„Welle der Ungeimpften“

Hamburg führt „2G-Option“ ein: Kein Zutritt für Ungeimpfte – dafür weniger Corona-Auflagen

  • Patrick Huljina
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Ab Samstag haben Hamburger Veranstalter und Gastronomen die Möglichkeit, nur noch Geimpften und Genesenen Einlass zu gewähren. Die 2G-Option ist freiwillig.

Hamburg - Gastronomie, Clubs, Kneipen und Kultureinrichtungen in Hamburg können ihre Kapazitäten von Samstag (28. August) an nahezu wieder vollständig nutzen, sofern gegen das Coronavirus* Ungeimpfte keinen Zutritt haben. Das verkündete der Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Dienstag (24. August) bei einer Pressekonferenz. Zuvor hatte der Senat das sogenannte „2G-Optionsmodell“ beschlossen.

Corona in Deutschland: Hamburg führt ab Samstag „2G-Option“ ein

Veranstalter können demnach ab Samstag entscheiden, ob sie künftig nur noch Geimpfte* und Genesene einlassen wollen. Im Gegenzug werden sie von nicht mehr erforderlichen Corona*-Schutzauflagen befreit. Dadurch können sie etwa die Besucherkapazität erhöhen oder eine freie Platzwahl ohne obligatorische Abstandsgebote anbieten. Für Kinder und Jugendliche gelten Ausnahmeregelungen.

Eine Pflicht zur Nutzung der neuen 2G-Option gibt es nicht. Anbieter können nach Angaben des Senats selbst entscheiden, ob sie diese künftig anwenden oder weiterhin nach den bisherigen Regeln für alle geöffnet bleiben. Dann greifen allerdings unter anderem schärfere Auflagen oder auch Testpflichten für Veranstaltungsgäste.

„2G-Option“ in Hamburg: Kein Zutritt für Ungeimpfte – dafür weniger Auflagen

Die 2G-Option richtet sich unter anderem an Theater, Kinos, Clubs, Messebetreiber, Restaurants, Hotels, Schwimmbäder und Fitnessstudios. Veranstalter von Sportveranstaltungen mit Besuchern, Volksfesten oder Bildungskursen sollen sie nach eigener Abwägung ebenfalls anwenden können. In Innenräumen bleibt das Tragen medizinischer Masken allerdings vorerst weiterhin vorgeschrieben.

Veranstalter und Gastronomiebetreibende, die die 2G-Option nutzen wollen, müssen dies online anmelden. Auch das Personal mit Kundenkontakt muss dann geimpft oder genesen sein. Am Zugang zu den Veranstaltungsorten muss außerdem deutlich darauf hingewiesen werden, dass Ungeimpfte keinen Zutritt erhalten.

Hamburg führt ab Samstag eine „2G-Option“ unter anderem für Gastronomen und Veranstalter ein. (Symbolbild)

Zudem müssen die Veranstalter und Gastonomen bei Nutzung der 2G-Option kontrollieren, ob die Gäste einen Impf- oder Genesenen-Nachweis samt Ausweis mit sich führen. Bei einem Verstoß gegen die Bestimmungen drohen Bußgelder im Rahmen von 1000 Euro bis zu 20.000 Euro. Der Senat kündigte bereits scharfe Kontrollen an.

„2G-Option“ in Hamburg: „Beschränkungen müssen verhältnismäßig sein“

Bürgermeister Tschentscher begründete die Entscheidung zur Einführung der 2G-Option damit, dass Geimpfte und Genesene keinen wesentlichen Anteil am Infektionsgeschehen* hätten. Er betonte: „Beschränkungen müssen verhältnismäßig sein und dürfen nur so lange erfolgen, wie sie zur Pandemiebekämpfung nötig sind.“ Hinzu kämen weitere Argumente, wie die größere Planungssicherheit für Betriebe.

Tschentscher erklärte zudem, die 2G-Option werde auch bei neuerlichen „Rückschritten“ in der Corona-Pandemie und einem weiteren Anstieg der Infektionszahlen nicht „in Frage gestellt“. Allerdings drohten dann Beschränkungen für Ungeimpfte, betonte der Hamburger Bürgermeister. Er bezeichnete die aktuelle Corona-Welle als „Welle der Ungeimpften“. Am Dienstag lag die Sieben-Tage-Inzidenz* in Hamburg bei 71,4 – und damit über dem bundesweiten Durchschnitt. Einen erneuten generellen Lockdown schloss Tschentscher aus. (ph/dpa/afp) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Markus Scholz

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