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Weniger Grippe-Erkrankte wegen Corona – doch Experten warnen vor womöglich verheerenden Folgen

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Von: Judith Braun

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Grippe
Wegen Corona gibt es weniger Grippe-Infektionen (Symbolbild). © Christina Sabrowsky/dpa

Während das Coronavirus grasierte, fielen die Grippewellen aus. Was nach einer positiven Folge der Pandemie klingt, könnte fatale Folgen haben.

München - Aufgrund der Corona-Beschränkungen haben sich die Grippeerkrankungen in den letzten beiden Jahren deutlich reduziert. Sowohl im Jahr 2020 als auch 2021 gab es keine Grippewellen mehr, sie fielen aus. Was zunächst nach einer positiven Folge der Pandemie klingt, könnte laut Experten jedoch fatale Konsequenzen haben.

Denn laut einer Forschungsgruppe in China kam es durch die viel geringeren Zahl an Grippeansteckungen zum Aussterben ganzer Abstammungslinien und Virusvarianten. Unter den verschwundenen Viruslinien soll möglicherweise auch ein Variante sein, die in der aktuellen Impfung gegen Grippe vorhanden ist. Durch das Verschwinden könnten die nächsten Grippewellen jedoch schwerer verlaufen. Warum vor allem kleine Kinder wegen Corona in diesem Herbst besonders zu kämpfen haben, weiß 24vita.de*.

Weniger Grippe-Erkrankte wegen Corona - doch Experten warnen vor verheerenden Folgen

Wie focus.de berichtet, analysierte die Forschungsgruppe um Vijaykrishna Dhanasekaran der University of Hongkong Daten des Weltweiten Grippeüberwachungs- und Bekämpfungssystems GISRS der Weltgesundheitsorganisation WHO. Dort werden globale und Überwachungs- und Sequenzdaten gesammelt. Die Forscher teilten in einer Vorabveröffentlichung mit, dass die Yamagata-Linie von Influenza B seit April 2020 womöglich ausgestorben ist. Gegen sie wird auch in der Saison 2021/2022 geimpft.

Dass sich Ansteckungsketten totlaufen und regionale Virusausbrüche nicht mehr in anderen Regionen verbreitet werden, liegt an den Reisebeschränkungen im Kampf gegen Corona. Deshalb verschwanden wohl auch drei der acht wichtigsten Grippevarianten vom Virus Subtyp H3N2 in der Pandemie. Normalerweise werden saisonale Grippewellen hierzulande aus anderen Gegenden der Welt im Winter eingeschleppt. Im Sommer stirbt diese Variante in der Regel aus, in Südostasien wird sie hingegen dauerhaft verbreitet.

Corona: Reisebeschränkungen verhindern Grippewellen - mit verheerenden Folgen

Von der Yamagata-Linie von Influenza B standen der Forschergruppe keinerlei Sequenzdaten mehr zur Verfügung. Für die Wissenschaftler ist dies ein Rätsel. Doch in einem sind sich viele Fachleute einig: Das Verschwinden der saisonalen Grippe während der Pandemie könnte in der Zukunft zu wesentlich schwerer verlaufenden Grippewellen führen. Denn der Immunschutz durch vorherige Infektionen sinkt mit der Zeit.

Zudem kommt es zu einer ungleichen regionalen Verteilung der Viruslinien. So könnte es sein, dass die nächste große Grippewelle in manchen Teilen der Welt von seltenen Viruslinien ausgeht. Diese wären dann nicht im Impfstoff enthalten und die Menschen sind kaum durch frühere Infektionen geschützt. (jbr) *Merkur.de und 24vita.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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