierung etwas erreichen kann.“

Bundeskanzlerin Angela Merkel hält bei ihrer Verabschiedung durch die Bundeswehr eine Rede
Angela Merkel richtete in ihrem letzten Podcast als Kanzlerin einen Corona-Appell an die Bevölkerung. © Odd Andersen/dpa

Update vom 4. Dezember, 12.13 Uhr: In Deutschland haben inzwischen rund 13 Millionen Menschen ihre Booster-Impfung gegen das Coronavirus bekommen. Nach des Bundesgesundheitsministeriums von Samstag (4. Dezember) wurden einen Tag zuvor insgesamt 896.000 Corona-Impfungen vorgenommen. Darüber hinaus gab das Ministerium bekannt, dass 57,3 Millionen Menschen (68,9 Prozent) über den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze verfügen. Eine erste Corona-Impfung haben unterdessen 59,8 Millionen Menschen oder 71,9 Prozent aller Einwohner bekommen.

Corona in Deutschland: Präsident der Bundesärztekammer fordert kürzere Booster-Pause

Update vom 4. Dezember, 10.07 Uhr: Der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, hat eine Verkürzung der Pause zwischen Corona-Zweitimpfung und Booster-Impfung von sechs auf fünf Monate gefordert. Laut Reinhardt spricht nichts gegen eine solche Maßnahme, „wenn denn wirklich genug Impfstoff zur Verfügung gestellt wird wie versprochen“, sagte der Mediziner der Neuen Osnabrücker Zeitung. „Das würde für deutlich mehr Tempo sorgen“, ist sich Reinhardt sicher.

Würde man in Deutschland die Frist von sechs Monaten beibehalten, müssten dem Ärztepräsidenten zufolge über zwölf Millionen Menschen noch bis zum 1. Januar auf die Auffrischungsimpfung warten. „Das wäre eine unnötige Bremse“, meinte Reinhardt. Generell hielt er fest, dass die Booster-Impfungen dringend notwendig seien, um die vierte Welle zu brechen. „Je mehr Menschen geboostert sind, desto weniger Impfdurchbrüche und Schwerkranke wird es geben.“

Laut derzeit gültiger Stiko-Empfehlung soll die Booster-Impfung „in der Regel im Abstand von sechs Monaten zur letzten Impfstoffdosis der Grundimmunisierung erfolgen“. Allerdings wird den Impf-Ärzten schon jetzt Spielraum eingeräumt, den Abstand „im Einzelfall“ auf fünf Monate zu verkürzen oder auch „wenn genügend Kapazitäten vorhanden sind“.

Corona in Deutschland: Krankenhäuser überlastet – Experten befürchten höhere Zahlen

Erstmeldung vom 4. Dezember, 9.08 Uhr: Berlin – Laut Robert Koch-Institut (RKI)* ist die Sieben-Tage-Inzidenz* in Deutschland erneut leicht angestiegen. Am Samstagmorgen (4. Dezember) gab das RKI an, dass die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche bei 442,7 liegt. Am Freitag (3. Dezember) hatte der Wert bei 442,1 gelegen, eine Woche zuvor bei 444,3 (Vormonat: 183,7).

Deutschlandweit meldeten die Gesundheitsämter dem RKI innerhalb eines Tages insgesamt 64.510 Corona-Neuinfektionen (Quelle: RKI-Dashboards, 4. Dezember, 03.48 Uhr). Vor genau einer Woche waren es 67.125 Ansteckungen. Allerdings gehen Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung aus und geben dies bei der Bewertung des Infektionsgeschehens zu bedenken. Demzufolge kommen Gesundheitsämter und Kliniken mit der Meldung von Corona*-Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher.

Auch dem RKI fällt die Beurteilung der Lage schwer. Der gebremste Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz könne „einerseits ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik im Transmissionsgeschehen aufgrund der deutlich intensivierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sein“, hieß es im RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend (2. Dezember). Allerdings könnte die Entwicklung „regional auch auf die zunehmend überlasteten Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein“.

Ein Paar schlendert über einen Weihnachtsmarkt, der geschlossen ist
Die Weihnachtsmärkte sind vielerorts geschlossen. © Bernd Wüstneck/dpa

Corona in Deutschland: Zahl der Todesopfer steigt deutlich an

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 378 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 303 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Corona-Pandemie* 6.116.070 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag (3. Dezember) mit 5,52 an (2. Dezember: 5,47).

Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Samstag (4. Dezember) mit 5.058.200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 102.946. (kh/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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