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Lauterbachs Corona-Experte macht Omikron-Hoffnung für Kinder

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Von: Andreas Schmid

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Jörg Dötsch auf einer Pressekonferenz mit RKI-Chef Lothar Wieler und Gesundheitsminister Karl Lauterbach ab.
Jörg Dötsch (l), gehört zum Corona-Expertenrat der Bundesregierung. Hier gibt er seine Einschätzungen auf einer Pressekonferenz mit RKI-Chef Lothar Wieler und Gesundheitsminister Karl Lauterbach ab. © Chris Emil Janssen/Imago

Omikron prägt die aktuellen Corona-Infektionszahlen. Wie gefährlich ist die Virusmutation für Kinder? Ein Experte äußert sich zuversichtlich.

München - Die Corona-Variante Omikron ist deutlich ansteckender als frühere Virusmutationen, zeichnet sich aber auch durch einen milderen Verlauf aus. Die Erkenntnisse sind relativ frisch, einige Fragezeichen bleiben also. Ganz allgemein auch dieses: Was bedeutet Omikron für Kinder?

Corona-Experte mit Omikron-Hoffnung bei Kindern

Im Dezember gab es immer wieder Berichte, wonach Omikron gerade die Jüngsten der Gesellschaft treffen würde. „Nach allem, was wir bislang wissen, befällt die neue Omikron-Variante Kinder sehr viel stärker als die bisherigen Varianten“, sagte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am 10. Dezember. „Die Kinder infizieren sich häufiger, und sie erkranken auch schwerer.“ Mittlerweile gibt es allerdings neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Die gute Nachricht vorweg: Omikron scheint für Kinder nicht gefährlicher - „nach aktuellem Stand“, wie der Kinderintensivmediziner Jörg Dötsch im Interview mit der Welt schilderte. Er sitzt im Corona-Expertenrat der Bundesregierung*.

„Wir haben Berichte aus England, aus Südafrika und indirekt aus den USA. Sie zeigen, dass tatsächlich mehr Kinder in den Kliniken aufgenommen werden. Aber im Verhältnis zur Infektionszahl sind es nicht mehr als bei Delta“, sagte Dötsch. Zuletzt gab es Berichte, wonach in den USA vermehrt Kinder in den Krankenhäusern liegen. Laut Dötsch sind die Krankheitsverläufe in der Regel aber mild, was man auch in Südafrika gesehen habe. „Die meisten infizieren Kinder in Südafrika wurden nicht schwer krank, häufig waren Erkältungssymptome. Nur wenige Kinder mussten beatmet werden.“

Schulschließungen? „Das darf auch mit Omikron nicht wieder passieren“

Dötsch, einer von insgesamt 18 Corona-Experten*, der die Regierung um Bundeskanzler Olaf Scholz* (SPD) beraten, wehrt sich daher auch gegen diskutierte und teils von Lehrer-Vertretern befürchtete Schulschließungen. „Auch mit Omikron dürfen Schulen nicht wieder geschlossen werden. Nicht nur wegen des verpassten Lernstoffs und der Begleiterkrankungen, die durch die soziale Isolation auftreten. Wir dürfen Schulen auch nicht schließen, weil es keinen Anhaltspunkt dafür gibt, dass Schüler schwere Verläufe befürchten müssten.“

Außerdem habe sich gezeigt, dass Schulen die Pandemie regulieren würden - „indem Schüler sehr engmaschig getestet und so Infektionsketten unterbrochen werden“, sagt Dötsch, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin ist. Derzeit werden Schulschließungen jedoch nicht mehr generell ausgeschlossen - etwa in Bayern*. Schon am 5. Januar wollen die Kultusministerinnen und -minister der Länder in einer Videokonferenz über die Lage in Deutschlands Klassenzimmern beraten*. Welche Maßnahmen zum Schulstart in Baden-Württemberg getroffen werden, verrät HEIDELBERG24*.

Pressekonferenz zu Corona-Impfungen
Dötsch auf einer Pressekonferenz zu Corona-Impfungen bei Kindern. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Medizinische Masken statt FFP2: „passen bei kleinen Gesichtern besser“

Laut Kinderintensivmediziner Dötsch ist der Schulbesuch aber nach wie vor sicher. Wichtig sei allerdings die Einhaltung von Hygienemaßnahmen sowie das Maskentragen. Dabei gelte: „Die Kinder sollten medizinische Masken tragen, die passen bei kleinen Gesichtern besser als FFP2-Masken.“

Insgesamt plädierte Dötsch für das Impfen: „Der sicherste Schutz vor Omikron, auch für Erwachsene, ist die Impfung, genauer gesagt: die Boosterung nach zweifacher Impfung.“ Die Sorge vor Nebenwirkungen oder immer wieder besorgt geäußerten Impfschäden sei unbegründet. „Es gab in Deutschland einzelne Todesfälle bei Kindern und Jugendlichen, die im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung standen. Sie wurden alle pathologisch untersucht, bei keinem war die Impfung die Todesursache.“ (as) *Merkur.de und HEIDELBERG24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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