Die Füße eines Neugeborenen.
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Im US-Bundesstaat New York muss ein Krankenhaus nun seine Geburtenstation schließen, weil 30 Mitarbeiter aufgrund der Impfpflicht kündigten.

Im US-Bundesstaat New York

Mitarbeiter kündigen wegen Impfpflicht – Krankenhaus muss Geburtenstation schließen

Im Kampf gegen Corona ordneten Behörden im Bundesstaat New York eine Impfpflicht in Krankenhäusern an. Weil viele Mitarbeiter deshalb kündigten, muss die Geburtenstation einer Klinik nun schließen.

Lowville – Zur Entbindung in ein weiter entferntes Krankenhaus müssen, weil das nächstgelegene keine Geburtenstation mehr hat? So könnte es bald einigen Einwohnern des Bundesstaates New York gehen. In der Kleinstadt Lowville muss ein Krankenhaus seine Entbindungsstation aufgrund von Personalmangel bald schließen: 30 Mitarbeiter haben im Zuge eines Protests gegen die Impfpflicht im Lewis County General Hospital im US-Bundesstaat New York gekündigt.

Ab dem 25. September muss die Station für Geburtshilfe, bei der sechs der dreißig Mitarbeiter angestellt waren, nun schließen und kann dann vorerst keine weiteren Entbindungen mehr anbieten. Auf einer Pressekonferenz am Freitag merkte der Krankenhausleiter Gerald Cayer Medienberichten zufolge an: „Die Zahl der eingegangenen Kündigungen lässt uns keine andere Wahl“.

New Yorker Krankenhaus: Ein Viertel des Personals noch ungeimpft

Er hoffe, dass Gesundheitsministerium in New York hilft dem Krankenhaus aus, um den Fortbestand der Entbindungsstation trotz der Pause gewährleisten zu können, wie der Fernsehsender CNN am Montag zitiert. Nach eigenen Angaben sei ein Viertel der verbleibenden Mitarbeiter – 165 an der Zahl – noch nicht geimpft. Während der Entwicklung von Notfallplänen für gefährdete Dienste sei es jetzt die Aufgabe des Krankenhauses, den restlichen, noch ungeimpften Mitarbeitern bis zum 27. September immerhin die erste Impfdosis zu verabreichen – sofern diese das wollen.

Bei dem ungeimpften Personal sei es unklar, ob dieses sich überhaupt impfen lassen will. „Wir haben nicht viel Zeit, bis zum Stichtag gibt es viel zu tun“, mahnt Cayer. Obwohl viele Kündigungen eingegangen sind und sich zudem auch noch zehn Mitarbeiter wegen Corona-Infektionen in Quarantäne befinden, seien wesentliche Dienstleistungen weiterhin möglich. Personalmangel auf den Stationen sei schon vor der Coronapandemie ein Problem gewesen. Dennoch hoffe der Krankenhausleiter, „dass die Zahl des geimpften Personals in der Zeit bis zum Stichtag steigen wird, uns weniger Mitarbeiter entlassen werden und die, die bereits gekündigt haben, mit ein bisschen Glück wieder zurückkommen.“

Denn: Das Personal, das aufgrund der Impfpflicht gekündigt hat, habe keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld, wie auch Cayer betont. Vorerst werde sich das Krankenhaus aber darum bemühen, neues geimpftes Personal einzustellen.

Gesundheitsbehörde ordnet Impfpflicht an – Krankenhaus-Mitarbeiter kündigen

Um die Krankenhäuser zu entlasten, ruft die Gesundheitsbehörde in den USA schon länger zum Impfen auf. Auch Biden sprach bereits mehrfach eine Impfpflicht für Arbeitnehmer an. Um die 97.000 Menschen müssten landesweit aktuell aufgrund einer Covid-19-Infektion stationär behandelt werden, 25 Prozent davon liegen Medienberichten zufolge auf der Intensivstation.

Gerade deshalb drängt die American Hospital Association, der größte Krankenhausverband der USA, auf eine allgemeine Impfpflicht für alle Beschäftigten im Gesundheitswesen. Im Bundesstaat New York hat die Gesundheitsbehörde Mitte August daher ein Mandat verabschiedet, dass alle Mitarbeiter im Gesundheitswesen verpflichtet, bis zum 27. September mindestens die erste Impfdosis erhalten zu haben. Doch anstatt sich der Pflicht zu beugen, würden viele Mitarbeiter lieber das Risiko eingehen, entlassen zu werden oder sie kündigen gleich selbst, wie unter anderem die Washington Post berichtet.

Der Chef des Krankenhauses in Lowville begrüßte die Entscheidung: „Das Mandat sorgt dafür, dass wir gesundes Personal haben und nicht für Virusausbrüche in oder aus unserer stationären Behandlung verantwortlich sind“. (klb)

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