Schwarzmarkt und Nebenwirkungs-Fake

Impfpass-Fotos im Netz: Experten reagieren alarmiert

  • Thomas Eldersch
    vonThomas Eldersch
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Ein Foto vom Impfpass nach der Corona-Impfung ist schnell gemacht. Allerdings warnen Experten jetzt ausdrücklich davor solche Impfpass-Fotos ins Netz zu stellen. 

München - Inzwischen wurden laut Robert-Koch-Institut* fast 19 Millionen Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus* geimpft (Stand: 23. April). Viele der Geimpften freuen sich darüber, mit dem Pieks vielleicht bald wieder mehr Freiheiten genießen zu können. Um ihre Freunde auch mit ihrem Mitmenschen zu teilen, posten so einige Fotos von ihrem Impfpass in den sozialen Netzwerken. Das lädt jedoch Betrüger dazu ein, mit den abgebildeten Daten Schindluder zu treiben.

Corona-Impfung: Gesundheitministerium warnt vor Bildern des Impfpasses im Netz

Aus diesem Grund hat das Bundesgesundheitsministerium in der vergangenen Woche eine Warnung auf Twitter veröffentlicht. Es rät ausdrücklich davon ab, „sensible persönliche Gesundheitsdaten“ zu teilen. „Kriminelle können die darauf sichtbaren Daten wie Chargennummer, Stempel der Praxis oder die Unterschrift der Ärzte für Fälschungen missbrauchen“, heißt es weiter. Für gefälschte Impfpässe können auf dem Schwarzmarkt Preise um die 150 Euro aufgerufen werden.

Aber nicht nur zur Fälschung von Impfpässen könnten die Daten missbraucht werden. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI), das für die Arzneimittelkontrolle in Deutschland zuständig ist, warnt davor, dass man mit den Informationen auf den Bildern falsche Nebenwirkungen melden könnte. Eine Sprecherin des PEI räumte auf Anfrage der Welt am Sonntag ein, „dass mit einer solchen Chargenbezeichnung natürlich auch falsche Verdachtsfallmeldungen generiert werden können“. Wer eine Chargennummer und den dazugehörigen Impftermin kennt, könne über das Internetportal „nebenwirkungen.bund.de“ oder die „SafeVac-App“ des PEI eine plausibel wirkende Meldung abgeben. Dies sei besonders heikel, weil man solche Meldungen auch anonym abgeben könne.

Datenschützer warnen vor dem Verbreiten von Impfpass-Bildern

Datenschützer äußern ebenfalls Bedenken beim Posten des Impfpasses im Internet. Der Experte Johannes Caspar sagte der Welt am Sonntag, dass auch Risiken für den Impfpassbesitzer selbst entstehen könnten. Durch die Priorisierung beim Impfen* ließen sich gerade bei jungen Menschen Rückschlüsse auf ernste Vorerkrankungen schließen. Die Betreiber von sozialen Netzwerken werteten die erkennbaren Eigenschaften einer Person in der Regel aus, um werberelevante Rückschlüsse zu ziehen und sie zu verkaufen. (tel) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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