Ein Mann steht in einer Gastronomie-Küche und spricht in die Kamera.
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Ein Dresdner Gastronom hat in einem Facebook-Video seinem Ärger über die Corona-Politik Luft gemacht.

Branche leidet unter der Krise

„Ich hab die Faxen dicke“: Restaurantbesitzer zerschmettert Teller aus Verzweiflung - Video geht viral

  • vonZülal Acar
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Weil die Corona-Hilfen der Regierung nicht ankamen, wendete sich ein Dresdner Gastronom per Videobotschaft an die Politik. Das Facebook-Video ging viral.

Dresden - Vermutlich ging es der deutschen Gastronomie nie schlechter als in den vergangenen 12 Monaten. Die Coronakrise und die damit verbundenen Corona-Maßnahmen (*FNP berichtete) wurden zum Katalysator des finanziellen Ruins für viele Beschäftigte aus dem Gastgewerbe. Zahlreiche Kleinunternehmer und Gastronomen mussten und müssen aktuell aufgrund des Lockdowns* ihre Türe schließen - viele von ihnen werden sie auch nicht mehr öffnen können.

Zu groß waren bisher die wirtschaftlichen Verluste, von denen sie sich nicht erholen konnten. Die von der Regierung versprochenen Corona-Hilfen kamen nicht an oder zu spät. Jüngst meldete sich eine prominente Stimme aus der Gastronomie-Szene zu Wort. Tim Mälzer monierte die ausbleibende Unterstützung durch die Politik* und berichtete, dass auch er vor dem Bankrott steht. Auch lokale Gastronomen schalten sich immer wieder in die Diskussion ein. Ein Dresdner Gastronom hat nun in einem emotionalen Videoclip die Corona-Politik in die Mangel genommen. Das Video wurde kurze Zeit später auf Facebook zum Viral-Hit.

Dresdner Gastronom: Zerbrochene Teller als Symbol für kaputte Existenzen

Er scheint lange genug damit gewartet zu haben, sich öffentlich zu Wort zu melden. Doch ziemlich schnell wird klar: Mario Zichner kann nicht mehr. Der Geschäftsführer der Dresdner Gaststätte „Anno Domini“ ist wütend. Dank weniger Unterstützer sei er derzeit in der Lage, für die Obdachlosen der Stadt zu kochen, erzählt er zu Beginn des mehr als dreiminütigen Videos. Der Gastronom ist sauer auf die sächsischen Politiker, die öffentlichkeitswirksam bei lokalen Restaurants vorbeischauen würden, aber nichts konkret täten.

„Ihr braucht nicht bei uns vorbeikommen, geht verdammt nochmal nach Berlin ins Finanzministerium und fragt, wo die Hilfen bleiben, die seit November kommen sollen“, sagt er an die Politiker gerichtet. „Noch kein Cent“ sei bei ihm angekommen. Während er sich den Frust von der Seele spricht, wird Zichner immer wütender und wütender. So sehr, dass er einen Stapel Teller nimmt und sie auf den Boden schleudert. Symbolhaft für „die Scherben der Existenzen“.

Coronakrise: Gastronomie leidet unter starkem Einbruch

Die Coronakrise hat die Gastronomie-Branche mitunter am stärksten getroffen. Das belegen auch die Zahlen: Der Gesamtumsatz der Gastronomie ging im März 2020 im Vergleich zum Vormonat um mehr als 44 Prozent zurück, wie aus einem Bericht der WirtschaftsWoche hervorgeht. Damit blieb es natürlich nicht: Im April ging der Umsatz der Gastronomie-Branche gegenüber dem Vormonat um 55 Prozent zurück.

Im Zuge der Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen erholte sich die Branche zwar ein wenig, wirklich gut geht es ihr seither jedoch nicht. Im ersten Halbjahr 2020 verzeichnete die Gastronomie-Branche 1.004 Insolvenzen. Laut einer Analyse der Wirtschaftsauskunftei Crif Bürgel geht es Gastronomen in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen relativ gut. Insolvenzgefährdete Gastronomen seien vor allem in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Berlin lokalisiert. *FNP ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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