Erste Ergebnisse stimmen hoffnungsfroh

Corona-Impfstoff: Revolution bahnt sich an! Forscher arbeiten an Impf-Pille mit immensen Vorteilen

  • Kai Hartwig
    vonKai Hartwig
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Bisher müssen Corona-Impfungen per Spritze verabreicht werden. Doch ein israelisch-US-amerikanisches Forscherteam will einen gänzlich neuen Weg gehen.

Jerusalem - Im Kampf gegen das Coronavirus kann inzwischen weltweit auf mehrere Impfstoffe zurückgegriffen werden. Dabei gibt es im Umgang mit den Vakzinen allerdings meist strenge Vorgaben. So ist für den Großteil der Impfstoffe eine extrem kalte Lagerung unumgänglich.

Bislang kann von den Corona-Impfstoffen lediglich das Serum von Johnson & Johnson bei normaler Kühlschranktemperatur aufbewahrt werden. Zudem sorgten kürzlich auch Berichte über schwere Nebenwirkungen des Astrazeneca-Vakzins für einen zwischenzeitlichen Impfstopp.

Corona-Impfstoff zum Schlucken: Pharmaunternehmen entwickelt Pille gegen das Virus

Jetzt wollen Forscher des israelisch-us-amerikanischen Pharmaunternehmens Oramed einen brandneuen Corona-Impfstoff entwickeln. Und der könnte den Markt gänzlich revolutionieren. Das Team aus Wissenschaftlern arbeitet an einem Impfstoff zum Schlucken.

Eine Pille gegen Corona statt der Impfung per Spritze? Diese Schutz-Variante hätte zahlreiche Vorteile. „Ein oraler COVID-19 Impfstoff würde einige Hindernisse der schnellen, weitreichenden Versorgung mit diesem eliminieren. Dadurch könnten Menschen den Impfstoff daheim eigenständig einnehmen“, sagte Nadav Kidron, CEO von Oramed, der Jerusalem Post. Den Forschern zufolge befindet man sich auf einem sehr guten Weg. Die erste Studienphase (Erprobung an Tieren) zeigte demnach vielversprechende Ergebnisse.

Corona-Impfstoff zum Schlucken: Pille soll besser gegen Virus-Mutationen wirken

Das Präparat hat neben der Art der Verabreichung möglicherweise weitere Vorteile. Es muss während der Lieferung leicht gekühlt werden, kann aber später ungekühlt gelagert werden. Laut Angaben von Oramed-Chef Kidron sorgen oral verabreichte Medikamente grundsätzlich für weniger Nebenwirkungen als Impfungen.

Zusätzlich gab das Forscherteam aus Israel an, ihr Corona-Impfstoff sei gegen Virus-Mutationen wirksamer als die bislang zugelassenen Vakzine. Der neue Oravax-Impfstoff von Oramed richte sich auf drei Spike-Proteine des Coronavirus. Dagegen zielen die Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer nur auf ein einzelnes Protein ab. Kidron schlussfolgerte, sein Impfstoff müsse entsprechend „resistenter gegen COVID-19-Varianten sein“.

Bis zu einer möglichen Markteinführung des Corona-Impfstoffs zum Schlucken müssen allerdings noch einige Hürden genommen werden. Als nächster Schritt steht eine Studienphase an, bei der Menschen unter Testbindungen den Impfstoff einnehmen. Von einer Zulassung ist das Medikament also noch weit entfernt.

Corona-Impfstoff zum Schlucken: „Noch wertvoller“ bei künftiger Standard-Impfung

Trotzdem ist Oramed-CEO Kidron optimistisch, schon bald sein Produkt unter die Leute bringen zu dürfen. Er vermutete, bereits in drei Monaten erste Datensätze zur Wirksamkeit bei Menschen gesammelt zu haben. Läuft alles nach Plan, so Kidron weiter, könne der Oramed-Impfstoff auch langfristig helfen.

Viele Experten teilen die Auffassung, dass das Coronavirus nicht einfach verschwinden wird. Dann dürften regelmäßige Corona-Impfungen zum Alltag gehören - wie etwa beim Grippevirus. Und darin sieht Kidron seine Chance: „Ein Schluckimpfstoff könnte noch wertvoller werden, wenn ein COVID-19-Impfstoff wie die Standard-Grippeimpfung jährlich empfohlen wird.“ (kh)

Rubriklistenbild: © Christin Klose/dpa

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