"Ein gutes Essen ist Balsam für die Seele" steht an einem Restaurant nahe des Alexanderplatzes auf einer Tafel, während Passanten vorbeigehen.
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Mit einem Corona-Buzzer sollen Kontakte in Sachsen künftig verfolgt werden.

Für Kinder und Senioren

Statt Corona-Warn-App: Sachsen entwickeln Alternative - „Buzzer“ erinnert an Alltagsgegenstand

In Sachsen läuft aktuell ein besonderer Feldtest: In einer sächsischen Kleinstadt werden Erfahrungen mit einem Corona-Warn-Buzzer gesammelt. Er soll eine Alternative zur App werden.

  • In Sachsen wurde ein Corona-Warnsystem im Schlüsselanhänger-Format entwickelt.
  • Damit sollen Kontakte in Zeiten der Pandemie auch ohne Smartphone verfolgt werden.
  • In Augustusburg läuft seit Donnerstag ein Test mit 2.500 Teilnehmern.

Augustusburg/Sachsen - Kontakte erfassen, um Infektionsketten zurückzuverfolgen - das ist die Grundidee der Corona-Warn-App. Die Anwendung fürs Smartphone wurde im Auftrag der Bundesregierung entwickelt und steht Nutzern seit Juni zur Verfügung. Immer wieder kommt jedoch Kritik auf: zu wenig Nutzer, technische Fehler, fehlende Genauigkeit. In Sachsen versucht man sich jetzt an einer Alternative.

Ein Corona-Warn-Buzzer im Schlüsselanhänger-Format soll es richten. Die Alternative ist besonders für Menschen ohne Smartphone oder solche, die es nicht nutzen wollen, gedacht. Das kleine Gerät soll „als App ohne Smartphone funktionieren“, gibt das sächsische Sozialministerium am Donnerstag bekannt. Momentan läuft in der Kleinstadt Augustusburg ein Feldtest für die neue Erfindung. Maximal 2.500 Probanden sollen laut dem Ministerium ein Gerät bekommen.

Buzzer statt App: So will Sachsen künftig Corona-Infektionen nachvollziehen

„Die dramatische Entwicklung der letzten Monate, hat deutlich gezeigt, dass eine möglichst vollständige und rasche Kontaktnachverfolgung für den weiteren Erfolg bei der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie unerlässlich sein werden“, erklärt Landesgesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Der Buzzer zeichnet Kontakte auf, ohne den Ort der Kontakte festzustellen oder die Kontakte zu personalisieren, heißt es weiter.

Praktisch ist auch: Der Buzzer ist mit der Corona-Warn-App kompatibel. Mittels Bluetooth kann das System erkennen, welche Mobiltelefone mit App oder andere Buzzer ihm für eine bestimmte Dauer kritisch nahe waren. Im Falle einer Infektion werden alle Kontakte elektronisch ermittelt und vom Gesundheitsamt kontaktiert. Nach 14 Tagen sollen alle Daten wieder gelöscht werden.

Neue Zielgruppen durch Corona-Buzzer? Senioren und Kinder sollen ihn nutzen

Eine neue Untersuchung von einem Forschungsteam der Technischen Universität Darmstadt und der Universität Würzburg hat gezeigt, dass nur fünf Prozent der Corona-Infizierten die Warn-App der Bundesregierung nutzen. Eine Lücke, die nun zum Teil geschlossen werden soll. Das sächsische Sozialministerium geht davon aus, dass man besonders Kinder und Senioren ohne Smartphone mit dem Buzzer in die Nachverfolgung einbinden kann.

Entwickelt wurde das neue System von Wissenschaftlern und Unternehmen aus Sachsen. Das Land hat für die Entwicklung zwei Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Laut Bild-Informationen soll das Gerät nach der Pilotphase nicht mehr als 50 Euro kosten.

Im Video: Jeder vierte geht trotz Warnung der Corona-App nicht in Quarantäne

Eine Umfrage im Auftrag von RTL ergab, dass sich viele trotz einer Warnung der App nicht in Quarantäne begeben haben. Nur etwa 35 Prozent der Befragten hatten die Anwendung überhaupt auf ihrem Handy installiert. Vielleicht setzen die Sachsen angesichts solcher Zahlen besonders viel Hoffnung in ihre Alternative. (mam)

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