Corona in Göttingen: Ein Blick über die Schulter und auf das, was die Software SmICS kann - Professorin Simone Scheithauer schaut in der Uni-Klinik auf die grafische Darstellung.
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Corona in Göttingen: Ein Blick über die Schulter und auf das, was die Software SmICS kann - Professorin Simone Scheithauer schaut in der Uni-Klinik auf die grafische Darstellung.

Göttingen

Corona in Göttingen: Uni-Klinik testet Frühwarnsystem - So könnten Infektionen verhindert werden

  • Thomas Kopietz
    vonThomas Kopietz
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Corona in Göttingen: An der Uni-Klinik wird eine neue Software getestet. Das Frühwarnsystem soll Sars-CoV-2-Verdachtsfälle, Infektionen und Verbreitungswege erkennen und eindämmen.

  • An der Uni-Klinik Göttingen wird eine neue Software zur Corona-Krise getestet.
  • Frühwarnsystem soll helfen Verdachtsfälle, Infektionen und Verbreitungswege in Klinken zu erkennen.
  • System konnte innerhalb weniger Wochen auf Corona-Pandemie angepasst werden.

Göttingen - Virusinfektionen schnell erkennen, nachverfolgen und eingrenzen – diesem Ziel der Mediziner kommt seit der Corona-Pandemie eine noch größere Bedeutung zu. An der Uni-Klinik Göttingen wird deshalb seit Mai eine Software getestet. Dabei hilft auch künstliche Intelligenz.

Das Frühwarnsystem SmICS (SmartInfection Control System) wurde speziell auf SARS-CoV-2 angepasst und soll helfen, Verdachtsfälle, Infektionen und Verbreitungswege in Kliniken früh zu erkennen und einzudämmen. Forscher der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) sind an der Entwicklung der Software beteiligt. Weitere Teststandorte sind Uni-Kliniken in Hannover und Berlin.

Corona in Göttingen: System auf bakterielle Erreger zugeschnitten

Das SmIC-System ist vor allem auf typische bakterielle Erreger von Krankenhausinfektionen zugeschnitten, die per direktem Kontakt übertragen werden. Nun wurde erfolgreich überprüft, ob sich SmICS auch auf ein pandemisches Virus wie SARS-CoV-2 anwenden lässt, dass per Tröpfchen übertragen wird. 

Die verantwortliche UMG-Medizininformatikern Professorin Dagmar Krefting aus Göttingen bilanziert: „Unter dem unermüdlichen Einsatz der Beteiligten konnte ein existierendes System innerhalb von wenigen Wochen an die aktuelle Corona-Pandemie angepasst werden.“

Corona in Göttingen: Medizin-Informatikerin Prof. Dr. Dagmar Krefting

Corona in Göttingen: Daten-Vernetzung der Software

Wie funktioniert das System? „Mit SmICS vereinen wir Patienten-, Erreger- und Bewegungsdaten miteinander und stellen sie als Prozesse dar“, beschreibt Professorin Simone Scheithauer. Die Software zeigt am Bildschirm interaktiv Kontaktnetzwerke auf und hilft dabei, die Patientenhistorie zurückverfolgen. 

„So können Kontakte und potenzielle Übertragungen gezeigt werden – zudem auch Epedemie-Kurven und aktuelle Fallzahlen“, sagt Scheithauer, Leiterin des Projekts und Direktorin des UMG-Instituts für Krankenhaushygiene/Infektiologie in Göttingen. Die Software berücksichtigt die Aufenthaltsorte von Patienten im Krankenhaus, erlaubt am Ende eine komplette Rückverfolgung in Echtzeit und damit ein sofortiges Eingreifen während der Corona-Krise.

Corona in Göttingen: Sofwarte mit Echtzeit-Verfolgung

Die Möglichkeiten von SmICS revolutionieren den Umgang mit Infektionsmustern und -daten, die bislang mit Zeitverzögerung und auch auf unterschiedlichen Ebenen be- und verarbeitet wurden. Die Informationen und Zusammenhänge sind zwar oft verfügbar, aber in unterschiedlichen IT-Systemen gespeichert und nicht miteinander verknüpft. 

Das Corona-System vereint mikrobiologische und virologische Befunde aus unterschiedlichen Laborinfo-Systemen. Mit weiteren Datenquellen werden sie im medizinischen Datenintegrationszentrum (Medic) der UMG in Göttingen strukturiert abgelegt und als Netzwerk dargestellt.

Corona in Göttingen: Zum Schutz der Mitarbeiter und des Klinikbetriebs

Für UMG-Vorstandssprecher Professor Wolfgang Brück aus Göttingen zeigt die Entwicklung von SmIC, „wie sinnvoll die Kooperation verschiedener Forschungseinrichtungen im Verbundprojekt HiGHmed für eine verbesserte Bekämpfung von Krankenhausinfektionen ist.“

Die UMG in Göttingen sei so an einer Entwicklung beteiligt, die „direkt und praktisch zum Schutz der Mitarbeitenden und des Klinikbetriebes eingesetzt werden kann“. Wie dringlich das sei, zeige die Corona-Pandemie

Corona in und um Göttingen: Frühzeitige Verhinderung von Infektionen wichtig

Hygiene-Chefin Scheithauer aus Göttingen ergänzt zur Corona-Krise: „Eine möglichst frühzeitige Verhinderung von Infektionen in Krankenhäusern, anderen Gesundheitseinrichtungen und Seniorenheimen, werden in den nächsten Monaten eine zentrale Rolle dabei spielen, die Pandemie unter Kontrolle zu halten und das Gesundheitssystem nicht zu überlasten.“

Von Thomas Kopietz

Corona in Göttingen: Sie arbeiten am Virus-Erkennungssystem

Die Software „SmICS“ zur Corona-Pandemie, die in Göttingen getestet werden soll, (SmartInfection Control System) wird von dem an der Medizininformatik-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) beteiligten Konsortium HiGHmed entwickelt, das generell. 

Hier arbeiten Experten für Infektionsprävention und Infektiologie und für Medizininformatik aus den genannten Orten zusammen mit dem Robert Koch-Institut, dem Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig sowie den Visualisierungsexperten der TU Darmstadt. Highmed wird gebildet aus acht Universitätskliniken, neun akademischen Partnern, fünf Industriepartnern sowie weitere Einrichtungen an.

Alle Informationen zu Corona in Niedersachsen gibt es im News-Ticker.

Corona in Göttingen: In einem Hochhaus ist das Coronavirus ausgebrochen. Jetzt sollen rund 600 Personen in einer Tiefgarage getestet werden. Der Massentest läuft auf Hochtouren.

Kampf gegen Corona: Mit einem Star Wars-Video wirbt die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) in einer internen Kampagne für das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes im Kampf gegen den Coronavirus.

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