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Corona: Erschreckende Zahlen in Teilen Europas - und Hoffnung für die einstigen Sorgenkinder

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Von: Tom Offinger

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Die vierte Corona-Welle schwappt unaufhaltsam über Europa. Nicht nur in Deutschland schießen die Infektionszahlen in die Höhe, auch andernorts gibt es erschreckende Meldungen. Eine Bestandsaufnahme.

München - 419,7. Noch nie war die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland höher. Wenige Wochen vor dem zweiten Corona-Weihnachten schießen die Fallzahlen unaufhaltsam in die Höhe, eine Beruhigung ist vorerst nicht in Sicht. Ein flächendeckender Lockdown scheint nicht auf der Agenda der Politik zu stehen, aber auch die Booster-Impfungen bremsen die derzeitige Entwicklung kaum ein. Deutschland befindet sich allerdings in schlechter Gesellschaft. Es gibt in Europa noch weitere Negativ-Beispiele. Zahlreiche Länder haben mit deutlich mehr Infektionen zu kämpfen und haben längst drastischere Maßnahmen ergriffen. Ein Überblick.

Corona in Europa: Österreich und Rumänien im Lockdown - Slowakei mit extremen Zahlen

Das wohl aktuell bekannteste Beispiel spielt sich bei einem unserer südlichen Nachbarn ab. Seit Montag (22. November) ist Österreich wieder in einem Komplett-Lockdown, ab Februar soll eine allgemeine Impfpflicht in Kraft treten. Harte Maßnahmen, die den aktuellen Coronazahlen in der Alpenrepublik geschuldet sind: Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Österreich bei 1094,5, vollständig geimpft sind nach aktuellstem Stand 64,9 % der Bevölkerung. Unter den deutschen Nachbarländern liegt die Republik auf Platz eins, dicht gefolgt von Tschechien (1061,2) und Belgien (994,9).

Entfernt man sich vom Zentrum Europas, tauchen allerdings auch Länder auf, die in vielen Belangen schlechter dastehen als einige unserer Nachbarn. Die europaweit höchste Inzidenz findet man in der Slowakei. Mit einem Wert von 1350,2 kann selbst im internationalen Vergleich keine große Nation mithalten, auch die Impfquote lässt zu wünschen übrig. Erst 42,82 % der 5,46 Millionen Einwohner haben einen vollständigen Impfschutz erhalten, gerade einmal 47,67 % haben einen ersten Piks bekommen.

Wie effektiv ein Lockdown sein kann, erleben derzeit die Menschen in Rumänien. Mit einer Inzidenz von 92,4 steht das Land im Osten Europas gut da, bis vor wenigen Wochen wäre das kaum vorstellbar gewesen. Am 21. Oktober hatte der Wert noch bei 549,8 gelegen, vier Tage später begann ein 30-tägiger Lockdown. Die Regierung führte auch im Freien eine Maskenpflicht ein, Schulen und Kindergärten wurden für zwei Wochen geschlossen. Zahlreiche schwer erkrankte Patienten wurden in Nachbarländer ausgeflogen, da die Krankenhäuser überlastet waren. Dazu dürfte auch die schwache Impfquote ihren Beitrag geleistet haben: Erst 39,25 % aller Rumänen haben ihre erste Impfung erhalten.

Corona in Europa: Einstige Sorgenkinder machen Hoffnung

Bemerkenswert ist hingegen, dass die Sorgenkinder der ersten Corona-Welle die jüngste Entwicklung ganz ordentlich weggesteckt zu haben scheinen. Spanien, das während der Pandemie bisher fast 88.000 Todesfälle zu beklagen hatte, meldet derzeit eine Inzidenz von 94,4. 80 % aller Spanier haben eine vollständige Impfung erhalten. Auch Italien kommt aktuell gut durch die vierte Welle. Rund 133.000 Italiener verloren während der Pandemie ihr Leben (nur das Vereinigte Königreich hatte in Europa mehr Opfer zu beklagen). Die Impfquote (vollständig) liegt bei 72,75%.

Es lässt sich nur spekulieren, wie sich die Zahlen in Deutschland in den kommenden Wochen entwickeln werden. In Europa gibt es zumindest schon einmal genügend Beispiele, im positiven wie auch negativen Sinne.

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