Nach Studie zu Schutz vor Mutation

Erstes Land will wohl eine Million Dosen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca zurückgeben

  • Patrick Huljina
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Südafrika will einem Medienbericht zufolge eine Million Dosen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca zurückgeben. Eine Studie hatte gezeigt, dass er nur eingeschränkt gegen die Virus-Variante B.1.351 schützt.

Pretoria - In der vergangenen Woche hat Südafrika die Corona-Impfung mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Herstellers AstraZeneca vorläufig gestoppt. Damit reagierte die Regierung auf eine Studie der Universitäten Oxford und Witwatersrand, wonach der Impfstoff nur minimal vor leichten und moderaten Erkrankungen nach einer Infektion mit der in Südafrika vorherrschenden Virus-Variante B.1.351 schützt.

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Südafrika will wohl eine Million Impfdosen zurückgeben

Südafrika, das zahlenmäßig am schwersten vom Coronavirus betroffene Land in Afrika, hatte erst vor kurzem eine Million Dosen des AstraZeneca-Impstoffs erhalten und geplant, mit der Impfung von Gesundheitsmitarbeitern zu beginnen. Wie die Zeitung Economic Times nun berichtet, hat die Regierung des Landes das Serum Institute of India (SII) gebeten, die gelieferten eine Million Impfdosen zurückzunehmen.

Das SII ist der weltgrößte Impfstoffhersteller und produziert das Corona-Vakzin von AstraZeneca. Neben den bereits gelieferten eine Million Imfpdosen sollte Südafrika in den kommenden Wochen eine Lieferung von weiteren 500.000 Dosen des AstraZeneca-Mittels erhalten.

Eine Bestätigung der südafrikanischen Regierung zum Bericht der Economic Times, wonach das Land eine Million AstraZeneca-Impfdosen zurückgeben will, liegt noch nicht vor. Das Unternehmen hat sich bisher ebenfalls nicht zu dem Bericht geäußert.

Südafrika will Berichten zufolge eine Million Dosen des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca zurückgeben. (Symbolbild)

Corona-Impfung: Südafrika will auf Impfstoff von Johnson & Johnson setzen

Südafrika will seine Corona-Impfkampagne nun mit dem noch nicht zugelassenen Johnson & Johnson-Impfstoff fortführen. Dieser werde in einer sogenannten Durchführungsstudie verabreicht, teilte Südafrikas Gesundheitsminister Zweli Mkhize am vergangenen Mittwoch mit. In der geplanten ersten Phase der Corona-Impfkampagne sollen rund 1,25 Millionen Gesundheitsmitarbeiter geimpft werden.

Im Gegensatz zum AstraZeneca-Impfstoff sei bewiesen worden, dass die Johnson & Johnson-Impfung gegen die in Südafrika vorherrschende Variante B.1.351 effektiv sei, sagte Mkhize. „Die notwendigen Zulassungsverfahren für die Verwendung in Südafrika laufen derzeit.“

In der schwedischen Region Sörmland wurde die Verabreichung des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca ebenfalls vorübergehend eingestellt. Grund dafür war eine „überraschende“ Häufung von Nebenwirkungen in zwei Kliniken. Die zuständige Region sieht nach Gesprächen mit der nationalen Arzneimittelbehörde und dem Hersteller allerdings keinen Grund zur Sorge. (ph/dpa)

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