Corona-Liveticker

Corona-Ausbruch in Göttingen: Weiterer Ausbruch in anderem Gebäude-Komplex

Offenbar hat es in einem weiterem Gebäude-Komplex in Göttingen mehrere Corona-Infektionen gegeben. 

  • Covid-19: Das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Göttingen spricht von einem Ausbruch von Corona* in einem Hochhaus.
  • Größere private Feierlichkeiten sollen dabei eine Rolle gespielt haben - möglicherweise ist ein Infektionsherd eine illegal geöffnete Shisha-Bar.
  • Nun gibt es neue Zahlen, was die Corona-Infizierten angeht

Update vom Samstag, 13.06.2020, 16.55 Uhr: In Göttingen hat es offenbar einen zweiten Corona-Ausbruch in einem anderen Gebäude-Komplex gegeben. Bei mehreren Personen wurde eine Corona-Infektion nachgewiesen. Die Stadt will die Bewohner des Komplexes schnellstmöglichst testen. Auch eine Maskenpflicht für das Areal des Komplexes wurde verhängt. 

Corona-Ausbruch in Göttingen: Zwei Kinder in Grundschule Rhumspringe infiziert

Update vom Samstag, 13.06.2020, 11.51 Uhr: Während nach dem massenhaften Corona-Ausbruch in der Stadt Göttingen der Betrieb der Schulen ab Montag (15.06.2020) fortgesetzt wird, bleibt eine Schule im Landkreis Göttingen für zwei Tage am Montag und Dienstag (15.06. und 16.06.2020) geschlossen. Grund: Zwei Kinder, die die Grundschule Rhumspringe besuchen, sind nachweislich infiziert - es könne laut der Kreisverwaltung Göttingen nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Schüler und auch Mitarbeiter sich mit Corona infiziert haben. Jetzt sollen Tests bei der Einschätzung der Lage helfen.

Update vom Freitag, 12.06.2020, 13.27 Uhr: Die Schulen in Göttingen öffnen wieder am Montag, 15. Juni. Das hat die Stadt Göttingen mitgeteilt. Die Einrichtungen waren nach dem Corona-Ausbruch seit vergangener Woche geschlossen worden. Der Präsenzunterricht startet wieder an den städtischen Schulen und an Schulen in freier Trägerschaft, an der IGS Bovenden sowie an den Berufsbildenden Schulen I bis III. 

Alle Schulen in Göttingen haben zum Schutz der Kinder und der Beschäftigten Hygienekonzepte erarbeitet, die dem Musterhygieneplan des Landes entsprechen. So gilt die Pflicht, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen. Mit dem Coronavirus infizierte Kinder bzw. Kontaktpersonen ersten Grades müssen bis zum Ende der jeweils auferlegten Quarantänezeit zu Hause bleiben. Auch die beiden vorübergehend geschlossenen Einrichtungen zur Kinderbetreuung öffnen ab Montag wieder ihre Türen.

Zahl der Corona-Infizierten geht zurück

Derweil beruhigt sich das Infektionsgeschehen in Göttingen: Erstmals gab es seit etwa 14 Tagen in der Uni-Stadt im Vergleich zum Vortag keine bestätigten Neuinfektionen. Aktuell (Stand: Donnerstag, 11.06.2020) sind in der Uni-Stadt 107 Personen mit dem Corona-Virus infiziert– am Sonntag lag diese Zahl noch bei 146. Seit Beginn der Pandemie wurden in der Stadt Göttingen 319 bestätigte Corona-Infektionen registriert.

Corona in Göttingen: Parteien warnen vor Rassismus

Update vom Donnerstag, 11.06.2020, 15.42 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in Göttingen meldet sich die CDU-Fraktion zu Wort. Nachweisliche Verstöße gegen Abstands- und Hygieneregeln sollen aus Sicht der Christdemokraten „konsequent bestraft“ werden. SPD und Grüne warnen vor Vorverurteilungen und Rassismus. 

Lesen Sie zum Thema Corona auch: Das Iduna-Zentrum in Göttingen* hat von seinem einstigen Glanz verloren.

„Mit dem Ausbruchsgeschehen rund um das Ende des Fastenmonats Ramadan haben wir gesehen, wie wichtig und sinnvoll die von Bund und Land aufgestellten Regeln während der Corona-Pandemie sind“, sagt CDU-Fraktionschef Olaf Feuerstein. „Bislang konnten wir gemeinsam als Gesellschaft die Infektionszahlen und vor allem die Zahl von mit Covid-19 verstorbenen Menschen sehr gering halten. Das war und ist ein riesiger Kraftakt, der sich aber offensichtlich lohnt. Wir haben mittlerweile als Gesellschaft zudem Wege gefunden, unser Leben wieder weitestgehend zu normalisieren. Was passiert, wenn einige Menschen meinen, diese Erfolge aufs Spiel setzen und für sich eigene Regeln aufstellen zu können, sieht man leider aktuell in unserer Stadt“, ergänzt Feuerstein. Die größte Anzahl der Göttingerinnen und Göttinger habe sich strikt an alle Vorgaben gehalten.

Corona-Ausbruch in Göttingen: Fast schon Corona-frei

„Unsere Stadt war quasi schon Corona-frei. Dann kam dieses riesige Ausbruchsgeschehen vor dem Hintergrund unerlaubter Besuche in einer Shisha-Bar und diverser Familienzusammenkünfte. Wir erwarten nun von der Stadt, diejenigen, die nachweislich dafür verantwortlich gemacht werden können, auch dementsprechend mit den gesetzlich festgelegten Bußgeld-Regelungen zu bestrafen“, sagt Feuerstein. 

Daran, dass die Angaben der Stadtverwaltung Göttingen bezüglich des Infektionsherdes korrekt sind, besteht für die CDU kein Zweifel. „Selbst die Angaben der vom Gesundheitsamt befragten Personen seien diesbezüglich eindeutig und berichten von diesen Zusammenkünften.“ 

Wenn es nachweisbar Fehlverhalten gegeben habe, müsse man dies auch ansprechen dürfen, ohne sich direkt einem Diskriminierungsvorwurf ausgesetzt zu sehen. Es sei völlig egal, welche Herkunft oder Religion diese Menschen haben. Es ginge einzig darum, ob ein Fehlverhalten vorliege oder nicht, so Feuerstein. 

Corona-Ausbruch in Göttingen: SPD warnt vor Vorverurteilungen

Unterdessen warnen die Sozialdemokraten im Rat mit Blick auf den Corona-Ausbruch in Göttingen vor Vorverurteilungen. „Mit Sorge nehmen wir Berichte zur Kenntnis, dass Bewohner*innen des betroffenen großen Gebäudekomplexes und dort lebende Familien – vor allem aber deren Kinder – in der öffentlichen Diskussion stigmatisiert, verbal attackiert und ausgegrenzt werden“, sagt Insa Wiethaup, Vorsitzende des SPD-Stadtverbandes Göttingen.

„Dabei werden soziale und bauliche Bedingungen unter denen sich das Virus verstärkt ausbreiten kann, nicht thematisiert, sondern im Mittelpunkt steht allein kollektives individuelles Fehlverhalten.“ Bei allem Verständnis für die Verärgerung über die aktuelle Situation, sollten also zunächst die Geschehnisse detailliert und transparent aufgearbeitet werden, damit Vorverurteilungen vermieden werden. 

Corona-Ausbruch in Göttingen: Grüne sorgen sich um rechte Kommentare

Stadt- und Kreisverband Göttingen von Bündnis 90/Die Grünen sehen mit Sorge, wie eine Vielzahl von rassistischen Kommentaren die Berichterstattung über den Corona-Ausbruch in den Medien begleitet hat. Lebensverhältnisse „Die Bewohner des Hauses, die ohnehin mit einer Fülle von Vorbehalten konfrontiert sind, leben in oftmals sehr schlechten Lebensverhältnissen. 

Sie wurden in diesen Kommentaren als Verantwortliche für die erneuten Schließungen in Schulen, Sportverein, Freibad etc. dargestellt. Jenseits des Verhaltens Einzelner sind alle Infizierten zunächst einmal Opfer der Pandemie“, heißt es in der Mitteilung. Die Grünen sind sind der festen Überzeugung, dass die Darstellung der Stadtverwaltung keine ausgrenzende Wirkung intendiert“ hat.

Corona-Ausbruch in Göttingen: Personal- und Ordnungsdienst aufgestockt

Update vom Mittwoch, 10.06.2020, 18.27 Uhr: Die Stadt Göttingen hat in den vergangenen zwei Wochen noch einmal das Personal im Ordnungsdienst aufgestockt, auch, um das Einhalten der Hygiene- und Abstandsregeln zur Ausbreitung der Corona-Pandemie besser kontrollieren zu können. Das sagte der Dezernent für den Bereich Ordnung und Stadtkämmerer Christian Schmetz.

Man sei seit Beginn der Corona-Maßnahmen mit mehr Personal unterwegs – und die Mitarbeiter gleichzeitig mit hohen Engagement. Schmetz sprach den Beteiligten aus dem Ordnungsamt und der Feuerwehr dafür seinen besonderen Dank aus, um danach zusammenzufassen: „Wir tun unser Bestes, um die Krise in den Griff zu bekommen, wollen mit vielen Kontrollen in der Stadt unterwegs sein.“

Damit meinte er wohl die zugespitzte Krise nach den massenhaft aufgetretenen Infektionen seit dem Wochenende 23./24. Mai, danach habe man noch einmal reagiert und den Stadtordnungsdienst verstärkt. Schmetz betonte auch, dass die Mitarbeiter gemeinsam mit der Polizei agieren und die Zusammenarbeit hervorragend sei.

Corona-Ausbruch in Göttingen: Menschen reagieren oft problembewusst

Die Arbeit sei vielfältig, reiche vom Informieren der Menschen über das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen zum Beispiel an Bushaltestellen über Kontrollen sowie Beratungen von Geschäfts- und Restaurant-Betreibern bis zur Überwachung von Quarantäneanordnungen in der Region Göttingen. So würden die Menschen in Quarantäne teilweise per Telefon angerufen oder besucht. „Ein Winken vom Balkon reicht als Rückmeldung dabei aus“, schilderte Schmetz.

Am Ende stünde das Verfolgen von Verstößen gegen Auflagen. „Wir greifen dann durch und leiten Verfahren ein.“ Aber auch das Ahnden von Ordnungswidrigkeiten gehöre dazu. Generell aber gebe es wenig Probleme mit den Menschen. Die meisten reagierten auf die Corona-Einschränkungen problembewusst und besonnen.

Corona-Ausbruch in Göttingen: Appell, sich an die Regeln zu halten

Christian Schmetz appellierte - wie auch Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler - an die Menschen in der Stadt, sich an die Corona-Regeln zu halten und es letztlich so allen, so einfach wie möglich zu machen. Göttingen sei eine weltoffene, bunte, tolerante Stadt. „Dafür kämpfen auch meine Mitarbeiter.“

Derweil wird das Verbot des Kontakt- und Mannschaftssports in Göttingen bis zum 19. Juni gelten, das sagte Sozialdezernentin und Krisenstab-Chefin Petra Broistedt auf Anfrage. Die Schulen sollen in der nächsten Woche wieder starten.

Corona-Ausbruch in Göttingen: Zwei Altenheime betroffen

In Göttingen sind momentan auch zwei Altenheime betroffen, eines am Friedländer Weg war am Wochenende durchgetestet worden, insgesamt 100 Bewohner und etwas 135 Mitarbeiter, nachdem der Test auf einer Mitarbeiterin positiv ausgefallen war. Der weitreichende Test ergab eine weitere Positiv-Getestete in dem Heim, dieBewohnerin, sei bereits separat untergebracht worden, so Broistedt.

Das zweite Altenheim, in dem ebenfalls eine Mitarbeiterin coronainfiziert ist, wird am Mittwoch getestet – ebenfalls komplett. In Duderstadt waren jüngste ebenfalls sieben Corona-Fälle aufgetreten. Darunter seien keine Kita- und Schul-Kinder, sagte Broistedt. „Es waren keine besonderen Maßnahmen erforderlich.“

Corona-Ausbruch in Göttingen: Frühwarnsystem für Infektions-Verdachtsfälle

Die Sozialdezernentin sagte am Dienstag (09.06.2020) noch einmal auf Nachfrage, dass es im Zusammenhang mit dem Zuckerfest am 23. Mai, „Feierlichkeiten“ gegeben habe, aus denen 175 Corona-Infizierte ermittelt wurden, 30 kamen aus dem Landkreis, 145 aus dem Stadtgebiet von Göttingen.

Es habe Feiern mit Menschen aus mehr als zwei Haushalten an mehreren Orten in Göttingen gegeben, auch Menschenansammlungen. Mitglieder der Familien hatten gesagt, es habe keine Feiern gegeben. Das sei aus den Kontaktnachverfolgungen des Gesundheitsamtes hervorgegangen. Bezüglich der Shisha-Bars gab es keine neuen Erkenntnisse. Es sei ein schwebendes Verfahren, dazu äußere man sich nicht.

An der Uni-Klinik in Göttingen wird eine neue Corona-Software getestet. Das Frühwarnsystem soll Sars-CoV-2-Verdachtsfälle, Infektionen und Verbreitungswege erkennen und eindämmen.

Corona-Ausbruch in Göttingen: Neuigkeiten betreffen alle Schüler und Eltern

Update vom Mittwoch, 10.06.2020, 12.21 Uhr: Göttingen im Fall des Corona-Ausbruchs seit der letzten Mai-Woche noch nicht über den Berg. Das sagte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) am Dienstag. Grund für diese Annahme seien noch offene Testergebnisse – auch aus einem weiteren betroffenen Altenheim, wo am Mittwoch alle Mitarbeiter und Bewohner getestet werden, wie Krisenstabsleiterin Petra Broistedt sagte. Sie betonte hinsichtlich Corona: „Es gibt heute keine weiteren Maßnahmen. Wir gehen auch davon aus, dass die Schulen in der nächsten Woche wieder hochfahren können."

Corona-Ausbruch in Göttingen: 33 Schüler sind infiziert

Es gibt 33 mit Corona infizierte Schüler und 102 Kontaktpersonen, auch Lehrer, in Quarantäne. Die Zahl aller bestätigten Infektionen in Kreis und der Stadt Göttingen steigt im Vergleich zum Vortag um drei auf 1029. 316 sind in der Stadt, 713 im Kreisgebiet gemeldet. 737 sind genesen, 77 in Verbindung mit Covid-19 verstorben. Wichtiger aber: Auch nach den Massentests von Freitag bis Sonntag im Göttinger Iduna-Zentrum ist die Infizierten-Zahl nur leicht gestiegen, um besagte drei Personen. „Es waren für uns zwei gute Tage“, bilanzierte Köhler zufrieden, aber nicht erleichtert. Dazu seien die Zahlen zu wacklig, statistisch unsicher. 

Denn von gut 600 Iduna-Bewohnern sind etwa 400 an drei Tagen auf Corona getestet worden. Gut 60, die in Quarantäne entweder als Infizierte oder Kontaktpersonen ersten Grades sind, werden am Quarantäne-Ende getestet. Einige Bewohner sind nicht erreichbar. Vermutlich aus Asien stammende Studierende seien aufgrund der Reisebeschränkungen und der Nichtpräsenz-Uni-Veranstaltungen gar nicht in Göttingen. Einige, ebenfalls auswärts befindliche Iduna-Bewohner hätten sich derweil gemeldet, teilweise um zeitversetzte Tests gebeten. Etwa zwölf Personen seien fraglich. Zu Zwangsmaßnahmen komme es aber nicht, fasste Christian Schmetz zusammen. 

Corona-Ausbruch in Göttingen: "Erfolge zeichnen sich ab"

Im „Iduna“ in Göttingen agierte am Dienstag ein mobiles Testteam. Dort wurden bei den Tests am Wochenende 24 Infizierte ermittelt – insgesamt 60. Aus den „Feierlichkeiten“ seien 175 Infektionen bestätigt. Deutlich gesunken ist die, bei einem Wert ab 50 für die Verhängung weiterer Einschränkungen maßgebende, „Quote der Neuinfektionen der vergangenen sieben Tage pro 100 000 Einwohner“: Von Montag (42,72) sank sie am Dienstag auf 35,4. Bei der Berechnung fiel der Montag vergangener Woche mit vielen Corona-Neuinfizierten heraus, stattdessen kam der Montag dieser Woche mit nur einem Neuinfizierten hinzu. 

Oberbürgermeister Köhler warnte aber vor einer Fehlinterpretation. Petra Broistedt wertete die Zahlen als Indiz dafür, dass die Maßnahmen wie Schulschließungen, das Kontaktsport- und Mannschaftssport-Verbot sowie das Durchtesten vieler Kontaktpersonen inklusive der Quarantäne-Anordnungen „Wirkung zeigen, Erfolge zeichnen sich ab“, sagte sie. Der Dezernent für Ordnung, Christian Schmetz, betonte, dass die Stadt Göttingen noch einmal die Kontrollen – gemeinsam mit der Polizei – erhöht habe, unter stärkerem Personaleinsatz. „Wir tun unser Bestes, um die die Krise in den Griff zu bekommen.“ 

Auch ginge man Verstößen konsequent nach. Er schloss sich dem Appell Köhlers an, sich an die für Corona geltenden Abstands- und Hygieneregeln zu halten. Petra Broistedt gab das realistische Ziel aus: „Wir wollen die abgeflachte Linie halten.“ Viele Göttinger aber würden gerne die flotte Talabfahrt angehen.

Göttingen: Staatsanwaltschaft ermittelt nach Corona-Ausbruch

Update vom Dienstag, 09.06.2020, 19.30 Uhr: Inzwischen befasst sich auch die Staatsanwaltschaft Göttingen (Niedersachsen) mit der Corona-Krise in der Uni-Stadt. Die Strafverfolgungsbehörde hat von sich aus ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt eingeleitet. Dabei geht es um den Fall eines Mannes aus dem Iduna-Zentrum, der sich nicht an die Corona-Auflagen gehalten haben soll, sagte Andreas Buick. Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen. Welche strafrechtlichen Konsequenzen das haben werde, sei derzeit nicht absehbar. Buick berichtete, dass es auch in der Vergangenheit Ermittlungsverfahren gegen Bewohner des Hochhauses am Maschmühlenweg gegeben habe. Genauere Details wollte er nicht nennen. 

Eine Statistik über die Fälle in einzelnen Häusern werde nicht geführt. Unterdessen geht die Arbeit der Ordnungsbehörde der Stadt Göttingen weiter, die Bußgelder wegen Verstößen gegen Hygieneregeln verhängen kann. In etwa 180 Fällen ist das erfolgt. Die Staatsanwaltschaft kommt ins Spiel, wenn eine Strafanzeige, so von der Stadt, gestellt wird. Die Ordnungsbehörde können teils hohe Bußgelder verhängen. Sie sind in einem Katalog festgelegt. Die „Missachtung des Gebots der Reduzierung physischer Kontakte“ wird mit einem Bußgeld zwischen 50 bis 400 Euro geahndet. Wer denMund-Nase-Schutz in Geschäften, Arztpraxen, Krankenhäusern, Bussen, Taxen und öffentlichen Gebäuden nicht trägt, wird mit 50 Euro zur Kasse gebeten. Wer den Mindestabstand im öffentlichen Raum nicht einhält, zahlt 150 Euro. Weitere Infos gibt es im Internet. bsc

Corona-Ausbruch in Göttingen: Leichte Entspannung?

Update vom Dienstag 09.06.2020, 15.54 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in Göttingen (Niedersachsen) hat sich am Dienstag (09.06.2020) erstmals die Lage etwas entspannt. Der Wert der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in Stadt und Kreis Göttingen innerhalb von sieben Tagen sei von zuletzt 42,72 auf 35,4 gesunken, sagte Sozialdezernentin Petra Broistedt (SPD) als Leiterin des Krisenstabes. 

Ab einem Wert von 50 könnte es wieder Beschränkungen des öffentlichen Lebens geben. Von Montag auf Dienstag seien nur noch drei neue Infektionen hinzugekommen. Im gesamten Kreis Göttingen sind derzeit noch 215 Menschen am Coronavirus erkrankt, 137 davon im Stadtgebiet. Nach dem Corona-Ausbruch in Folge von Verstößen gegen die geltenden Maßnahmen bei privaten Familienfeiern hatte die Stadt Göttingen die Schließung aller Schulen und einiger Kindertagesstätten verfügt sowie jeden Mannschaftssport untersagt. Die Maßnahmen hätten offenbar gewirkt, sagte Broistedt.

Corona-Ausbruch in Göttingen: Erneute Schließung der Schulen

Update vom Dienstag, 09.06.2020, 12.31 Uhr: „Wir haben uns auf die neue Situation einstellen müssen“, sagt Ulrike Koller, Direktorin des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Göttingen mit Blick auf die erneute Schließung der Göttinger Schulen in dieser Woche. Noch am Sonntag (07.06.2020) habe man alle Schüler und Eltern informiert.

Laut Koller muss geschaut werden, wie sich die Corona-Situation am Ende dieser Woche entwickelt. Koller: „Wir hoffen nun, dass die Situation sich so positiv entwickelt, dass der Präsenzbetrieb in der nächsten Woche wieder starten kann.“ Unterdessen wurde geklärt, wie es mit den Klausuren weitergeht. Die Jahrgänge 12 der Oberstufe können in dieser Woche ihre Klausuren schreiben, obwohl die Einrichtungen eigentlich geschlossen sind.

Corona-Ausbruch in Göttingen: Klausuren in Klasse 12 möglich

Das sei von der Stadt Göttingen eigens für die schriftlichen Arbeiten genehmigt worden. „Wir können in dieser Woche drei Klausuren schreiben“, sagt Koller. Zwei weitere Gymnasien verfahren vermutlich ähnlich, sagt sie. Ersatzleistungen (zum Beispiel Hausarbeiten) hält Koller unterdessen nicht für sinnvoll. Ohnehin gebe es in diesem Halbjahr nur eine schriftliche Klausur in den Leistungskursen. „Die Klausuren sind wichtig, um sich auf die schriftlichen Abiturprüfungen vorzubereiten“, sagt Koller.

Wenn in der kommenden Woche der Unterricht wieder beginnen sollte, sollen auf alle Fälle die Klassenstufen 7 und 8 wieder Präsenzunterricht bekommen. Ob dann ebenfalls die Klassenstufen 5 und 6 zur Schule kommen sollten, muss aus Sicht von Koller von Seiten der Schulbehörde noch geklärt werden. „Vielleicht ist es sinnvoll, das zu entzerren“, sagt Koller.

Corona-Ausbruch in Göttingen: Neue Einschränkungen wegen Massenausbruch fördern Kritik

Update vom Dienstag, 09.06.2020, 09.54 Uhr: Nachdem es in Göttingen zu einem Massenausbruch von Corona-Infektionen* gekommen war, steht nun die Stadt in der Kritik. Nicht nur wegen der neuen Einschränkungen, sondern auch wegen dem Vorwurf der Stigmatisiertung von Religions- und Volksgruppen.

Petra Broistedt, die Leiterin des Krisenstabes in Göttingen, betont: „Wir müssen gemeinsam aufpassen, dass wir die Gesellschaft nicht spalten. Was wir brauchen, ist Solidarität und zwar für die Einhaltung von Hygiene- und Abstandsregeln zum eigenen Schutz und zu dem von anderen.“ Man habe bewusst keine Verbindung zu Religionen oder staatlicher Herkunft der Menschen gezogen.

Corona-Ausbruch in Göttingen: Roma Center spricht von „Hetze“

Update vom Dienstag, 09.06.2020, 06.22 Uhr: Massive Vorwürfe an die Stadt Göttingen und „Medien“ richtet der Verein Roma Center. Bewohner des Hauses „Iduna-Zentrum“ und Mitglieder von Großfamilien seien beschuldigt und kriminalisiert worden, darüber sei man besorgt, heißt es in einer Pressemitteilung, die den Titel trägt „Hetze wegen Corona in Göttingen breitet sich aus“.

Permanent würden in Berichten stigmatisierende Begriffe verwendet und betroffene Personen als „leichtsinnige und verantwortungslose Menschen dargestellt“, resümiert der Verein Roma Center. Der Verein schließt sich auch der Darstellung von Familienmitgliedern an, dass es nach der genehmigten Zusammenkunft anlässlich des Zuckerfestes am 24. Mai in der Moschee unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln – was die Stadt ebenfalls so berichtet hatte – keine weiteren „Feierlichkeiten gab“.

Corona-Ausbruch in Göttingen: Kritik am Vorgehen der Stadt

Woher diese Informationen stammen, nennt der Verein nicht. Dieser wirft der Stadt Göttingen vor, nicht auf Hinweise von Bewohnern reagiert zu haben, dass ein Mann gegen die Quarantäne verstoßen habe. Sozialdezernentin Petra Broistedt hatte dazu öffentlich gesagt, man sei Hinweisen nachgegangen. Grundsätzlich, so der Verein Roma Center, „wäre es auch möglich gewesen, mit den Menschen zusammen nach Lösungen zu suchen, und nicht einseitig über sie zu sprechen.“

Die betroffenen Familien hätten die Angelegenheit nun in die eigenen Hände genommen: Sie haben ihre Wohnsituation so organisiert, dass die Menschen mit positivem Corona-Ergebnis in einer Wohnung leben und die Gesunden in einer anderen. Die Gesunden versorgen ihre unter Quarantäne stehenden Angehörigen mit den Dingen des täglichen Bedarfs, so Roma Center.

Corona-Ausbruch in Göttingen: Massentest beendet

Update vom Montag, 08.06.2020, 21.14 Uhr: Der Massentest über das Wochenende ist beendet – mit der Feststellung von 23 Coronavirus-Infizierten aus der Bewohnerschaft des Iduna-Zentrums am Maschmühlenweg in Göttingen (Niedersachsen).

Diese Zahl gab die Stadt am späten Montagnachmittag bekannt. Weitere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Infektionen wurden am Montag (08.06.2020) nicht verhängt, da auch die kritische Marke von 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner im Landkreis nicht erreicht wurde. Sie liegt weiter bei etwa 43 – wie am Sonntag. Insgesamt gibt es in Stadt und Landkreis Göttingen 226 Menschen, die mit dem Corona-Virus infiziert sind. 

Die Stadt hatte am Sonntag (07.06.2020) die Schließung aller Schulen auf dem Stadtgebiet um eine weitere Woche verlängert, weil unter den positiv getesteten Menschen etwa 40 Kinder waren. Der Landkreis hatte nur die IGS Bovenden für den Unterricht geschlossen. Am Montag wurde auch das Einstellen des Präsenzunterrichts in den drei Berufsbildenden Schulen in Göttingen bekannt gegeben. 

Corona-Ausbruch in Göttingen: Zusätzliche Einschränkungen

In diese Entscheidung flossen laut Verwaltung Erkenntnisse aus der Verfolgung der Kontakte ein, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Göttingen. Mit den Schließungen wollen Stadt und Landkreis Göttingen mögliche Infektionsketten durch den Schulbesuch unterbinden. Drei Tage lang waren seit Freitag insgesamt etwa 400 Abstriche in der Tiefgarage des Iduna-Zentrums vorgenommen worden. 

Der erste Corona-Test aller Bewohner eines Hochhauses in Deutschland geschah als Folge auf den Corona-Ausbruch in der Uni-Stadt vor zehn Tagen. Ursache für die vielen Neuinfektionen waren möglicherweise Feiern im privaten Kreis am vorletzten Mai-Wochenende, so die Stadt. Dabei sollen sich bis Ende vergangener Woche 120 Personen angesteckt haben, darunter auch zahlreiche Iduna-Hochhaus-Bewohner. 

Corona-Ausbruch in Göttingen: Familien wehren sich

Mitglieder betroffener Familien wehren sich mittlerweile auch öffentlich gegen eine Diskriminierung und Vorverurteilung, streiten die Darstellung der Stadt ab: Diese Feiern habe es in der genannten Form so nicht gegeben. Erstmals seit einigen Tagen fiel am Montag die Steigerung bei den Neuinfektionen deutlich geringer aus. 

„Es gibt noch keinen Grund zur Entwarnung“, unterstreicht Petra Broistedt, Sozialdezernentin und Leiterin des Krisenstabs der Stadt Göttingen. Broistedt: „Von der weiteren Entwicklung hängt es ab, ob zusätzliche Maßnahmen getroffen werden müssen, die das Infektionsgeschehen zum Schutz der Bevölkerung begrenzen beziehungsweise unterbrechen. bsc/tko

Corona-Ausbruch in Göttingen: Zusätzliche Einschränkungen

Update vom Montag, 08.06.2020, 12.18 Uhr: Die Menschen in Göttingen müssen sich nach dem Corona-Ausbruch in ihrer Stadt möglicherweise auf zusätzliche einschränkende Maßnahmen einstellen. Die Stadt Göttingen warte noch auf Ergebnisse des Massentests unter den Bewohnern des Hochhauskomplexes, sagte ein Sprecher am Montag (08.06.2020). 

Das Resultat der Corona-Tests werde im Laufe des Tages erwartet. Danach werde entschieden, ob es weitere Einschränkungen geben wird, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Am Sonntag (07.06.2020) lag die Quote der Neu-Infizierten in Göttingen innerhalb von sieben Tagen bei 43 je 100.000 Einwohner. Ab 50 droht ein sogenannter Lockdown mit weiteren einschränkenden Maßnahmen.

Corona-Ausbruch in Göttingen: Trotz Schließung - Notbetreuung in Schulen wird gewährleistet

Update vom Montag, 08.06.2020, 06.22 Uhr: Wegen des starken Anstiegs bei den Corona-Infizierten bleiben die Schulen in Trägerschaft der Stadt Göttingen und in freier Trägerschaft sowie die IGS Bovenden bis einschließlich Freitag, 12. Juni, geschlossen: Trotzdem ist die Notbetreuung in den Schulen gewährleistet. Darauf weist die Stadt Göttingen hin.

Keine Notbetreuung bekommen Kinder aus Haushalten, in denen eine oder mehrere Kontaktpersonen ersten Grades leben, bzw. eine Person Symptome einer Erkrankung mit dem Coronavirus aufzeigt.

Außerdem werden die Kindertageseinrichtungen St. Jacobi und die Kinderbetreuung im Iduna-Zentrum ebenfalls bis einschließlich Freitag, 12. Juni, geschlossen. Die Verfügung hat die Stadt Göttingen (Niedersachsen) im Amtsblatt veröffentlicht. Die übrigen Kindereinrichtungen können wieder öffnen.

Corona in Göttingen: Tests abgeschlossen - Infizierten-Zahl steigt weiter

Update vom Sonntag, 07.06.2020, 21.17 Uhr: Die Corona-Tests der Bewohner eines Hochhauses am Maschmühlenweg in Göttingen (Niedersachsen) sind unterdessen abgeschlossen. Insgesamt wurden von Freitag (05.06.2020) bis Sonntag (07.06.2020) etwa 400 Abstriche gemacht. Die Endergebnisse sollen am Montag vorliegen. Von den bislang ausgewerteten Tests waren 22 positiv, sagte Sozialdezernentin Petra Broistedt, die auch Leiterin des Krisenstabs der Stadt ist. 60 Bewohner mussten nicht untersucht werden, weil sie bereits in Quarantäne sind. Weitere 60 wurden anderweitig untersucht, beziehungsweise wohnen nicht mehr in dem Komplex. Bei weiteren 80 laufen Nachermittlungen.

Damit die Tests in der Hochhaus-Tiefgarage von Freitag (05.06.2020) bis Sonntag (07.06.2020) reibungslos über die Bühne gehen konnten, waren neben zahlreichen städtischen Mitarbeitern, Feuerwehr, Polizei und Sicherheitsdienst auch jeweils drei Ärzte und drei Medizinstudenten der Universitätsmedizin Göttingen vor Ort. Insgesamt haben in den drei Tagen mit Ablösung zehn Medizinstudierende geholfen und die Abstriche gemacht. Die Leitung für das UMG-Team hatte Prof. Nicolas Feltgen, Leitender Oberarzt der Klinik für Augenheilkunde der Uni-Medizin.

Corona in Göttingen: Schulen weiter geschlossen 

Update vom Sonntag, 07.06.2020, 17.45 Uhr: Die Zahl der Corona-Infizierten in der Stadt Göttingen steigt weiter. Deshalb bleiben die Schulen in Trägerschaft der Stadt Göttingen sowie in freier Trägerschaft ab dem morgigen Montag für eine weitere Woche geschlossen. 

Ebenfalls für eine weitere Woche geschlossen bleibt die IGS Bovenden. Die übrigen Schulen in Trägerschaft des Landkreises öffnen. Der Göttingen Krisenstab hat sich zu dieser Maßnahme entschlossen, weil die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche in der Region Göttingen auf 43 gestiegen ist. 

Möglicherweise wird der Grenzwert von 50 schon am Montag überschritten. Aktuell gibt es in Göttingen 146 Infizierte, im übrigen Landkreis 88.

Corona in Göttingen: Nach Ausbruch in Hochhaus -  Zahl der Neuinfizierten steigt

Update vom Sonntag, 07.06.2020, 14.20 Uhr: Nach dem Ausbruch von Corona in einem Hochhaus in Göttingen werden die Tests auf Hochtouren ausgewertet - einige waren positiv. Nach dem Corona-Ausbruch wurden zunächst die Schulen und einige Kitas in Göttingen geschlossen, da unter den Infizierten auch zahlreiche Kinder sind. Am Montag (08.06.2020) sollen die Schulen wieder öffnen - dagegen wird aber Protest aus der Elternschaft laut.

Corona in Göttingen: Nach Ausbruch im Hochhaus - Eltern wehren sich gegen Öffnung der Schulen

Der Göttinger Stadtelternrat spricht sich gegen eine Öffnung der Schulen in Göttingen am Montag (08.06.2020) aus. Das geht aus einer am Sonntag veröffentlichten Stellungnahme hervor. Das am Präsenzunterricht in Göttingen trotz steigender Corona-Fallzahlen festgehalten werde, ist nach Ansicht des Gremiums ein "falsches Signal". Wegen des exponentiellen Anstiegs der Infektionszahlen sei aus Sicht des Stadtelternrates die Aufrechterhaltung einer verpflichtenden Teilnahme am Präsenzunterricht nicht haltbar.

Corona in Göttingen: Eltern sollen Entscheiden, ob Kinder in die Schule gehen

"In Anbetracht der Gesamtsituation sollte die Entscheidung, ob die Schüler am Präsenzunterricht teilnehmen oder ersatzweise im Homeschooling lernen, einzig und allein von den Erziehungsberechtigten getroffen werden", heißt es in dem Schreiben. Und weiter: "Eine uneingeschränkte Öffnung der Schulen, bei derzeit steigenden Infektionszahlen sowie der dunkelgelben Lageeinschätzung vom Samstag, zeigt ein unzureichenden Krisenmanagement mit mangelhafter Informationspolitik der Stadt Göttingen auf."

Corona in Göttingen: Nach Ausbruch im Hochhaus - Maskenpflicht an Schulen

Die Stadt hatte zuvor mitgeteilt, dass die Schulen am Montag wieder öffnen können. Allerdings gilt ab Montag in den Schulen die Pflicht, für zwei Wochen einen Mund-Nase-Schutz zu tragen. Außerdem müssen die Schulen auf die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln achten - dazu gehört auch das Händewaschen.

Corona in Göttingen: Nach Ausbruch im Hochhaus - Endergebnis der Tests wird am Montag erwartet

Die Stadt will ein weiteres Zwischenergebnis der Corona-Tests in einem Göttinger Hochhaus am späten Nachmittag vorlegen. Mit dem Endergebnis der Tests wird am Montag gerechnet.

Update vom Samstag, 06.06.2020, 19.58 Uhr:

Die ersten Corona-Tests aus dem Hochhaus am Göttinger Maschmühlenweg sind ausgewertet. Dabei wurden drei Personen positiv getestet. In Göttingen (Niedersachsen) gab es einen größeren Corona-Ausbruch.

Das wurde am Samstag (06.06.2020) bei einer Pressekonferenz bekannt. Allerdings lag noch nicht von allen der gut 200 Tests vom Freitag (05.06.2020) das Ergebnis vor. Bis einschließlich Samstag gab es insgesamt etwa 300 Abstriche in der Tiefgarage des Hochhauses. Etwa 30 Personen haben sich darüber hinaus beim Fachbereich Ordnung der Stadt gemeldet, da sie sich entweder nicht in Göttingen befinden und um Vermittlung eines anderen Testtermins gebeten haben oder zwischenzeitlich eine Quarantäneverfügung erhalten haben und daher nicht zum Test erscheinen konnten. Die letzten Bewohner aus dem Hochhaus sollen am Sonntag in das mobile Testzentrum kommen.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch im Hochhaus - Tests sind ohne Zwischenfälle abgelaufen 

Die Tests sind laut Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt, die den Krisenstab leitet, auch am Samstag ruhig und strukturiert abgelaufen. Mit dem Ergebnis aller Tests rechnet die Stadt am Montag (08.06.2020) in den späten Nachmittagsstunden.

Am Freitag (05.06.2020) waren zudem etwa 250 Bewohner und Mitarbeiter eines Göttinger Altenheims auf das Coronavirus getestet worden. Dabei gab es lediglich einen positiven Fall. Hintergrund für diese Aktion: Ein Mitarbeiter des Heims war positiv auf das Corona-Virus getestet worden. Diese Person wurde räumlich getrennt. „Die vorausschauende und gute Zusammenarbeit mit der Heimaufsicht und Pflegeheimen hat sich bewährt“, so die Stadtverwaltung. Einzelne Bedienstete konnten aufgrund von Urlaub, Elternzeit oder anderen Abwesenheitsgründen bislang noch nicht getestet werden. Die noch fehlenden Tests werden umgehend nachgeholt.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch im Hochhaus - Infektionsrate stieg massiv an

Durch die aktuelle Entwicklung ist in der Region Göttingen (Niedersachsen) die Infektionsrate innerhalb einer Woche auf 37,5 je 100.000 Einwohner gestiegen. Sie hat damit den kritischen Wert von 50 nicht überschritten.

Mit konkreten Maßnahmen versucht die Stadt nach eigenen Angaben, die Infektionsketten in Göttingen zu stoppen. Dazu blieben beispielsweise die Göttinger Schulen in der Woche nach Pfingsten geschlossen. Außerdem muss in den Schulen ab diesem Montag für zwei Wochen ein Mund-Nase-Schutz getragen werden.

Sozialdezernentin Broistedt wies auch am Samstag noch einmal darauf hin, dass es Hinweise auf Familienfeiern mit Hygiene- und Abstandsverstößen am vorletzten Mai-Wochenende gibt. „Das Gesundheitsamt erfindet nichts“, machte Broistedt auf Nachfrage klar. Außerdem vorverurteile die Stadt niemanden. Eine betroffene Großfamilie hatte in einer Stellungnahme am Freitag geäußert, dass es keine Familienfeiern gab.

Die Hinweise auf Verstöße bekamen die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes laut Broistedt am Telefon: Infizierte und ihre Kontaktpersonen werden grundsätzlich ausführlich telefonisch befragt.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch im Hochhaus - Schulen starten wieder

Update vom Samstag, 06.06.2020, 18.04 Uhr: Die Schulen in Göttingen (Niedersachsen) können nach der Zwangspause durch den Corona-Ausbruch am Montag (08.06.2020) wieder öffnen. Inzwischen ist klar: Weniger als 100 Kinder und Jugendliche von Göttinger Schulen müssen dann für zwei Wochen in Quarantäne.

Das gab die Stadt Göttingen bekannt. 39 von 48 infizierten Kindern und Jugendlichen sind im schulpflichtigen Alter. Davon war aber nur ein Teil in der Schule, da der Unterricht noch nicht in allen Klassenstufen wieder begonnen hat. Diese Umstände tragen dazu bei, dass pro Infektionsfall nur wenige Personen aus dem schulischen Bereich in Quarantäne gehen müssen. Ursprünglich war die Verwaltung von einer höheren Zahl ausgegangen.

„Gehen Sie von einer Zahl von unter 100 Schülerinnen und Schülern aus, die durch das Ausbruchsgeschehen in Quarantäne gehen müssen“, sagte Petra Broistedt, Leiterin des Krisenstabes mit. Für alle Schulen in Göttingen gilt jedoch, dass ab Montag für zwei Wochen ein Mund-Nase-Schutz getragen werden muss. Außerdem müssen die Schulen auf den Abstands- und Hygieneregeln achten – inklusive Händewaschen.

Corona in Göttingen: Freude über Schulbeginn am Montag

Update vom Samstag, 06.06.2020, 15.50 Uhr: Bei den Göttinger Schulen ist man über die Nachricht froh, dass am Montag (08.06.2020) der Unterricht wieder beginnen soll. „Wir freuen uns, dass die Schüler wieder kommen“, sagt Ulrike Koller. Noch am Freitag in den Mittagsstunden erhielt die Leiterin des Theodor-Heuss-Gymnasiums wie alle Göttinger Schulleiter von der Stadt die Information, dass der Unterricht voraussichtlich ab Montag wieder stattfinden kann. 

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch im Hochhaus - Schulen starten wieder

„Wir hoffen, dass es dabei bleibt“, Die Jahrgänge 7 und 8 sollen nun am Montag in den Unterricht starten. Eine Woche später, am Montag, 15.06.2020, können dann die Jahrgänge 5 und 6 wieder in den Unterricht. „Besonders wichtig ist der Beginn des Präsenzunterrichts für den Jahrgang 12. Diese Schüler müssen noch Leistungen erbringen, die im kommenden Jahr in die Abitur-Note einfließen. Diese Schüler müssen noch Klausuren schreiben“, sagt Koller.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch in Hochhaus - Schulen starten wieder mit neuem Klausurenplan

Für diese Jahrgangsstufe an den Göttinger Oberstufen wurde jetzt der Klausurenplan angepasst. „Aber wir bekommen das zeitlich noch gut hin, wenn die Schüler am Montag wieder in die Schulen kommen.“ Die Zwangspause kam für den Stadtschülerrat Göttingen überraschend. Die Schüler der Jahrgänge 7 und 8 hatten sich schon auf den Unterricht gefreut und vermissen die Schule sehr. „Jetzt hoffen wir, dass es klappt“, sagt Tim Wiedenmeier, stellvertretender Vorsitzender des Stadtschülerrates. 

Corona in Göttingen: Schüler müssen zwei Wochen Mund-Schutz tragen

Aus Sicht des Gremiums ist es ein guter Weg, für zwei Wochen den Mund-Schutz zu tragen. „Wir stimmen den Regelungen der Stadt zu. Hauptsache die Schüler fängt an. Dabei müssen aber Infektionen ausgeschlossen sein und Risikogruppe geschützt werden. 

Hart wird es aus Sicht des Stadtschülerrates für der Abschlussklassen. Ihre Vorbereitung auf die Klausuren wurden unterbrochen beziehungsweise Klausuren müssen verschoben werden.

Corona in Göttingen: Shisha-Bar wehrt sich gegen Vorwürfe

Update vom Samstag, 06.06.2020, 10.17 Uhr: Eine Shisha-Bar im Norden der Innenstadt von Göttingen hat nach einigen Angaben nichts mit den Corona-Ausbruch in der Uni-Stadt zu tun. Es geht um Vorfälle in einer Shisha-Bar. Dabei wurden offenbar bei einem Treffen zum Zuckerfest zum Ende des Ramadans gleiche Mundstücke beim Rauchen von Wasserpfeifen genutzt. Dadurch soll es zu möglicherweise zu Infektionen gekommen sein. 

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch in Hochhaus - Shisha-Bar aus Göttingen weist Vorwürfe zurück

Die Shisha-Bar, die sich zu unrecht angegriffen fühlt, macht deutlich, dass sie ihre Terrasse erst am Donnerstag, 28.05.2020, unter Einhaltung der Corona-Hygienevorschriften in Betrieb genommen habe, sagt Feyyaz Benzer, dessen Vater die Bar Aura betreibt. „Bereits vor unserer Eröffnung gab es Berichte über die Massen-Infektion, die sich im Zeitraum Sonntag und Montag, 24./25.05.2020, bei privaten Feiern von Großfamilien in einem Hochhaus in Göttingen abgespielt haben soll. Insofern kann uns nicht unterstellt werden, unerlaubt geöffnet zu haben, geschweige denn „Infektionsherd“ dieser Massen-Infektion gewesen zu sein“, heißt es dazu auf Facebook.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch in Hochhaus - Stadt prüft Vorfälle rund um den Besuch einer Shisha-Bar

Außerdem hat die Bar nach eigenen Angaben von der Öffnung der Terrasse ab dem 28.05.2020 alle Kontaktformulare der Gäste vorliegen und hatte die offizielle Genehmigung zur Öffnung. Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt machte am Freitag (05.06.2020) deutlich, dass die Stadt mit Blick auf die Vorfälle in einer Shisha-Bar derzeit in der Prüfung sei. 

Die Stadt hatte nach dem Ausbruch Corona-Betroffene gefragt. Dabei sei auch das Thema Shisha-Bar zur Sprache gekommen. Wo sich welche Vorfälle ereignet haben, ist also noch unklar. Inoffiziell ist inzwischen davon die Rede, dass sich die betroffene Shisha-Bar in einem Nachbarlandkreis befinden könnte.

Corona in Göttingen: Familien des Hochhauses wehre sich gegen Anfeindungen

Update vom Samstag, 06.06.2020, 6.45 Uhr:  Bewohner des betroffenen Hochhauses und aus Großfamilien aus Göttingen wehren sich gegen eine „einseitige, unkorrekte und unvollständige Berichterstattung“ über die Umstände, die zur Corona-Massen-Infektion führten. Darüber hinaus kritisieren sie auch das Verhalten von Behörden, die die Vorwürfe zurückweisen. 

Mit einem als „Gegendarstellung“ bezeichneten, auch an unsere Zeitung verteilten Schreiben, stellen Mitglieder der, aus Ex-Jugoslawien stammenden und seit etwa zwei Jahrzehnten in Göttingen lebenden, Großfamilien aus ihrer Sicht klar, dass eine „Feierlichkeit“ im Rahmen des muslimischen Zuckerfestes zum Ende des Fastenmonats Ramadan nicht stattgefunden habe.

Corona in Göttingen: Feiern zum Zuckerfest in dem Hochhaus?

„Die Infektionen basieren auf Kontakten im häuslichen Bereich“, heißt es in dem Schreiben. Die Feierlichkeiten sind allerdings keine Erfindung der Medien. Denn die Stadt und der Corona-Krisenstab in Göttingen hatten im Zuge zahlreicher positiver Corona-Tests als mögliche Ursache „Familienfeierlichkeiten“ im Umfeld des Zuckerfestes in dem Hochhaus in Göttingen genannt. 

Darauf reagierte die Leiterin des Krisenstabes und Sozialdezernentin der Stadt, Petra Broistedt: „Wir als Stadtverwaltung, als Gesundheitsamt, als Ordnungsbehörde sind nicht die Polizei.“ Broistedt erläuterte: Das Gesundheitsamt mache eine Kontaktnachverfolgung und wolle so Infektionsketten unterbrechen. Man nehme Kontakt zu Infizierten auf, stelle sie unter Quarantäne und befrage sie nach Kontaktpersonen. Diese würden ebenfalls befragt. 

„Diese Aussagen, die wir sehr ernst nehmen, sind die Grundlage für unser Handeln, also für weitere Quarantäne-Anordnungen.“ Vor Ort sei man bei Feierlichkeiten oder anderen Veranstaltungen nicht gewesen. „Wenn Einzelne nun sagen, sie hätten nicht an Feierlichkeiten teilgenommen, dann ist das deren Aussage.“ 

Corona in Göttingen: Bewohner des Hochhauses üben Kritik an Behörden

Kritik üben die Bewohner des betroffenen Hochhauses in Göttingen auch am Gesundheitsamt. Das Amt hätten sie mehrfach im Vorfeld telefonisch unterrichtet „über Quarantäne-Verletzungen des mutmaßlichen Patienten Null“ (Anm. d. Red. von dem die Massen-Infektion höchstwahrscheinlich ausgelöst wurde). Broistedt betonte, man sei in der vergangenen Woche einem Quarantäne-Verstoß nachgegangen und habe eine Unterbringung erwirkt.

„Mir ist nicht bekannt, dass uns ein Quarantäne-Verstoß gemeldet worden ist, den wir nicht verfolgt haben“, sagte die Sozialdezernentin aus Göttingen und fügte an: „Das nehmen wir wirklich sehr, sehr ernst. Wir müssen und gehen jedem einzelnen Hinweis nach. Würden wir es auf die leichte Schulter nehmen, dann würde sich die Krankheit hier rasant ausbreiten.“ 

Beschwert haben sich Familienangehörige auch darüber dass sie von Corona-Teststationen weggeschickt worden seien, mit dem Hinweis, dass sie symptomfrei seien. Petra Broistedt sagte dazu, dass in der Tat einige an einem Tag nicht mehr getestet werden konnten, vermutlich aus Kapazitätsgründen. Die Familien sehen sich nach eigener Schilderung „Anfeindungen“ ausgesetzt. Dafür mitverantwortlich seien die Medien.

Corona in Göttingen: Massentests im Hochhaus liegen im Zeitplan

Update vom Freitag, 05.06.2020, 21.29 Uhr: 217 Menschen, etwa ein Drittel der Bewohner des Hochhauses in Göttingen (Niedersachsen), wurden am Freitag (05.06.2020) getestet. „Wir sind damit im Plan“, sagte Feuerwehr-Pressesprecher Frank Gloth. Die ersten Ergebnisse sollen Samstag vorliegen. Eigens für die Massentests der Bewohner des Hochhauses in Göttingen wurde ein Testzentrum in der Tiefgarage des Gebäudes eingerichtet - die Stadt hat angekündigt, notfalls Bewohner auch zum Test zu zwingen. Bei 57 Kindern gab es einen Corona-Verdacht, 49 von ihnen sind infiziert. Von diesen Kindern sind zehn im Kita-Alter, elf im Grundschulalter und 28 könnten weiterführende Schulen besuchen. Für alle Schüler der betroffenen Klassen droht eine Quarantäne. 

Corona in Göttingen: Ergebnisse des Massentests im Hochhaus sollen bald vorliegen

Update vom Freitag, 05.06.2020, 19.03 Uhr: Eine bisher einmalige Corona-Testaktion ist in Göttingen (Niedersachsen) angelaufen: 600 gemeldete Bewohner eines Hochhauses in Göttingen werden komplett durchgetestet. Stadt und Gesundheitsbehörden haben ein Testzentrum in der Tiefgarage des Hochhauses eingerichtet und bereits am Freitag 217 Personen getestet. 

Notwendig geworden waren die Tests aufgrund einer Massen-Infektion nach Feierlichkeiten von Familien, die aus Ex-Jugoslawien stammen und seit etwa zwei Jahrzehnten in Göttingen leben. Alles laufe ohne Probleme, die Bewohner seien sehr kooperativ, sagte die Leiterin des Krisenstabs, Petra Broistedt. Auch der Einsatzleiter der nur unterstützend vor Ort tätigen Polizei, Rainer Nolte, war am Mittag zufrieden über den Verlauf und die Kooperationsbereitschaft der Menschen im Haus. Die Behörden rechnen mit dem Endergebnis der Tests am Montagmittag. 

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Einzelne Klassen und Lehrer werden unter Quarantäne gestellt

Davon könnten auch weitere Restriktionen für Betroffene, aber auch für die Stadt abhängen. Die nach dem Corona-Ausbruch geschlossenen Göttinger Schulen sollen am Montag wieder öffnen. Die Schulen sind gehalten, streng auf die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln zu achten. Die Lehrer sollen die Kinder und Jugendlichen vor dem Unterricht befragen, ob sie selbst Symptome oder Corona-Verdachtsfälle in der Familie haben. Diese Kinder sollen dann nach Hause geschickt werden. 

Die Schulen werden auch darüber informiert, welche Kinder positiv auf Corona getestet wurden. Derweil gibt es eine als „Gegendarstellung“ betitelte Mitteilung von Bewohnern. Inhalt: Eine Zusammenkunft mehrerer Familien habe es nur anlässlich des Gebets in einer Moschee gegeben – unter Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln. „Eine Feierlichkeit fand nicht statt“, heißt es. Petra Broistedt sagte dazu am Freitag, dass es Hinweise von Zeugen auf Feierlichkeiten gegeben hätte. „Diesen sind wir nachgegangen, weil es für uns und das Gesundheitsamt darum geht, Kontaktpersonen zu ermitteln, die Infektionskette zu verfolgen und zu stoppen.“

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Vorbereitungen für Tests laufen

Update vom Freitag, 05.06.2020, 13.17 Uhr: Die Schulen in Göttingen sollen nach dem Corona-Ausbruch voraussichtlich am Montag wieder öffnen. Davon ging Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt am Freitag (05.06.2020) aus. Allerdings sind einige Dinge zu beachten.

Die Schulen sollen dringend auf die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregelung achten - inklusive Händewaschen. Die Lehrer sollen die Kinder und Jugendlichen vor dem Unterricht befragen, ob sie selbst Symptome oder Corona-Verdachtsfälle in der Familie haben. Diese Kinder sollen dann nach Hause geschickt werden. Die Schulen werden auch darüber informiert, welche Kinder positiv auf Corona getestet wurden. Sollten diese Kinder in die Schule kommen, so sollen sie ebenfalls nach Hause geschickt und das Gesundheitsamt informiert werden.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Einzelne Klassen und Lehrer werden unter Quarantäne gestellt

Einzelne Klassen und ihre Lehrkräfte, in denen infizierte Kinder in der vergangenen Woche am Unterricht teilgenommen haben, werden unter Quarantäne gestellt. Betroffene Kitas können wieder öffnen, wenn sie nicht von Infektionen betroffen sind. Bei den betroffenen Kitas reicht es unter Umständen aus, einzelne Gruppen zu schließen.

Nach wie vor ist klar: 49 Kinder sind infiziert. Von diesen Mädchen und Jungen besuchen 28 weiterführende Schulen, elf Grundschulen und weitere zehn Kitas.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Tests im betroffenen Hochhaus sind angelaufen

Unterdessen sind die Corona-Tests in dem betroffenen Hochhaus in Göttingen gut angelaufen. Bis kurz von 12 Uhr waren bereits 108 Bewohner getestet.

Update vom Freitag, 05.06.2020, 10.27 Uhr: Der Krisenstab Niedersachsen stellt heute ab 10.30 Uhr die neuen Lockerungen der Corona-regeln für Nidersahcsen vor. Das Land hält trotz des Corona-Ausbruchs in Göttingen weiter an seinem Stufenplan fest - am Montag (08.05.2020) startet Stufe vier von fünf. Alle Infos dazu gibt es in unserem Live-Ticker zur Pressekonferenz des Krisenstabes Niedersachsen.

Update vom Freitag, 05.06.2020, 08.34 Uhr: Am heutigen Vormittag beginnen die Massentests auf das Corona-Virus von etwa 600 Bewohnern eines Hochhauses am Maschmühlenweg in Göttingen. Die Einsatzkräfte bauen sich gerade auf und bereiten die Aktion vor. Gegen 10 Uhr sollen die ersten Abstriche bei Bewohnern erfolgen. Dazu sind in der Tiefgarage zwei Testzelte aufgebaut. 

Corona-Massenausbruch in Göttingen: Zahl der Infizierten steigt auf 120

Update vom Donnerstag, 04.06.2020, 20.40 Uhr: Die Zahl der Infizierten nach den Familienfeiern zum Ende des Ramadans in Göttingen, bei denen Corona-Hygiene- und Abstandsregeln nicht eingehalten wurden, steigt weiter stark. Jetzt gibt es 120 Betroffene – 15 mehr als am Vortag. Das gab die Stadt Göttingen am Donnerstag in einer Pressekonferenz bekannt.

Corona in Göttingen: Massenausbruch  - 49 Kinder infiziert

102 der Corona-Infizierten kommen aus der Stadt Göttingen, 18 aus dem Kreisgebiet. Drei Betroffene werden in einer Klinik behandelt, einer von ihnen muss weiter künstlich beatmet werden.

Dramatisch: Von den 57 betroffenen Kindern sind 49 infiziert. Von diesen Mädchen und Jungen besuchen 28 weiterführende Schulen, elf Grundschulen und weitere zehn Kitas.

Corona in Göttingen: Nach dem Massenausbruch -  Hunderte Bewohner des Iduna-Zentrums werden getestet

Inzwischen ist klar: Am Freitag (05.06.2020) beginnen die Corona-Tests sämtlicher Bewohner eines Hochhauses am Maschmühlenweg, in dem zahlreiche Betroffene wohnen. Das mobile Testzentrum wird in der Tiefgarage des Hauses aufgebaut. Am Donnerstag haben etwa 500 Bewohner die Aufforderung erhalten, sich zu bestimmten Zeiten in der Tiefgarage einzufinden. Bei 64 Bewohnern haben die Tests bereits stattgefunden. 

Für die Auswertung der neuen Test stehen die Labore des Göttingen Campus bereit. Von Freitag bis Sonntag wird täglich zwischen 10 und 14 Uhr getestet. Jeweils am Folgetag sollen die Ergebnisse vorliegen. An dem Projekt sind unter anderem die Uni-Medizin (Abstriche), die Göttinger Feuerwehr (Verwaltungsaufgaben) und die Polizei beteiligt. Außerdem stehen Dolmetscher bereit.

Corona in Göttingen: Mitarbeiter in einem Altenheim positiv getestet

Am Freitag werden zudem alle 123 Bewohner und rund 120 Beschäftigte eines Altenheims in Göttingen auf das Corona-Virus getestet. Ein Mitarbeiter war positiv getestet worden. Diese Proben werden beim Landesgesundheitsamt untersucht. Welches Altenheim betroffen ist, wollten die Verantwortlichen mit Blick auf den Datenschutz offiziell nicht sagen.

Inzwischen ist aber klar: Ein Altenheim am Friedländer Weg machte an der Tür mit einem Aushang deutlich, dass es aufgrund der „Corona-Situation in Göttingen“ für Besucher geschlossen ist. Petra Broistedt, Leiterin des Krisenstabs der Stadt Göttingen, machte deutlich, dass unter den Bewohnern der betroffenen Alteneinrichtung großes Verständnis für die Tests besteht.

Corona in Göttingen: Nach dem Massenausbruch - Entscheidung zu Schulen und Kitas am Freitag

Wie es mit den Schulen in der neuen Woche weitergeht, soll im Laufe des Freitags entschieden werden. Sämtliche Schulen im Göttinger Stadtgebiet, mehrere im Kreisgebiet sowie vier Kitas in Göttingen sind bis einschließlich Freitag, 5. Juni, geschlossen.

Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler rief die Bevölkerung noch einmal eindringlich auf, sich an die Corona-Regeln zu halten. „Sie sind da, um andere zu schützen.“ Gleichzeitig dankte er den Sportvereinen, die inzwischen über die Situation informiert sind und ihre Arbeit zunächst einstellen.

Corona in Göttingen: Roter Bereich wohl nicht aufzuhalten

„Wir sind im dunkelgelben Bereich. Wir können es schaffen, nicht in den roten Bereich zu kommen“, sagt er mit Blick auf die Entwicklung bei dem Corona-Ausbruch in Göttingen.

Update vom Donnerstag, 04.06.2020, 18.44 Uhr: Niedersachsen möchte seine Test-Strategie angesichts der aktuellen Entwicklung der Corona-Epidemie anpassen und die Tests bei regionalen Hotspots ausweiten. Das künftige Vorgehen haben Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) und der Präsident des Landesgesundheitsamtes, Matthias Pulz, am Donnerstag (04.06.2020) in Hannover erläutert.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch ist Göttingen ein Hotspot in Niedersachsen

Massenhafte Corona-Infektionen hatte es in Niedersachsen zuletzt im Zusammenhang mit Familienfeiern in Göttingen, einem Logistikzentrum in Langenhagen bei Hannover sowie in einem Fleischbetrieb in Dissen (Kreis Osnabrück) gegeben. Trotz rückläufiger Infektionszahlen versuchen die Gesundheitsbehörden, ein rapides Anwachsen von Infektionsherden zu verhindern. 

Diese Gefahr hat mit den Lockerungen zugenommen, da Betroffene etwa in Schulen, Freizeiteinrichtungen oder bei Einkauf und Arbeit wieder mehr Kontakt zu anderen Menschen haben. Für den Pflegebereich gibt es die Forderung, das Personal intensiver zu testen, weil Infektionswellen dort zu vielen Todesfällen unter Bewohnern geführt haben.

Corona in Göttingen: Massenausbruch nach Feiern - Menschenrechtlerin warnt vor Vorverurteilung

Update vom Donnerstag, 04.06.2020, 07.10 Uhr: Vor einem Generalverdacht, dass Roma sich nicht an Corona-Auflagen halten, warnt Jasna Causevic von der Gesellschaft für bedrohte Völker. Sie nimmt Bezug auf Feiern von Großfamilien zum Ende des muslimischen Fastenmonats

Corona in Göttingen: Massenausbruch nach Feiern zum Ende des Fastenmonats

In deren Folge ist es in Göttingen (Niedersachsen) zu einem Corona-Massenausbruch gekommen. „Es kommt nun darauf an, den Infizierten und den Verdachtsfällen den Ernst der Lage bewusst zu machen – gegebenenfalls in ihrer Muttersprache“, betont Causevic. Die Betroffenen müssten die Gefahren eines unüberlegten Verhaltens erkennen. Wer in Deutschland lebe, habe Rechte, aber auch Pflichten. 

Die Menschenrechtlerin: „Wir müssen uns alle schützen und offenbar auch manche Menschen vor sich selbst, aber ohne Stigmatisierung und Vorurteile.“ Göttingen könne mit gutem Beispiel vorangehen. Bei den Feiernden handelt es sich um Roma aus dem Kosovo, einer einst jugoslawischen Provinz. „Die Familien flohen 1999 nach Deutschland, als in ihrer Heimat ein Krieg zwischen Albanern und Serben ausbrach“, berichtet Flüchtlingshelfer Meinhart Ramaswamy. 

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Aufenthaltsstatus einiger Betroffener unsicher

Über viele Jahre hätten die Roma in Deutschland nicht arbeiten dürfen. Ihr Aufenthaltsstatus sei zum Teil bis heute unsicher. Immer wieder habe es Abschiebungen gegeben, obwohl sie in ihrer alten Heimat ausgegrenzt und verfolgt würden. Das habe ihre Einstellung gegenüber den deutschen Behörden geprägt. „Die Roma-Familien anzuschreiben, macht wenig Sinn“, meint Ramaswamy. 

Aus seiner Beratungstätigkeit wisse es, dass viele kaum lesen könnten und zudem wenig Deutsch beherrschten. Zielführender sei eine persönliche Ansprache. Die Roma, die er kennengelernt habe, würden die deutschen Nachrichtensendungen nicht verfolgen. Sie informierten sich über die eigene Community. Eine Brücke zur Mehrheitsgesellschaft bildeten die in Deutschland aufgewachsenen Kinder und Jugendlichen, die oft für ihre Eltern und Großeltern dolmetschten. 

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Schwer Quarantäne durchzusetzen

„Eine Corona-Quarantäne durchzusetzen, wird schwierig“, meint Ramaswamy. Die großen Familien lebten in kleinen Wohnungen. Der Zusammenhalt, auch über die Kernfamilie hinaus, sei groß. Vielfach heirateten Cousins und Cousinen miteinander. Sei jemand krank, kämen alle zusammen. Die Vorstellung, einem Verwandten das Essen vor die Tür zu stellen und ihn allein zu lassen, sei nur schwer zu vermitteln. 

Die Stadt Göttingen müsse Personen hinzuziehen, die das Vertrauen der Roma genössen, etwa Vertreter des Roma Centers Göttingen. „Die Roma aus dem Kosovo sind jahrelang durch das Raster der Stadt gefallen“, meint Christian Schmelcher, der die städtische Beschäftigungsförderung leitet. Mittlerweile versuche die Stadt diesen Fehler zu korrigieren. 

Der allgemeine Sozialdienst setze sich für die Minderheit ein. Die Jugendhilfe Göttingen betreibe in städtischem Auftrag im Iduna-Zentrum eine Begegnungsstätte und eine Beratungsstelle. Die Schulsozialarbeiter betreuten die Kinder und Jugendliche, die überdurchschnittlich oft den Unterricht schwänzten. Gegebenenfalls könnten sie die Schulersatzmaßnahmen der Beschäftigungsförderung nutzen.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - 105 bestätigte Infektionen

Update vom Mittwoch, 03.06.2020, 20.17 Uhr: Der Corona-Ausbruch durch Abstands- und Hygieneverstöße bei privaten Familienfeiern aus Anlass des muslimischen Zuckerfestes in Göttingen am vorletzten Mai-Wochenende hat inzwischen zu bestätigten 105 Infektionen geführt – 25 mehr als am Dienstag. Außerdem muss die Stadt Göttingen ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Virus-Ausbreitung nochmals verschärfen. So muss der Vereinssport ruhen. Außerdem wurde ein Freibad geschlossen.

Das gab die Verwaltung am Mittwoch in den Abendstunden während einer Pressekonferenz bekannt. Drei der 105 Betroffenen liegen inzwischen im Krankenhaus. Ein Erkrankter muss weiter beatmet werden. Ein Mann und eine Frau wurden am Mittwoch ins Krankenhaus aufgenommen. 

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Vermutlich noch viel mehr infiziert

Inzwischen ist klar: Die Kontakte von Infizierten nach dem Zuckerfest in Göttingen könnten möglicherweise umfangreicher gewesen sein als ursprünglich befürchtet. So wurde ein Mitarbeiter des Freibades Weende positiv auf das Corona-Virus getestet. Folge: Das Freibad ist seit Mittwoch bis auf Weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen. 

Ein weiterer positiv getesteter Mitarbeiter wird aus einem Göttinger Altenheim mit 123 Bewohnern und etwa 100 Beschäftigten gemeldet. Sie alle sollen nun auf das Corona-Virus getestet werden. Ob diese beiden Entwicklungen mit dem aktuellen Ausbruch in Verbindung stehen, ist allerdings nicht ganz klar.

Außerdem sind unter den Infizierten zahlreiche Vereinssportler. Deshalb sollen die Göttinger Sportvereine ihre Aktivitäten einstellen, so eine weitere Maßnahme.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Vorbereitungen für 700 Tests

Unterdessen laufen die Vorbereitungen für die Corona-Tests bei etwa 700 Bewohnern des Hochhauses im Maschmühlenweg in Göttingen. Diese sollen noch in dieser Woche beginnen und am Sonntag, 7. Juni, abgeschlossen sein. Dafür werden zwei Zelte aufgebaut, in denen die Abstriche erfolgen sollen. 

Die Bewohner erhalten ihre persönliche Aufforderung zum Test in verständlicher Sprache. Außerdem soll das Verfahren so gesteuert werden, dass möglichst geringe Wartezeiten entstehen. Bei den Tests werden die Kassenärztliche Vereinigung, die Uni-Medizin, das Ordnungsamt der Stadt, ein Ordnungsdienst und die Polizei eng zusammenarbeiten. Notfalls sollen auch Polizeibeamte von außerhalb helfen.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Verschärfung der Corona-Regeln nicht ausgeschlossen

Unterdessen geht die Stadtverwaltung von Göttingen davon aus, dass möglicherweise am Montag viele Schulen wieder öffnen können. Das hängt allerdings von den Testergebnissen ab. Sollte es positive Ergebnisse geben, so sind Quarantäne-Anordnungen für einzelne Klassen samt ihrer Lehrkräfte im Gespräch.

Unterdessen machte Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) deutlich, dass möglicherweise weitere Verschärfungen zur Eindämmung des Corona-Virus erfolgen müssen, wenn dies notwendig wird. „Ja, ein Lock-Down ist nicht ausgeschlossen“, so Köhler. Gleichzeitig machte er deutlich: „Was wir brauchen, ist das korrekte Verhalten. Wir erleben hier, dass sich eine Gruppe von Menschen nicht an die Regeln gehalten hat“, kommentierte Köhler die aktuelle Entwicklung.

Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt, gleichzeitig Leiterin des Krisenstabes, ergänzte, dass man fast vier Wochen kaum Neuinfektionen in Göttingen gehabt habe. Köhler: „Dieser grüne Bereich ist aber längst verlassen.“

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Schulleiter über Schulschließung verärgert

Update vom Mittwoch, 03.06.2020, 17.06 Uhr: Als Folge des Corona-Ausbruchs in Göttingen nach privaten Familienfeiern, wurden vorsichtshalber die Schulen in der Unistadt bis zum Wochenende geschlossen. Darüber sind Eltern und auch Schulleiter verärgert. 

„Es ist erschreckend, dass es Menschen gibt, die meinen, für sie gelten die Regeln nicht oder für sie wären die Regeln unter bestimmten Umständen außer Kraft gesetzt“, sagte am Mittwoch der Leiter der Neuen Integrierten Gesamtschule Göttingen, Lars Humrich. Für die Kinder und Jugendlichen bedeute die neuerliche Schließung aller Schulen in Göttingen eine weitere Verunsicherung.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Infektionszahlen steigen an

Die Zahl der Corona-Infizierten steigen nach dem Corona-Ausbruch in Göttingen weiter an*: 141 Personen (Stand: 03.06.2020) sind aktuelle in Stadt und Landkreis Göttingen am Corona-Virus erkrankt - das sind 9 mehr als am Vortag.

Die Gesamtzahl bestätigter Infektionen beträgt damit 934 (plus 21); davon sind 245 (plus 16) in der Stadt Göttingen gemeldet, 689 (plus 5) im weiteren Kreisgebiet. Das berichtet das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Göttingen. Im Zusammenhang mit Corona sind in Stadt und Landkreis Göttingen 76 menschen gestorben, 717 gelten als genesen.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Kamerateam wird attackiert

Update vom Mittwoch, 03.06.2020, 14 Uhr: Teile der TV-Berichterstattung über den Corona-Ausbruch in Göttingen müssen in Begleitung der Polizei stattfinden. Nach Erkenntnissen unserer Zeitung wurde am Mittwochmorgen (03.06.2020) ein Team des Nachrichtensenders „Welt“ von Bewohnern des Göttinger Iduna-Zentrum beworfen, bedroht und beleidigt. Das Hochhaus steht im Zentrum des Corona-Ausbruchs in Göttingen.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Kamerateam kann nur unter Polizeischutz drehen

Wie Reporter Daniel Koop und Kameramann Festim Beqiri berichteten, haben sie nach den Vorfällen Strafanzeige gestellt und konnten anschließend unter dem wachsamen Auge der Polizei ihre Arbeit wieder nachgehen.

Gegen 9 Uhr kam das Fernsehteam am Iduna-Zentrum im Maschmühlenweg Göttingen an, baute sein Equipment auf und bereitete sich für eine Live-Schalte zum Corona-Ausbruch in Göttingen um 10 Uhr vor. Plötzlich seien sie von Balkonen des Iduna-Zentrums beschimpft und bedroht worden. Es seien Sätze gefallen wie „Wenn ihr nicht verschwindet, gibt es richtig auf die Mappe“, zudem sei gedroht worden das Equipment zu zerstören. Schließlich seien auch zwei Personen, die offenbar nicht unter Quarantäne stehen, auf die beiden TV-Leute zugekommen, um ihnen klar zu machen, dass die Androhungen „kein Spaß“ seien.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Bewohner attackieren Kamerateam

Es flogen Kartoffeln, Tomaten und Eier von den Balkonen, Kameramann Beqiri wurde laut eigener Aussage auch von einer Kartoffel getroffen. Das Fernseh-Duo verzog sich ins Auto, das ebenfalls zur Zielscheibe wurde. Von dort aus verständigten sie die Polizei Göttingen, die mit mehreren Einsatzkräften und -wagen anrückte.

Wie aus Polizeikreisen zu erfahren war, handelt es sich bei dem Einsatz nicht um einen klassischen Polizeischutz. Die Beamten sollen über die Beobachtung vor allem darauf achten, dass die Situation nicht eskaliert.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Am Iduna-Zentrum soll eine Corona-Teststation eingerichtet werden

Außerdem hat die Stadt per Kennzeichnung das Entfernen von dort abgestellten, abgemeldeten Autos mit einer Frist angeordnet. Bis zum 5. Juni sollen die Fahrzeuge verschwinden. 

Vermutlich hängt dieses Vorgehen auch mit dem Aufbau einer mobilen Corona-Teststation zusammen. Denn: Alle Bewohner – etwa 700 – sollen sich dem Test unterziehen, auch um das tatsächliche Ausmaß der Infektionskette nachvollziehen zu können. Davon abhängen könnten auch weitere Einschränkungsmaßnahmen für die ganze Stadt, wie Sozialdezernentin Petra Broistedt (SPD) gegenüber unserer Zeitung sagte.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Schulen bis zum Wochenende geschlossen

Update vom Dienstag, 02.06.2020, 22.14 Uhr: Alle Schulen im Göttinger Stadtgebiet bleiben ab sofort bis einschließlich Freitag, 5. Juni, präventiv geschlossen. Die Maßnahme verschafft Zeit, um Tests auszuwerten, mögliche Corona-Infektionsketten nachzuverfolgen, Quarantäneanordnungen auszusprechen und ein weiteres Infektionsgeschehen möglichst frühzeitig einzudämmen

Im Landkreis Göttingen werden mehrere Schulen ebenfalls bis einschließlich Freitag, 05.06.2020, geschlossen:

  • Heinrich-Gruppe-Schule 
  • Rosdorf Grundschule im Drammetal 
  • Schule am Hohen Hagen / Oberschule Dransfeld 
  • IGS Bovenden 
  • KGS Gieboldehausen 
  • alle Berufsbildenden Schulen in der Stadt Göttingen (BBS I – III) 
  • Regenbogenschule Waake 
  • Grundschule Lenglern-Harste 
  • Grundschule Bovenden Grundschule Eddigehausen 
  • Grundschule Reyershausen

Corona in Göttingen: Mach Massenausbruch - Auch Kitas geschlossen

Folgende Kitas in Göttingen werden ebenfalls bis einschließlich Freitag, 5. Juni, geschlossen:

  • Ev.-luth. Kita St. Jacobi 
  • Kindertagesstätte St. Paulus
  •  Ev.-luth. Jona-Kita
  • Petri-Haus, St. Petri Gemeinde Kinderbetreuung im IdunaZentrum

Das Bürgertelefon ist wieder geschaltet: Für Fragen rund um das Corona-Geschehen im Landkreis haben die Stadt Göttingen und der Landkreis ein Bürgertelefon eingerichtet. Es ist unter Tel. 0551/7075-100 montagd bis freitags jeweils von 8 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr erreichbar.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Schulen bis zum Wochenende geschlossen

Update vom Dienstag, 02.06.2020, 21.15 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch schließt die Stadt Göttingen bis zum Wochenende alle Schulen in ihrer Trägerschaft. So soll die weitere Ausbreitung des Virus in der Uni-Stadt verhindert werden.

Das teilte die Stadt am Dienstag (02.06.2020) in Abendstunden bei einer Pressekonferenz mit. Auch der Landkreis Göttingen will einige seiner Schulen schließen.

Der Ausbruch war durch Abstands- und Hygieneverstöße bei privaten Familienfeiern von mehreren Großfamilien, die aus dem früheren Jugoslawien stammen, zum Fastenbrechen am vorletzten Mai-Wochenende aufgetreten. 

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Inzwischen 80 Neu-Infektionen

Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt spricht von „uneinsichtigem und unverantwortlichem Verhalten“. So trafen sich in einer kleinen Wohnung offenbar bis zu 30 Personen bei einer Feier. Inzwischen gibt es durch die aktuelle Entwicklung 80 bestätigte Infektionen. Diese Zahl kann noch steigen, da noch nicht alle Testergebnisse vorliegen.

Insgesamt 370 Personen stehen inzwischen unter Quarantäne, davon 170 in Stadt und Landkreis Göttingen – 140 weitere von außerhalb, viele davon aus Niedersachsen (unter anderem aus dem Bereich Osnabrück) und aus Nordrhein-Westfalen. 

Laut Stadt dauerte es insgesamt vier Tage bis in der Region Göttingen alle Corona-Tests abgeschlossen waren. Eine Verantwortliche spricht deshalb von „unkooperativem Verhalten“.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Quarantäne-Einhaltung wird überprüft

Unterdessen wurde angekündigt, dass die Einhaltung der Quarantäne überprüft wird. Alle Gesundheitsämter seien über die Anordnungen zur Quarantäne informiert worden. 

Bei der Verbreitung des Virus spielt offenbar auch eine Shisha-Bar eine Rolle. Dort nutzten nach Erkenntnissen der Stadt mehrere Personen ein gemeinsames Mundstück beim Rauchen einer Wasserpfeife.

Zahlreiche Betroffene wohnen in einem Hochhauskomplex am Maschmühlenweg. Die Stadt will deshalb alle etwa 700 Bewohner des Hauses auf Corona testen. Dazu soll ein Test-Mobil eingesetzt werden. Außerdem soll ein Hygiene-Konzept für das Hochhaus erstellt werden.

 Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Zahl der Infizierten könnte steigen

Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler machte gleichzeitig deutlich: „Nicht alle, die dort leben, stehen unter Corona-Verdacht.“

Zur vorübergehenden Schließung der Schulen und von vier Kitas (Petri-Haus, Jona-Kindertagesstätte, Kita St. Paulus und Kita St. Jacobi) entschloss sich die Stadt Göttingen, weil 57 Kinder unter den Betroffenen sind, 23 von ihnen wurden inzwischen positiv auf das Corona-Virus getestet. Auch diese Zahl kann noch steigen. Köhler: „Wir versuchen aktiv, diesen Ausbruch zu stoppen.“ bsc/tko

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Mittlerweile 57 Kinder infiziert

Update vom Dienstag,02.06.2020, 14.35 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in Göttingenmit knapp 70 Infizierten hat der Krisenstab der Landesregierung möglichen Quarantäne-Brechern mit einer Einweisung gedroht. Wer sich nicht an eine Quarantäne-Auflage halte, begehe eine Straftat und könne vom Gericht in eine geschlossene Einrichtung überstellt werden, sagte die stellvertretende Leiterin des Krisenstabs, Claudia Schröder, am Dienstag in Hannover.

Weil Dutzende mögliche Betroffene in Göttingen über das Pfingstwochenende zunächst nicht freiwillig zu einem Test erschienen seien, sei das Gesundheitsamt mit Unterstützung der Polizei bei den Menschen vorstellig geworden. "Das läuft jetzt auch", meinte Schröder zum Erfolg des "robusten Zugehens" auf die Betroffenen.

Nach mehreren privaten Familienfeiern waren in Göttingen 68 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Über das Pfingstwochenende seien 166 Menschen getestet worden, sagte Schröder. Es seien mehr als 300 Kontaktpersonen über den Großraum Göttingen hinaus auch in Thüringen und Nordrhein-Westfalen ermittelt worden.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Lehrbetrieb an Schulen kann deutlich eingeschränkt werden

Update vom Dienstag, 02.06.2020, 13.53 Uhr:  Claudia Schröder vom Krisenstab der niedersächsischen Landesregierung berichtet in einer Pressekonferenz über die aktuelle Corona-Situation in Niedersachsen* - der Corona-Ausbruch in Göttingen ist dabei ein Schwerpunktthema. Bisher wurden 68 Personen bestätigt mit dem Coronavirus infiziert - da darunter zahlreiche Kinder sind, betrifft es auch 13 Schulen in Stadt und Landkreis Göttingen. Bezüglich der vom Corona-Ausbruch betroffenen 13 Schulen im Raum Göttingen, sagt Schröder, dass die Vorsichtsmaßnahmen oder eine eventuelle Quarantäne auch für das Lehrpersonal gelten. In einer betroffenen Schule könne der Lehrbetrieb bei weiteren Fällen wieder deutlich eingeschränkt werden.

Aktuell sind in Niedersachsen 12.069 Personen mit dem Coronavirus infiziert (Stand 02.06.2020). Das sind 48 Personen mehr als am Vortag. Verstorben sind bisher 599 Personen im Zusammenhang mit Corona.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - War eine illegal geöffnete Shisha-Bar der Infektionsherd?

Update vom Dienstag, 02.06.2020, 11.47 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch in Göttingen mit bisher 68 bestätigten Infizierten ist laut einem NDR-bericht immer noch nicht klar, wo genau sich die Menschen infiziert haben. Fest steht laut dem Krisenstab der Stadt Göttingen nur, das sich mehrere junge Männer nach privaten Familienfeiern in einer illegal geöffneten Shisha-Bar getroffen haben - und dort auch gemeinsam eine Pfeife geraucht haben sollen. Die Stadt Göttingen hatte daraufhin alle sechs Shisha-Bars kontrolliert und eine identifiziert, die entgegen der aktuellen Corona-Regeln in Niedersachsen, geöffnet war. Die Bar wurde vom Ordnungsamt der Stadt Göttingen  geschlossen.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Testverweigerer? Mangelnde Kooperation bei den Betroffenen

Insgesamt sollen über 300 Kontaktpersonen getestet werden, allerdings erschwert die mangelnde Kooperation der Betroffenen die Aufklärungsarbeit der Stadt Göttingen. Von 90 Personen, die bereits am Sonntag getestet werden sollten seien nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen nur 15 zur Untersuchung erschienen. Wie der NDR berichtet, sei nach telefonischer Aufforderung die Resonanz am Pfingstmontag (01.06.2020) besser gewesen - dennoch seien immer noch nicht alle Kontaktpersonen zum Corona-Test erschienen. Diese sollen nun noch einmal schriftlich aufgefordert werden, bei Nichterscheinen droht dann ein Bußgeld.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - 13 Schulen sind betroffen 

Update vom Montag, 01.06.2020, 22.28 Uhr: Im Zusammenhang mit privaten Feiern mehrerer Großfamilien in Göttingen (Niedersachsen) sind mittlerweile 68 Personen positiv auf Covid-19 getestet worden – 59 davon in der Stadt selbst. Das gab die Stadt Göttingen am späten Montagabend (01.06.2020) bekannt. Wie es weiter hieß, mache das „weitere Maßnahmen erforderlich“, die insbesondere 13 Schulen in Stadt und Landkreis Göttingen betrifft.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - 203 Kontaktpersonen identifiziert

Als Kontaktpersonen ersten Grades in Stadt und Landkreis Göttingen seien 203 Menschen identifiziert worden. Weitere Corona-Kontaktpersonen fallen laut Stadt unter anderem in die Zuständigkeit der Gesundheitsämter Salzgitter, Osnabrück, Eichsfeld Kreis und Märkischer Kreis.

Am Pfingstwochende wurden insgesamt 131 Personen in diesem Zusammenhang getestet. Menschen die – wie es in der Mitteilung der Stadt heißt – „das Testzentrum nicht selbständig aufsuchen konnten, wurden in Kooperation der Berufsfeuerwehr Göttingen mit der KVN zu Hause aufgesucht um den Test abzunehmen“. Noch nicht alle Tests des heutigen Montags seien ausgewertet. Zudem seien noch immer nicht alle Personen der Testaufforderung nachgekommen. Sie werden schriftlich unter Androhung eines Bußgelds erneut aufgefordert. Notfalls werde „die Maßnahme mit polizeilicher Unterstützung durchgesetzt“, hieß es vonseiten der Stadt.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Vorsichtsmaßnahmen an Schulen

Besondere Vorsichtsmaßnahmen inklusive des Tragens von Mund-Nasen-Schutz und eventueller Quarantäne-Verfügungen für Mitschüler und Lehrer von positiv auf Corona getesteten Jugendlichen gelten für folgende 13 Schulen:

  • NEUE IGS Göttingen
  • Regenbogenschule, Göttingen
  • Kooperative Gesamtschule Gieboldehausen
  • Grundschule im Drammetal, Rosdorf-Dramfeld
  • Berufsbildende Schulen Ritterplan, Göttingen
  • Egelsbergschule Göttingen,
  • Brüder-Grimm-Schule, Göttingen
  • Integrierte Gesamtschule, Bovenden
  • Schule am Hohen Hagen, Dransfeld
  • Wilhelm-Busch-Schule, Göttingen
  • Heinrich - Heine - Schule Göttingen
  • Heinrich-Grupe-Schule, Rosdorf
  • Geschwister-Scholl-Gesamtschule, Göttingen

Corona in Göttingen: Festhalten an Lockerungen

Update vom Montag, 01.06.2020, 11 Uhr: Trotz des Corona-Massenausbruchs in Göttingen will die Landesregierung von Niedersachsen am Stufenplan zu den Corona-Lockerungen festhalten. Das teilte die stellvertretenden Regierungssprecherin Kathrin Riggert am Montag (01.06.2020) mit. "Das Geschehen ändert an unserem Stufenplan im Moment nichts", sagt sie.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Infektionen in illegal geöffneter Shisha-Bar?

Update vom Sonntag, 31.05.2020, 21.28 Uhr: Mittlerweile werden insgesamt etwa 310 Kontaktpersonen im Zusammenhang mit mehreren privaten Familienfeiern in der Region überprüft. Wie die Stadt Göttingen am Sonntagabend mitteilte, sind einige der Personen trotz Aufforderung des Gesundheitsamtes für Stadt und Landkreis nicht zur Testung auf Covid-19 erschienen.

Diesen Personen werde bereits am Montag eine „schriftliche Anordnung zur Vorstellung im Testzentrum zugestellt, die bußgeldbewährt ist“. Es handelt sich demnach um „Kontaktpersonenen ersten Grades“, die bereits Termine für Tests erhalten hatten. Im Zusammenhang mit diesem Ausbruchsgeschehen wurden bislang 36 Personen positiv auf das Virus getestet. Die Testergebnisse des heutigen Sonntags werden am Montag erwartet.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Über 140 Kontaktpersonen wohnen nicht in Göttingen

Von den 310 Kontaktpersonen sind 170 in Stadt und Landkreis Göttingen ansässig. Für die anderen 140 seien andere Gesundheimtsämter zuständig, so die Behörde in Göttingen. Sie kümmert sich aktuell insbesondere um die „vollständige Kontaktnachverfolgung“. Dafür seien über die Pfingsttage 30 Mitarbeitende des Gesundheitsamts im Einsatz.

„Ich bedanke mich schon jetzt bei allen Kontaktnachverfolgungsteams, die in den letzten Tagen großartige Arbeit geleistet haben“, betont Petra Broistedt, Sozialdezernentin  Göttingen. Es sei immens wichtig, dass die kontaktierten Personen mit dem Gesundheitsamt kooperierten, die anberaumten Termine im Testzentrum zur Abstrichnahme wahrnehmen und sich streng an die Quarantäne-Anordnung halten. 

„Nur so können wir ein genaues Bild der Situation erlangen und wirkungsvoll eine weitere Ausbreitung des Coronavirus vermeiden. Ich bedauere sehr, dass das Fehlverhalten Einzelner Auswirkungen auf Bürgerinnen und Bürger hat, die sich vorbildlich an alle Empfehlungen und Weisungen gehalten haben“, so Broistedt.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Infektionen erfolgten vermutlich in einer Shisha-Bar

Wie die Stadt weiter mitteilte, lägen Hinweise vor, dass die Corona-Infektionen möglicherweise in einer Shisha Bar in Göttingen erfolgt sein könnten. Deshalb seien alle Shisha-Bars kontrolliert worden. Entgegen der Landesregelung sei eine geöffnet gewesen, die vom Ordnungsamt geschlossen wurde. Ein Bußgeldverfahren werde geprüft.

Um das Risiko zu minimieren, sind heute alle Shisha Bars kontrolliert worden. Eine von sechs Bars war – entgegen der Landesregelung – geöffnet und wurde durch Mitarbeitende des Fachbereichs Ordnung geschlossen. Ein Bußgeldverfahren wird geprüft.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Behörden suchen unter Hochdruck nach Kontaktpersonen

Update vom Sonntag, 31.05.2020, 15.38 Uhr: Nach einem Corona-Ausbruch im Zusammenhang mit mehreren Feiern in Göttingen arbeiten die Behörden mit Hochdruck daran, weitere Kontaktpersonen ausfindig zu machen, berichtet die dpa. 

Die Infektionen erfolgten bei oder nach mehreren größeren privaten Feiern. Nach Angaben der Göttinger Sozialdezernentin Petra Broistedt hatten sich Familienverbände mit überregionalem Bezug aus weiten Teilen Niedersachsens und NRW offensichtlich am vergangenen Wochenende in Göttingen getroffen. Dabei sei das Distanzgebot nicht eingehalten worden, sodass es bereits am Dienstag zu ersten Infektionen gekommen sei, sagte Broistedt dem NDR. 

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - 75 Kontaktpersonen waren nicht zum test erschienen

Die Gesundheitsbehörden in Stadt und Landkreis Göttingen müssen ihren Angaben zufolge nun etwa 140 bis 200 Kontaktpersonen ersten Grades ausfindig machen. Wie die dpa berichtet hätten Mitarbeiter des Gesundheitsamtes von Stadt und Landkreis Göttingen am Sonntagvormittag noch einmal knapp 75 Personen kontaktiert, die am Vortag trotz einer Aufforderung nicht zu einem Corona-Test erschienen waren. 

Mit Stand Samstagabend befanden sich 160 Menschen in Göttingen in Corona-Quarantäne, darunter 57 Kinder und Jugendliche. Bislang sind 35 Personen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Eine Person sei schwer erkrankt und befinde sich in stationärer Behandlung. NDR-Informationen zufolge muss die Person künstlich beatmet werden. Alle andere seien bislang symptomfrei.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Zahl der Neuinfektionen steigt

Am Sonntag waren in Stadt und Landkreis Göttingen 105 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, fünf mehr als am Vortag. Angesichts der Neuinfektionen beobachte die Stadt das Verhältnis der Neuinfizierten zur Gesamtbevölkerung. Steigt es bezogen auf eine Woche auf mehr als 50 Personen pro 100.000 Einwohner, werde die Stadt weitere Schritte prüfen, kündigte Broistedt an. 

Der Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin (Die Grüne) aus Göttingen sagte, der Fall zeige, wie notwendig es sei, dass sich alle an die Corona-Regeln hielten. Alle müssten ihrer Eigenverantwortung gerecht werden, damit die Lockerungen funktionieren und es zu keiner zweiten Welle komme.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Lockerungen auf dem Prüfstand

Update vom Sonntag, 31.05.2020, 09.20 Uhr: Führen private Feierlichkeiten möglicherweise dazu, dass die Stadt Göttingen (Niedersachsen) zum neuen Corona-Hotspot wird und Lockerungen örtlich beschränkt zurücknimmt? Einen solchen Schritt schließt die Stadt nach einer Mitteilung vom späten Samstagabend zumindest nicht mehr aus. Insgesamt seien im Zusammenhang mit den privaten Feierlichkeiten mehrerer Großfamilien am vergangenen Wochenende bislang 35 Menschen positiv auf Covid-19 getestet worden.

Wie es weiter hieß, sind mittlerweile 160 Quarantäne-Anordnungen vom Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Göttingen zugestellt worden - 57 davon an Kinder und Jugendliche. 15 Personen wurden am Samstag getestet, mehr als 100 weitere seien über Pfingsten zur Testung angemeldet. Von den 35 erkrankten Personen soll nur eine schwere Symptome haben und sich in stationärer Behandlung befinden.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Kein Anlass zur Verschärfung der Regeln

Aktuell sieht die Stadt noch keinen Anlass für eine Verschärfung der allgemeinen Abstands- und Quarantäneregeln. Allerdings müsse die Gesamtzahl der Neuinfizierten im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung Göttingens beobachtet werden. "Steigt das Verhältnis bezogen auf eine Woche auf über 50 Personen pro 100.000 Einwohnenden, wird die Stadt weitere Schritte prüfen", stellte die Stadt klar. Der Krisenstab unter Leitung von Sozialdezernentin Petra Broistedt tage regelmäßig, "damit notwendige Maßnahmen schnellstmöglich umgesetzt werden können".

Broistedt mahnte weiterhin ein hohes Maß an Disziplin, Verantwortungsbewusstsein und Rücksichtnahme bei den Menschen an. "Das aktuelle Infektionsgeschehen in Göttingen und Umgebung zeigt, wie fragil die zuvor sehr entspannte Lage in Göttingen war und wie wichtig es ist, weiterhin vorsichtig und rücksichtsvoll zu handeln. Für die große Unterstützung in der Göttinger Bevölkerung möchte ich mich herzlich bedanken und bitte eindringlich darum, weiter durchzuhalten“, erklärte die Sozialdezernentin.

Corona in Göttingen: Nach Massenausbruch - Ansteckung auf privaten Feiern?

Update vom Samstag, 30.05.2020, 15.48 Uhr: Vor allem neue Fälle aus Göttingen lassen die Zahlen steigen: 100 Personen (Stand: Samstag, 30.05.2020), 17 mehr als am Vortag, sind aktuell in Stadt und Landkreis Göttingen am Corona-Virus erkrankt. Mit den jetzt bekanntgewordenen Corona-Verdachtsfällen, könnte die Zahl Anfang der Woche weiter steigen. Die über 100 Menschen, die sich vermutlich bei privaten Feiern infiziert haben, werden über das lange Pfingstwochenende getestet.

Aktuell sind (Stand: Samstag, 30.05.2020) in Stadt und Landkreis Göttingen insgesamt 878 Corona-Infizierte (plus 21) gemeldet; davon 200 (plus 16) in der Stadt Göttingen und, 678 (plus fünf) im weiteren Kreisgebiet. Das berichtet das Gesundheitsamt für Stadt und Landkreis Göttingen.

Es gibt auch eine traurige Nachricht: Eine weitere Person ist an Covid-19 verstorben. Damit 75 Personen an den Folgen der Krankheit gestorben. Insgesamt seien laut Gesundheitsamt mittlerweile 703 Covid-19-Erkrankte wieder genesen.

Corona in Göttingen: Massenausbruch - Unter den Betroffenen sind auch 57 Kinder

Update vom Samstag, 30.05.202, um 11.45 Uhr:  Im Zusammenhang mit mehreren größeren privaten Feierlichkeiten ist es zu einem "Ausbruchsgeschehen COVID-19" gekommen, teilte die Stadt Göttingen am späten Freitagabend mit. Bei den Betroffenen handelt es sich überwiegend über Mitglieder mehrerer Großfamilien aus Göttingen und Umgebung. 

Die Anzahl der zu kontaktierenden Personen bewegt sich im dreistelligen Bereich. Unter den Kontaktpersonen sind auch 57 Kinder und Jugendliche. Die entsprechenden Schulen sind über das Corona-Ausbruchsgeschehen bereits informiert.

Laut Göttingens Sozialdezernentin Petra Broistedt werden an diesem Wochenende alle Kapazitäten und jegliches verfügbares Personal genutzt, um sich einen Überblick über die Infektionslage zu verschaffen. Es wird im Corona-Testzentrum und der UMG umfangreich getestet. 

Die Behörden haben bereits mehr als 100 Quarantäneaufforderungen verhängt. Nun hoffe man auf die Kooperation der Menschen.

Corona in Göttingen: Massenausbruch - Sozialdezernentin bewertet die Lage als "ernst"

Die Sozialdezernentin von Göttingen bewertet die Lage vor dem Hintergrund von einer möglichen Kontaktpersonenzahl von mehreren hundert Menschen als durchaus ernst: Es ginge darum, eine große Zahl von Corona-Infektionen über Tests und das Nachvollziehen von Kontakkten zu verhindern. 

"Alle arbeiten unter Hochdruck. Die Kooperation mit der UMG ist hervorragend. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes werden wie schon zu Ostern komplett durcharbeiten", sagte Broistedt am Samstag.

Die Stadt Göttingen will am Samstagnachmittag über die Lage berichten, sagte Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler auf Anfrage. Er appellierte, sich weiter an die Hygiene- und Abstandsregeln zu halten. 

Corona-Infektionen, die über Massentreffen weitergetragen und durch die Ignoranz von Vorschriften verursacht würden, seien unverantwortlich und vermeidbar.

Corona in Göttingen: Massenausbruch - Auch Kinder und Jugendliche könnten infiziert sein

Update am Freitag, 29.05.2020, um 23.25 Uhr: - Im Zusammenhang mit mehreren größeren privaten Feierlichkeiten ist es zu einem "Ausbruchsgeschehen COVID-19" gekommen, teilte die Stadt am späten Freitagabend mit. Bei den Betroffenen handelt es sich überwiegend über Mitglieder mehrerer Großfamilien aus Göttingen und Umgebung. Die Anzahl der zu kontaktierenden Personen bewegt sich im dreistelligen Bereich. Unter den Kontaktpersonen sind auch 57 Kinder und Jugendliche. Die entsprechenden Schulen sind bereits informiert.

Corona-Tests finden auch über Pfingsten statt. Das Gesundheitsamt für die Stadt und den Landkreis verfolgt unter Hochdruck die Infektionsketten - auch am langen Wochenende. Quaratäneverfügungen werden umgehend erstellt.

Corona in Göttingen: Massenausbruch - Einsatz am Freitag in den Nachmittagsstunden

Originalmeldung vom Freitag, 29.05.2020, 19.03 Uhr: Bereits am Freitagnachmittag war ein größerer Einsatz am Göttinger Iduna-Zentrum am Maschmühlenweg in Göttingen zu beobachten, als das Ordnungsamt in Zusammenarbeit mit der Polizei eine wegen Corona unter Quarantäne-Auflagen stehende Person zu einem Gespräch mit einem Richter abholte.

Ein Krankenwagen, ein Auto des Ordnungsamtes und mehrere Polizeiwagen tauchten plötzlich im Maschmühlenweg in Göttingen auf. Etwa ein Dutzend Einsatzkräfte mit Masken, Schutzanzügen und Schutzschildern ausgestattet, machten sich auf den Weg, um die Zielperson in Empfang zu nehmen.

Das Ordnungsamt holte in Zusammenarbeit mit der Polizei eine unter Quarantäne-Auflagen stehende Person zu einem Gespräch mit einem Richter ab. Ein Krankenwagen, ein Auto des Ordnungsamtes und mehrere Polizeiwagen tauchten plötzlich im Maschmühlenweg auf.

Corona in Göttingen: Massenausbruch - Ein Dutzend Einsatzkräfte vor Ort

Etwa ein Dutzend Einsatzkräfte mit Masken, Schutzanzügen und Schutzschildern ausgestattet, machten sich auf den Weg, um die Zielperson in Empfang zu nehmen.

Der Betreffende habe mehrfach gegen die Corona-Quarantäne-Auflagen, die wegen der Corona-Krise in Deutschland derzeit gelten, verstoßen und sich in der Innenstadt in Göttingen aufgehalten, erklärte Oliver Friedrichs, Dienstabteilungsleiter der Polizeiwache an der Groner Landstraße, den Einsatz.

Corona in Göttingen: Massenausbruch - Mann soll "eingenordet" werden

Aufgrund der wiederholten Verstöße ordnete das Gesundheitsamt Göttingen weitere Maßnahmen an. In einem Gespräch mit einem Richter sollte die Person nun „eingenordet“ werden, wie Friedrichs sagte. 

Zuständig für die Abholung des Betreffenden war das Ordnungsamt, das von mehreren Polizisten unterstützt wurde. Die gesamte Aktion zog sich etwas in die Länge, da alle Einsatzkräfte zunächst ihre Schutzausrüstung zum Schutz vor einer Corona-Infektion anlegen mussten. Dann habe man gewartet, bis die Person aus dem Haus kam, so Friedrichs.

Der Krankenwagen musste deshalb für den Transport eingesetzt werden, weil die Menschen unter Quarantäne-Auflagen offiziell als Kranke gelten.

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Rubriklistenbild: © Swen Pförtner/dpa

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