Frankfurts Oberbürgermeister mit Maske
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Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann hat mit einer Aktion für Unverständnis gesorgt (Symbolbild).

Stadt droht unruhiges Wochenende

Kurz vor dem harten Lockdown: Bürgermeister entsetzt Virologin mit Aufruf an die Bürger - „Ist heute der 1. April?“

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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Deutschland steht kurz vor einem Corona-Lockdown. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann will derweil möglichst viele Menschen in die Innenstadt locken - zum Weihnachtsshopping.

  • Die Corona*-Zahlen steigen. Deutschland steht kurz vor einem kompletten Lockdown.
  • Derweil will Frankfurt zahlreiche Menschen in die Innenstädte locken - zum Weihnachtsshopping.
  • Der Stadt droht ein unruhiges Wochenende - Querdenker haben einen Aufmarsch angekündigt.
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Update vom 12. Dezember, 15.46 Uhr: Mittlerweile hat sich Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann für den Aufruf entschuldigt. Die Aktion sei bereits vor mehreren Monaten geplant worden. „Ich sehe ein: Sie passt nicht in die jetzige Zeit. Es tut mir leid, wenn sie als Einladung zum Leichtsinn missverstanden wurde“, schrieb Feldmann auf Twitter.

Trotz Corona-Pandemie: Weihnachts-Shopping-Aufruf von Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann?

Erstmeldung vom 12. Dezember: Frankfurt - Die Corona*-Infektionszahlen in Deutschland sind ungebrochen hoch. Zwar wollte die Politik mit dem im Oktober verkündeten Teil-Lockdown ein entspanntes Weihnachten ermöglichen, doch jetzt müssen womöglich härtere Geschütze aufgefahren werden. Am Sonntag (13. Dezember) findet erneut ein Corona*-Gipfel der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel statt. Es droht ein harter Lockdown - noch vor Weihnachten.

Doch in Frankfurt ticken die Uhren offenbar anders. „Am 12.12.2020 sind wir alle Kinder!“ lautet der Slogan, mit dem Oberbürgermeister Peter Feldmann für den heutigen Samstag eine ermäßigte Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel anbietet. Dadurch sollen offenbar mehr Kunden zum Weihnachtsshopping motiviert werden. „Mit diesem Angebot ermöglichen wir den Fahrgästen am Samstag vor dem dritten Advent, kostengünstig mit einem Kinderfahrschein in Frankfurt unterwegs zu sein, um so ihren Weihnachtseinkauf zu erledigen“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.

Video: Aktuelle News zur Corona-Situation in Deutschland

Shopping-Aufruf von Frankfurts OB in Corona-Zeiten: „Wir riskieren nicht den Gesundheitsschutz“

1,20 Euro werden beim ÖPNV-Ticket mit dieser Aktion gespart. Sie „soll möglichst viele Frankfurter dazu animieren, ihre Weihnachtseinkäufe am Wochenende in der Innenstadt zu erledigen. Noch mal: Möglichst viele Frankfurter sollen in die Innenstadt gelockt werden“, schreibt Fabian Weidenhausen in einem Kommentar für die Hessenschau.

„Eine gut gemeinte Aktion sicherlich, die dem angeschossenen Einzelhandel helfen soll. Aber war da nicht was? Ach ja, die Corona-Pandemie*“, schreibt er weiter. Solidarität würde nämlich eigentlich aktuell auch heißen, die Innenstädte zu meiden. Doch die Stadt sieht das offenbar anders. „Wir riskieren nicht den Gesundheitsschutz“, erklärte ein Sprecher auf Nachfrage der Hessenschau. Feldmann animiere damit nicht zum Leichtsinn, heißt es. Außerdem gelte in Geschäften weiter der Mindestabstand.

Trotz Corona: Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann ruft zu Weihnachtsshopping auf: Virologin Ciesek entsetzt

Mit Blick auf die steigenden Corona*-Infektionszahlen und den zunehmenden Engpässen in Krankenhäusern ruft Feldmanns Aufruf zum Weihnachtsshopping Unverständnis hervor. Besonders Virologin Sandra Ciesek kann das nicht nachvollziehen. Sie teilte auf Twitter einen Tweet, in dem ein sofortiger Lockdown gefordert wird. „Währenddessen werden die Frankfurter morgen zum Weihnachts-Shoppen aufgefordert - und können sogar extra preiswert den ÖPNV nutzen. Ist heute der 1. April?“, fragt sie.

Die Corona-Zahlen sind nach wie vor zu hoch, es gelten strenge Auflagen - auch im bayerischen Landtag. Zwei Söder-Minister haben nun jedoch dagegen verstoßen. Das sorgt für Unmut.*

Weihnachtsshopping trotz Corona? Frankfurt droht unruhiges Wochenende - Querdenker-Aufmarsch angekündigt

Hinzu kommt: Für heute haben Querdenker einen Protest in der Innenstadt angekündigt. Demonstranten sollen deshalb extra nach Frankfurt reisen, wie die Frankfurter Rundschau schreibt. Das berichtet auch die Bild. Gerichte bestätigten am Freitag und Samstag laut der Zeitung zwar das Verbot der geplanten Querdenker-Demonstration mit 40.000 angemeldeten Teilnehmern. Trotzdem droht der Stadt ein unruhiges Wochenende. Denn über Telegramm und Twitter verabredeten sich wohl bereits Tausende für einen Aufmarsch. (kam) *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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