Ernste Situation

Corona-Folge: Kinder leiden nach Covid-Erkrankung an Syndrom - Kliniken melden Anstieg

  • Philipp Kuserau
    VonPhilipp Kuserau
    schließen

In Großbritannien müssen dutzende Kinder in Kliniken behandelt werden, weil sie an einer Corona-Folgekrankheit erkrankt sind. In den meisten Fällen werden sie jedoch wieder gesund.

  • In Großbritannien gab es Anfang Januar über 60.000 Corona-Neuinfektionen pro Tag.
  • Zuletzt wurden auch immer wieder Kinder mit einer bestimmten Folgekrankheit in Krankenhäuser geliefert.
  • Experten haben dafür eine einfache Erklärung.

München - Hohes Fieber, Entzündungsreaktionen im Körper, Hautausschläge und extreme Magen-Darm-Probleme - Symptome, mit denen aktuell bis zu hundert Kinder pro Woche in britische Krankenhäuser geliefert werden. Laut einem Bericht des Guardian leiden diese Kinder an dem eher selten vorkommenden Pädiatrischen Inflammatorischen Multisystem-Syndrom (PIMS).

Kinder in Großbritannien leiden an Corona-Folgeerkrankung - häufig sind es Jungen

Laut der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie tritt das Syndrom bei Kindern wohl in der Regel zwei bis vier Wochen nach einer Sars-CoV-2-Infektion auf. Es kann also als Folge-Erkrankung betrachtet werden. In dem Bericht des Guardian heißt es, zwei Drittel der betroffenen Kinder sind Jungen, das Durchschnittsalter beträgt elf Jahre. In den meisten Fällen waren die Kinder zuvor gesund und hatten keine speziellen Vorerkrankungen vorzuweisen. Leider müssten viele Kinder, bei denen das PIMS festgestellt wurde, auf einer Intensivstation behandelt werden.

Doch warum häufen sich aktuell die Fälle der an PIMS erkrankten Kinder in Großbritannien? Die Antwort ist simpel. Das Virusaufkommen auf der Insel ist nach wie vor sehr hoch. Und mit steigenden Corona-Zahlen treten auch eher seltene Erkrankungen wie eben das PIMS vermehrt auf. Zuletzt zeigte die Kurve der Neuinfektionen zwar wieder deutlich nach unten, dennoch wurden in Großbritannien am 6. Februar noch über 18.000 neue Corona-Fälle gemeldet. Anfang Januar lag die Zahl der Corona-Neuinfektionen jedoch bei über 50.000 pro Tag - am 8. Januar sogar bei über 68.000.

Großbritannien: Durch steigende Corona-Zahlen treten auch häufiger seltene Krankheiten auf

Dem Bericht des Guardian zufolge erklären Experten die höhere Anzahl an mit PIMS erkrankten Kindern schlicht mit den höheren Fallzahlen in Großbritannien in diesem Winter. Aus dem Bericht geht ebenfalls hervor, dass vor allem bei Kindern mit afrikanischer, karibischer oder asiatischer Herkunft überproportional oft PIMS festgestellt wird. Die Kinderärztin Liz Whittaker stellt im Guardian die Vermutung auf, dass es einen Zusammenhang zwischen sozialem Status und der Wahrscheinlichkeit gebe, sich mit dem Virus anzustecken. So erkranken vermehrt Menschen, die weniger Geld haben und aufgrund ihrer Arbeit oder knappen Wohnraums schneller mit dem Virus in Verbindung kommen.

PIMS gilt als schwere Erkrankung - dennoch erholen sich die allermeisten Kinder von der Erkrankung. (kus)

Gut ein Viertel aller Eltern und immerhin neun Prozent der Kinder unter zehn Jahren haben während des ersten Lockdowns zugenommen: Das ist das Ergebnis einer Studie des Münchner Zentrums für Ernährungsmedizin, wie 24vita.de* berichtet. *24vita.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Kirsty O'connor/picture alliance/dpa/PA Wire

Auch interessant

Kommentare