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Experten-Prognose: Fünfte Corona-Welle in Österreich hat begonnen

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Von: Richard Strobl, Martina Lippl

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Ein Auto passiert auf der Bundesstraße 171 zwischen Kiefersfelden und Kufstein den Grenzübergang nach Österreich.
Ein Auto passiert auf der Bundesstraße 171 zwischen Kiefersfelden und Kufstein den Grenzübergang nach Österreich. © Lennart Preiss/dpa

Die Omikron-Variante setzt Österreich unter Druck. Ein Gipfel könnte nun neue Regeln bringen. Corona-Experte stellt eine Impfpflicht in Frage. Der News-Ticker.

Update vom 5. Januar, 15.27 Uhr: Die Inzidenz in Österreich gibt die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) jetzt mit 375,3 an (Stand: 5. Januar, 14.30 Uhr). Salzburg hat mit 734,8 den höchsten Wert, gefolgt von Tirol mit 722,1. Am niedrigsten ist die Inzidenz in der Steiermark (200,5). Im Burgenland liegt der Wert bei 218,9.

Prognose-Experten: Fünfte Corona-Welle in Österreich hat begonnen

Bei den Infektionszahlen wird ein sprunghafter Anstieg der Infektionszahlen erwartet. Laut den Fachleuten des Covid-Prognosekonsortiums hat die fünfte Welle begonnen. Aufgrund der Dominanz der Omikron-Variante in Österreich geht das Konsortium in seinem Bericht von einem stark beschleunigten Infektionsgeschehen aus, was zu einem Anstieg der Belastungen in den Krankenhäusern führt.

Nach den Modellierungen erwarten die Experten am kommenden Mittwoch (12. Januar) mehr als 10.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden es mehr als 13.000 positive Corona-Tests sein, als Mittelwert werden 13.070 angenommen. Im schlimmsten Fall könnte es über 17.000 neue Fälle innerhalb eines Tages geben. Was das für die Krankenhäuser bedeute, sei zunächst noch unklar. Das Prognosekonsortium verweist auf die „erhebliche Unsicherheiten bezüglich des Ausmaßes der Reduktion der Virulenz der Omikron-Variante“. 

Burgenland verschärft Testregime bei Ungeimpften

Update vom 5. Januar, 12.21 Uhr: Das Burgenland rudert bei den Omikron-Todesfällen zurück. Bei den zwei Todesfällen handle es sich nicht um die Omikron-Variante, berichtigt oe24.at und beruft sich auf das Büro des Landeshauptmanns Dosokozil. Zwar sind zwei ungeimpfte Pflegemitarbeiter gestorben, allerdings „nur“ an einer Corona-Infektion (siehe Update 11.09 Uhr). Im Burgenland muss jetzt jeder Ungeimpfte in der kritischen Infrastruktur täglich einen Antigentest und dreimal pro Woche einen PCR-Test machen, kündigte der Landehauptmann auf einer Pressekonferenz an. Damit sollen Omikron-Infektionen und die Ausbreitung eingedämmt werden.

Update vom 5. Januar, 11.09 Uhr: Österreich meldet erste Omikron-Todesfälle. Im Burgenland sind zwei ungeimpfte Pflegemitarbeiter nach einer Omikron-Infektion gestorben, berichtet oe24.at. Demnach habe Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Dosokozil bekannt gegeben, dass „zwei Personen von Pflegeheimen, die nicht geimpft waren, verstorben sind – an dieser Omikron-Variante“.

Experten-Prognose für Österreich nach Omikron-Welle: „Ausmaß an Immunität, wie wir es noch nie hatten“

Update vom 5. Januar, 10.15 Uhr: Hinter verschlossenen Türen hat die Expertenkommission „Gecko“ (CoV-Krisenkoordination) über die Corona-Lage in Österreich beraten. Über weitere Maßnahmen will die Politik am Donnerstag entscheiden und bekannt geben. Lockdown, Teillockdown, Booster-Kampagne und FFP2-Maskenpflicht sind im Gespräch. Sicher ist, dass die Schulen am Montag nach den Weihnachtsferien wieder öffnen. Es gelten bis zum 14. Januar Corona-Sicherheitsregeln, wie beispielsweise eine FFP2-Maskenpflicht für alle Lehrkräfte und Schüler in der Oberstufe. Zudem sind für die Schüler drei Tests pro Woche vorgeschrieben, davon mindesten einmal mit einem PCR-Test.

Video: Boostern in Österreich nimmt Fahrt auf

Lockdown in Österreich? Experte gibt düstere Prognose ab

Epidemiologe Gerald Gartlehner von der Donau-Universität Krems geht davon aus, dass Omikron in Österreich für neue Höchstzahlen sorgen wird, trotzdem sollten Schulen „wirklich das Letzte sein, die man wieder schließt“. Zum Thema Lockdown sagte Gartlehner am Dienstagabend im ORF, dass Österreich nur eines von drei Ländern war, das während der Herbst-Welle einen Lockdown brauchte. „In Österreich gibt es immer noch einen hohen Anteil von Personen, die keine Immunität haben“, sagte Gartlehner. Omikron wird eine große Belastung für Österreichs Krankenhäuser. Quarantäne könnte das zivile Leben lahm legen. Einen Lockdown im Januar würde der Epidemiologe deswegen nicht ausschließen. Es käme allerdings jetzt auf die schnelle Reaktion der Politik an, um die nächste Welle zu bremsen.

Österreich: Epidemiologe will Impfpflicht nach Omikron-Welle „neu bewerten“

„Wir müssen davon ausgehen, dass wir nach der Omikron-Welle ein Ausmaß an Immunität in der Bevölkerung haben werden, wie wir es noch nie hatten“, prophezeit Epidemiologe Gerald Gartlehner im ORF-Interview. Dieser Immunschutz wird seiner Auffassung nach gegen schwere Infektionen wirken. „Daher muss man die Impfpflicht nach der Omikron-Welle wahrscheinlich neu bewerten.“

Wiens Bürgermeister: „Ich habe große Sorge“

Update vom 4. Januar, 14.22 Uhr: Wiens Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) wünscht sich vor dem kommenden Corona-Gipfel in Österreich „konsequente“ und „bundeseinheitliche“ Regeln. Im Vorfeld der Sitzung der Covid-Krisenkoordination „Gecko“ am Donnerstag sagte Ludwig, wie oe24.at berichtet: „Ich bin der Meinung, dass man alles daran setzen soll einen Lockdown zu verhindern.“ Er hoffe, dass dann sehr schnell bundeseinheitliche Regelungen getroffen werden, die seiner Meinung „auch gravierend sein müssen, um zu verhindern, dass wir in den nächsten Lockdown kommen.“

Wiens Bürgermeister gab dazu ein Statement auf seiner Facebook-Seite ab: „Ich habe große Sorge. Die Situation ist sehr ernst, man sieht es an den explodierenden Infektionszahlen. Von daher wird es wichtig sein, dass wir jetzt politisch an einem Strang ziehen. Ich war immer der Meinung, dass es wichtig ist, diese Krise über die Parteigrenzen hinweg zu meistern. Einen Lockdown kann man nicht ausschließen aber ich bin dafür, alles daranzusetzen, um einen Lockdown zu verhindern.“ 

Über 100 Skilehrer-Fälle allein in Tirol - Omikron-Gipfel in Österreich steht an

Update vom 4. Januar, 12.05 Uhr: In Tirol sorgen Corona-Ausbrüche bei Skilehrern für Schlagzeilen. Nach einem Corona-Ausbruch in einer ausländischen Skilehrergruppe in Kirchberg (Kitzbühel) sind weitere Ausbrüche bekannt geworden, teilt das Land Tirol mit. In zwei Tiroler Skischulen in Kirchberg sind bislang insgesamt 24 Skilehrer positiv auf Corona getestet worden, in einer Skischule in St. Anton am Arlberg sind 21 Fälle - Stand 3. Januar. Zunächst sei noch unklar, ob es sich dabei um Omikron-Fälle handle. Insgesamt sollen es in Tirol über 100 Skilehrer-Fälle in Tirol geben, berichten österreichische Medien.

Österreich: Skilehrer sollen Booster-Impfung erhalten

Das Land Tirol will nun vor allem ausländische Skilehrer „schnellstmöglich“ boostern, da viele noch keine dritte Impfung erhalten haben. Das Angebot sei mit dem Tiroler Skilehrerverband abgestimmt und soll noch mal explizit an die Skischulen kommuniziert werden, heißt es von den Behörden weiter. Zudem empfiehlt das Land Tirol dringend für alle Skilehrer 2G-Plus umzusetzen. Neben der Impfung alle Skilehrer ab sofort regelmäßig mehrmals wöchentlich zu testen, um mehr Sicherheit für die Betroffenen zu gewährleisten.

Update vom 4. Januar, 11.56 Uhr: In Österreich sind am Dienstag 5.496 Corona-Neuinfektionen und 25 Todesfälle verzeichnet worden. Das geht aus den Zahlen des österreichischen Gesundheits- und Innenministeriums hervor. Die landesweite Inzidenz liegt in Österreich bei 261,0 (Stand: 3. Januar). In Tirol liegt der Wert derzeit mit 471,1 am höchsten. Die niedrigste Inzidenz verzeichnet die Steiermark mit 156,0.

Omikron in Österreich jetzt dominant: Corona-Gipfel steht an - „sehr rasche Veränderungen“ erwartet

Erstmeldung vom 3. Januar 2022

Wien - Die hochansteckende Omikron-Mutante ist in Österreich bereits die vorherrschende Variante des Coronavirus. Das geht aus vorläufigen Zahlen zum Jahresende hervor. Bei einem Corona-Gipfel ab Dienstag könnten nun neue Einschränkungen beschlossen werden.

Omikron in Österreich: Corona-Variante nun dominant

Zum Jahresende wurden in Österreich mehr Omikron- als Delta-Fälle gezählt, wie aus aktualisierten Daten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit vom Montag hervorgeht. In der letzten Kalenderwoche 2021 wurden demnach 4360 Omikron-Fälle nachgewiesen und 2915 Delta-Fälle. Für die Kalenderwoche 52 seien aber noch Nachmeldungen zu erwarten, betonte die Agentur. Zudem handle es sich bei den Sequenzierungen vor allem außerhalb der Hauptstadt Wien nur um Stichproben. Insgesamt nahm die Zahl der Neuinfektionen in Österreich zuletzt wieder deutlich zu: Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte binnen weniger Tage von 170 auf rund 260 Fälle pro 100 000 Einwohner.

Corona-Gipfel in Österreich: Reagiert Politik auf Omikron-Welle?

Noch während seines Urlaubs lud Österreichs Kanzler Karl Nehammer zuvor zum nächsten Corona-Gipfel. Am Dienstag kommen die Experten der Corona-Krisenkoordination GECKO zusammen, berichtet unter anderem oe24.at. Bei dem Treffen geht es demnach auch darum, ob wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante die Corona-Regeln verschärft werden.

Wegen der steigenden Infektionszahlen durch die Omikron-Variante erwartet man in der GECKO-Kommission „sehr rasche Veränderungen“, zitiert das Portal einen Sprecher. Am aktuell gültigen strengen Maßnahmenpaket wolle man festhalten. Somit werden neben dem Lockdown für Ungeimpfte, auch die Sperrstunde und die Einreisebeschränkungen für Ungeimpfte wohl weiter gelten.

Die Kommission will die Ergebnisse der Beratungen dann am Donnerstag mit den Länderchefs und der Regierung diskutieren. Heißt: Am Donnerstag könnten neue Regeln verkündet werden. (rjs/dpa)

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