Die Zulassung für den Corona-Impfstoff von Curevac lässt auf sich warten
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Die Zulassung für den Corona-Impfstoff von Curevac lässt auf sich warten.

Zeitplan erneut angepasst

„Komplikationen“: Corona-Impfstoff von Curevac bleibt auf dem Abstellgleis

  • Patrick Freiwah
    VonPatrick Freiwah
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Bei der Corona-Immunisierung der Bevölkerung bleibt das Vakzin der CureVac AG weiter außen vor. Die Zulassung des deutschen Impfstoffes verzögert sich.

Tübingen - Beinahe seit Beginn der Pandemie gehört das potenzielle Vakzin von Curevac zu den Impfstoffen, die für eine wirksame Bekämpfung von Corona in Aussicht gestellt werden. Bis das fertig entwickelte Präparat des schwäbischen Pharmaunternehmens den Weg in deutsche Organismen findet, dauert es jedoch noch etwas: Die für das zweite Quartal des Jahres geplante Zulassung des kostenintensiven Mittels konnte bis dato nicht erlangt werden.

Dabei ruhen besonders in Deutschland große Hoffnungen auf dem Impfstoff der Tübinger Firma*: Anfänglich 300 Millionen Euro - plus einer weiteren Finanzspritze in Höhe von 250 Mio. Euro - investierte die Bundesregierung in Curevac, um die Immunisierung der hiesigen Bevölkerung voranzutreiben. Entwickelt wurde mit dem Geld ein mRNA-Impfstoff, der im Hinblick auf die Dosierung sogar effizienter sein soll, als Corona-Vakzine der Konkurrenz von beispielsweise Biontech oder Moderna.

Curevac wegen „Komplikationen“ ausgebremst - Zulassung noch im dritten Quartal?

Doch die Freigabe lässt auf sich warten: Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) erklärte, dass sich das Curevac-Verfahren weiter verzögert und sprach von „Komplikationen“ bei der klinisch durchgeführten Studie. Dabei hatte es zuletzt noch geheißen, der Impfstoff des Tübinger Unternehmens solle im Juni 2021 grünes Licht erhalten. Zwischenzeitlich wurde sogar eine Zulassung für Mai anvisiert.

Der Grünen-Politiker zitiert gegenüber der dpa Jens Spahn*. Der Unionspolitiker habe in der Gesundheitsministerkonferenz mitgeteilt, „dass wir nach der derzeitigen Situation leider erst realistisch im August erwarten können, dass der Curevac-Impfstoff zulassungsfähig appliziert werden kann oder zugelassen wird“.

Corona-Mittel von Curevac im Wartestand - Verzögerung wegen Probanden-Mangel

Zuvor hatte das Portal Business Insider berichtet, dass die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) mit einer späteren Zulassung des Impfstoffes seitens der CureVac AG rechnen würde. Über den Grund klärte Spahn ebenfalls bei der Konferenz auf - für die benötigte Studie würde es noch nicht genügend Teilnehmer geben. Dass die Marktreife des Anti-Corona-Mittels voreilig vollzogen wird, lässt sich daher nicht behaupten - schließlich hatten bereits im Juni 2020 Freiwillige der Uniklinik Tübingen ihre erste Impfung mit Curevac erhalten.

Dabei sollte das Curevac-Vakzin mittlerweile ebenfalls in den Impfzentren und bei Ärzten zum Einsatz kommen, wie eine gescheiterte Prognose der Bundesregierung verdeutlicht: bis Ende Juni 1,4 Millionen Dosen, bis Ende September 9,4 Mio. und im letzten Quartal (Oktober bis Dezember) insgesamt 28,9 Millionen. 

Währenddessen sind die Infektionszahlen weiter im Sinkflug, zwei Regionen in Deutschland gelten bereits als „Corona-frei“. Ebenfalls in unserem News-Ticker: Schon bald stellen Apotheken digitale Impfnachweise aus. (pf mit dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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