Coronavirus: Ein leeres Impfzentrum - Immer mehr Corona-Impfstoffdosen drohen in Deutschland zu verfallen.
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Leere Impfzentren und volle Kühlschränke: Immer mehr Corona-Impfstoffdosen drohen in Deutschland zu verfallen.

7.000 Dosen zurückgegeben

Corona-Impfstoff verfällt: Erste Chargen in Deutschland müssen vernichtet werden

  • Veronika Silberg
    VonVeronika Silberg
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Der unbeliebte Corona-Impfstoff Astrazenca lässt sich in Deutschland kaum noch verimpfen. Aber auch auf Biontech und Moderna bleiben viele Ärzte und Impfzentren zunehmend sitzen.

Pfaffenhofen/Berlin - Überall ist es das gleiche Bild: Leere Impfzentren, volle Kühlschränke und Ärzte, die gar nicht fassen können, wie schnell sich die Impfstoff-Situation gedreht hat. Auch in der bayerischen Kreisstadt Pfaffenhofen ist es nicht anders. Hier müssen gerade 7.000 Dosen des Corona-Impfstoffes Astrazeneca zurückgegeben werden. Sie stehen kurz vor dem Verfallsdatum.

Noch vor wenigen Monaten war der Andrang auch hier in Oberbayern enorm. Leiter Dr. Peter Korzinek bedauert die schnelle Wende. „Astra ist in ganz Deutschland nicht mehr zu verimpfen,“ erzählt er im Morgenmagazin des ZDF. Spätestens seit der aktualisierten Empfehlung der ständigen Impfkomission ist das schwedisch-britische Corona-Vakzin zum Ladenhüter geworden. Mit den mRNA-Impfstoffen Moderna und Biontech sei es allerdings nicht viel besser, betont Korzinek. „Auch da müssen wir schauen, dass wir die nicht verfallen lassen.“

Corona-Impfstoff verfällt: Stadt gibt 7.000 Dosen zurück - Weitergabe nach Namibia nicht möglich

Korzinek und seine Kollegen hätten den ungeliebten Impfstoff am liebsten dahin geleitet, wo er dringend gebraucht wird, nach Namibia. Doch das Gesundheitsamt machte dem Impfzentrum einen Strich durch die Rechnung. Jede Abgabe bedürfe der Zustimmung der Hersteller, erklärt ein Vertreter des Landratsamtes im ZDF-Magazin. Die 7.000 Dosen aus Pfaffenhofen gehen nun zurück an eine Sammelstelle.

Auch im Rest der Bundesrepublik sieht es in Sachen Impfbereitschaft nicht besser aus. Das medizinischen Versorgungszentrum Havelhöhe in Berlin-Kladow berichtete im rbb schon Anfang des Monats von einer eingebrochenen Nachfrage, speziell bei Astrazeneca. Er sitze nun auf 10.800 Impfdosen fest, sagte Malik Böttcher der rbb-Abendschau. „Das Problem ist, dass diese Impfdosen ab August verfallen. Ich muss in ein paar Tagen jemanden finden, der sich damit impfen lässt.“ Auch hier drohe der Impfstoff zu verfallen.

Angesichts der sinkenden Impfbereitschaft und der steigende Corona-Zahlen werden Einschränkungen für Ungeimpfte auch in Deutschland zunehmend diskutiert. (vs)

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