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Corona-Medikament: EMA empfiehlt Zulassung Roche-Mittel bei schwerem Covid-19-Verlauf

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Von: Luisa Billmayer, Martina Lippl

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Europäische Arzneimittelagentur EMA
EMA: Die Europäische Arzneimittelbehörde sitzt in Amsterdam. © Peter Dejong/dpa

Die Europäische Arzneimittelbehörde empfiehlt die Zulassung eines Roche-Mittels zur Behandlung von schweren Covid-19-Erkrankungen.

Amsterdam - Grünes Licht für ein Medikament bei der Therapie von schwerkranken Covid-19-Patienten: Die EMA empfiehlt die Zulassung des Roche-Medikaments Roactemra bei Erwachsenen. Das Mittel könne demnach zur Behandlung von Corona-Patienten dienen, die unter anderem Sauerstoff oder eine künstliche Beatmung benötigen.

Corona-Medikament: EMA empfiehlt EU-Zulassung

Das Roche-Medikament ist in der EU bereits zur Behandlung von entzündlichen Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis zugelassen. Studien hätten laut EMA gezeigt, dass durch die Gabe des Mittels das Sterberisiko bei schweren Covid-Erkrankungen gesenkt würde. Auch die Genesungszeit habe sich durch Roactemra verkürzt und den Bedarf an Beatmungsgeräten verringert. Die neuen Erkenntnisse teilte die EMA über ihren Twitter-Kanal mit.

Die EMA begründet ihre Entscheidung mit den Erkenntnissen des Ausschusses für Humanarzneimittel, wie einer Pressemitteilung der europäischen Institution zu entnehmen ist. Der EMA-Ausschuss hat eine Studie unter die Lupe genommen und erkennt die Ergebnisse als valide an.

Studienergebnisse zu Corona-Medikament: EMA empfiehlt Roactemra

Für die Studie wurden 4116 hospitalisierte Corona-Fälle beobachtet. Die Erkrankten wurden in zwei in etwa gleich große Gruppen geteilt: Die eine Gruppe erhielt die Standard-Corona-Behandlung, die zweite Gruppe erhielt zur Standardbehandlung das Medikament Roactemra.

Roactemra + StandardbehandlungStandardbehandlung
Todesfälle innerhalb von 28 Tagen31 % (621 von 2022)35 % (729 von 2094)
Unter 28 Tage im Krankenhaus57 % (1150 von 2022)50 % (1044 von 1094)

Es zeigte sich, dass es den Erkrankten, die mit Roactemra behandelt wurden, besser ging. Insgesamt starben 31 Prozent der mit Roactemra plus Standardbehandlung behandelten Patienten innerhalb von 28 Tagen nach der Behandlung, verglichen mit 35 Prozent der Patienten, die nur die Standardbehandlung erhielten. Darüber hinaus konnten 57 Prozent der Patienten, die Roactemra erhielten, das Krankenhaus innerhalb von 28 Tagen verlassen, verglichen mit 50 Prozent der Patienten, die nur die Standardbehandlung erhielten.

Mit der Empfehlung der EMA ist der Zulassungsprozess noch nicht beendet. Der Ausschuss für Humanarzneimittel wird die Erkenntnisse an die Europäische Kommission übergeben. Die dann eine finale Entscheidung treffen wird. Damit das Medikament auch in Deutschland offiziell angewendet werden kann, müssen die deutschen Behörden eine nationale Zulassung erteilen. (ml/lb) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Wir hatten zu einem vorherigen Zeitpunkt berichtet, die EMA hätte Roactemra für schwere Covid-19-Fälle als Medikament zugelassen. Das war so nicht richtig. Die EMA hat stattdessen eine Zulassungsempfehlung ausgesprochen.

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