Erste Impfungen noch in diesem Jahr

Corona-Impfstoff: Welche Nebenwirkungen? Wie hoch sind die Kosten und wie oft muss ich mich impfen lassen?

  • Felix Durach
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Ab 27. Dezember soll auch in Deutschland der Impfstoff von BioNTech und Pfizer gegen das Coronavirus verabreicht werden. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

  • Die ersten Impfdosen gegen das Coronavirus sollen in Deutschland noch 2020 verabreicht werden.
  • Wie viel kostet eine Impfung? Wie oft muss ich mich impfen lassen? Welche Nebenwirkungen können auftreten?
  • Wir haben die Antworten auf die wichtigsten Fragen zusammengefasst.

Berlin - Deutschland ist bereit für die Impfungen gegen das Coronavirus. Am 18. Dezember stellte Gesundheitsminister Jens Spahn die Impfstoff-Verordnung für die Bundesrepublik vor und beantwortete so die Frage nach der Reihenfolge, in der die Bevölkerung sich impfen lassen kann. Als letzte Hürde steht nun noch die Zulassung des Impfstoffes durch die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) aus, die jedoch noch vor Heiligabend erfolgen soll.

Coronavirus-Impfstoff: Spahn kündigt erste Impfungen für 27. Dezember an

„Alle Beteiligten werden über Weihnachten daran arbeiten, dass es wirklich am 27. Dezember losgeht“, kündigte Spahn auf einer Pressekonferenz an. Dann sollen zuerst die Bewohner von Alten- und Pflegeheimen die Möglichkeit erhalten, sich impfen zu lassen. Gefolgt von medizinischem Fachpersonal auf Intensivstationen oder in Notaufnahmen.

Die Impfung dieser sogenannten ersten Gruppe wird aufgrund der Verfügbarkeit der Impfdosen wohl mehrere Monate dauern. Anschließend erhalten Personen aus den verbleibenden zwei Gruppen die Möglichkeit auf eine Impfung, ehe der Impfstoff für jeden Menschen freigegeben wird, der sich gerne gegen das Coronavirus impfen lassen würde. Für jede dieser Bevölkerungsgruppen stellen sich jedoch mehrere Fragen, die nun beantwortet werden sollen.

Coronavirus: Wie hoch sind die Kosten für die Impfung mit dem Coronavirus?

Wie hoch sind die Kosten für eine Impfung gegen das Coronavirus? Der vom deutschen Unternehmen BioNTech in Zusammenarbeit mit dem US-Pharmakonzern Pfizer entwickelte Impfstoff wird gerade am Anfang der Hauptbestandteil der deutschen Impfstoff-Strategie sein. Da das neuartige Vakzin relativ aufwendig in der Herstellung ist, soll er pro Dosis deutlich teurer sein als die Konkurrenzprodukte von AstraZeneca oder Moderna.

Die Kosten, die auf die Bundesrepublik zukommen, hängen deshalb stark von den Anteilen der jeweiligen Impfstoffe, die in Deutschland eingesetzt werden, so wie von der Gesamtzahl der Bürger, die sich impfen lassen, ab. Das Gesundheitsministerium (BMG) schreibt deshalb auf seiner offiziellen Seite: „Daher ist eine abschließende Kostenschätzung noch nicht möglich.“

Coronavirus in Deutschland: Bund und Ländern tragen Kosten für Impfstoff

Für Einzelpersonen, die sich impfen lassen wollen, sind diese Kosten jedoch erst einmal zu vernachlässigen. Wie das BMG ankündigte, wird die Impfung für die Bevölkerung kostenfrei angeboten - unabhängig vom Versicherungsstatus. „Der Bund zahlt den Impfstoff. Die Kosten für den Aufbau und die Organisation der Impfzentren* tragen die Länder und die gesetzliche Krankenversicherung (Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds) sowie die Private Krankenversicherung.“

Der Corona-Impfstoff von BionTech und Pfizer.

Coronavirus-Impfungen starten noch im Dezember: Wie oft muss ich mich impfen lassen?

Wie oft muss ich mich impfen lassen? Auch die Antwort auf diese Frage ist stark abhängig von den Impfstoffen, die als Teil der deutschen Impfstrategie auch letztendlich eingesetzt werden. Der Impfstoff von BioNTech/Pfizer*, der zu Beginn eingesetzt werden soll, muss gleich zweimal verabreicht werden. Um sicherzustellen, dass eine vollständige Immunität gegen das Virus erreicht wird, muss der Wirkstoff zweimal innerhalb von drei Wochen verimpft werden.

Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass die vorhandene Dosenanzahl halbiert werden muss, um die Anzahl an Menschen zu erhalten, die geimpft werden können. Jens Spahn gab an, dass er davon ausgehe, dass im ersten Quartal in Deutschland elf bis 13 Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen werden.

Impfung gegen das Coronavirus: Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Welche Nebenwirkungen können auftreten? Wie das Gesundheitsministerium auf seiner offiziellen Website schreibt, werden alle Impfstoffe einer ausreichenden Prüfung unterzogen, ehe sie von der EMA zugelassen werden. Auch bei den neuartigen mRNA-Impfstoffen - wie dem von BioNTech/Pfizer - konnten in umfangreichen Tierversuchen keine schweren Nebenwirkungen festgestellt werden.

„Die Qualitätsanforderungen im europäischen Zulassungsverfahren sind sehr hoch. Das ist auch eine Frage der Verlässlichkeit und im Interesse aller Bürgerinnen und Bürger der EU“, erklärt das BMG. Auch nach der Zulassung wird der Impfstoff weiterhin durch die EMA und das Paul-Ehrlich-Institut überprüft und bewertet.

Biontech-Impfstoff gegen das Coronavirus: Lediglich übliche Impf-Nebenwirkungen

Bei den klinischen Studien des BioNTech/Pfizer-Impfstoffes konnten lediglich leichte Nebenwirkungen festgestellt werden. Wie die Pharmazeutische Zeitung berichtet traten unter anderem „leichte bis mäßige Schmerzen an der InjektionsstelleMüdigkeit und Kopfschmerzen“ auf. Ein kleinerer Anteil der Probanden klagte auch über Rötungen und Schwellungen an der Injektionsstelle. Darüber hinaus meldeten einige Probanden auch über leichtes Fieber und Schüttelfrost. Die Symptome klangen jedoch in den meisten Fällen 1-2 Tage nach der Impfung ab. Solche Begleiterscheinungen sind bei Impfungen üblich.

Nur wenige Teilnehmer der Studien meldeten schwere Nebenwirkungen. So berichteten 0,3 Prozent der Probanden über eine krankhafte Schwellung der Lymphknoten (Lymphadenopathie). Zu Todesfällen, die in Verbindung mit der Verabreichung des Impfstoffs stehen, kam es bei den Studien nicht. (fd)

Rubriklistenbild: © Nicolas Armer/dpa

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