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RKI-Chef drängt auf neues Infektionsschutzgesetz: Lauterbach bereitet es schon vor, Montgomery will mehr

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Von: Julia Volkenand

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RKI-Chef Wieler drängt auf ein neues Infektionsschutzgesetz. Dabei dürfe man sich nicht allzu viel Zeit lassen, betont er.

München - Die Corona-Maßnahmen sind größtenteils gefallen, für viele Bundesbürger ist es der erste Sommer, der kaum von Einschränkungen beherrscht wird, seit die Pandemie begann. Doch noch ist die Gefahr nicht gebannt, betonen Virologen und Politiker immer wieder. Nicht nur das Coronavirus sei noch im Umlauf, auch die Gefahr von neuen Viren steige immer weiter, so RKI-Chef Lothar Wieler im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk.

Schuld seien Klimawandel, Überbevölkerung und das Vordringen der Menschen in die Lebensräume verschiedener Tier-Spezies. So können sich Viren, die zuvor sehr begrenzt oder gar unbekannt waren, rasch ausbreiten. Es sei also dringlich erforderlich, dass die Politik sich mit der Bedrohung auseinandersetze, forderte der RKI-Chef. Die Erarbeitung eines neuen Infektionsschutzgesetzes sei dazu dringend erforderlich.

Corona-Welle im Herbst: RKI-Chef Wieler will rasch neues Infektionsschutzgesetz

Lothar Wieler und Karl Lauterbach
Lothar Wieler (li.) und Karl Lauterbach bereiten eine eventuelle Coronawelle im Herbst vor. © dpa/Sina Schuldt

Wieler befürchtet eine erneute Corona-Welle im Herbst, eine Meinung, die er mit vielen Experten teile. „Ich würde fast sagen, alle WissenschaftlerInnen, die sich wirklich ernsthaft und fundiert, also mit Fachwissen, mit dieser Pandemie befassen, gehen davon aus, dass im Herbst die Zahlen wieder steigen werden“, betonte er. Auch Karl Lauterbach spricht bereits über eine neue Maskenpflicht, um einer Herbstwelle gegebenenfalls rasch Einhalt gebieten zu können. Besonders in Innenräumen möchte der Gesundheitsminister dann die Möglichkeit haben, die Bevölkerung durch das Tragen von Masken zu schützen. Derzeit werde dementsprechend an einem neuen Infektionsschutzgesetz gearbeitet, berichtete der SPD-Politiker bei Markus Lanz.

Coronafälle: Auch Lauterbach befürchtet Anstieg nach dem Sommer

Denn das aktuelle laufe am 23. September aus, danach müsse man neue Möglichkeiten schaffen. Auch die Gesundheitsminister der Länder drängten unlängst auf vorbereitende Maßnahmen für eine eventuelle Herbst-Welle. „Wir dürfen uns nicht von den aktuell rückläufigen Inzidenzen täuschen lassen“, betonte die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Petra Grimm-Benne aus Sachsen-Anhalt Mitte Mai nach einer Video-Schalte mit Lauterbach.

Die einzige offene Frage sei, welche Krankheit das Virus im Herbst auslösen werde, erläuterte Wieler. Dennoch könne er sich vorstellen, die Maßnahmen bis zum Herbst komplett aufzuheben, hieß es im BR. Man habe nun die Werkzeuge, um mit der Pandemie umzugehen, am Ende hänge aber alles davon ab, welche Virusvariante dann im Umlauf sei.

Anti-Corona-Plan inklusive Möglichkeit für Lockdowns: Sorgen mit Blick auf den Herbst

Auch Weltärzte-Chef Ulrich Montgomery blickt mit Sorge auf den Herbst. Er forderte sogar noch härtere Maßnahmen als Lauterbach. Einen Anti-Corona-Plan inklusive Möglichkeit für Lockdowns möchte Montgomery umgesetzt wissen. Der Neuen Osnabrücker Zeitung gegenüber erklärte er: „Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) muss das Infektionsschutzgesetz anpassen, damit Eindämmungsmaßnahmen eingeführt werden können, wenn die Lage ernst wird, und zwar bundesweit einheitlich.“ In vielen Teilen der Welt steigen die Corona-Infektionszahlen bereits an, das sei auch in Deutschland unvermeidbar, wenn die Temperaturen wieder sinken, befürchtet Montgomery. (jv)

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