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Studie: Corona-Geimpfte mit Impfdurchbruch sind ähnlich stark ansteckend wie Ungeimpfte

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Von: Franziska Schwarz

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Auch bei vollständigem Impfschutz kommen positive Corona-Tests vor. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Betroffene das Virus weitergeben? Eine Studie ging dem jetzt nach.

Amsterdam - Eine Corona-Impfung schützt Menschen vor einem schweren Covid-19-Verlauf. Ein Freifahrtschein für Unachtsamkeit ist sie nicht. „Impfdurchbrüche“ - Ansteckung trotz Immunisierung - finden nicht nur in Promi-News, sondern bei so manchem auch im Bekanntenkreis statt. Aber was heißt das für das Verhalten der Betroffenen? Eine aktuelle Studie gibt Hinweise.

Demnach haben Menschen mit Corona-Impfdurchbrüchen eine ähnlich hohe Viruslast wie Ungeimpfte. Zu diesem Schluss kommt die britische Studie, die am 29. Oktober in der Fachzeitschrift The Lancet (Verleger-Sitz: Amsterdam) publiziert wurde.

Studie zu Corona-Impfdurchbrüchen: Experten wie Drosten oder RKI nicht überrascht

Als Hintergrund: Generell kommen Impfdurchbrüche auch bei Impfungen gegen andere Krankheiten vor. Wer sich trotz Corona-Impfung infiziert, dürfte Fachleuten zufolge in der Regel mild erkranken oder nichts bemerken. „Man muss wissen: Der Schutz vor einer Infektion ist ein halbes Jahr nach der Impfung nicht mehr so gut gegeben“, sagte am Freitag etwa der Bonner Virologe Hendrik Streeck der dpa. Viel wichtiger sei aber der Schutz vor einem schwerem Verlauf - der bleibe weiter erhalten, betont Streeck.

Virologe Christian Drosten sprach schon im April davon, dass Geimpfte nach einigen Monaten wieder zur Virus-Weitergabe beitragen könnten. Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) stufte die Impfdurchbruch-Zunahme jüngst als „erwartbar“ ein: Immer mehr Menschen seien geimpft, aber das Virus breitet sich wieder vermehrt aus. Die Wahrscheinlich für Kontakt mit dem Erreger steige daher.

Studie zu Corona-Ansteckung bei Geimpften: Ein Viertel erwischt es

An der aktuellen Studie nahmen 602 Kontaktpersonen von 471 Corona-Infizierten teil, wie auch RND berichtet. Sie sollten über einen Zeitraum von bis zu 20 Tagen Abstriche der oberen Atemwege entnehmen. In gut einem Jahr kamen so 8145 Proben zusammen. Dann wurde der Verlauf der Viruslast verglichen, und zwar von Geimpften, die sich die Delta-Mutation eingefangen hatten, mit Ungeimpften mit der Delta-, Alpha- und Prä-Alpha-Variante.

Die ersten veröffentlichten Ergebnisse konzentrierten sich auf Haushaltskontakte der Teilnehmenden. Die Ansteckungsrate mit Delta betrug im eigenen Heim bei Geimpften demnach 25 Prozent. Bei Ungeimpften lag diese Quote bei 38 Prozent. Dabei gab es statistisch nur einen geringen Unterschied, ob die infizierte Person, die das Virus in Wohnung oder Haus weitergegeben hat, bereits geimpft war oder nicht (25 Prozent gegenüber 23 Prozent).

Viruslast bei Geimpften laut Studie ähnlich hoch wie bei Ungeimpften

Die höchste bei den Teilnehmenden gemessene Viruslast unterschied sich trotz Impfstatus oder Variantenart nur wenig, berichten die Forschenden. Mit dem Alter stieg sie allerdings leicht an. Bei Geimpften ging sie im Durchschnitt schneller zurück als bei Ungeimpften, die überdies allgemein eine leicht höhere Viruslast hatten.

Die Schlussfolgerung: Auch für Geimpfte sind regelmäßige Tests sowie Abstands- und Hygieneregeln weiterhin ratsam, eine Booster-Impfung wird besonders für Risikogruppen empfohlen. Das RKI bezifferte die wahrscheinlichen Impfdurchbrüche (mit Symptomen) hierzulande in seinem jüngsten Wochenbericht mit 117.763 Fällen. Ihr Anteil an den Krankenhauseinweisungen zeige aber, „dass nur ein geringer Anteil der hospitalisierten, auf Intensivstation betreuten beziehungsweise verstorbenen Covid-19-Fälle als Impfdurchbruch zu bewerten ist“. (frs mit Material der dpa)

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