Biontech-Gründer Ugur Sahin.
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Biontech-Gründer Ugur Sahin arbeitet an der Impfstoff-Anpassung.

„Müssten mit dem Impfen von vorne beginnen“

Corona-Rückschlag durch neue Super-Mutante? Biontech-Gründer Sahin arbeitet bereits an Lösung

  • Michelle Brey
    vonMichelle Brey
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Die Impfungen schreiten schleppend voran, die Neuinfektionen steigen. Politiker Helge Braun warnte vor einer weiteren Gefahr. Doch es gibt eine Neuigkeit, die Hoffnung macht.

Mainz/München - Die Coronavirus-Fallzahlen in Deutschland steigen. Die Rufe nach einem härteren Lockdown werden lauter. Und während besonders die britische Coronavirus-Mutation B.1.1.7 große Sorgen bereitet, wird bereits die Angst vor einer weiteren Mutation größer.

Kanzleramtsminister Helge Braun warnte eindringlich im Gespräch mit der Bild am Sonntag. Deutschland befinde sich „in der gefährlichsten Phase der Pandemie“. Der Politiker weiter: „Wenn jetzt parallel zum Impfen die Infektionszahlen wieder rasant steigen, wächst die Gefahr, dass die nächste Virus-Mutation immun wird gegen den Impfstoff.“

Coronavirus: Worst-Case Super-Mutante? - „Dann müssten wir mit dem Impfen wieder von vorne beginnen“

Es scheint ein Wettlauf gegen die Zeit zu sein. Am Montag (29. März) liegt die 7-Tage-Inzidenz deutschlandweit bei 134,4 und ist im Vergleich zum Vortag (129,7) weiter angestiegen. Die Zahl der Neuinfektionen ist Montags erfahrungsgemäßg niedrig. Nichts desto trotz wurden innerhalb von 24 Stunden 9.872 neue Corona-Fälle und 43 Todesfälle verzeichnet. Genau eine Woche zuvor meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) mit 7709 Neuinfektionen noch knapp 2160 weniger.

Indes schreiten die Impfungen in Deutschland eher schleppend voran. 10,8 Prozent der Bevölkerung hat mittlerweile laut RKI eine Erst-Impfung erhalten (Stand: 29. März 2021). Und die Auswirkungen einer gegen den Impfstoff resistenten Mutation? Sie liegen praktisch auf der Hand. CSU-Politiker Braun erklärte: „Dann bräuchten wir neue Impfstoffe, dann müssten wir mit dem Impfen wieder ganz von vorne beginnen.“

Coronavirus-Impfstoff: Biontech-Gründer mit guten Neuigkeiten - „Können Impstoff innerhalb von sechs Wochen anpassen“

Doch genau auf ein solches Worst-Case-Szenario scheinen Wissenschaftler bereits hinzuarbeiten. Wie Biontech-Gründer Uğur Şahin gegenüber der Bild-Zeitung erklärte, arbeite man bereits mit der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) und der US-Arzneimittelbehörde an einer Blueprint-Studie. „Wenn die erfolgreich ist, können wir beim Auftauchen einer Super-Mutante den Impfstoff auch ohne klinische Studie innerhalb von sechs Wochen anpassen. Diese Studie wird vermutlich vier bis fünf Monate dauern“, sagte Uğur Şahin.

Im Fall einer Super-Mutante des Coronavirus steht man also nicht vollkommen mit leeren Händen da. Dennoch müsste man mit den Impfungen von vorne beginnen.

In Nordrhein-Westfalen ist eine 47-Jährige nach der Impfung mit dem Astrazeneca-Impfstoff gestorben. Der Zusammenhang ist noch unklar. (mbr)

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